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	<title>Architekturausstellung-Archiv - Baukunst</title>
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	<description>Architektur und Ästhetik im gebauten Raum</description>
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	<item>
		<title>Das ungebaute Hamburg: Eine alternative Stadtentwicklungsgeschichte in der Freien Akademie der Künste</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2026 15:39:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nord]]></category>
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		<category><![CDATA[Architekturausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Inhaltliche Tags: Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtentwicklung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hamburgs Parallelwelt: 32 geplante, aber nie gebaute Projekte zeigen, wie die Hansestadt sich ebenso durch Verwerfungen wie durch Bauten geformt hat.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/das-ungebaute-hamburg-eine-alternative-stadtentwicklungsgeschichte-in-der-freien-akademie-der-kuenste/">Das ungebaute Hamburg: Eine alternative Stadtentwicklungsgeschichte in der Freien Akademie der Künste</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []"><strong>baukunst.art </strong> |  REGIONALES | <strong>Hamburg</strong> | April 2026</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []">Was Hamburg sich erspart hat: Schau in der Freien Akademie der Künste</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><em data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="em">Hamburgische Architektenkammer und Freie Akademie der Künste zeigen 32 nie realisierte Projekte seit 1960, kuratiert von Ullrich Schwarz</em></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">„Das ungebaute Hamburg“ ist eine gemeinsame Ausstellung der Hamburgischen Architektenkammer (HAK) und der Freien Akademie der Künste in Hamburg, die vom 18. April bis 31. Mai 2026 in der Freien Akademie am Klosterwall 23 rund 32 geplante, aber nie realisierte Hamburger Bauprojekte seit 1960 dokumentiert. Die Schau entsteht im Rahmen des Hamburger Architektursommers 2026 und fußt auf dem 2025 im Dölling und Galitz Verlag erschienenen Band von Ullrich Schwarz und der Hamburgischen Architektenkammer, der als Band 44 in der Schriftenreihe des Hamburgischen Architekturarchivs veröffentlicht wurde (608 Seiten, ISBN 978-3-96060-705-2).</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 17. April 2026 um 18 Uhr. Es sprechen Michael Propfe (Präsident der Freien Akademie der Künste), Karin Loosen (Präsidentin der Hamburgischen Architektenkammer), Oberbaudirektor Franz Josef Höing und Kurator Ullrich Schwarz. Die Öffnungszeiten reichen von Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Bereits 1991 hatte die Hamburgische Architektenkammer mit Band 4 ihrer Schriftenreihe (herausgegeben von Ulrich Höhns) unter dem Titel „Das ungebaute Hamburg. Visionen einer anderen Stadt in architektonischen Entwürfen der letzten hundertfünfzig Jahre“ einen ersten, inzwischen legendären Überblick über verworfene Entwürfe vorgelegt. Der neue Band beschränkt sich auf die Zeit seit 1960, greift dabei aber auf denselben Titel zurück: Die Fortsetzung versteht sich als Bestandsaufnahme einer Stadt, die in ihrer jüngeren Geschichte mehr verworfen als realisiert hat.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Warum legt die Architektenkammer nach 35 Jahren einen neuen Band über ungebaute Projekte vor?