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	<title>Berlin | Baukunst</title>
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	<description>Architektur und Ästhetik im gebauten Raum</description>
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	<title>Berlin | Baukunst</title>
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		<title>Das House of Jazz Berlin: Ein Denkmal wird zur Bühne</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2026 08:45:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin / Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein leerstehendes Kino aus den Fünfzigerjahren, ein Trompeter mit Weitblick und der politische Wille zweier Ebenen: Das House of Jazz Berlin rückt näher.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Vom Luftwaffen-Kino zum Jazzpalast: Berlin plant ein Kulturwunder</strong></h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Das House of Jazz Berlin: Ein Denkmal wird zur Bühne</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das House of Jazz Berlin ist ein geplantes nationales Zentrum für Jazz und improvisierte Musik, das seit über einem Jahrzehnt zwischen politischem Willen, Haushaltszwängen und der Suche nach einem geeigneten Ort pendelt. Seit Ende 2025 zeichnet sich ab, dass beides zusammengekommen sein könnte: ein konkreter Standort und ein stabiler politischer Rückhalt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Idee geht auf Till Brönner zurück, Jazztrompeter von internationalem Rang mit Wohnsitz in Potsdam und Los Angeles. In seinem 2010 erschienenen Buch &#8218;Talking Jazz&#8216; skizzierte er ein düsteres Zukunftsbild für den Jazz in Deutschland: abgewickelte Rundfunk-Bigbands, jazzfreies Fernsehen, ein öffentlich-rechtliches Radio, das selbst die kleinen Sendeplätze aufgibt. Seiner Dystopie stellte er eine konkrete Forderung entgegen. Er schlug die Gründung einer Jazz-Akademie vor, nicht ganz wie das Lincoln Center in New York, aber doch in dessen Geiste. Und er bestand darauf: Diese Einrichtung müsse in Berlin entstehen, weil die Hauptstadt, wenn sie keine Kulturmetropole sei, überhaupt keine Metropole sei.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Welchen Standort bekommt das House of Jazz?</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Seitdem ist viel Zeit vergangen. Ein erster Anlauf scheiterte: Die Alte Münze in Berlin-Mitte wurde schließlich nicht für das Jazz-Zentrum genutzt, sondern für zwei Jahrzehnte an das privatwirtschaftliche Event- und Clubunternehmen &#8218;Spreewerkstätten&#8216; vermietet, obwohl bereits 12,5 Millionen Euro Investivmittel im Bundeshaushalt 2016 dafür eingestellt worden waren. Das Projekt wurde zwar nicht zu den Akten gelegt, aber es verlor an Fahrt. Erst ab 2020 setzte eine kontinuierliche institutionelle Förderung ein: Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien stellt seither jährlich 250.000 Euro bereit, seit 2022 kommt vom Land Berlin eine weitere Förderung von 300.000 Euro hinzu. Im Haushaltsbeschluss des Landes für 2026/2027 sind diese Mittel bereits ungekürzt eingeplant.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der neue Standort, der nun politisch diskutiert wird, ist die Kino- und Theateranlage L&#8217;Aiglon am Kurt-Schumacher-Damm 121 im Berliner Bezirk Reinickendorf. Das Ensemble gehörte einst zum Luftwaffen-Kasernengelände und wurde nach 1945 als &#8218;Quartier Napoleon&#8216; zum Hauptquartier der französischen Streitkräfte in Berlin umfunktioniert. Anfang der 1950er-Jahre entwarf der Architekt Hans Wolff-Grohmann das Kulturhaus als Teil eines Ensembles aus Kino, niedrigem Querbau mit ehemaligem Restaurant und einem viergeschossigen Hotel. Das Ergebnis ist eine markante Architektur jener Zeit: großflächig verglastes Foyer mit wellenförmig geschwungener Fassade und Neon-Leuchtschrift, ein großzügiger Zuschauerraum mit Orchestergraben, eine ausschwingende Treppe zur Empore. Seit 1994 steht das Kino leer, seit 2023 ist die Liegenschaft im Besitz des Landes Berlin.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Was macht das L&#8217;Aiglon zum richtigen Ort für ein Jazzhaus?</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Theatersaal mit Orchestergraben fasst 350 Besucherinnen und Besucher. Das Ensemble bietet darüber hinaus Räumlichkeiten für Verwaltung, Ton- und Lichtregie, Kellerräume sowie das angrenzende Hotel als Gästeunterkunft. Die ehemalige Kommandanten-Villa könnte als interdisziplinäres Residenzhaus genutzt werden. Auf einem Areal von rund 3.000 Quadratmetern wären zudem Anbauten für Proberäume und Gastronomie möglich. Die Deutsche Jazzunion und die IG Jazz Berlin, die das Projekt unter dem Namen &#8218;Zentrum für Jazz und Improvisierte Musik&#8216; vorantreiben, sehen in dem Ensemble eine funktionale wie symbolische Entsprechung dessen, was ein Jazzhaus leisten soll: Bühne, Archiv, Begegnungsraum, Residenz.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Im Vergleich zur Alten Münze erscheint die Realisierung am Kurt-Schumacher-Damm einfacher, kostengünstiger und zeitlich früher möglich. Das politische Plazet scheint zu wachsen. Brönner hat in seinen sozialen Netzwerken über Treffen mit Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson und Kulturstaatsminister Wolfram Weimer berichtet, ohne den Inhalt der Gespräche im Einzelnen zu kommentieren. Der Ton wirkte zuversichtlich.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Wie schneidet Deutschland im europäischen Vergleich ab?</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Blick über die Grenzen ist ernüchternd. Frankreich fördert seine Jazzszene über die Musikergewerkschaft und die Association Jazzé Croisé, unterstützt vom Kulturministerium. Norwegen betreibt fünf regionale Jazzzentren sowie die Victoria, Nasjional Jazzscene Oslo als überregionale Spielstätte. Dänemark verfügt mit JazzDanmark über eine nationale Förderorganisation. Das Budapest Music Center fungiert als staatlich gefördertes Zentrum für klassische Musik und Jazz gleichberechtigt, mit eigenem Jazzclub, Bibliothek, Archiv und internationalem Residenzprogramm.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Deutschland dagegen verfügt über eine breite, aber fragile Infrastruktur: den Stadtgarten in Köln, den Jazzkeller in Frankfurt, das Jazzinstitut Darmstadt als eines der bedeutendsten Jazzarchive weltweit, ein flächendeckendes Netz aus Clubs und Festivals. München hat sich mit den Labels ECM und ACT Music einen internationalen Ruf erarbeitet. Aber ein nationales Zentrum fehlt. Die Bundeskonferenz Jazz hat 2024 in einem Bericht die Marginalisierung des Jazz in den Medien und die ökonomischen Schwierigkeiten von Jazzmusikern und Jazzmusikerinnen dokumentiert, ein Befund, der seit Brönners Dystopie von 2010 nicht besser geworden ist.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ob ein solches Zentrum dem föderalen System widerspricht, ist eine Frage, die immer wieder gestellt wird. Die Antwort liegt nahe: Einrichtungen mit Exzellenzcharakter wirken nicht als Konkurrenz zu regionalen Institutionen, sondern als Impulsgeber. Das zeigt das Jazz at Lincoln Center in New York, das Berklee College of Music in Boston, und, als regionales Beispiel aus der Klassik, die Kronberg Academy.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das House of Jazz wird gebraucht. Nicht weil der Jazz in Deutschland tot wäre, sondern weil er ein sichtbares Zentrum verdient. Das L&#8217;Aiglon, ein vergessenes Stück Berliner Stadtgeschichte, könnte dieser Ort sein, wenn die politischen Entscheidungen jetzt getroffen werden.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
