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	<title>Berufspolitik Architektur-Archiv - Baukunst</title>
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	<description>Architektur und Ästhetik im gebauten Raum</description>
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		<title>Tom Pritzkers Rücktritt und die Frage, ob der bedeutendste Architekturpreis der Welt noch glaubwürdig ist.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Feb 2026 14:57:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Premium]]></category>
		<category><![CDATA[Berufspolitik Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Epstein-Skandal]]></category>
		<category><![CDATA[Pritzker-Preis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Pritzker Architecture Prize gilt als der Nobelpreis der Baukunst. Er steht für Humanismus, gesellschaftliche Verantwortung und das zivilisatorische Ideal der Architektur. Doch seit Tom Pritzker, Sohn der Preisstifter und jahrzehntelanger Repräsentant dieser Auszeichnung, wegen seiner Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein als Hyatt-Vorstandsvorsitzender zurückgetreten ist, stellt sich eine unbequeme Frage: Was ist ein Preis noch wert, wenn sein Name zum Problem wird?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ein Preis, drei Grundwerte und ein erschüttertes Fundament</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Auf der Rückseite der Pritzker-Medaille sind Vitruvs drei Grundbegriffe der Baukunst eingraviert: Festigkeit, Zweckmäßigkeit und Venustas, die Schönheit. Seit 1979 verleiht die Hyatt Foundation diesen Preis jährlich an Architektinnen und Architekten, die das zivilisatorische Ideal der Baukunst verkörpern. Am 16. Februar 2026 traten alle drei Tugenden gleichzeitig in Frage: Thomas J. Pritzker, 75, Sohn der Preisstifter Jay und Cindy Pritzker und seit mehr als zwei Jahrzehnten Vorstandsvorsitzender der Hyatt Hotels Corporation, gab seinen sofortigen Rücktritt bekannt. Auslöser war die Veröffentlichung von über drei Millionen Seiten interner Dokumente des US-Justizministeriums im Rahmen des sogenannten Epstein Files Transparency Act, den Präsident Donald Trump unterzeichnet hatte.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">In einem Brief an den Hyatt-Vorstand räumte Pritzker ein, er habe &#8222;ein schreckliches Urteilsvermögen bewiesen&#8220; und bedauere, sich nicht früher von Jeffrey Epstein distanziert zu haben. Die Freundschaft zwischen Pritzker und dem 2019 in Untersuchungshaft gestorbenen Sexualstraftäter Epstein überdauerte demnach sogar dessen Verurteilung im Jahr 2008. Jetzt droht der Schatten dieser Verbindung auf die nobelste Auszeichnung der Architektenwelt zu fallen.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Wenn der Preis seinen Namen trägt</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Pritzker Architecture Prize ist keine neutrale Institution. Er ist eng mit einer Familie verbunden, deren Namen er trägt, und mit einer Stiftung, die von eben jener Familie finanziert und repräsentiert wird. Jahrelang war Tom Pritzker das öffentliche Gesicht dieses Preises. Er überreichte die Auszeichnung in feierlichen Zeremonien und stand Architektinnen und Architekten als Repräsentant eines humanistischen Ideals gegenüber. Nun belegen Dokumente des US-Justizministeriums, dass Pritzker und Epstein auch Mails über Einladungen zu Pritzker-Preis-Veranstaltungen austauschten, darunter zur Zeremonie 2012 in Peking für Preisträger Wang Shu.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Besonders schwer wiegt die eidesstattliche Aussage von Virginia Roberts Giuffre, die 2025 im Alter von 41 Jahren starb. In einer Zeugenaussage aus dem Jahr 2016 im Rahmen einer Zivilklage gegen Ghislaine Maxwell benannte sie Pritzker als einen der Männer, an die sie als Minderjährige von Epstein vermittelt worden sei. Pritzker bestreitet das ausdrücklich. Er wurde bisher weder angeklagt noch ist er Gegenstand strafrechtlicher Ermittlungen. Die Unschuldsvermutung gilt. Dennoch lastet der Anfangsverdacht schwer auf einem Preis, dessen Satzung den absoluten Wert des Einzelnen und der Menschheit beschwört.