</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Antwort liegt in der Eigenlogik der Stadtentwicklung. Hamburgs bauliche Gestalt ist nicht nur Ergebnis dessen, was gebaut wurde, sondern mindestens ebenso stark Resultat dessen, was unterblieb. Seit dem Vorgängerband von 1991 hat die Hansestadt zentrale Transformationen durchlaufen: die HafenCity, das Bekenntnis zum Klimaschutz, der Umbau der Innenstadt, die Debatten um Olympia 2012 und 2024. Jede dieser Phasen hat eigene Entwürfe hervorgebracht, die nie über Wettbewerbsergebnisse, Konzeptstudien oder Modelle hinauskamen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Kurator Ullrich Schwarz, langjähriger Beobachter der Hamburger Baukultur, und die Hamburgische Architektenkammer unter Präsidentin Karin Loosen haben 32 Vorhaben ausgewählt, die „stellvertretend für den jeweiligen Geist ihrer Zeit“ stehen. Die Bandbreite reicht vom städtebaulichen Großeingriff bis zur punktuellen Intervention. Dazu zählen der Totalabriss von St. Pauli und Ottensen, die Stadtautobahn durch die innere Stadt, die Sportanlagen für Olympia, die Verlagerung der Universität in den Hafen, das Hochhausprojekt in der HafenCity, der Transrapid, die Seilbahn über die Elbe sowie das Parkhaus unter der Binnenalster. Ergänzt werden diese Großthemen durch Einzelentwürfe wie die „Living Bridge“ über die Norderelbe von Hadi Teherani Architects, eine Gleisüberdachung des Hauptbahnhofs von Reichwald Schultz und Partner oder die zahlreichen, teils skurrilen Vorschläge für den Spielbudenplatz auf St. Pauli (etwa die Entwürfe von Blauraum Architekten und Architekten Venus aus dem Jahr 2004).</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ein eigenes Gewicht erhält die Ausstellung durch das großformatige Modell des legendären St. Georg-Projekts der Neuen Heimat von 1966. Es galt damals als Musterbeispiel einer flächenhaften Sanierung nach den Leitbildern der autogerechten Stadt und steht heute als Mahnmal für eine Haltung, die mit der Novelle des Bundesbaugesetzes 1971 (später § 136 ff. BauGB, Besonderes Städtebaurecht) und dem sich wandelnden Denkmalverständnis unter den Landesdenkmalschutzgesetzen an ihr Ende kam. In Hamburg regelt dies heute das Denkmalschutzgesetz Hamburg (DSchG HH) in seiner Fassung vom 5. April 2013.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Was erzählen die 32 Projekte über Hamburgs Planungskultur?</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Auswahl zeigt zwei Bewegungen, die auf den ersten Blick widersprüchlich wirken. Zum einen waren viele der nicht realisierten Vorhaben politisch gewollt und professionell ausgearbeitet; sie scheiterten nicht an fehlender Planung, sondern an gesellschaftlichen Widerständen, Volksbegehren, Haushaltsrestriktionen oder Regierungswechseln. Die gescheiterten Olympiabewerbungen und die Elbseilbahn sind Paradebeispiele. Zum anderen dokumentiert die Auswahl, wie sich das Verständnis dessen, was als städtebaulich angemessen gilt, innerhalb weniger Jahrzehnte grundlegend verschoben hat. Pläne, die in den 1960er Jahren als fortschrittlich galten, etwa der Flächenabriss ganzer Viertel, wären heute nach § 172 BauGB (Erhaltungssatzung) und den Vorgaben der Baunutzungsverordnung (BauNVO) in dieser Form nicht mehr genehmigungsfähig.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Damit wird der Band zu einer alternativen Stadtentwicklungsgeschichte Hamburgs. Er macht sichtbar, dass Planungskultur nicht nur Ja-Sagen, sondern ebenso Nein-Sagen bedeutet. Oberbaudirektor Franz Josef Höing, der bei der Eröffnung spricht, hatte bereits mehrfach betont, dass Stadtentwicklung ohne die Bereitschaft zur Verwerfung keine Qualität erreicht. In diesem Sinne versteht sich die Ausstellung nicht als Katalog vertaner Chancen, sondern als Plädoyer für eine diskursive Planungskultur, wie sie das Baugesetzbuch mit den Beteiligungsverfahren nach §§ 3 und 4 BauGB formal vorsieht.