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	<title>Rekonstruktion-Archiv - Baukunst</title>
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	<description>Architektur und Ästhetik im gebauten Raum</description>
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	<title>Rekonstruktion-Archiv - Baukunst</title>
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		<title>Das Licht, das nicht mehr fällt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Aug 2026 11:48:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Inspiration]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Rennie Mackintosh]]></category>
		<category><![CDATA[Denkmalpflege]]></category>
		<category><![CDATA[Rekonstruktion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Glasgow will Mackintoshs ausgebranntes Meisterwerk als Museum seiner selbst sichern. Dahinter steht die ältere Frage: Trägt eine Kopie die Wirkung des Originals?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">baukunst.art</strong>  | <strong>INSPIRATION</strong> | August 2026</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Kulturerbe für alle oder Sparzwang für die Kunst?</h1>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ein Zimmer aus Holz und Licht</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Wer die Bibliothek der Glasgow School of Art betrat, verlor zuerst den Maßstab. Der Raum maß rund elf Meter im Quadrat, und Charles Rennie Mackintosh baute ihn zu einem Wald aus: dunkles amerikanisches Tulpenholz, schlanke Stützen, die die umlaufende Galerie trugen, dazwischen abgehängte Zierglieder ohne andere Aufgabe als die, dem Blick den Halt zu nehmen. Die Stirnkanten der Balustraden waren eingekerbt und farbig gefasst und glommen im Streiflicht auf. Hier stand kein Mobiliar, hier arbeitete eine Lichtregie.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Studentinnen und Studenten lernten zwischen 1909 und 2014 in diesem Raum nebenbei eine Lektion, die kein Seminar vermittelt: dass Architektur eine Temperatur besitzt. Genau dieser Raum steht im Zentrum der Auseinandersetzung, die Schottland seit dem Sommer 2026 führt, und er wird in ihr am seltensten beschrieben.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die Handschrift eines Achtundzwanzigjährigen</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Fra Newbery, Direktor der Schule, schrieb 1896 einen Wettbewerb aus, dessen Budget jede Großzügigkeit verbot. Mackintosh, damals achtundzwanzig Jahre alt und Angestellter im Büro Honeyman &amp; Keppie, gewann ihn mit einem Entwurf, der die Kargheit zum Prinzip erhob. Der Bau entstand in zwei Etappen, 1897 bis 1899 und 1907 bis 1909, und er trug diesen Bruch offen vor sich her. Nach Norden öffneten sich die Ateliers in riesigen Fenstern, davor spannten schmiedeeiserne Körbe ihre stilisierten Knospen in den Glasgower Regen. Die Westfassade stieg später mit drei hohen Erkerfenstern auf wie eine Klippe aus Sandstein. Japanische Holzkonstruktionen, schottische Wehrbauten und die englische Arts-and-Crafts-Bewegung trafen hier auf eine Formensprache, die keiner dieser Quellen mehr ähnelte.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Achtunddreißig Minuten</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">2014 fraß sich ein Feuer aus dem Untergeschoss nach oben und zerstörte die Bibliothek. Die Hochschule beauftragte eine minutiöse Rekonstruktion und ließ amerikanisches Tulpenholz nachbeschaffen. Im Juni 2018, gut ein Jahr vor dem geplanten Abschluss dieser Arbeiten, brannte das Gebäude erneut. Diesmal stand die Hälfte des Baus nach achtunddreißig Minuten in Flammen. Eine Ursache ließ sich nie feststellen, der Brandschutz auf der Baustelle beschäftigte danach den Kulturausschuss des schottischen Parlaments. Übrig blieb eine Hülle aus Sandstein, gehalten von einem Gerüst, das inzwischen selbst zum Wahrzeichen des Stillstands taugt.