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		<title>Museumsskandal in Berlin: Wie ein Möbelhändler den deutschen Kulturbetrieb vorführt</title>
		<link>https://baukunst.art/museumsskandal-in-berlin-wie-ein-moebelhaendler-den-deutschen-kulturbetrieb-vorfuehrt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Sep 2025 12:47:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin / Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Designmuseum]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[In Berlins Uhlandstraße probt ein Möbelunternehmer den Museumscoup: Rafael Horzons "Deutsches Design Museum" zeigt, wie die Hauptstadt kulturelle Institutionen neu denkt – frech, schnell, privat.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []">Berlin probt den Museumscoup: Horzons Deutsches Design Museum als regionale Provokation</h1>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Wenn die Hauptstadt sich selbst zum Museum macht</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">In der Berliner Uhlandstraße zwischen Kurfürstendamm und Kantstraße leuchten seit November 2024 übergroße Neonlettern: &#8222;Deutsches Design Museum&#8220;. Ein Titel, der Anspruch erhebt auf nationale Relevanz, während er gleichzeitig ein Augenzwinkern kaum verbergen kann. Rafael Horzon, Unternehmer, Autor und selbsterklärter Nicht-Künstler, hat hier auf 750 Quadratmetern das verwirklicht, was Berlin so meisterhaft beherrscht: die produktive Irritation zwischen Ernst und Ironie, zwischen Institution und Happening.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Eröffnungsausstellung trägt den bescheidenen Titel &#8222;Retrospektive Rafael Horzon: Das Gesamtwerk&#8220;. Der Museumsgründer zeigt ausschließlich eigene Arbeiten – vom legendären Stuhl 01 aus vier identischen Quadraten über Wanddekorationsobjekte aus buntem Plexiglas bis zu Lampen aus umfunktionierten Küchengeräten. Der weiche Teppichboden in den großzügigen Räumen vermittelt eine merkwürdige Mischung aus Showroom und Sakralraum. Im Museumsshop liegen Horzons Bücher neben eigens gestalteten T-Shirts. Bei der Eröffnung las Helene Hegemann, DJs legten auf, es gab Crémant und Gin-Tonic.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die Hauptstadt-Provinz-Dialektik</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Was hier geschieht, ist mehr als eine Einzelaktion eines exzentrischen Unternehmers. Es ist symptomatisch für die spezifische Berliner Museumslandschaft, die sich fundamental von anderen deutschen Metropolen unterscheidet. Während Frankfurt, München oder Stuttgart ihre Designmuseen als staatstragende Institutionen mit millionenschweren Etats betreiben, entstehen in Berlin kulturelle Räume aus einer anderen Logik heraus: schneller, frecher, selbstfinanziert.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Berliner Kulturpolitik, deren Senator Joe Chialo explizit auf privat finanzierte Kulturorte setzt, findet in Horzons Museum eine Blaupause für zukünftige Entwicklungen. Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet in Charlottenburg, dem bürgerlichen Gegenpol zum hippen Mitte, diese Institution entsteht. Nach Jahren der Gentrifizierung in den östlichen Bezirken verlagert sich die kreative Energie wieder gen Westen – eine für Berlin typische Wanderbewegung kultureller Hotspots.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Bemerkenswert ist die regionale Verwurzelung: Horzon produziert seine Möbel zu hundert Prozent in Berlin, liefert zu neunzig Prozent innerhalb der Stadt aus. Seine &#8222;Neue Berliner Sachlichkeit&#8220; ist nicht nur ästhetisches Programm, sondern auch wirtschaftliches Modell. Die Gläserne Fabrik in Wedding, die Showrooms in Mitte und Charlottenburg – es ist ein dezidiert lokales Imperium, das sich gleichzeitig nationale Bedeutung anmaßt.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Der Konflikt als Konzept</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Namensgleichheit mit der seit 2011 existierenden Frankfurter &#8222;Stiftung Deutsches Design Museum&#8220; ist kein Versehen, sondern kalkulierte Provokation. Während die Frankfurterinnen und Frankfurter mit ihrer Initiative &#8222;Entdecke Design&#8220; pädagogische Bildungsarbeit leisten und ein historisches Fotoarchiv mit 40.000 Dokumenten pflegen, setzt Berlin auf radikale Subjektivität. Horzon ist Gründungsdirektor, Chefkurator und erster ausgestellter Designer in Personalunion.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese Konstellation wirft fundamentale Fragen auf: Wer darf ein nationales Museum gründen? Braucht es staatliche Legitimation oder genügt unternehmerische Chuzpe? Die Berliner Antwort ist eindeutig: Einfach machen. Diese Haltung, die Horzon in seinem &#8222;Manifest der Neuen Wirklichkeit&#8220; theoretisch unterfüttert, steht exemplarisch für eine spezifisch hauptstädtische Herangehensweise an Institutionenbildung.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Regionale Netzwerke und ihre Bedeutung</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Horzon-Museum funktioniert nur im spezifischen Berliner Kontext. Es ist eingebettet in ein Netzwerk aus Galeristen wie Johann König, Autorinnen wie Helene Hegemann, Schriftstellern wie Christian Kracht. Dieses Milieu, das zwischen Kunstbetrieb, Literatur und Unternehmertum oszilliert, gibt es so nur in Berlin. Es ist eine Szene, die sich selbst genug ist und gleichzeitig nationale Aufmerksamkeit generiert.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die etablierte Berliner Museumslandschaft reagiert verhalten. Das Kunstgewerbemuseum am Kulturforum mit seiner umfassenden Designsammlung, das Werkbundarchiv – Museum der Dinge in der Leipziger Straße oder das temporäre Bauhaus-Archiv verfolgen andere, traditionellere Ansätze. Sie sammeln, bewahren, forschen nach etablierten museologischen Standards. Horzons Museum dagegen ist performativ, selbstreferenziell, gegenwärtig.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die Berliner Sonderwege</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Hauptstadt hat eine lange Tradition im Erfinden eigener kultureller Formate. Vom Designpanoptikum in Prenzlauer Berg über die zahllosen Projekträume bis zu temporären Ausstellungsformaten – Berlin kultiviert eine Parallelstruktur zur offiziellen Museumslandschaft. Diese Räume sind oft kurzlebig, immer experimentell, manchmal genial.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Horzons Museum reiht sich in diese Tradition ein, hebt sie aber auf eine neue Ebene. Durch die Anmaßung des Titels &#8222;Deutsches Design Museum&#8220; beansprucht es einen Platz im kulturellen Kanon, den es sich selbst verleiht. Das Vitra Design Museum hat 2018 vier Horzon-Entwürfe für seine Sammlung angekauft – eine Art institutionelle Adelung, die der Unternehmer gleichzeitig begehrt und ironisiert.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ausblick: Das Museum als Unternehmen</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Für Juni 2025 kündigt Horzon bereits die nächste Ausstellung an: eine Retrospektive des Architekten Jürgen Mayer H. Ob diese tatsächlich stattfindet oder Teil der performativen Strategie ist, bleibt abzuwarten. Das Museum funktioniert nach der Logik des Start-ups: schnell, flexibel, mit ungewissem Ausgang.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese Form der Institutionenbildung könnte wegweisend sein für eine Stadt, deren öffentliche Kulturetats chronisch unterfinanziert sind. Wenn Museen zu Unternehmen werden und Unternehmer zu Museumsdirektoren, entstehen neue Formen kultureller Produktion. Ob diese nachhaltig sind oder nur ein weiteres Berliner Strohfeuer, wird sich zeigen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Was bleibt, ist die produktive Verunsicherung: In einer Zeit, in der die Grenzen zwischen Kunst, Design und Kommerz ohnehin verschwimmen, schafft Horzon Fakten. Sein Museum ist gleichzeitig Realsatire und ernst gemeinte Institution, Showroom und Tempel, Provokation und Proposal. Es ist, kurz gesagt, typisch Berlin: eine Stadt, die sich permanent neu erfindet und dabei ihre eigenen Regeln schreibt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