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Für die Besucherinnen und Besucher ergibt sich daraus ein doppelter Reiz. Einerseits die Faszination dessen, was hätte sein können: Der 250 Meter hohe Gauhochhaus-Entwurf von Konstanty Gutschow für Altona aus der NS-Zeit, das bei der Langen Nacht der Museen 2026 eigens thematisiert wird, markiert eine Vision totalitärer Stadtfigur, die man heute nur mit Schaudern betrachten kann. Andererseits der nüchterne Blick auf Vorhaben, deren Nichtrealisierung sich als Glücksfall erwiesen hat. „Nicht zu bauen kann eine Tugend sein“, heißt es dazu in der Ankündigung der Freien Akademie der Künste.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Kooperation der beiden Trägerinstitutionen ist dabei mehr als eine organisatorische Konstellation. Die Hamburgische Architektenkammer verantwortet über ihr Architekturarchiv die fachliche Aufarbeitung, die Freie Akademie der Künste bringt die kulturelle Einbettung in den Hamburger Kunstdiskurs. Parallel zur Ausstellung läuft dort die Reihe „Weiterbauen. Nachnutzungskonzepte denkmalgeschützter Bauten“, eine Vor-Ort-Veranstaltungsreihe gemeinsam mit dem BDA Hamburg und dem Denkmalschutzamt Hamburg. Beide Formate ergänzen sich: Das Ungebaute und das Weiterzubauende bilden zwei Seiten derselben Frage nach der Substanz einer Stadt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Für die überregionale Leserschaft lohnt sich der Blick nach Hamburg vor allem dort, wo sich die Parallelen zu anderen DACH-Metropolen auftun. München, Berlin und Wien verfügen über vergleichbar dichte Archive ungebauter Projekte, doch nur selten werden sie systematisch ausgewertet. Die Hamburgische Architektenkammer setzt mit dem Band 44 ihrer Schriftenreihe einen Standard, an dem sich andere Landesarchitektenkammern orientieren können. Die Publikation ist, so formuliert es das Hamburger Abendblatt, mehr als ein Album spektakulärer Entwürfe: Sie beleuchtet die wirtschaftlichen und zeitgeistigen Rahmenbedingungen jener Projekte, die manche verhinderten und andere ermöglichten.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Was bleibt, ist ein klares Bild: Hamburgs Stadtgestalt hat sich durch Verwerfungen ebenso sehr geformt wie durch Bauten. Wer nach dem 31. Mai 2026 durch die Hansestadt geht, sieht nicht nur, was steht, sondern auch, was hätte stehen können.</p>
<hr />
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Eckdaten der Ausstellung</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Titel </strong>Das ungebaute Hamburg. Visionen einer anderen Stadt. Entwürfe von 1960 bis heute</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Träger </strong>Hamburgische Architektenkammer (HAK) und Freie Akademie der Künste in Hamburg</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Kurator </strong>Ullrich Schwarz</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Ort </strong>Freie Akademie der Künste, Klosterwall 23, 20095 Hamburg</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Eröffnung </strong>Freitag, 17. April 2026, 18 Uhr</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Laufzeit </strong>18. April bis 31. Mai 2026</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Öffnungszeiten </strong>Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Rahmen </strong>Hamburger Architektursommer 2026</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
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			</item>
		<item>
		<title>Archistories in der Karlsruher Kunsthalle: Wenn Architektur zur Kunst wird und Gebäude Geschichten erzählen</title>
		<link>https://baukunst.art/archistories-in-der-karlsruher-kunsthalle-wenn-architektur-zur-kunst-wird-und-gebaeude-geschichten-erzaehlen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Jan 2026 15:18:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Südwest]]></category>
