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	<title>Architekturbiennale Venedig-Archiv - Baukunst</title>
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	<description>Architektur und Ästhetik im gebauten Raum</description>
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	<title>Architekturbiennale Venedig-Archiv - Baukunst</title>
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		<title>Die Rückkehr zum Wesentlichen: Warum Venedigs neue Biennale Kuratoren an die Vergänglichkeit glauben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Dec 2025 11:08:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Inspiration]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[#Zukunftarchitektur]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturbiennale Venedig]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltiges Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Wang Shu]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das chinesische Architekturduo Wang Shu und Lu Wenyu übernimmt die Kuratierung der 20. Architekturbiennale in Venedig und kündigt eine radikale Abkehr von Spektakel und Kommerz an.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/die-rueckkehr-zum-wesentlichen-warum-venedigs-neue-biennale-kuratoren-an-die-vergaenglichkeit-glauben/">Die Rückkehr zum Wesentlichen: Warum Venedigs neue Biennale Kuratoren an die Vergänglichkeit glauben</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Venedig 2027: Chinesisches Architektenduo erklärt Tech Biennale den Krieg</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Nur drei Tage nach dem Ende der von Carlo Ratti verantworteten Ausgabe verkündete die Biennale von Venedig die Namen der Kuratorinnen und Kuratoren für 2027: Wang Shu und Lu Wenyu, Gründer des Amateur Architecture Studio in Hangzhou, werden die 20. Internationale Architekturausstellung leiten. Die Ernennung markiert einen programmatischen Wendepunkt, der die Architekturdebatte auf ihre Grundlagen zurückführen könnte.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Wahl fällt in eine Zeit, in der die Architekturbiennale nach Orientierung sucht. Lesley Lokkos politisch aufgeladene Ausgabe 2023 und Carlo Rattis technologieaffiner Ansatz 2025 mit dem Titel „Intelligens“ haben unterschiedliche Akzente gesetzt, von manchen Kritikerinnen und Kritikern als „Silicon Valley Fiebertraum“ beschrieben. Wang Shu und Lu Wenyu versprechen nun eine Rückbesinnung auf genuin architektonische Fragen, auf Handwerk, Material und Ort.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die Poetik des Recyclings</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">1997 gründeten Wang Shu und Lu Wenyu ihr gemeinsames Büro in Hangzhou. Der Name „Amateur Architecture Studio“ ist Programm: Er verweist auf eine bewusste Distanz zum professionellen Betrieb, auf eine Haltung, die Architektur nicht als Dienstleistung, sondern als kulturelle Praxis begreift. Ihre Arbeit verbindet traditionelles chinesisches Handwerk mit zeitgenössischen Fragestellungen, lokale Bautechniken mit einer Kritik an der kompromisslosen Modernisierung, die in China ganze Stadtviertel dem Erdboden gleichgemacht hat.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Historische Museum in Ningbo, 2008 fertiggestellt, verkörpert diese Philosophie exemplarisch. Für die Fassade des wuchtigen Baukörpers verwendeten Wang und Lu Abbruchmaterialien aus den umliegenden Dörfern, die der Neubebauung weichen mussten: Ziegel, Dachziegel, teils über tausend Jahre alt, zusammengefügt in der traditionellen Wapan Technik. „Überall findet man Ruinen von abgerissenen Gebäuden“, berichtet Wang Shu. „Aber überall gibt es auch Materialien, schöne Materialien.“ Die Fassade des Museums wird so zum Gedächtnisspeicher, zum materiellen Archiv einer verschwindenden Kultur.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Zwischen Tradition und Experiment</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Xiangshan Campus der China Academy of Art in Hangzhou, das zweite Hauptwerk des Studios, zeigt eine andere Facette ihrer Arbeit. Der zwischen 2002 und 2007 realisierte Komplex aus 22 unterschiedlich gestalteten Gebäuden verbindet Stampflehm, Bambus und recycelte Ziegel mit gewagten Dachlandschaften. Wang Shu rettete über zwei Millionen Ziegel von abgerissenen Häusern für die Dächer. Lokale Handwerker setzten traditionelle Techniken ein, die sonst bei der Anlage von Teefeldern verwendet werden. Die Architektur wächst aus dem Ort heraus, anstatt ihm aufgezwungen zu werden.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">2012 erhielt Wang Shu als erster Chinese den Pritzker Preis. Dass seine Partnerin und Ehefrau Lu Wenyu damals nicht mit ausgezeichnet wurde, sorgte für Kritik. Die Biennale Ernennung korrigiert dieses Ungleichgewicht: Beide werden als gleichberechtigte künstlerische Leiter geführt. Lu Wenyu, Direktorin des Zentrums für nachhaltiges Bauen an der China Academy of Art, war zuletzt Juryvorsitzende des RIBA International Prize 2024.