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Vom Bauwerk zum Exponat</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Im Juli 2026 zog das Kuratorium die Konsequenz. Ann Priest, Vorsitzende des Board of Governors, formulierte sie ohne Umschweife: „The school cannot possibly, on its own, rebuild this whole building.“ Die vollständige Wiederherstellung kostet nach aktueller Schätzung 265 Millionen Pfund und damit rund das Fünffache des Jahresumsatzes der Hochschule. Allein der Unterhalt der Ruine verschlang je nach Zählweise achtzehn bis sechsundzwanzig Millionen Pfund, ohne dass ein einziger Raum zurückkehrte. Wie hoch die Versicherung nach dem Brand von 2018 zahlte, hält die Schule unter Verschluss; der Herald bezifferte ihre Einnahmen nach den Bränden 2024 auf rund hundert Millionen Pfund. Diese Lücke zwischen bekannter Forderung und unbekanntem Guthaben vergiftet die Debatte.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Plan selbst klingt pragmatisch und wirkt heikel. Ab Sommer 2027 soll ein Ertüchtigungsprojekt das äußere Gerüst durch ein inneres Haltesystem ersetzen und die Fassaden des Kategorie-A-Denkmals sichern. Die Ruine dahinter erhält museumstaugliche Einbauten und digitale Exponate zur Geschichte des Hauses, seiner Interieurs und seiner Nutzerinnen und Nutzer. Das Gebäude, in dem Menschen zeichnen lernten, soll künftig zeigen, wie hier einmal gezeichnet wurde. Der Verlust wird zum Ausstellungsgegenstand, und die Bibliothek bliebe eine Erzählung über eine Bibliothek.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Der Widerspruch</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Gordon Gibb, Architekt und früherer Dozent der Schule, nennt das einen Verrat: „If you do not rebuild it as it was imagined, you lose all of its integrity.“ Alan Dunlop erklärte auf Instagram, Mackintoshs Hauptwerk sei für immer verloren. Elf Tage nach der Ankündigung startete Ruairidh Moir, Gründer des Büros BARD, eine Petition. Sie fordert die vollständige und werkgetreue Wiederherstellung, originale Materialien, eine moderne Löschanlage und einen Eigentümerwechsel: Eine unabhängige Organisation solle das Gebäude übernehmen und es an die Kunsthochschule zurückvermieten. Anfang August hatten über 8.300 Menschen unterschrieben, 100.000 lautet das Ziel. Moir begründet sein Anliegen nicht mit Denkmalpflege, sondern mit Schuld: „We owe it to Charles Rennie Mackintosh, Margaret Macdonald Mackintosh, Fra Newbery, and to all those who have loved the building.“ Parallel fordern Fachleute den First Minister auf, der Hochschule die Obhut über den Bau ganz zu entziehen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Thomas Heatherwick verwies auf Notre-Dame und verlangte „imagination, leadership and national will“. Der Vergleich sitzt und hinkt zugleich. Paris sammelte binnen weniger Tage Spenden in dreistelliger Millionenhöhe, weil eine Kathedrale als nationales Symbol funktioniert. Auf der Gegenseite verteidigt Stephen Hodder, Stirling-Preisträger und Mitglied des Kuratoriums, den Plan als belastbare Grundlage für spätere Schritte, RIAS und RIBA loben die neue Klarheit und halten zugleich fest, dass die werkgetreue Wiederherstellung das langfristige Ziel aller Beteiligten bleiben müsse. Historic Environment Scotland begrüßt die Investition.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Was eine Kopie leisten kann</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Damit steht die eigentliche Frage im Raum, und sie gehört nicht in die Kostenrechnung. Trägt ein rekonstruierter Raum die Wirkung des Originals? Die Dresdner Frauenkirche und der Campanile von San Marco, nach dem Einsturz von 1902 „com’era, dov’era“ wiedererrichtet, sprechen dafür. Der Ise-Schrein in Japan, alle zwanzig Jahre neu gezimmert, verschiebt die Frage vollständig: Authentizität liegt dort im Handwerk, nicht im Material.