		<category><![CDATA[Archistories]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Kunsthalle Karlsruhe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Kunsthalle Karlsruhe eröffnet mit Archistories eine Ausstellung, die 500 Jahre Architekturdarstellung vereint. Von Piranesis Kerkern bis zu zeitgenössischen Videoinstallationen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/archistories-in-der-karlsruher-kunsthalle-wenn-architektur-zur-kunst-wird-und-gebaeude-geschichten-erzaehlen/">Archistories in der Karlsruher Kunsthalle: Wenn Architektur zur Kunst wird und Gebäude Geschichten erzählen</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1>Die gebauten Träume der Menschheit</h1>
<p style="font-weight: 400;"><em>Wie die Karlsruher Kunsthalle mit Archistories einen Dialog zwischen Kunst und Architektur inszeniert</em></p>
<p style="font-weight: 400;">Architektur formt nicht nur unsere Städte, sondern auch unser Bewusstsein. Sie definiert, wie wir uns bewegen, wie wir sehen, wie wir fühlen. Diese tiefgreifende Erkenntnis bildet den Kern der Ausstellung Archistories, die seit Ende November 2025 in der frisch sanierten Orangerie der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zu sehen ist. Rund 100 Werke von etwa 70 Künstlerinnen und Künstlern aus fünf Jahrhunderten treten hier in einen Dialog, der weit über die bloße Darstellung von Gebäuden hinausgeht.</p>
<h2>Ein historisches Gewächshaus als Schauplatz</h2>
<p style="font-weight: 400;">Die Wahl der Orangerie als Ausstellungsort ist kein Zufall. Das von Heinrich Hübsch Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete Gebäude, dessen Lehrer Friedrich Weinbrenner einst das klassizistische Gesicht Karlsruhes prägte, stand selbst jahrelang leer und wurde aufwendig saniert. Die gläserne Kuppel der Rotunde, im Zweiten Weltkrieg zerstört und lange Zeit provisorisch geflickt, erstrahlt nun wieder in vollem Glanz. In einer Stadt, die zunehmend unter Hitzewellen leidet, gewinnt dieses lichtdurchflutete Bauwerk eine neue, fast ironische Bedeutung: als Architekturdenkmal und ökologisches Sinnbild zugleich.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Orangerie dient nun als zentraler Sonderausstellungsort, während das Hauptgebäude der Kunsthalle voraussichtlich bis 2029 saniert wird. Die Kuratorin PD Dr. Kirsten Claudia Voigt, die seit 1999 am Karlsruher Institut für Technologie lehrt, hat mit Archistories eine Schau konzipiert, die Lesbarkeit vor Überwältigung stellt.</p>
<h2>Vom Kerker zur Videoinstallation</h2>
<p style="font-weight: 400;">Der Parcours beginnt mit dem Haus als Grundmotiv, jenem alltäglichen Bauwerk, das zwischen Schutz und Ausschluss, zwischen Intimität und Instabilität oszilliert. Giovanni Battista Piranesis berühmte Carceri d&#8217;Invenzione, jene erfundenen Kerkerdarstellungen aus dem 18. Jahrhundert, eröffnen den gedanklichen Raum. Die Kunsthalle besitzt Federzeichnungen des Meisters sowie Vorlagen aus seiner Werkstatt, die einst im Besitz Friedrich Weinbrenners waren. Diese historische Verbindung zwischen dem Klassizisten Karlsruhes und dem visionären Italiener schlägt eine Brücke, die die gesamte Ausstellung trägt.</p>
<p style="font-weight: 400;">Unmittelbar konfrontiert die Künstlerin Julia Oschatz die Besuchenden mit einer großangelegten Videoinstallation. Auf der einen Hälfte einer Wand erscheint ein geometrisches Raumraster, auf der anderen läuft ein Video im Loop. Die maskierte Künstlerin selbst bemalt in sisyphosartiger Arbeit Wände und steigt unentwegt von einem Raumgehäuse ins nächste. Gegenüber lehnen drei mit schwarzem Eisenpulver bestäubte Magnetplatten von Nicolas Daubanes, die ein reliefartiges Geflecht zeigen und an gotische Kerker im Stile Piranesis erinnern.</p>
<h2>Brücken als verbindende und trennende Elemente</h2>