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Der Tod der Architektur</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">In ihrer Antrittsrede formulierten Wang Shu und Lu Wenyu eine scharfe Diagnose: „In der heutigen Welt sind die schnellen und vielfältigen Veränderungen in der Architektur mehr ein oberflächliches Phänomen, das Ergebnis übermäßiger Konzeptualisierung oder ausgeprägter Kommerzialisierung.“ Konzeptuelle Experimente, ins Extrem getrieben, verlieren den Bezug zur Realität. Überkommerzialisierung erzeugt nur Kurzlebiges und Populäres. „Es wird zum Tod der Architektur führen.“</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese Worte lesen sich wie eine direkte Antwort auf Rattis 750 Teilnehmerinnen und Teilnehmer starke Technologieschau. Während „Intelligens“ Roboterhunde, Drohnen und Monddatenzentren präsentierte, setzen Wang und Lu auf „ein einfaches und wahres Konzept und eine Methode der Architektur“, verwurzelt in Ort, Materialgeschichte und Kontinuität.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ein versöhnlicher Ansatz</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Biennale von Venedig sind beide seit langem verbunden. 2006 stellten sie im Chinesischen Pavillon aus. 2010 erhielten sie für ihre Installation „Decay of a Dome“ unter Kazuyo Sejima eine Besondere Erwähnung. 2016 waren sie bei Alejandro Aravena in der Hauptausstellung vertreten. Diese Erfahrung, kombiniert mit ihrer Lehrpraxis, verspricht eine kuratorisch durchdachte Ausstellung.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Biennale Präsident Pietrangelo Buttafuoco betonte ihre „in der Erinnerung an Orte und im Wissen um Bauprozesse tief verwurzelte Vision“ als „wesentliche Stimme in der internationalen Debatte über Architektur und über die Bedeutung des Bewohnens der Räume dieser Welt“. Ob die Biennale 2027 diese Erwartungen erfüllen kann, wird sich zeigen. Die Voraussetzungen für eine Architekturausstellung, die das Bauen wieder vom Material, vom Handwerk, vom konkreten Ort her denkt, sind jedenfalls gegeben.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die 20. Architekturbiennale in Venedig wird vom 8. Mai bis zum 21. November 2027 zu sehen sein.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
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		<title>Schwitzen für die Weltrettung: Der deutsche Pavillon als Beichtstuhl</title>
		<link>https://baukunst.art/schwitzen-fuer-die-weltrettung-der-deutsche-pavillon-als-beichtstuhl/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jul 2025 10:49:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturbiennale Venedig]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Architekturkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaarchitektur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der deutsche Biennale-Pavillon predigt wieder Weltrettung. Doch erreicht der moralische Zeigefinger noch sein Publikum? Ein Plädoyer für mehr Leichtigkeit in schweren Zeiten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/schwitzen-fuer-die-weltrettung-der-deutsche-pavillon-als-beichtstuhl/">Schwitzen für die Weltrettung: Der deutsche Pavillon als Beichtstuhl</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Von der Last der Belehrung: Betrachtungen zur deutschen Biennale-Tradition</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Venedig, ein heißer Julitag. Im deutschen Pavillon schlägt mir Hitze entgegen – künstlich erzeugt, wohlkalkuliert, pädagogisch aufbereitet. &#8222;STRESSTEST&#8220; heißt der diesjährige Beitrag, und während ich zwischen den schweißtreibenden STRESS- und den erlösenden DESTRESS-Räumen wandle, beschleicht mich ein déjà-vu: Schon wieder rettet Deutschland die Welt. Oder versucht es zumindest.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Frage, die sich mir – und vermutlich vielen von Ihnen – stellt: Ist diese didaktische Schwere, dieser permanente Alarmismus, diese moralische Überfrachtung unserer Biennale-Beiträge noch zeitgemäß? Oder verlieren wir durch den erhobenen Zeigefinger genau jene, die wir erreichen wollen?</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Zwischen Sendungsbewusstsein und Selbstgerechtigkeit</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Blicken wir zurück: &#8222;Open for Maintenance&#8220; (2023) verwandelte den Pavillon in ein Materiallager für die Kreislaufwirtschaft. &#8222;2038 – Die neue Gelassenheit&#8220; (2021) prophezeite eine post-pandemische Zukunft. Davor kamen &#8222;Unbuilding Walls&#8220; (2018) über Grenzen und Mauern, &#8222;Making Heimat&#8220; (2016) über Flucht und Architektur. Ein Thema schwerer als das andere, jedes brandaktuell, gesellschaftsrelevant, moralisch aufgeladen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Verstehen Sie mich nicht falsch: Die Klimakrise ist real. Die Überhitzung unserer Städte kostet Menschenleben. Die 8.000 Hitzetoten in Deutschland im Sommer 2022 sind keine abstrakte Statistik, sondern menschliche Tragödien. Dass wir als Planende Verantwortung tragen, steht außer Frage. Doch die Art, wie wir diese Verantwortung kommunizieren, verdient eine kritische Betrachtung.