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Mackintoshs Bibliothek war eine Sache von Proportionen, Fugen und Schattenkanten, und genau diese Größen lassen sich vermessen. Das Digital Design Studio der Hochschule scannte den Westgiebel unmittelbar nach dem Brand von 2014 dreidimensional, Fachleute von Historic Scotland nummerierten anschließend die Steine. Aufmaße, Fotografien und Bauakten liefern eine Datenlage, wie sie kaum ein verlorener Bau je besaß. Nicht nachbauen lässt sich die Spur der Hände an den Handläufen. Doch eine Ruine, die niemand betreten darf, erzählt gar nichts, und ein Museum über einen Raum ersetzt den Raum nicht.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die graue Energie der Erinnerung</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ein Argument bleibt in der Debatte unterbelichtet. Die Sandsteinhülle steht, ihre graue Energie ist längst investiert, und jede Rekonstruktion nutzt diesen Bestand weiter. Museumseinbauten und zeitgenössische Innenräume mögen flexibler ausfallen, verlangen aber Beton, Stahl und Haustechnik in Mengen, die ökologisch keineswegs unschuldig bleiben. Die werkgetreue Wiederherstellung dagegen beschäftigt Steinmetzinnen und Steinmetze, Tischler und Tischlerinnen, Glaserinnen und Glaser über Jahre hinweg und hält Wissen lebendig, das andernfalls verschwindet. 265 Millionen Pfund sind viel Geld. Als Ausbildungsprogramm für das schottische Bauhandwerk gelesen, sehen sie anders aus.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Hochschule hat ihre Grenzen benannt, ehrlicher als in den Jahren zuvor. Ob Schottland diese Grenzen akzeptiert, entscheidet kein Finanzausschuss. Es entscheidet die Antwort auf eine schlichtere Frage: was ein Land bereit ist, für ein Zimmer aus Holz und Licht zu zahlen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Hamburgs Bornplatzsynagoge: Wiederaufbau als Akt der Stadtreparatur und des kollektiven Gedächtnisses</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Feb 2026 16:48:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nord]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Bornplatzsynagoge]]></category>
		<category><![CDATA[jüdisches Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Rekonstruktion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hamburg plant den Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge. Ein Siegerentwurf liegt vor. Was das für die Stadtgesellschaft bedeutet.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Eine Leerstelle hört auf zu schweigen</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Am Joseph-Carlebach-Platz im Hamburger Grindelviertel erzählen dunkle Granitsteine seit Jahrzehnten von einem Verbrechen. Dort, wo einst die Bornplatzsynagoge stand, das größte jüdische Gotteshaus Norddeutschlands mit 1.200 Plätzen, gibt es nur noch Pflaster und Schweigen. 1908 eingeweiht, 1938 in der Reichspogromnacht geschändet und geplündert, 1939 auf Befehl der Nationalsozialisten abgerissen. Nun soll diese schmerzende Leerstelle Geschichte werden.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Mitte September 2025 stellte die Stiftung Bornplatzsynagoge gemeinsam mit dem Hamburger Senat den Siegerentwurf des Architekturwettbewerbs vor: Das Büro Schulz und Schulz aus Leipzig, ergänzt durch Haberland Architekten aus Berlin und POLA Landschaftsarchitekten, überzeugte eine 27-köpfige Jury einstimmig. Die Botschaft ist eindeutig: Hamburg baut, was die Nationalsozialisten zerstört haben.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Rekonstruktion mit Haltung: Backstein, Neoromanik und eine gläserne Kuppel</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Entwurf orientiert sich eng am historischen Original. Rund 40 Meter hoch, in neoromanischem Stil, aus Backstein gefertigt, mit historischen Ziegeln aus der Bauzeit der alten Synagoge. Wer nur flüchtig hinschaut, sieht das Gebäude von 1908 wiedererstehen. Wer genauer hinsieht, entdeckt den eigentlichen architektonischen Kommentar: die gläserne Kuppel.