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			</item>
		<item>
		<title>Wiedergeburt am Ufer der Spree – wie der Spreepark Berlin sich neu erfindet</title>
		<link>https://baukunst.art/wiedergeburt-am-ufer-der-spree-wie-der-spreepark-berlin-sich-neu-erfindet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Apr 2025 15:25:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin / Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Lost Place]]></category>
		<category><![CDATA[Spreepark]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Spreepark Berlin wird zum Park der Zukunft: Ein Ort voller Geschichte, Kunst und Natur kehrt zurück ins kollektive Gedächtnis – und das mit nachhaltigem Anspruch.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []">
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Zwischen Dinosauriern und Denkmalschutz – Der Spreepark Berlin als urbane Metamorphose</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Spreepark Berlin wird zum Park der Zukunft: Ein Ort voller Geschichte, Kunst und Natur kehrt zurück ins kollektive Gedächtnis – und das mit nachhaltigem Anspruch.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ein Riesenrad ragt über das Blätterdach, rostig, reglos – und dennoch voller Symbolkraft. Der Spreepark im Berliner Plänterwald ist vieles zugleich: Erinnerungsort, Mahnmal, Abenteuerkulisse. Und bald ein Park neuen Typs. Was einst der einzige Freizeitpark der DDR war, verwandelte sich nach der Wende in einen kapitalistischen Rummelplatz, dann in eine ruinöse Legende. Heute formt sich aus dem Wildwuchs ein innovativer Raum für Kunst, Natur und Kultur. Eine Wiederbelebung, die weit mehr ist als städtebauliche Kosmetik.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Ein Ort der Gegensätze</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Als der „VEB Kulturpark Plänterwald“ 1969 seine Pforten öffnete, war das ein Prestigeprojekt sozialistischer Lebensfreude. Millionen Besucherinnen und Besucher strömten in den Osten Berlins, das markante Riesenrad wurde zur Landmarke. Die Wende brachte Umbruch: Westdeutscher Schaustellergeist, Investitionen in Achterbahnen, Wildwasserbahnen und ein pauschaler Eintritt sollten den Spreepark auf Weltmarktniveau heben – und scheiterten grandios. Schon 2002 war Schluss. Der Park verkam zum ikonischen Lost Place, Heimat für Fledermäuse, Sprayer und Subkulturen.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Die Ästhetik des Verfalls</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Was blieb, war eine postindustrielle Kulisse mit Schwanenbooten im Morast, von Birken überwucherten Geleisen und umgestürzten Dinosaurierfiguren. Die Melancholie der einstigen Betriebsamkeit, das morbide Panorama der Moderne – genau das machte den Reiz aus. Der Park wurde Teil der urbanen Mythologie. Und damit Projektionsfläche für eine neue urbane Idee.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Wiedergewonnene Zukunft: Das Konzept von Grün Berlin</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">2014 übernahm das Land Berlin das Gelände, 2016 begann die landeseigene Grün Berlin GmbH mit der Neugestaltung. Nicht als nostalgisches Reenactment des Vergangenen, sondern als Transformation: Der Spreepark soll 2026 als „Park neuen Typs“ wiedereröffnen – ein Freiraum, in dem Kunst, Ökologie und gesellschaftliches Leben ineinandergreifen. Rund 2.000 Ideen und Wünsche aus der Bürgerbeteiligung flossen in das Konzept ein.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Dabei wird nicht planiert, sondern adaptiert. Die Planerinnen und Planer der ARGE Spreepark Freianlagen – bestehend aus der Uniola AG und dan pearlman Erlebnisarchitektur – arbeiten mit dem Bestand: Wildwuchs bleibt, wo er Biotope stützt, Relikte werden nicht abgerissen, sondern umgedeutet.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Kunst als Motor</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der neue Spreepark wird kein Park <em data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="em">mit</em> Kunst, sondern <em data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="em">durch</em> Kunst transformiert. So beschreibt es Christoph Schmidt, Geschäftsführer von Grün Berlin. Prominentes Beispiel: das Riesenrad. Unter der künstlerischen Leitung von realities:united entsteht ein multifunktionales Objekt – Fahrgeschäft, kinetisches Kunstwerk und Teil des Wassermanagements. 90 Tonnen Stahl des alten Rades werden recycelt. Das neue Rad scheint über einem künstlichen Wasserbecken zu schweben, dessen Zisternen Niederschlagswasser sammeln und zur Bewässerung nutzen – ein gelungenes Beispiel für die Verbindung von Ästhetik und Klimafunktion.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Re-Use statt Neubau</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Transformation setzt auf Kreislaufwirtschaft. Alte Hallen werden nicht abgerissen, sondern umgenutzt. Beispielhaft: die ehemalige Wartungshalle, künftig Veranstaltungszentrum und Besucherforum. Drei zweigeschossige Holzkuben im Haus-im-Haus-Prinzip bilden das Rückgrat der neuen Nutzung – ökologisch effizient, gestalterisch prägnant. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt jährlich 250.000 kWh Strom.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Auch die Mero-Halle – einst Gaststätte, dann Ruine – ist heute Veranstaltungsort. Was als temporäre Kunstinstallation begann, wurde nun dauerhaft in das Parkkonzept integriert. Das Projekt gewann 2024 den BDA-Preis Berlin – ein Signal für den Stellenwert architektonischer Wiederverwertung.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Ein Ort für Flora, Fauna und Fiktion</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Mitten im Landschaftsschutzgebiet Plänterwald gelegen, verpflichtet sich der Spreepark einer naturnahen Gestaltung. Gebietsheimische Baumarten, Rückzugsorte für Fledermäuse und Vögel, Entsiegelung und klimareflektierte Pflanzungen – der Park versteht sich als resiliente Landschaft in Zeiten des Klimawandels. Das Schwammstadt-Prinzip lenkt das Regenwasser in unterirdische Speicher, wo es für Trockenzeiten bereitsteht.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Der Spreepark als Stadtlabor</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die kulturelle Leitung liegt beim <em data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="em">Spreepark Art Space</em>, einer Plattform im restaurierten Eierhäuschen, die Ausstellungen, Residencies und Diskursformate organisiert. Künstlerische Interventionen sollen nicht dekorativ sein, sondern Impulse setzen. Gleichzeitig wird der Spreepark Teil einer großräumigen Transformation: Die Entwicklung entlang des Spreeufers – mit Hochschulen, Technologiestandorten und Kreativwirtschaft – macht den Ort zu einem städtebaulichen Katalysator.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Fazit: Eine Chance für die Erinnerungskultur</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Spreepark war nie nur Freizeitstätte – er war Bühne des Politischen, der Nostalgie, des Vergessens. In seiner Neuinterpretation wird er nicht zur glatten Kulisse, sondern bleibt ein vielschichtiger Ort. Die Verbindung von Nachhaltigkeit, Kunst und Geschichte macht ihn zu einem Modell für den Umgang mit urbanen Erbe-Orten. Es ist die Chance, eine verlorene Welt nicht einfach zu reparieren – sondern sie weiterzudenken.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Steinerne Stadtlandschaft: Wie der Gendarmenmarkt zum Symbol für Berlins städtebaulichen Diskurs wurde</title>