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die Architektenschaft schweigt</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums, kommt zu einem klaren Urteil: Der Preis sei &#8222;definitiv beschädigt&#8220;. Damit steht er weitgehend allein. Das American Institute of Architects schwieg auf Anfragen. Jury-Vorsitzender Alejandro Aravena (Pritzker-Preisträger 2016) schwieg. Anne Lacaton (Preisträgerin 2021) schwieg. Herzog und de Meuron (Preisträger 2001) ließen mitteilen, zu Anfragen dieser Art keine Stellung zu nehmen. Die Architektenwelt, die sich gern ihrer gesellschaftlichen Verantwortung rühmt, demonstriert in einer der bedeutendsten Krisen ihres wichtigsten Preises kollektives Schweigen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Einer weicht davon ab: Wolf Prix, Design Principal von Coop Himmelb(l)au. Das Preisgeld würde er noch akzeptieren, den Preis nicht. Immerhin. Wenn allerdings ein Berufsstand, der architektonische Verantwortung für gesellschaftliche Räume und soziale Infrastrukturen für sich beansprucht, in einem solchen Moment nur eine Stimme findet, wirft das grundlegende Fragen über Ethos und Haltung auf.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Strukturelle Verächtlichkeit: Der Preis und seine Kritik</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Pritzker-Preis ist nicht erst seit dem Epstein-Skandal umstritten. Kazys Varnelis von der Columbia-Universität beschreibt ihn als &#8222;elitäre, undemokratische Institution&#8220;, die von altem Geld und patriarchalischen Strukturen dominiert wird. Tatsächlich wurden unter 47 Preisträgern bisher nur sechs Frauen ausgezeichnet, trotz jahrzehntelanger Kritik an dieser Schieflage. Dass der erste Preisträger überhaupt, Philip Johnson, bekannt für seinen Ausspruch, er sei &#8222;eine Hure&#8220; und würde für jeden Auftraggeber bauen, diesen Preis 1979 erhielt, sagt einiges über den institutionellen Charakter der Auszeichnung.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Frage der gesellschaftlichen Verantwortung ist in der Architektur selten so scharf gestellt worden wie jetzt. Architektur behauptet, Räume für das gute Leben zu schaffen, soziale Gerechtigkeit zu befördern, Gemeinschaft zu stärken. Ein Preis, der diesen Anspruch krönt, muss sich entsprechend verhalten. Die Stiftung hat bisher keine Antwort auf die dringende Frage gegeben, wie die Verleihung des Preises für 2026 weitergehen soll. Der Preisträger oder die Preisträgerin sollte eigentlich im März bekanntgegeben werden.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Was nun? Vier Szenarien für den Pritzker-Preis</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Architektenwelt steht vor einer Entscheidung, die sie bisher vermeidet: Entweder wird der Preis in seiner bestehenden Form fortgeführt, das Schweigen als Normalzustand zementiert und das dröhnende Schweigen als Antwort akzeptiert. Oder der Berufsstand greift aktiv ein und fordert institutionelle Reformen: eine unabhängige, nichtkommerzielle Stiftung ohne Familienbindung, eine transparente Jury ohne Interessenkonflikte, ein Auswahlverfahren, das ökonomische Macht und architektonische Qualität trennt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ein dritter Weg wäre die bewusste Abwertung des Pritzker-Preises durch die Branche selbst, indem künftige Preisträgerinnen und Preisträger die Auszeichnung ablehnen oder kommentieren, bis eine Reform erfolgt. Das erfordert Mut und ökonomische Unabhängigkeit, die nicht allen zur Verfügung stehen. Das vierte Szenario, die vollständige Einstellung des Preises, erscheint angesichts seiner globalen Sichtbarkeit unrealistisch, aber Varnelis&#8216; Forderung &#8222;It&#8217;s time to shut the Pritzker down&#8220; gewinnt an Resonanz.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><em data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="em">Was bleibt, ist eine Branche, die beim Blick in den Spiegel entscheiden muss, ob sie das Schweigen als Komplizenschaft versteht oder als professionelle Neutralität. Beides hat Konsequenzen. Venustas, die Schönheit, benötigt ein sauberes Fundament.</em></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
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		<title>Baukulturförderung in Österreich: Ein Anfang, aber kein Durchbruch</title>