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Wo das Original eine massive Steinkuppel hatte, setzt der neue Entwurf auf Transparenz. Daniel Scheffer, Vorsitzender der Stiftung Bornplatzsynagoge, nannte die gläserne Kuppel einen &#8218;Superlativ&#8216;, der für Offenheit stehe. Andererseits ermöglicht die historisierte Fassade, so Scheffer, die &#8218;Verbindung zur Vergangenheit, zu unseren Vorfahren, zu unserer Geschichte&#8216;. Dieser Doppelcharakter ist kein Widerspruch, sondern das eigentliche Kunststück des Entwurfs: Erinnerung und Zukunft in einem einzigen Gebäude.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Um die Hauptsynagoge herum sind vier weitgehend nüchtern gehaltene Nebengebäude geplant. Sie werden die Gemeindeverwaltung, Wohnungen, eine kleine Bibliothek, ein Café sowie eine Reformsynagoge für das liberale Judentum beherbergen. Oberbaudirektor Franz-Josef Höing lobte die &#8218;feingliedrige, differenzierte&#8216; Architektur, die &#8218;an die Materialität und Maßstäblichkeit der Nachbarschaft&#8216; anknüpfe. Eine Stadtreparatur, nannte er das, und der Begriff trifft es gut.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Offenheit als politisches Programm: keine Zäune</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Wer am Tag der Präsentationsveranstaltung in der Joseph-Carlebach-Schule an den Granitsteinmarkierungen vorbeikam, musste zuvor Polizisten mit Maschinenpistolen passieren, Sicherheitsschleusen durchqueren und einen hohen Metallzaun überwinden. Diese Realität jüdischen Lebens in Deutschland im Jahr 2025 könnte kaum deutlicher mit dem Anspruch des geplanten Neubaus kollidieren: Die Bornplatzsynagoge soll ohne Zäune auskommen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Allein im ersten Halbjahr 2025 wurden in Hamburg 48 antisemitische Straftaten registriert. Im Sommer wurde der Hamburger Antisemitismusbeauftragte Stefan Hensel in der Stadt attackiert. Im schleswig-holsteinischen Flensburg erteilte ein Ladenbesitzer Jüdinnen und Juden per Plakat ein &#8218;Hausverbot&#8216;. Der Antisemitismus ist nah.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Dennoch hält die Jüdische Gemeinde Hamburg am Konzept &#8218;offen&#8216; fest. Als Vorbild dient das Jüdische Zentrum in München, das ebenfalls auf Zaunanlagen verzichtet. Stattdessen sind im Inneren Sicherheitsschleusen geplant. Philipp Stricharz, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, betonte, der Entwurf balanciere &#8218;Offenheit einerseits und notwendige Prävention andererseits&#8216;. Das ist keine naive Haltung, sondern ein bewusster politischer Akt: Jüdisches Leben gehört in diese Stadt, nicht hinter Zäune.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Lange Vorgeschichte, offener Zeitplan</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Pläne zum Wiederaufbau existieren seit Jahren. Senat, Bürgerschaft und Bund unterstützen das Vorhaben. Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit brachte die Haltung Hamburgs auf eine Formel: Die Antwort auf die Frage nach den Kosten könne &#8218;whatever it takes&#8216; lauten, &#8217;natürlich mit Augenmaß&#8216;. Konkrete Zahlen nennt niemand. Auch ein Baubeginn ist nicht datierbar.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Zunächst muss ein Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg abgerissen werden, der den südlichen Teil des Platzes begrenzt und heute noch von der Universität Hamburg genutzt wird. Dazu laufen Absprachen mit der Wissenschaftsbehörde, der Universität und dem Bezirk. Erst nach dem Bunkerabriss folgt die Fachplanung, dann die Ausschreibung. Der Bund hat seit 2020 bereits 13 Millionen Euro beigesteuert. Die eigentlichen Baukosten sind noch völlig offen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Bei Ausgrabungen am Bornplatz wurden Fundstücke der alten Synagoge geborgen. Sie sollen künftig im Neubau ausgestellt werden, eine stille, materielle Klammer zwischen Vergangenheit und Gegenwart.