		<link>https://baukunst.art/steinerne-stadtlandschaft-wie-der-gendarmenmarkt-zum-symbol-fuer-berlins-staedtebaulichen-diskurs-wurde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Mar 2025 10:41:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin / Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Gendarmenmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtplanung]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Umbau des Gendarmenmarkts spaltet die öffentliche Meinung - der traditionsreiche Berliner Platz steht exemplarisch für grundlegende stadtplanerische Debatten der Hauptstadt. Eine architektonische Analyse.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []">Der Gendarmenmarkt und Berlins ewiger Planungskonflikt</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Nach zweijähriger Umgestaltung präsentiert sich der <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Gendarmenmarkt</strong> in Berlin-Mitte wieder der Öffentlichkeit – und löst prompt eine heftige <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Debatte</strong> aus. Die Kritik am Ergebnis der 21-Millionen-Euro-Sanierung ist vielsagend: Während die einen eine &#8222;<strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Steinwüste</strong>&#8220; beklagen, verteidigen andere die historische Authentizität des neugestalteten Platzes. Der Fall ist paradigmatisch für die tiefgreifenden Konflikte in der <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Berliner Stadtplanung</strong>.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Kahl und karg oder historisch korrekt?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Vorwurf ist simpel und schmerzhaft: Der renovierte Platz sei zu karg, zu steinern, es fehle das <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Grün</strong>. In sozialen Medien firmiert der Gendarmenmarkt inzwischen als &#8222;<strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Stadtglatze</strong>&#8222;. Tatsächlich zeigt die gekrümmte Oberfläche des Platzes eine auffallende Kahlfläche zwischen den beiden Domen und dem Konzerthaus. Was die Kritiker jedoch übersehen: Die heutige Gestaltung orientiert sich bewusst an der historischen Platzanlage aus <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">DDR-Zeiten</strong>.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Bausenator Christian Gaebler (SPD) verteidigt den Umbau: &#8222;Man kann da immer unterschiedlicher Meinung sein&#8220;, räumt er ein, besteht aber auf der Richtigkeit des Gesamtkonzepts. Dem liegt eine fundamentale Planungsentscheidung zugrunde: Nicht die wilhelminische Bepflanzung sollte wiederhergestellt werden – wie etwa CDU-Politiker Armin Laschet mit historischen Postkarten fordert – sondern die <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">multifunktionale Nutzbarkeit</strong> des Platzes.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Geschichte eines wandelbaren Stadtraums</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die wenigsten Kritiker scheinen sich der komplexen Geschichte des Platzes bewusst zu sein. Ursprünglich im 17. Jahrhundert als Marktplatz angelegt, durchlief der Gendarmenmarkt zahlreiche Metamorphosen: Er diente als Friedhof, war kurzzeitig ein Experimentierfeld wilhelminischer Gartenkunst, wurde unter den Nationalsozialisten zum Parkplatz degradiert und erhielt in der DDR jene quadratische Pflasterstruktur, die heute restauriert wurde.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese Reminiszenz an die DDR-Gestaltung wurde bereits 2010 in den Planungen festgelegt – keine spontane Entscheidung der aktuellen Sanierung. Kritiker verkennen zudem die <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">praktischen Anforderungen</strong>: Der Platz muss flexibel für Open-Air-Konzerte, den Weihnachtsmarkt und andere Veranstaltungen nutzbar bleiben, was durch zu dichte Bepflanzung verhindert würde.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Symptom eines tieferen Konflikts</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die erregte Debatte um den Gendarmenmarkt ist mehr als ein ästhetischer Disput – sie spiegelt einen fundamentalen <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">städtebaulichen Konflikt</strong> wider, der Berlin seit Kriegsende prägt. In einem bemerkenswerten historischen Parallellauf entwickelten sowohl Albert Speer in den letzten Kriegsjahren als auch Hans Scharoun in der Nachkriegszeit ähnliche Visionen: die parkartige Auflockerung der Stadtlandschaft.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Während Speer eine luftkriegsgerechte Stadt plante, sah Scharoun die Chance, den Traum des &#8222;<strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Neuen Bauens</strong>&#8220; zu verwirklichen. Sein &#8222;Kollektivplan&#8220; von 1945 ging von einer restlos zerstörten Stadt aus, die &#8222;bis in den Grund auszuradieren sei&#8220;, um auf bereinigter Fläche eine neue Stadt zu errichten. Zwar scheiterte dieser Plan, doch seine Ideen wirken bis heute nach – sichtbar in der anti-urbanen Tendenz vieler Berliner Planungen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese &#8222;<strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">morbus scharounensis</strong>&#8222;, wie Kritiker sie nennen, zeigt sich in einer tiefen Abneigung gegen städtische Dichte und klassische Urbanität: der Neigung, Geraden zu brechen, bevor sie zu einer Linie werden; einem Rechteck die Spitze abzuschneiden; einem Würfel eine Delle zu verpassen. Die Angst vor Symmetrie, Regelhaftigkeit, Klassizität scheint in Berlin endemisch.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Blockrandbebauung versus Stadtlandschaft</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der tiefe Konflikt zwischen den Polen <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Blockrandbebauung</strong> und aufgelockerter <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Stadtlandschaft</strong> bestimmt Berlins Planungsdebatten seit Jahrzehnten. Das &#8222;Berliner Mietshaus&#8220; – urban, verdichtet, nutzungsgemischt und mit seiner parzellierten Blockstruktur von großer Flexibilität – steht gegen das Scharoun&#8217;sche Ideal der Wohnzelle im Grünen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Verfechter der klassischen Stadtgestalt beklagen heute, dass es der modernen Architekturelite in Berlin an Mut zur städtebaulichen Klarheit mangelt, zur Schaffung geordneter und definierter Stadträume. Der Olivaer Platz gilt als Paradebeispiel: ein Nicht-Platz, der weder Park noch urbaner Raum ist, sondern eine diffuse &#8222;multifunktionale&#8220; Fläche. Der Walter-Benjamin-Platz hingegen zeigt, wie auch in der Gegenwart ein urbaner Platz mit Kolonnaden, Springbrunnen und Mischnutzung gelingen kann.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Bedarf nach echter urbaner Qualität</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die aktuelle <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Wohnungskrise</strong> intensiviert den Diskurs. Kritiker des gegenwärtigen Planungsparadigmas fordern eine &#8222;rigorose Verdichtung&#8220; der Innenstadt im Interesse einer &#8222;nachhaltigen Urbanität&#8220;. Sie argumentieren, dass die vor 150 Jahren gebauten Gründerzeithäuser die nachhaltigsten Gebäude sind – gerade weil sie nicht abgerissen wurden und sich über Generationen als anpassungsfähig erwiesen haben.