<p style="font-weight: 400;">Von den Raumgehäusen führt der Weg in transitorische Welten. Brücken von Albert Marquet bis Lyonel Feininger erscheinen sanft in Stadtlandschaften eingelassen oder als kühne Eisenkonstruktionen. Wilhelm Trübners Londoner Stadtszenerie zeigt winterlich gekleidete Passantinnen im Vordergrund und rauchende Schlote im Hintergrund. Die gusseiserne Brücke wurde später abgerissen, doch der Eiffelturm überdauerte. Laurent Goldring dokumentiert ihn in einem im Gegenlicht gefilmten Video, das emsige Menschen zeigt, die wie Schatten die eisernen Treppen scheinbar endlos hinauf und hinunterhasten.</p>
<p style="font-weight: 400;">Robert Delaunays kubistischer Eiffelturm von 1909 bis 1911 verdeutlicht, wie unterschiedlich Künstlerinnen und Künstler dasselbe Bauwerk interpretieren können. Sean Scullys erdiges Werk, inspiriert von den Pyramiden von Chichén Itzá, kontrastiert mit Fritz Klemms gespachteltem Relief, das auf seine Atelierwände aus Sichtbeton zurückgreift. Der Bildhauer Werner Pokorny platziert ein Häuschen mit Satteldach auf übereinandergetürmten wuchtigen Gefäßformen, verwundbar und eigenwillig zugleich.</p>
<h2>Ruinen als Zonen der Transformation</h2>
<p style="font-weight: 400;">Den Abschluss bilden Darstellungen von Ruinen und Fragmenten. Sie erscheinen nicht als melancholische Endpunkte, sondern als Zonen der Transformation. Isa Melsheimer aquarelliert brutalistische Bauwerke vor bestirntem Firmament, die so betrachtet durchaus liebenswert wirken. Erwin Spulers großformatiges Ölbild einer von oben betrachteten zerbombten Stadt von 1945 erschüttert hingegen zutiefst. Laurent Goldring dokumentiert in rhythmischen Sequenzen die Niederwalzung eines von Sinti und Roma angelegten Hüttendorfs bei Paris. Noch die ärmlichste Hütte dient als bergende Behausung.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Ausstellung verzichtet bewusst auf fertige Antworten. Sie öffnet Denkräume und stellt Fragen, die in den Stadtraum zurückwirken: Wie leben wir zusammen? Welche Bilder von Ordnung, Freiheit und Fürsorge prägen unsere Gebäude? Architektur, so die zentrale These, bildet die Grundlage für das menschliche Zusammenleben. Archistories belegt dies eindrucksvoll.</p>
<p style="font-weight: 400;"><em>Archistories. Architektur in der Kunst</em>. Orangerie der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, bis 12. April 2026. Der Katalog kostet 48 Euro.</p>
<p style="font-weight: 400;">
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		<title>Poldern statt Pöbeln: Holländische Hippie-Architekten entern Mitte</title>
		<link>https://baukunst.art/poldern-statt-poebeln-hollaendische-hippie-architekten-entern-mitte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Oct 2025 08:06:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin / Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch-Niederländische Planungskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Transformation]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=13662</guid>

					<description><![CDATA[<p>De Zwarte Hond bringt mit "Optimistic Activism" niederländische Planungsphilosophie ins Aedes – ein Lehrstück für grenzüberschreitende Architekturkultur.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/poldern-statt-poebeln-hollaendische-hippie-architekten-entern-mitte/">Poldern statt Pöbeln: Holländische Hippie-Architekten entern Mitte</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Vom Polder zum Preußenpark</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Wenn am kommenden Freitag im Berliner Aedes Architekturforum die Ausstellung &#8222;Optimistic Activism Architecture, Urbanism and the Power of Generosity&#8220; eröffnet, markiert dies mehr als nur eine weitere Werkschau eines renommierten Büros. De Zwarte Hond, vor vier Jahrzehnten in Groningen gegründet, präsentiert sich als Bewegung, die bewusst über nationale Grenzen hinweg agiert – mit Standorten in Rotterdam, Köln und Berlin hat sich das heute über 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter starke Kollektiv längst als deutsch-niederländischer Brückenbauer etabliert.