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Was dieser Wiederaufbau über Architektur hinaus bedeutet</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Bornplatzsynagoge ist kein Sonderfall innerhalb der deutschen Rekonstruktionsdebatte. Sie steht in einer Reihe mit dem Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche, der Frankfurter Altstadt oder des Berliner Stadtschlosses. Immer wieder streitet die Republik darüber, ob und wie man Verlorenes zurückbauen kann, ob Rekonstruktion Erinnerung schafft oder verharmlost.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Im Fall der Bornplatzsynagoge ist die Antwort der Bauherrschaft klar formuliert. Daniel Scheffer nennt den Wiederaufbau &#8218;den Sieg der Demokratie und des jüdischen Lebens vor der Barbarei der Nazis&#8216;. Das ist eine große Behauptung für ein Gebäude, das noch nicht einmal im Grundriss steht. Aber es ist auch der einzige sinnvolle Maßstab für ein Projekt, das nicht bloß Lücken im Stadtbild schließt, sondern Lücken in der Stadtgesellschaft.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Architektur von Schulz und Schulz mit Haberland Architekten und POLA Landschaftsarchitekten liefert dafür den richtigen Rahmen: nicht bloß Kulisse der Erinnerung, sondern lebendiger Ort. Ein kleines Quartier soll entstehen, mit Café, Bibliothek, Wohnungen, Reformsynagoge. Eine Einladung, nicht nur an die Jüdische Gemeinde Hamburgs, sondern an die gesamte Stadtgesellschaft.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ob dieser Anspruch in einigen Jahren eingelöst wird, hängt nicht allein von der Architektur ab. Die gläserne Kuppel mag für Transparenz stehen. Den Test auf Offenheit besteht Hamburg erst dann, wenn das Gebäude steht, die Zäune tatsächlich fehlen und das Leben dahinter höher geht als die Pflastersteine, die jetzt noch allein erzählen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/hamburgs-bornplatzsynagoge-wiederaufbau-als-akt-der-stadtreparatur-und-des-kollektiven-gedaechtnisses/">Hamburgs Bornplatzsynagoge: Wiederaufbau als Akt der Stadtreparatur und des kollektiven Gedächtnisses</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Hessens Kampf um die Geschichte: Wie Klimaschutz den Denkmalschutz verändert</title>
		<link>https://baukunst.art/hessens-kampf-um-die-geschichte-wie-klimaschutz-den-denkmalschutz-veraendert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 May 2025 08:49:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hessen]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Denkmalschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Rekonstruktion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hessen zeigt beispielhaft neue Wege im Umgang mit historischer Bausubstanz: zwischen akribischer Rekonstruktion und klimagerechter Sanierung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/hessens-kampf-um-die-geschichte-wie-klimaschutz-den-denkmalschutz-veraendert/">Hessens Kampf um die Geschichte: Wie Klimaschutz den Denkmalschutz verändert</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-renderer-start-pos="1">Zwischen Bewahrung und Wandel: Hessens Weg im Umgang mit historischer Bausubstanz</h1>
<p data-renderer-start-pos="84">Die Frage, wie mit historischer Bausubstanz umgegangen werden soll, bewegt Hessen derzeit intensiver denn je. Während das Altarhaus im Staatspark Fürstenlager nach 66 Jahren Abwesenheit wieder in seinem ursprünglichen Glanz erstrahlt, ringen Planerinnen und Denkmalpfleger in Bad Nauheim mit der komplexen Sanierung des Sprudelhofs. Gleichzeitig entstehen in Frankfurt &#8222;schöpferische Nachbauten&#8220; einer Altstadt, die nie wirklich existierte. Diese drei Projekte verdeutlichen exemplarisch die Bandbreite heutiger Rekonstruktionsansätze – und zeigen, dass es die eine richtige Lösung nicht gibt.</p>