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Flughafen Tempelhof biete die &#8222;letzte Gelegenheit&#8220;, einen &#8222;weltstädtischen, urbanen Stadtraum&#8220; zu schaffen. Doch statt eines ambitionierten städtebaulichen Projekts wird dort ein &#8222;Ideenwettbewerb&#8220; ausgelobt, bei dem vor allem eines gilt: &#8222;kein Wohnungsbau&#8220;.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Berlins verpasste Chancen</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die erregte Debatte um den Gendarmenmarkt illustriert einen wesentlichen <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Identitätskonflikt</strong> der Hauptstadt: Wie urban will Berlin sein? Die Antwort der modernen Stadtplanerinnen und Architekten bleibt ambivalent und widersprüchlich. Einerseits werden historische Werte beschworen, andererseits scheut man vor der Konsequenz zurück – der Akzeptanz städtischer Dichte und Steinernheit.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Vielleicht ist die &#8222;Stadtglatze&#8220; am Gendarmenmarkt genau das, was Berlin verdient – ein steinerner Spiegel der ungelösten Frage, ob die Stadt ihre großstädtische Identität annehmen will oder weiterhin von der grünen Anti-Stadt träumt. Die wahre Schönheit dieses Platzes mag, wie ein Kommentator bemerkt, &#8222;nicht Instagram-tauglich&#8220; sein – doch genau darin könnte ihre zeitlose Qualität liegen.</p>
<hr data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="rule" data-prosemirror-node-block="true" />
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der umgestaltete Gendarmenmarkt fordert uns heraus, über fundamentale Fragen der <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Stadtgestaltung</strong> nachzudenken. Anstatt nur über fehlende Bäume zu klagen, sollten Architektinnen und Stadtplaner den tieferen Konflikt adressieren: Berlins unentschlossene Haltung zur Urbanität. Der Platz ist nicht nur ein Ort – er ist ein Argument in einer Debatte, die die Hauptstadt seit Kriegsende führt und bis heute nicht abschließen konnte.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Werden Shoppingmalls zu Kunstorten?</title>
		<link>https://baukunst.art/werden-shoppingmalls-zu-kunstorten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jul 2024 07:36:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin / Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Galeries Lafayette]]></category>
		<category><![CDATA[Nachnutzung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Schließung von Kaufhäusern wie Galeries Lafayette in Berlin stellt Städte vor große Herausforderungen, bietet aber auch Chancen für innovative Nachnutzungen. Hier sind die Details zur bevorstehenden Schließung und möglichen zukünftigen Verwendungen des Gebäudes.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schließung traditioneller Kaufhäuser stellt viele Städte vor große Herausforderungen. Mit der Abwanderung von Einzelhandelsriesen wie Galeries Lafayette aus Berlin und der massiven Reduzierung der Karstadt-Filialen bleiben zentrale, großflächige Gebäude leer. Diese Situation birgt jedoch auch Chancen für innovative Nachnutzungskonzepte, die urbanes Leben neu definieren können. Das Luxuskaufhaus Galeries Lafayette in Berlin wird früher als ursprünglich geplant schließen. Hier sind die wichtigsten Informationen zur Schließung und möglichen Nachnutzung:</p>
<p><strong>Schließung des Galeries Lafayette:</strong></p>
<ul class="ak-ul">
<li>Das Kaufhaus in der Friedrichstraße wird bereits am <a href="https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2024/04/berlin-kaufhaus-galeries-lafayette-schliesst-bereits-ende-juli.html">31. Juli 2024 schließen</a>, deutlich früher als das zunächst angekündigte Jahresende 2024.</li>
<li>Die rund 190 Beschäftigten wurden am Donnerstag, den 18. April 2024, über die vorzeitige Schließung informiert.</li>
<li>Gründe für die Schließung sind veränderte Konsumgewohnheiten und ein zunehmend schwieriger Einzelhandelsmarkt in Berlin.</li>
<li>Die Galeries Lafayette war seit 1996 in Berlin präsent und war die einzige Filiale in Deutschland.</li>
</ul>
<p><strong>Pläne für die Nachnutzung:</strong></p>
<ol class="ak-ol" start="1">
<li><strong>Zentral- und Landesbibliothek (ZLB):</strong>
<ul class="ak-ul">
<li>Der Berliner Kultursenator Joe Chialo (CDU) favorisiert die Unterbringung der <a href="https://entwicklungsstadt.de/cdu-plan-zentrale-landesbibliothek-soll-ins-lafayette-gebaeude-einziehen/">ZLB im Galeries Lafayette-Gebäude</a>.</li>
<li>Die ZLB sucht seit Jahren nach einem neuen Standort, und das Gebäude wird als gut geeignet für eine Bibliotheksnutzung angesehen.</li>
</ul>
</li>
<li><strong>Kostenfragen und Prüfung:</strong>
<ul class="ak-ul">
<li>Die Berliner Finanzverwaltung prüft derzeit die Kosten eines möglichen Umzugs der ZLB.</li>
<li>Finanzsenator Stefan Evers (CDU) hat einen Prüfauftrag erteilt, der von der landeseigenen Berliner Immobilienmanagement GmbH bearbeitet wird.</li>
</ul>
</li>
<li><strong>Alternative Nutzungsmöglichkeiten:</strong>
<ul class="ak-ul">
<li>Der Eigentümer des Gebäudes, Tishman Speyer Properties, hat auch Pläne für eine mögliche Büronutzung.</li>
<li>Es wird mit Umbaukosten und einer Umbauzeit von zwei bis drei Jahren gerechnet[4].</li>
</ul>
</li>
<li><strong>Debatte über die Nachnutzung:</strong>
<ul class="ak-ul">
<li><a href="https://www.deutschlandfunk.de/akademie-der-kuenste-fordert-debatte-ueber-nachnutzung-von-galeries-lafayette-100.html">Die Akademie der Künste (AdK) fordert eine breite öffentliche Debatte über die Nachnutzung des Gebäudes</a>.</li>
<li>Die AdK sieht in der Umnutzung die Chance, wichtige Themen des Architektur- und Stadtdiskurses zu verhandeln, wie ressourcenschonendes Bauen und die Verödung von Innenstädten.</li>
</ul>
</li>
</ol>
<p>Die endgültige Entscheidung über die Nachnutzung des Galeries Lafayette-Gebäudes steht noch aus. Es bleibt abzuwarten, ob die Pläne für die Unterbringung der ZLB realisiert werden oder ob alternative Nutzungskonzepte zum Zuge kommen. Die Entwicklung wird in den kommenden Monaten genau beobachtet werden, da sie exemplarisch für den Strukturwandel in deutschen Innenstädten steht.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tag der Architektur Berlin</title>
		<link>https://baukunst.art/tag-der-architektur-berlin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jun 2024 11:24:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Einfach (Um)bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Tag der Architektur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=10095</guid>

					<description><![CDATA[Entdecken Sie am 29. und 30. Juni 2024 beim Tag der Architektur fast 100 Veranstaltungsorte in Berlin. Erleben Sie Führungen, Vorträge und offene Büros unter dem Motto „Einfach (um)bauen“ und lassen Sie sich inspirieren.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3 data-pm-slice="0 0 []">Einfach (um)bauen</h3>
<h4>Ein Fest der Baukultur</h4>
<p>Am 29. und 30. Juni 2024 findet der Tag der Architektur statt, bei dem Architekturbüros in ganz Deutschland ihre Türen öffnen und Führungen durch ihre aktuellen Projekte anbieten. Das diesjährige Motto „Einfach (um)bauen“ betont die Bedeutung nachhaltiger und zukunftsorientierter Bauweise. Besucher haben die Gelegenheit, Architektur hautnah zu erleben und Einblicke in die Arbeit der Planer zu gewinnen. In Berlin stehen fast 100 Veranstaltungsorte auf dem Programm, darunter 66 Projektführungen und 33 offene Büros.</p>
<h4>Programmhighlights in Berlin</h4>
