Flächenfraß

WWF fordert drastische Reduktion

Flächenfraß und seine Folgen

Österreich steht vor einer ernsthaften Herausforderung: Der Bodenverbrauch ist zu hoch. Die Umweltschutzorganisation WWF fordert eine drastische Reduktion auf einen Hektar pro Tag, um den fortschreitenden Flächenfraß zu stoppen. Seit 2002 wurde das Nachhaltigkeitsziel von maximal 2,5 Hektar pro Tag jedes Jahr überschritten, was zur Versiegelung wertvoller Ackerflächen und zu negativen Umweltauswirkungen führt.

Herausforderung Zersiedelung

Ein Haupttreiber für den hohen Bodenverbrauch ist die Zersiedelung, insbesondere durch den Bau von Einkaufs- und Fachmarktzentren. Dies führt nicht nur zum Verlust von Ackerland, sondern auch zu weiteren Problemen wie dem Bau neuer Straßen, die den Verkehr nicht reduzieren, sondern fördern. Die zunehmende Versiegelung von Böden führt zudem zu einer Erhöhung der Temperaturen in städtischen Gebieten und erhöhtem Risiko von Überschwemmungen bei Starkregen.

Lebensmittelsicherheit in Gefahr

Die fortschreitende Versiegelung gefährdet auch die Lebensmittelversorgung. Zwischen 1990 und 2020 gingen über 72.000 Hektar fruchtbares Ackerland verloren. Trotz einer intensiveren Debatte seit dem letzten Sommer, sieht der WWF auf allen Ebenen weiterhin große Versäumnisse. Die zersplitterten Zuständigkeiten bei der Raumplanung tragen zur Problematik bei.

Politischer Handlungsbedarf

Der WWF fordert einen politischen Kraftakt, um die Situation zu verbessern. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören eine verbindliche Obergrenze für den Bodenverbrauch, eine große Naturschutz-Offensive, eine bundesweite Reform der Raumplanung und die Ökologisierung des Steuersystems. Die bisherige Höchstgrenze von 2,5 Hektar pro Tag soll auf einen Hektar reduziert werden.

Fazit

Der WWF macht deutlich, dass es dringenden Handlungsbedarf gibt, um den Flächenfraß zu stoppen und die Lebensqualität in Österreich zu sichern. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen eine nachhaltige Entwicklung fördern und den Schutz wertvoller Böden gewährleisten.

Für weitere Informationen und aktuelle Entwicklungen besuchen Sie die Webseite des WWF.

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