<h2 data-renderer-start-pos="679">Klimaschutz trifft Denkmalschutz: Ein Paradigmenwechsel</h2>
<p data-renderer-start-pos="736">Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen vollzieht seit 2023 einen bemerkenswerten Kurswechsel. Mit der Projektgruppe &#8222;Denkmalschutz – Klimaschutz&#8220; stellt sich die Behörde erstmals systematisch der Herausforderung, historische Gebäude energetisch zu ertüchtigen, ohne ihre Substanz zu gefährden. &#8222;Früher war das ein Widerspruch, heute ist es eine Notwendigkeit&#8220;, bringt es ein Sprecher des Amtes auf den Punkt.</p>
<p data-renderer-start-pos="1146">Diese neue Herangehensweise zeigt sich praktisch am Beispiel der Städtebaulich-Denkmalpflegerischen Aufnahme in Idstein. Hier wurden gezielt Dachflächen für Solaranlagen ermittelt – ein Ansatz, der vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre. Die Methode beschleunigt nicht nur Genehmigungsverfahren, sondern schafft auch Planungssicherheit für Eigentümer historischer Gebäude.</p>
<h2 data-renderer-start-pos="1528">Das Altarhaus: Rekonstruktion als Zeitreise</h2>
<p data-renderer-start-pos="1573">Im Staatspark Fürstenlager entstand ein kleines Wunder der Rekonstruktionskunst. Das 1918 abgetragene Altarhaus wurde auf Basis historischer Baupläne von 1857 und einer Gouache von 1848 wieder aufgebaut. Die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen ließen dabei historische Handwerkstechniken mit modernem ökologischem Bauwissen verschmelzen.</p>
<p data-renderer-start-pos="1916">Lehm und Kalk bestimmen das Bild, während die Wegeführung nach Plänen des späten 18. Jahrhunderts rekonstruiert wird. Das Projekt zeigt: Rekonstruktion kann mehr sein als nostalgische Verklärung – sie kann Kulturdenkmal und Landschaftskonzeption in ihrer ursprünglichen Einheit wieder erlebbar machen.</p>
<h2 data-renderer-start-pos="2219">Frankfurt: Die erfundene Altstadt</h2>
<p data-renderer-start-pos="2254">Völlig anders präsentiert sich das Dom-Römer-Projekt in Frankfurt. Hier entstanden 35 Neubauten, darunter 15 &#8222;schöpferische Nachbauten&#8220; wie das Haus zur Goldenen Waage. Eine eigens erlassene Gestaltungssatzung schrieb steile Satteldächer und regionaltypische Materialien vor – Sandstein, Basaltlava, Naturschiefer. Die Baukosten explodierten entsprechend.</p>
<p data-renderer-start-pos="2611">Das Ergebnis ist architektonisch umstritten, städtebaulich jedoch erfolgreich. Die neue Altstadt funktioniert als urbaner Raum und macht gleichzeitig den Archäologischen Garten mit römischen und karolingischen Überresten zugänglich. Hier zeigt sich Rekonstruktion als bewusste Inszenierung von Geschichte für die Gegenwart.</p>
<h2 data-renderer-start-pos="2936">Bad Nauheim: Komplexität als Programm</h2>
<p data-renderer-start-pos="2975">Der Sprudelhof in Bad Nauheim gilt derzeit als Hessens wichtigste Denkmalbaustelle. Seit 2020 wird das Jugendstil-Areal grundlegend saniert – ein Kraftakt, der die ganze Bandbreite denkmalpflegerischer Herausforderungen offenlegt. Badehaus 2 ist bereits fertiggestellt und mit einem modernen Thermen-Neubau verbunden. Die anderen ehemaligen Badehäuser werden für Reha-Einrichtungen, Veranstaltungslocations und eine Krankenpflegeakademie hergerichtet.</p>
<p data-renderer-start-pos="3428">Das Projekt verdeutlicht die Schwierigkeit, prunkvoll ausgestattete Gebäude behutsam zu restaurieren und gleichzeitig technisch zu modernisieren. Jeder Eingriff erfordert intensive Abstimmung zwischen Bauhandwerk und Denkmalpflege – ein zeitaufwändiger, aber notwendiger Prozess.</p>
<h2 data-renderer-start-pos="3709">Paulskirche: Die bewusste Neuinterpretation</h2>
<p data-renderer-start-pos="3754">Die Frankfurter Paulskirche steht für einen dritten Weg im Umgang mit zerstörter historischer Substanz. Nach dem Zweiten Weltkrieg entschied sich die &#8222;Planungsgemeinschaft Paulskirche&#8220; bewusst gegen eine kopierende Rekonstruktion. Stattdessen entstand eine Interpretation, die nach eigener Aussage &#8222;wahrscheinlich mehr Grösse und Innerlichkeit hat als der seinerzeitige klassizistische Bau&#8220;.</p>