<p>Berlin bietet ein vielfältiges Programm mit Vorträgen, Präsentationen, Ausstellungen und Führungen in allen 12 Bezirken. Architekten, Landschaftsarchitekten, Innenarchitekten und Stadtplaner laden zu einem spannenden Austausch über die Zukunft des Bauens ein.</p>
<h4>Nachhaltigkeit und Innovation</h4>
<p>Das Motto „Einfach (um)bauen“ reflektiert die aktuellen Herausforderungen der Bauwende. Im Fokus stehen nachhaltige Materialien, innovative Bauweisen und die Beziehung zwischen Umwelt, Material, Mensch und Raum. Diese Ansätze sollen nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für zukünftige Generationen wertvolle Gebäude schaffen.</p>
<h4>Einblicke und Dialog</h4>
<p>Die teilnehmenden Architekturbüros bieten nicht nur Führungen, sondern öffnen auch ihre Büros für Besucher. Diese Einblicke hinter die Kulissen ermöglichen es, die Vielfalt und Kreativität der aktuellen Bauprojekte hautnah zu erleben und mit den Fachleuten ins Gespräch zu kommen.</p>
<h4>Fazit</h4>
<p>Der Tag der Architektur 2024 ist eine hervorragende Gelegenheit, die neuesten Entwicklungen und Trends in der Architektur zu entdecken. Lassen Sie sich inspirieren und nutzen Sie die Chance, mehr über die Zukunft des Bauens zu erfahren.</p>
<p>Für das vollständige Programm und aktuelle Informationen besuchen Sie die <a href="https://www.ak-berlin.de/baukultur/tag-der-architektur.html" target="_blank" rel="noopener">Webseite der Architektenkammer.</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vom Konsumtempel zum Kulturzentrum</title>
		<link>https://baukunst.art/vom-konsumtempel-zum-kulturzentrum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Apr 2024 16:38:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin / Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaftsinitiativen]]></category>
		<category><![CDATA[Kaufhaus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=9329</guid>

					<description><![CDATA[Im Park Center Treptow in Berlin, das einst als blühendes Einkaufszentrum gedient hat, ist heute von einem geschäftigen Konsumalltag kaum noch etwas zu spüren.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-pm-slice="1 1 []">Im Park Center Treptow in Berlin, das einst als blühendes Einkaufszentrum gedient hat, ist heute von einem geschäftigen Konsumalltag kaum noch etwas zu spüren. Die einst lebhaften Gänge des Centers, erbaut Ende der 90er Jahre, sind nun von Leerstand geprägt. Nur wenige Geschäfte, darunter eine Billigkleidungkette, haben die zahlreichen Schließungen überlebt.</p>
<p><strong>Der Wandel vom Einkaufszentrum zum Kulturzentrum</strong><br />
Anstatt dem anhaltenden Trend des Leerstands zu folgen, hat sich das Park Center Treptow dank der Initiative der lokalen Gemeinschaft in ein blühendes Kulturzentrum verwandelt. Unter der Führung von Michael Schmitz hat sich eine ehemalige Tchibo-Filiale in ein erfolgreiches Theater verwandelt, das bereits fast 10.000 Besucher angelockt hat. Diese kulturelle Neubelebung trägt dazu bei, das Center von einem &#8222;Konsumtempel&#8220; in einen &#8222;Kulturtempel&#8220; umzuwandeln.</p>
<p><strong>Soziale und kulturelle Aktivitäten beleben den Raum<br />
</strong>Neben dem Theater gibt es weitere soziokulturelle Aktivitäten, die den Raum beleben. In der ehemaligen Filiale von Nanu-Nana befindet sich jetzt eine Ausstellung, und regelmäßige Veranstaltungen wie Kleidertauschparties und Kinderlesungen ziehen Besucher an. Diese Zwischennutzungen zeigen, dass auch leerstehende Malls ein erhebliches Potenzial für gemeinnützige Zwecke bieten können.</p>
<p><strong>Herausforderungen und zukünftige Pläne<br />
</strong>Trotz des Erfolgs der kulturellen Neubelebung steht das Park Center Treptow weiterhin vor Herausforderungen, insbesondere wenn es um die langfristige Sicherung der Nutzung geht. Die Eigentümer des Centers, der Immobilienkonzern Kintyre, hatte ursprünglich Pläne, das Gebäude durch neue Büros und Appartements zu ersetzen, sieht nun jedoch von Abrissplänen ab und konzentriert sich stattdessen auf die Revitalisierung des Gebäudes und die Wiederherstellung der Nahversorgung.</p>
<p><strong>Politische Unterstützung für dauerhafte Umnutzung<br />
</strong>Politiker wie Katalin Gennburg von der Partei Die Linke unterstützen die dauerhafte Umwandlung ehemaliger Kaufhäuser in &#8222;Sorgezentren&#8220;, die gemeinwohlorientierte Dienste wie Pflegedienste, Kinderbetreuung und Sozialberatungen anbieten würden. Dieses Konzept zielt darauf ab, die Bedürfnisse der Anwohner wieder in den Mittelpunkt der städtischen Raumgestaltung zu rücken und bietet eine nachhaltige Alternative zur traditionellen kommerziellen Nutzung von Einkaufszentren.</p>
<p><strong>Das Park Center Treptow dient somit als inspirierendes Beispiel dafür, wie Gemeinschaftsinitiativen die Zukunft von Einkaufszentren in städtischen Gebieten neu definieren können. Diese Entwicklung betont die Bedeutung von Kreativität und Flexibilität in der städtischen Planung und bietet einen Weg, um die Herausforderungen des Einzelhandelsrückgangs und des städtischen Leerstands zu überwinden.</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Pionierin in einer Männerwelt</title>
		<link>https://baukunst.art/pionierin-in-einer-maennerwelt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Mar 2024 15:06:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin / Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[King]]></category>
		<category><![CDATA[Pionierin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=8812</guid>

					<description><![CDATA[In einer Zeit, als die Architekturwelt noch eine männliche Domäne war, bahnte sich Luise King, eine der ersten Frauen in diesem Feld, mit ihrer vielseitigen Karriere als Architektin, Forscherin und Dozentin ...
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-pm-slice="1 1 []">In einer Zeit, als die Architekturwelt noch eine männliche Domäne war, bahnte sich <strong>Luise King, eine der ersten Frauen</strong> in diesem Feld, mit ihrer vielseitigen Karriere als Architektin, Forscherin und Dozentin einen bemerkenswerten Weg. Mit ihrem kürzlich erfolgten Tod im Alter von 84 Jahren hinterlässt sie ein bedeutsames Erbe in der Welt der Architektur und Stadtplanung.</p>
<p><strong>Frühe Jahre und Ausbildung:</strong><br />
Geboren 1939 in Dessau, zeigte King schon früh ein tiefes Interesse an Architektur. Sie absolvierte 1959 ihr Abitur in Frankfurt am Main und begann im selben Jahr ihr Architekturstudium an der TH Darmstadt. Während ihrer Studienzeit sammelte sie praktische Erfahrungen in Paris und arbeitete eng mit renommierten Architekten wie Paul Bossard und Ernst Neufert zusammen.</p>
<p><strong>Berufliche Laufbahn und Durchbruch:</strong><br />
Nach Abschluss ihres Studiums 1965 und einigen Jahren in Frankreich kehrte King nach Frankfurt zurück und trat dem Büro ABB bei. Ihre unabhängige Karriere begann 1972 mit dem &#8222;Strukturplan für die Frankfurter Innenstadt innerhalb der Wallanlagen&#8220;. Sie wurde Mitglied des Bundes Deutscher Architekten (BDA) und prägte als Stadtplanerin und Architektin die deutsche Architekturlandschaft nachhaltig.</p>
<p><strong>Lehre und Forschung:</strong><br />
Ab 1977 unterrichtete King an der Frankfurter Städelschule und brachte ihre praktischen Erfahrungen und ihr Wissen in die akademische Welt ein. 1987 übernahm sie eine Professur an der TU Berlin, wo sie bis zu ihrer Emeritierung 2005 tätig war. Kings akademische Laufbahn umfasste auch eine Gastprofessur am MIT in den USA.</p>
<p><strong>Persönliches Leben und Partnerschaft:</strong><br />