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Die deutsche Seele und ihre Weltverbesserungsambitionen</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Es scheint tief in unserer DNA verankert: Wenn Deutsche ein Problem erkannt haben, dann gründlich. Dann wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Dann muss die ganze Welt mitgerissen werden in einem Strudel aus Daten, Fakten und moralischen Imperativen. &#8222;Take responsibility. The Time for Action is now&#8220; prangt im aktuellen Pavillon. Ein &#8222;Call-to-Action an alle&#8220;, wie es die Kuratorinnen und Kuratoren nennen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese Ernsthaftigkeit hat Tradition. Während andere Nationen in Venedig mit Poesie, Ironie oder spielerischer Leichtigkeit experimentieren, inszeniert Deutschland Gewissensprüfungen. Wir bauen keine Pavillons, wir errichten Bekenntniskirchen. Wir zeigen keine Architektur, wir predigen Verhaltensänderung.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Die Kunst der Verführung</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Dabei wissen wir aus 40 Jahren Berufserfahrung: Menschen lassen sich selten durch Belehrung überzeugen. Sie lassen sich inspirieren, verführen, begeistern. Die großen Veränderungen in der Architekturgeschichte kamen nie durch moralische Appelle, sondern durch visionäre Entwürfe, die eine bessere Welt nicht nur forderten, sondern sichtbar, erlebbar, begehrenswert machten.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Denken Sie an die Moderne: Le Corbusier predigte nicht nur die Wohnmaschine, er baute die Unité d&#8217;Habitation. Die Vertreterinnen und Vertreter des Neuen Bauens erhoben nicht nur den Zeigefinger gegen dunkle Hinterhöfe, sie schufen lichtdurchflutete Siedlungen. Sie zeigten Alternativen auf, die so überzeugend waren, dass Menschen sie haben wollten.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Die verpasste Chance der Leichtigkeit</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">&#8222;STRESSTEST&#8220; macht vieles richtig: Die sinnliche Erfahrung von Hitze und Kühlung ist eindrücklich. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit vorbildlich. Die technischen Lösungen – von Schwammstadt bis Fassadenbegrünung – fundiert. Doch warum musste es wieder so schwer, so belehrend, so deutsch werden?</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Stellen Sie sich vor, der Pavillon hätte die gleichen Inhalte mit mediterraner Leichtigkeit präsentiert. Mit der Eleganz eines italienischen Piazzas an einem Sommerabend. Mit der Selbstverständlichkeit, mit der südliche Kulturen seit Jahrhunderten mit Hitze umgehen. Beschattung, Durchlüftung, Wasserspiele – alles uralte Prinzipien, die nicht als Stresstest, sondern als Lebenskunst inszeniert werden könnten.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Für eine neue Kommunikationskultur</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Was unserer Zunft fehlt, ist nicht das Wissen um Klimaanpassung. Es ist die Fähigkeit, dieses Wissen so zu kommunizieren, dass es Lust macht statt Last. Dass es inspiriert statt intimidiert. Dass es Möglichkeiten aufzeigt statt Moralpredigten hält.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die internationale Architekturszene beobachtet unsere deutschen Beiträge mit einer Mischung aus Respekt und Befremden. &#8222;Typisch deutsch&#8220;, heißt es dann achselzuckend. Gründlich, gewissenhaft, aber auch ein bisschen humorlos. Ist das das Image, das wir pflegen wollen?</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Ein Plädoyer für mehr Mut zur Freude</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist Zeit für eine neue Leichtigkeit in der deutschen Architekturkommunikation. Eine Leichtigkeit, die die Ernsthaftigkeit der Probleme nicht leugnet, aber andere Wege der Vermittlung findet. Die zeigt statt belehrt. Die begeistert statt bekehrt. Die die Schönheit klimagerechter Architektur feiert, statt nur ihre Notwendigkeit zu predigen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Vielleicht sollte der nächste deutsche Biennale-Beitrag ein Fest der Möglichkeiten werden. Ein Pavillon, der zeigt, wie lustvoll, wie sinnlich, wie bereichernd klimagerechtes Bauen sein kann. Der die Besucherinnen und Besucher nicht mit schlechtem Gewissen entlässt, sondern mit Inspiration und Tatendrang.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Welt braucht unsere deutsche Gründlichkeit, unser technisches Know-how, unsere Innovationskraft. Aber sie braucht es verpackt in eine Botschaft, die Hoffnung macht statt Angst. Die Zukunft entwirft statt Untergang prophezeit. Die zum Mitmachen einlädt statt zu verurteilen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">In diesem Sinne: Lassen Sie uns mutiger werden. Spielerischer. Optimistischer. Die Klimakrise ist ernst genug. Unsere Antworten darauf müssen es nicht sein.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
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