<p data-renderer-start-pos="4147">Diese &#8222;reine und arme Gestalt&#8220; sollte den Willen zum Aufbau einer besseren Ordnung symbolisieren. Aktuelle Sanierungsmaßnahmen zeigen, dass auch Interpretationen geschichtlicher Bauwerke denkmalpflegerische Sorgfalt erfordern.</p>
<h2 data-renderer-start-pos="4375">Neue Standards für alte Steine</h2>
<p data-renderer-start-pos="4407">Auch die Bodendenkmalpflege passt sich an moderne Anforderungen an. Zum Jahresbeginn 2025 traten überarbeitete Richtlinien für die Archäologie in Hessen in Kraft. Sie betreffen Langzeitarchivierung, räumliche Grabungsdokumentation und Fundverwaltung – ein scheinbar technisches Detail, das jedoch entscheidend für den Schutz des archäologischen Erbes ist.</p>
<h2 data-renderer-start-pos="4764">Baukultur im Bestand: Der Preis als Programm</h2>
<p data-renderer-start-pos="4810">Der Hessische Landespreis Baukultur 2025 unter dem Motto &#8222;ZUSAMMEN UmGEBAUT&#8220; unterstreicht die aktuelle Relevanz der Bestandsentwicklung. Bauminister Kaweh Mansoori betont: Die innovative Nachnutzung bestehender Gebäude spare wertvolle Ressourcen, erhalte historische Identitäten und schaffe gleichzeitig neue Räume für Handel, Gastronomie oder Kultur.</p>
<p data-renderer-start-pos="5164">Projekte mussten bis zum 30. April 2025 eingereicht werden – eine Frist, die zeigt, wie dynamisch sich das Feld derzeit entwickelt.</p>
<h2 data-renderer-start-pos="5296">Zwischen Authentizität und Pragmatismus</h2>
<p data-renderer-start-pos="5337">Die hessischen Beispiele verdeutlichen: Es gibt nicht den einen richtigen Umgang mit historischer Bausubstanz. Das Altarhaus im Fürstenlager steht für akribische Rekonstruktion, Frankfurt für interpretative Neubauung, Bad Nauheim für komplexe Sanierung und die Paulskirche für bewusste Neuinterpretation.</p>
<p data-renderer-start-pos="5643">Entscheidend ist die jeweilige Begründung. Wo historische Quellen eine präzise Rekonstruktion ermöglichen und das Ergebnis kulturell wertvoll ist, kann sie gerechtfertigt sein. Wo Ensemblewirkung wichtiger ist als Authentizität im Detail, können &#8222;schöpferische Nachbauten&#8220; funktionieren. Und wo die symbolische Bedeutung über der baulichen steht, darf Interpretation vor Rekonstruktion gehen.</p>
<p data-renderer-start-pos="6037">Das Hessische Denkmalschutzgesetz verlangt, dass Veränderungen &#8222;idealerweise reversibel&#8220; sein sollen. Ein kluger Grundsatz, der jedoch in der Praxis oft an finanzielle und technische Grenzen stößt. Umso wichtiger wird die sorgfältige Abwägung im Einzelfall.</p>
<h2 data-renderer-start-pos="6296">Ausblick: Denkmalschutz als Zukunftsaufgabe</h2>
<p data-renderer-start-pos="6341">Die Integration von Klimaschutz und Denkmalschutz wird die nächsten Jahre prägen. Hessen geht hier mit der Projektgruppe &#8222;Denkmalschutz – Klimaschutz&#8220; einen beispielhaften Weg. Modellprojekte, Handreichungen und beschleunigte Genehmigungsverfahren sollen Synergien schaffen.</p>
<p data-renderer-start-pos="6617">Die Städtebaulich-Denkmalpflegerische Aufnahme, die bis 2026 ausgeweitet wird, zeigt einen Weg zur Entbürokratisierung. Statt jeden Einzelfall neu zu verhandeln, schafft sie Planungsgrundlagen für ganze Ortsbereiche.</p>
<p data-renderer-start-pos="6835">Der Umgang mit historischer Bausubstanz bleibt eine Gratwanderung zwischen Bewahrung und Veränderung. Hessen zeigt exemplarisch, dass diese Gratwanderung gelingen kann – wenn Denkmalpflege, Planerinnen und Eigentümer gemeinsam nach Lösungen suchen, die der Geschichte gerecht werden und gleichzeitig zukunftsfähig sind.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/hessens-kampf-um-die-geschichte-wie-klimaschutz-den-denkmalschutz-veraendert/">Hessens Kampf um die Geschichte: Wie Klimaschutz den Denkmalschutz verändert</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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		<title>Dieser Kasten soll die neue Bauakademie sein? Ernsthaft?</title>