In Frankfurt lernte sie ihren Lebenspartner, den Architekten Günter Bock, kennen. Gemeinsam zogen sie 1992 nach Berlin, wo sie bis zu ihrem Lebensende blieben. King blieb ihrer Heimatstadt Frankfurt durch ihre Mitgliedschaft im Rat der Stiftung “Städelschule für Baukunst” eng verbunden.</p>
<p><strong>Vermächtnis und Gedenken:</strong><br />
Obwohl ihr Partner Günter Bock online bereits ausführlich gewürdigt wird, steht eine ähnliche Anerkennung für King noch aus. Sie hinterließ ein umfangreiches Werk, das 2023 dem Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt vermacht wurde. Ihr Tod und die anschließende Trauerfeier in Berlin markieren das Ende einer Ära in der deutschen Architekturlandschaft.</p>
<p><strong>Luise Kings Leben und Werk sind ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Durchhaltevermögen und Hingabe Barrieren in einer von Männern dominierten Welt überwinden können. Ihr Einfluss auf Generationen von Architekten, Journalisten und Stadtplanern ist unbestritten. Ihr Beitrag zur Architekturgeschichte verdient eine umfassende Würdigung, die über ihre unmittelbare Fachwelt hinausgeht.</strong> <a href="https://www.moderne-regional.de/luise-king-1939-2024/"><strong>mehr</strong></a></p>
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		<title>Metamorphose des Hauses der Statistik</title>
		<link>https://baukunst.art/metamorphose-des-hauses-der-statistik/</link>
		
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		<pubDate>Mon, 18 Mar 2024 10:41:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin / Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Alexanderplatz]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Haus der Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Schatten des Berliner Fernsehturms, am nördlichen Abschluss des Alexanderplatzes, steht das Haus der Statistik – ein Bauwerk, das nicht nur die Architekturgeschichte
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										<content:encoded><![CDATA[<p data-pm-slice="1 1 []"><strong>Renaissance am Alexanderplatz: Die Metamorphose des Hauses der Statistik</strong></p>
<p>Im Schatten des Berliner Fernsehturms, am nördlichen Abschluss des Alexanderplatzes, steht das Haus der Statistik – ein Bauwerk, das nicht nur die Architekturgeschichte Ost-Berlins widerspiegelt, sondern auch einen tiefgreifenden Wandel in seiner Nutzung und Bedeutung durchlebt hat. Vom Symbol sozialistischer Funktionalität hin zu einem modernen Kulturzentrum, spiegelt dieses Gebäude eine Reise durch Zeit und Ideologien wider.</p>
<p><strong>Der Ursprung: Ein sozialistischer Zweckbau</strong><br />
Erbaut im Jahr 1968, im Zuge des sozialistischen Umbaus der Ost-Berliner Stadtmitte, diente das Hochhaus zunächst als Zentralverwaltung für Statistik. Entworfen vom Architektenkollektiv Manfred Hörner, Peter Senf und Joachim Härter, integrierte das Gebäude neben Büroflächen auch kommerzielle und kulturelle Einrichtungen wie Gaststätten und Einzelhandelsgeschäfte, darunter die Suhler Jagdhütte und das Geschäft für russische Produkte, Natascha.</p>
<p><strong>Ein Ensemble am Alexanderplatz</strong><br />
Das Haus der Statistik bildete zusammen mit den umliegenden Hochhäusern – Haus des Lehrers, Haus des Reisens, Haus des Berliner Verlags und Haus der Elektroindustrie – ein architektonisches Ensemble. Diese Konstellation am Alexanderplatz wurde durch den nahegelegenen Fernsehturm ergänzt, der seit 1969 seine silberne Kugel über die Stadt erhob.</p>
<p><strong>Nachwendezeit und Verfall</strong><br />
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das Haus der Statistik weiterhin als Bürogebäude genutzt. Allerdings begann im Jahr 2008 ein Prozess des Niedergangs: Das Gebäude wurde leergeräumt und begann zu verfallen. Trotz des Besitzwechsels zur Bundesrepublik Deutschland, die Pläne zum Abriss und Verkauf des Areals hatte, konnte der Berliner Senat im Rahmen des Hauptstadtfinanzierungsvertrags den Baukomplex 2017 erwerben, was neue Möglichkeiten für seine Erhaltung und Umnutzung eröffnete.</p>
<p><strong>Künstlerische Besetzung und Transformation</strong><br />
Eine bedeutende Wendung in der Geschichte des Hauses trat 2015 ein, als Künstlerinnen und Künstler das Gebäude besetzten und es schrittweise einer neuen Nutzung zuführten. Diese Aktion mündete in der Legalisierung und Institutionalisierung des Gebäudes als Kulturort.</p>
<p><strong>&#8222;Allesandersplatz&#8220; &#8211; Ein Film dokumentiert den Wandel</strong><br />
Der jüngste Meilenstein in der Geschichte des Hauses ist der Dokumentarfilm „Allesandersplatz“. Er erfasst den Zeitraum von Juni 2019 bis Oktober 2020, eine Phase intensiver Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, Planern, Kreativen und der Zivilgesellschaft, mit dem Ziel, das Bürohochhaus in einen lebendigen Raum für Kunst, Kultur und soziales Engagement umzuwandeln. Der Film, verfügbar auf Streaming-Plattformen wie „Sooner“ und Amazon Prime, veranschaulicht ein neues Konzept städtischen Lebens, das in diesem einzigartigen Projekt Gestalt annimmt.</p>
<p><strong>Das Haus der Statistik steht heute als Zeugnis eines bemerkenswerten städtebaulichen und soziokulturellen Wandels. Von einem rein funktionalen Bauwerk der DDR-Ära hat es sich zu einem pulsierenden Kulturzentrum entwickelt, das neue Maßstäbe für die Umnutzung historischer Gebäude setzt. Der Film „Allesandersplatz“ ist nicht nur eine Dokumentation dieses Prozesses, sondern auch eine Inspiration für zukünftige städtische Entwicklungsprojekte.</strong></p>
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		<title>Berlins (braunes?) Stadtschloss</title>
		<link>https://baukunst.art/das-braune-berliner-stadtschloss/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Mar 2024 07:47:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Denkmalschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlicher Raum]]></category>
		<category><![CDATA[Renovierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Berliner Stadtschloss, steht heute im Mittelpunkt einer kontroversen Debatte. Der Grund: Die Finanzierung seiner Fassadenrekonstruktion, stammt unter anderem aus rechtsgerichteten Kreisen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-pm-slice="1 1 []"><strong>Ein Zankapfel zwischen Kultur und Politik</strong>. Das Berliner Stadtschloss, einst Residenz der Preußenkönige, steht heute im Mittelpunkt einer kontroversen Debatte. Der Grund: Die Finanzierung seiner Fassadenrekonstruktion, die durch Spenden aus der Bevölkerung ermöglicht wurde, stammt unter anderem aus rechtsgerichteten Kreisen. Philipp Oswalt, Architekt und Professor, hebt hervor, dass die historisierende Fassade, entgegen der modernen Gestaltung des Inneren, zu einem großen Teil von privaten Geldgebern finanziert wurde. Die öffentliche Hand trug 572 Millionen Euro der Gesamtkosten von 677 Millionen Euro, während die restlichen 105 Millionen Euro durch den 1992 gegründeten Förderverein Berliner Schloss eingesammelt wurden.</p>
<p><strong>Finanzierung durch rechte Spender</strong></p>
<p>Die Recherche Oswalts, die im Rahmen seines Buches &#8222;Bauen am nationalen Haus. Architektur als Identitätspolitik&#8220; durchgeführt wurde, offenbart Verbindungen des Fördervereins ins rechte Milieu. Besonders der Bankier Ehrhardt Bödecker, ein Großspender des Projekts, steht posthum im Zentrum der Kritik. Bödeckers Äußerungen, die in einem Gutachten des Instituts für Zeitgeschichte als antisemitisch und rechtsextrem bezeichnet wurden, zeigen, dass Spender mittels optionaler Bausteine sogar Einfluss auf die architektonische Gestaltung nehmen konnten – etwa bei der Rekonstruktion der Kuppel und des Eosanderportals.</p>
<p><strong>Unterstützung aus rechtsextremen Kreisen</strong></p>