		<link>https://baukunst.art/baukulturfoerderung-in-oesterreich-ein-anfang-aber-kein-durchbruch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Oct 2025 12:26:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Baukulturförderung]]></category>
		<category><![CDATA[Berufspolitik Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Baukultur]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Qualitätsmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtplanung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit 400.000 Euro startet Österreich die erste föderale Baukulturförderung. Ein symbolischer Schritt, der zeigt, dass Politikerinnen und Politiker die Bedeutung von Qualitätsarchitektur erkannt haben – doch die Mittel bleiben bescheiden.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-renderer-start-pos="535">Jahrzehntelange Forderung wird endlich Realität</h1>
<p data-renderer-start-pos="584">Es ist ein Tag, auf den Praktikerinnen und Praktiker aus Architektur, Stadtplanung und verwandten Disziplinen lange gewartet haben: Das Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS) vergab erstmals eine Baukulturförderung. Ab 1. September 2025 können bis zum 30. September Kommunen, Vereine, Unternehmen und Einzelpersonen Anträge einreichen. Mit insgesamt 400.000 Euro werden Projekte finanziert, die qualitätsvolle Vorhaben und Prozesse in Architektur, Freiraum- und Stadtgestaltung unterstützen. Das Geld teilt sich in zwei Töpfe: 325.000 Euro für konkrete Projekte und Prozesse, 75.000 Euro für baukulturelle Bildung.</p>
<p data-renderer-start-pos="1232">Die Forderung nach einer solchen Förderung ist nicht neu. Sie findet sich seit Jahren in den Empfehlungen des Österreichischen Baukulturreports, jenem maßgeblichen Strategiepapier, das die Bundesregierung alle fünf Jahre in Auftrag gibt. Der vierte Report von 2022 schlug sogar die Gründung einer eigenständigen Agentur für Baukultur vor – mit einem Baukulturförderprogramm als Kernaufgabe. Dass diese Förderung nun endlich Wirklichkeit wird, verdankt sich not only dem politischen Willen, sondern auch dem konstanten Druck von Interessensvertretungen wie der Bundeskammer der Ziviltechniker:innen, die das Programm aktiv mitunterstützt.</p>
<h1 data-renderer-start-pos="1871">Phase 0 und gute Vorbereitung: Europäische Best Practice kommt nach Österreich</h1>
<p data-renderer-start-pos="1951">Ein besonderes Augenmerk des Programms liegt auf der sogenannten Phase 0 – jenem oft unterschätzten Moment, in dem die Grundlagen für erfolgreiche Projekte gelegt werden. Standort- und Bedarfsanalysen, Machbarkeitsstudien, Beteiligungsprozesse: genau diese Leistungen können mit der neuen Förderung unterstützt werden. Das ist eine sinnvolle Fokussierung. Eine gute Vorbereitung spart nicht nur später Kosten durch vermeidbare Planungsänderungen, sondern erhöht auch die Qualität der Endprodukte und erschließt oft Einsparungspotenziale durch intelligente Synergien und Umnutzungen.</p>
<p data-renderer-start-pos="2535">Mit dieser Ausrichtung folgt Österreich europäischen Vorbildern. Die Davos Declaration, auf die sich 2018 Kulturminister:innen europäischer Länder einigten, betont genau diese ganzheitliche, qualitätsorientierte Herangehensweise. Länder wie Deutschland und Schweiz praktizieren ähnliche Fördermodelle seit Jahren – mit messbaren Erfolgen bei der Hebung der Planungsqualität im öffentlichen Raum.</p>
<h1 data-renderer-start-pos="2932">Kritischer Blick: Ist 400.000 Euro ausreichend?</h1>
<p data-renderer-start-pos="2981">Trotz dieser positiven Signale bleibt die kritische Frage: Reichen 400.000 Euro wirklich aus, um Baukultur bundesweit zu stärken? Zum Vergleich: Die Länder Deutschland und die Schweiz investieren in ihre Baukulturförderung deutlich höhere Beträge pro Jahr. In Österreich verteilen sich diese 400.000 Euro auf ein ganzes Land mit neun Bundesländern, Hunderten von Gemeinden und einer vielfältigen Akteurslandschaft. Das ergibt eine durchschnittliche Förderung, die schnell aufgebraucht ist – besonders wenn hochwertige Prozesse mit intensiver Beteiligung gefördert werden sollen.</p>
<p data-renderer-start-pos="3561">Dennoch: Ein Anfang ist ein Anfang. Dieser erste Call zeigt, dass die Bundesebene bereit ist, ihre Verantwortung wahrzunehmen. Ob die Mittel in Zukunft aufgestockt werden, hängt von zwei Dingen ab: erstens vom politischen Willen, zweitens vom Erfolg dieses Pilotprogramms. Projektverantwortliche und Antragstellerinnen und Antragsteller sollten daher ihre besten Projekte einreichen – nicht um Geld zu verschleudern, sondern um zu zeigen, welches Potenzial in systematischer Baukulturförderung liegt.</p>