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Wahl des Ausstellungsortes ist dabei alles andere als zufällig. Berlin, mit seiner fragmentierten Stadtstruktur und den ungezähmten Brachen, bietet einen spannenden Kontrast zur durchgeplanten niederländischen Polderlandschaft. Hier, wo städtebauliche Experimente auf preußische Bauordnungen treffen, entfaltet sich die Relevanz der &#8222;großzügigen&#8220; Planungsphilosophie von De Zwarte Hond besonders deutlich.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Großzügigkeit als Gegengift zur Verdichtungshysterie</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Begriff der Großzügigkeit, den die Architektinnen und Architekten ins Zentrum ihrer Arbeit stellen, wirkt in Zeiten maximaler Nachverdichtung fast schon subversiv. Während in deutschen Metropolregionen jeder Quadratmeter umkämpft ist und Landesbauordnungen immer neue Mindeststandards definieren, plädiert De Zwarte Hond für räumliche und soziale Qualität jenseits bloßer Effizienzkriterien. Diese Haltung ist tief in der niederländischen Planungskultur verwurzelt, wo konsensorientierte Verfahren und integrative Konzepte eine lange Tradition haben.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ellen Schindler und Matthias Rottmann, die das Büro bei der Vernissage vertreten werden, verkörpern diese grenzüberschreitende Arbeitsweise. Schindlers Engagement für baukulturelle Bildung, manifestiert in der Graphic Novel &#8222;METRO O1O&#8220; über Rotterdams Stadtgeschichte, zeigt exemplarisch, wie niederländische Vermittlungskonzepte auch für deutsche Kontexte fruchtbar gemacht werden können. Das Buch, kostenlos an Rotterdamer Schulen verteilt, könnte durchaus als Blaupause für ähnliche Initiativen in Berlin oder Köln dienen.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Regionale Übersetzungsleistungen</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die in der Ausstellung präsentierten Projekte – vom Wohnquartier Grunobuurt über das multifunktionale Superhub bis zum Bahnhof in Assen – mögen auf den ersten Blick typisch niederländisch erscheinen. Doch der zweite Blick offenbart Prinzipien, die sich durchaus auf deutsche Verhältnisse übertragen lassen. Das Superhub etwa, eine Kombination aus Einkaufszentrum und Gemeindehaus, antwortet auf Herausforderungen peripherer Lagen, wie sie auch in ostdeutschen Plattenbausiedlungen oder westdeutschen Großwohnsiedlungen der 1960er Jahre anzutreffen sind.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Besonders interessant wird es, wenn man die Arbeitsweise von De Zwarte Hond mit regionalen deutschen Planungskulturen kontrastiert. Während in Bayern die kommunale Planungshoheit sakrosankt ist und in Nordrhein-Westfalen die Internationale Bauausstellung als Format regionaler Entwicklung gepflegt wird, bringen die Niederländerinnen und Niederländer ihre eigene Tradition des &#8222;Poldern&#8220; mit – jenes konsensorientierten Verhandelns, das in den Niederlanden überlebenswichtig war und ist.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Köln als Labor</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Kölner Dependance von De Zwarte Hond fungiert dabei als besonders spannendes Labor für diese Kulturtransfers. Die rheinische Metropole mit ihrer eigenwilligen Mischung aus römischem Erbe, mittelalterlicher Kleinteiligkeit und Nachkriegsmoderne bietet ideale Bedingungen für Experimente mit &#8222;optimistischem Aktivismus&#8220;. Hier treffen niederländische Pragmatik auf rheinische Gelassenheit, Poldermentalität auf kölschen Klüngel.