<p>Der Förderverein, der politische Neutralität zu wahren suchte, um breite Unterstützung nicht zu gefährden, hatte laut Oswalt seit Gründung Verbindungen zu rechtsradikalen Politikern und Organisationen. Dies zeigt sich unter anderem in der Kooperation mit Figure</p>
<p>n wie Dieter Lieberwirth, einem Politiker der Partei Die Republikaner, der dem Gründungsvorstand des Vereins angehörte. Ferner waren rechtsgerichtete Publikationen wie die Zeitung Junge Freiheit namentlich als Spender aufgeführt und unterstützten das Projekt auch publizistisch. Diese Befunde werfen Fragen nach der politischen Dimension der Finanzierung und des Einflusses auf die Gestaltung des Schlosses auf.</p>
<p><strong>Konflikte und Konsequenzen</strong></p>
<p>Die Enthüllungen führten zu öffentlichen Diskussionen und internen Überprüfungen. Die Stiftung Humboldt Forum reagierte mit der Entfernung einer Ehrhardt Bödecker gewidmeten Ehrentafel und prüfte die Hintergründe weiterer Großspender. Trotz der Entwarnung seitens des Fördervereins hinsichtlich rechtsextremer Spender, basierend auf einer Überprüfung durch den Berliner Anwalt Peter Raue, bleiben Zweifel, da anonyme Spenden in Höhe von 25 Millionen Euro nicht rückverfolgbar waren und Raue in einem Interessenkonflikt stand.</p>
<p><strong>Architektur und Identitätspolitik</strong></p>
<p>Die Debatte um das Berliner Stadtschloss und die Garnisonkirche Potsdam, beide Rekonstruktionsprojekte mit historischem Symbolwert, spiegelt die strategischen Bemühungen der Neuen Rechten wider, ihr Gedankengut in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. Oswalts Recherchen verweisen auf die Bedeutung solcher Bauprojekte im kulturellen Kampf um die Interpretation nationaler Identität und Geschichte.</p>
<p><strong>Oswalts Artikel im <a href="https://www.zeit.de/kultur/2024-02/berliner-stadtschloss-rechte-spender-rekonstruktion">Magazin ZEIT ONLINE</a> deckt auf, dass das Berliner Stadtschloss nicht nur ein architektonisches, sondern auch ein politisches Symbol ist, das zwischen demokratischen Werten und rechtsextremer Vereinnahmung steht.</strong></p>
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		<title>Besuchen Sie Mies</title>
		<link>https://baukunst.art/besuchen-sie-mies/</link>
		
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		<pubDate>Tue, 16 Nov 2021 09:08:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Orte]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturdenkmal]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Bauhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Mies van der Rohe]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Ludwig Mies van der Rohe – eigentlich Maria Ludwig Michael Mies – wurde 1886 in Aachen geboren. Im Jahr 1930 wurde er als Leiter an das Bauhaus in Weimar berufen. Mit seiner Arbeit und seinen technischen Innovationen war er einer der Wegbereiter und Mitbegründer der Klassischen Moderne. Er zählt neben Le Corbusier, Frank Lloyd Wright und Walter Gropius zu&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>&nbsp;</p>



<p>Ludwig Mies van der Rohe – eigentlich Maria Ludwig Michael Mies – wurde 1886 in Aachen geboren. Im Jahr 1930 wurde er als Leiter an das Bauhaus in Weimar berufen. Mit seiner Arbeit und seinen technischen Innovationen war er einer der Wegbereiter und Mitbegründer der Klassischen Moderne. Er zählt neben Le Corbusier, Frank Lloyd Wright und Walter Gropius zu den wichtigsten Architekten des 20. Jahrhunderts.</p>



<p>Trotz der Bekanntheit seines Architekten, wissen nicht viele vom Lemke Haus in Berlin, das temporäre Ausstellungen zeigt und besucht werden kann.</p>





<p>Im Jahre 1933 hat er es für den Besitzer einer Graphischen Kunstanstalt, Karl Lemke und dessen Frau, entworfen. Damit demonstriert der Architekt seine Liebe zum Backstein: Hier wählt Mies einen besonders einfachen, rotbunten Ziegel, der zu einer schönen und lebendigen Oberfläche veredelt wird. Er zeigt mit diesem Bau vor allem, dass sich die Wohnbedürfnisse des modernen Menschen auch mit wenigen Mitteln verwirklichen lassen. Mit minimalistischen Mitteln erreicht Mies eine maximale Qualität. Oder wie Mies es formulierte: „Verwechseln Sie bitte nicht das Einfache mit dem Simplen“.</p>





<p>Der Garten fungiert als Erweiterung des Haus und als Vermittler zwischen Architektur und der Parknatur des Oberseeparks. Hecken und Bäume verlängern architektonische Elemente und verbinden das innere des Hauses mit der Außenwelt. Die Gliederung des Gartens geht ebenfalls auf einen Entwurf des Architekten zurück.</p>




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		<title>Architekt des Humboldt Forums fordert Kritiker &#8222;zu entfernen&#8220;</title>
		<link>https://baukunst.art/architekt-des-humboldt-forums-fordert-kritiker-zu-entfernen/</link>
		
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		<pubDate>Mon, 04 Jan 2021 08:47:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Hilmer+Sattler+Albrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Humboldt Forum]]></category>
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					<description><![CDATA[Wegen eines Artikels, in dem der Leiter des Feuilleton der FAZ Niklas Maak kritisch hinterfragt, ob das mit der historischen Rekonstruktion des Stadtschlosses in Berlin die beste Idee war&#8230; ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wegen eines Artikels, in dem der Leiter des Feuilleton der FAZ <strong>Niklas Maak</strong> kritisch hinterfragt, ob das mit der historischen <strong>Rekonstruktion </strong>des <strong>Stadtschlosses in Berlin</strong> die beste Idee war&#8230; </p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Plastique Fantastique</title>
		<link>https://baukunst.art/plastique-fantastique/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2020 09:13:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Empfehlungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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		<category><![CDATA[iSphere]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstkollektiv]]></category>
		<category><![CDATA[Platique Fantastique]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Gesichtschutz &#8222;iSphere&#8220; wurde von platique fantasique, einem Berliner Kunskollektiv, entwickelt. Man kann ihn ganz einfach selber basteln und ihm eine individuelle Note geben.]]></description>
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<p>Der Gesichtschutz &#8222;iSphere&#8220; wurde von platique fantasique, einem Berliner Kunskollektiv, entwickelt. Man kann ihn ganz einfach selber basteln und ihm eine individuelle Note geben.</p>
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		<title>Florian Pronold &#8211; eine Zumutung für die Bauakademie?</title>
		<link>https://baukunst.art/florian-pronold-eine-zumutung-fuer-die-bauakademie/</link>
		
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		<pubDate>Wed, 11 Dec 2019 22:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Auswahlverfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Bauakademie]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Florian Pronold]]></category>
		<category><![CDATA[Qualifikation]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Protest gegen den SPD-Politiker als Direktor der Berliner Bauakademie schlägt immer höhere Wellen. Die Initiative, die in einem Offenen Brief gegen die Ernennung Pronolds ist, zählt immer mehr Anhänger.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Der Protest gegen den SPD-Politiker als Direktor der Berliner Bauakademie schlägt immer höhere Wellen. Die Initiative, die in einem Offenen Brief gegen die Ernennung Pronolds ist, zählt immer mehr Anhänger.</p>
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