<h1 data-renderer-start-pos="4063">Wer darf einreichen? Eine offene, aber komplexe Handhabung</h1>
<p data-renderer-start-pos="4123">Die Ausschreibung ist bemerkenswert offen: Städte und Gemeinden können ebenso antragen wie Vereine, Unternehmen und Einzelpersonen. Für diese Gruppen gilt: österreichische Staatsbürgerschaft oder ständiger Wohnsitz in Österreich. Das ist inklusiv gedacht und würdigt die Tatsache, dass Baukultur nicht nur von institutionellen Akteuren vorangetrieben wird, sondern auch von engagierten Bürgern und Bürgerinnen, lokalen Initiativen und Privatpersonen.</p>
<p data-renderer-start-pos="4575">Allerdings birgt diese Offenheit auch Komplexität. Die Antragstellung erfordert detaillierte Projektbeschreibungen, Kostenkalkulation nach Bundesvergabegesetz, CV und Referenzen der verantwortlichen Personen sowie Nachweise über sonstige Förderungen aus öffentlicher Hand. Das ist sachlich richtig – Transparenz und Nachverfolgbarkeit sind in der Kulturförderung geboten – kann aber kleineren Gemeinden oder Initiativen ohne professionelle Projektmanagement-Erfahrung Hürden aufbauen. Eine Beratungsstelle oder digitale Checklisten wären wünschenswert gewesen.</p>
<h1 data-renderer-start-pos="5137">Der berufspolitische Kontext: Chancen für Architektinnen und Architekten</h1>
<p data-renderer-start-pos="5211">Aus berufspolitischer Perspektive ist die neue Förderung bedeutsam. Sie signalisiert, dass Qualitätsarchitektur und Stadtplanung nicht länger als Luxusausstattung gelten, sondern als Investition in gesellschaftliche Lebensqualität, Klimaschutz und Wohnzufriedenheit. Damit werden die strategischen Leitgedanken des Baukulturreports – etwa &#8218;Öffentliche Mittel an Qualitätskriterien knüpfen&#8216; – in konkrete Förderprogramme übersetzt.</p>
<p data-renderer-start-pos="5643">Für Architektinnen und Architekten, die sich auf Prozessgestaltung spezialisiert haben – auf Beteiligung, Stakeholder-Management, Planung im Dialog – eröffnet sich ein neues Betätigungsfeld. Die Bundeskammer der Ziviltechniker:innen hatte die Ausschreibung mitgestaltet; dies zeigt, dass die Interessensvertretung des Berufsstandes proaktiv mitgestaltend agiert, anstatt nur von außen zu kommentieren.</p>
<h1 data-renderer-start-pos="6046">Ausblick: Der fünfte Baukulturreport und die Zukunft</h1>
<p data-renderer-start-pos="6100">Spannend ist auch der Blick in die unmittelbare Zukunft: Der fünfte Österreichische Baukulturreport wird derzeit erarbeitet und wird Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Baukultur enthalten. Wird er die Mittel für das Förderprogramm erhöhen? Wird er weitere Instrumente vorschlagen, etwa gesetzliche Verankerungen oder strukturelle Reformen in den Planungsprozessen? Diese Fragen sind offen – und sie werden Anlass für intensive Diskussionen unter Fachleuten bieten.</p>
<p data-renderer-start-pos="6574">Der heute verfügbare Förderrahmen ist ein wichtiger Anfang. Er beweist: Baukultur ist auf der politischen Agenda angekommen. Dass die Mittel begrenzt sind, ist weniger ein Scheitern als vielmehr ein Eingeständnis, dass finanzielle Ressourcen auch in der Kultur nicht unbegrenzt sind. Umso wichtiger ist es nun, dass die einmal bereitgestellten Mittel wirksam und beispielgebend eingesetzt werden – um zu zeigen, dass Baukulturförderung nicht nur idealistisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll ist.</p>
<p data-renderer-start-pos="7073"><strong data-renderer-mark="true">FAZIT:</strong> Die neue Baukulturförderung Österreichs ist ein wichtiges Signal. Sie zeigt politischen Willen und Erkenntnis, dass hochwertige Architektur und Stadtplanung öffentliche Güter sind, in die es sich zu investieren lohnt. Mit 400.000 Euro ist es allerdings eher ein Anfang als ein großer Wurf. Wer Baukultur in Österreich nachhaltig stärken will, wird früher oder später um höhere Budgets und strukturelle Verankerung nicht herumkommen. Bis dahin gilt: Die Qualität der ersten Förderrunde wird zeigen, ob dieses Modell tragfähig ist.</p>
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