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das aktuelle Projekt in Grevenbroich, die Transformation des Frimmersdorf Kraftwerks, zeigt exemplarisch, wie De Zwarte Hond regionale Transformationsprozesse begleitet. Im rheinischen Braunkohlerevier, wo der Strukturwandel nicht nur räumliche, sondern auch identitätsstiftende Dimensionen hat, entwickeln sie Strategien, die über bloße Flächenkonversion hinausgehen. Die Integration von Stadtstrategie, Masterplanung und Freiraumgestaltung folgt dabei einem ganzheitlichen Ansatz, der in deutschen Planungsbüros oft an disziplinären Grenzen scheitert.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Berliner Realitäten</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">In Berlin wiederum, wo De Zwarte Hond ebenfalls präsent ist, treffen sie auf eine Planungskultur, die zwischen Bestandsschutz und Wachstumsdruck oszilliert. Die Berliner Bauordnung mit ihren spezifischen Anforderungen an Brandschutz und Barrierefreiheit, die fragmentierte Eigentümerstruktur und die politisch aufgeladene Wohnungsfrage schaffen einen Kontext, der sich fundamental von der niederländischen Situation unterscheidet. Dennoch – oder gerade deshalb – können die Impulse aus Groningen und Rotterdam hier besonders produktiv wirken.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Ausstellung im Aedes, kuratiert in Zusammenarbeit mit der Stiftung Berliner Leben, wird diese Transferleistungen hoffentlich sichtbar machen. Die zweigliedrige Struktur – &#8222;How&#8220; und &#8222;What&#8220; – verspricht dabei mehr als nur Projektpornografie. Wenn die kollaborative Arbeitsweise mittels Filmen und Diagrammen transparent gemacht wird, könnte dies durchaus Impulse für die oft noch hierarchisch organisierten deutschen Büros liefern.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ausblick: Grenzüberschreitende Baukultur</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">De Zwarte Honds &#8222;optimistischer Aktivismus&#8220; kommt zur rechten Zeit. In einer Phase, in der die Europäische Union mit dem New European Bauhaus kulturelle und klimatische Transformation zusammendenkt, in der grenzüberschreitende Metropolregionen wie die Euregio Rhein-Maas neue Governance-Modelle erproben, braucht es Akteure, die national tradierte Planungskulturen produktiv irritieren.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ob die &#8222;Power of Generosity&#8220; allerdings in deutschen Kommunen mit klammen Kassen und unter dem Druck von Wohnungsnot und Klimaanpassung tatsächlich Resonanz findet, bleibt abzuwarten. Die Ausstellung im Aedes bietet jedenfalls Gelegenheit, diese Fragen zu diskutieren – idealerweise mit jenem &#8222;Raum für Diskussion, Experiment und kollektives Lernen&#8220;, den De Zwarte Hond propagiert.</p>
<h2 class="text-xl font-bold text-text-100 mt-1 -mb-0.5">Veranstaltungsinformationen</h2>
<p class="whitespace-normal break-words"><strong>AUSSTELLUNG</strong> &#8222;Optimistic Activism Architecture, Urbanism and the Power of Generosity&#8220; De Zwarte Hond</p>
<p class="whitespace-normal break-words"><strong>WANN</strong> Vernissage: Freitag, 24. Oktober 2025, 18:30 Uhr Ausstellungsdauer: 25. Oktober bis 3. Dezember 2025</p>
<p class="whitespace-normal break-words"><strong>WO</strong> Aedes Architekturforum Christinenstraße 18-19 10119 Berlin-Mitte</p>
<p class="whitespace-normal break-words"><strong>ERÖFFNUNG</strong> Sprechen werden:</p>
<ul class="[&amp;:not(:last-child)_ul]:pb-1 [&amp;:not(:last-child)_ol]:pb-1 list-disc space-y-2.5 pl-7">
<li class="whitespace-normal break-words">Hans-Jürgen Commerell und Mathias Schnell (Aedes)</li>
<li class="whitespace-normal break-words">Anne Schmedding (Stiftung Berliner Leben)</li>
<li class="whitespace-normal break-words">Ellen Schindler und Matthias Rottmann (De Zwarte Hond)</li>
</ul>
<p class="whitespace-normal break-words"><strong>WEITERE INFORMATIONEN</strong> <a class="underline" href="http://www.aedes-arc.de/" target="_blank" rel="noopener">www.aedes-arc.de</a></p>
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