		<link>https://baukunst.art/dieser-kasten-soll-die-neue-bauakademie-sein-ernsthaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Oct 2024 09:44:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin / Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Bauakademie]]></category>
		<category><![CDATA[Rekonstruktion]]></category>
		<category><![CDATA[Schinkel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die heftig kritisierte Vorstudie von Schneider + Schumacher zur Rekonstruktion der Bauakademie in Berlin sorgt für hitzige Debatten. Kann das berühmte Werk von Schinkel den aktuellen Anforderungen gerecht werden?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3>Zwischen Historie und Moderne: Die umstrittene Rekonstruktion der Bauakademie von Schinkel</h3>
<p>Die Bauakademie von <strong>Karl Friedrich Schinkel</strong>, eines der bedeutendsten Bauwerke der deutschen Architekturgeschichte, steht seit Jahren im Zentrum einer hitzigen Debatte. Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte und in den 1960er Jahren abgerissene Gebäude wird von vielen als Meisterwerk des Klassizismus verehrt. Seit geraumer Zeit gibt es Bestrebungen, das Bauwerk im Herzen Berlins wiederaufzubauen. Die Diskussion um die Rekonstruktion ist jedoch komplex und emotional aufgeladen – insbesondere nach der Veröffentlichung einer umstrittenen Vorstudie des Architekturbüros <strong>Schneider + Schumacher</strong>. Diese schlägt vor, den Entwurf Schinkels zugunsten moderner Anforderungen zu verändern, was auf heftigen Widerstand stößt.</p>
<h4>Die Bauakademie – Ein Symbol der Architekturgeschichte</h4>
<p>Die 1836 fertiggestellte <strong>Bauakademie</strong> war nicht nur eine Ausbildungsstätte für Architekten, sondern auch ein Zentrum für Innovation und Wissensaustausch im Bauwesen. Schinkels Entwurf – ein kubischer Backsteinbau mit vier identischen Fassaden – galt damals als visionär und beeinflusste sogar die Entwicklung der modernen Architektur, darunter die Chicago School. Doch genau diese Gleichförmigkeit aller Fassaden ist heute ein zentraler Streitpunkt. Kritiker der geplanten Änderungen argumentieren, dass diese architektonische Symmetrie ein wesentlicher Bestandteil des Schinkel&#8217;schen Entwurfs sei.</p>
<p>Nach jahrzehntelangem Stillstand beschloss der Deutsche Bundestag 2016 die Wiedererrichtung der Bauakademie und stellte dafür <strong>62 Millionen Euro</strong> zur Verfügung. Auch eine Umfrage des Forsa-Instituts von 2022 zeigte, dass 67 Prozent der Bundesbürger eine originalgetreue Rekonstruktion bevorzugen. Doch trotz dieser breiten Zustimmung stößt der Plan immer wieder auf Widerstände – nicht zuletzt aufgrund der Vorstudie von <strong>Schneider + Schumacher</strong>, die die Machbarkeit einer getreuen Rekonstruktion in Frage stellt.</p>
<h4>Die umstrittene Vorstudie von Schneider + Schumacher</h4>
<p>Die im Sommer 2022 veröffentlichte Studie der Architekten <strong>Schneider + Schumacher</strong> stellt die <strong>Barrierefreiheit</strong> und <strong>Belichtung</strong> als zentrale Herausforderungen des Wiederaufbaus dar. Besonders die schmalen Fenster im oberen Stockwerk ließen laut der Studie keine ausreichende Belichtung zu, was nach heutigem Baurecht problematisch sei. Zudem sei es nicht möglich, das Gebäude originalgetreu wiederaufzubauen und gleichzeitig moderne Standards für Barrierefreiheit zu erfüllen.</p>
<p>Die Lösung, die von der Studie vorgeschlagen wird, sieht vor, dass drei der vier Fassaden originalgetreu rekonstruiert werden, während die vierte Seite eine moderne Öffnung erhalten soll, um den Anforderungen an Barrierefreiheit gerecht zu werden. Dieser Vorschlag stieß jedoch auf breite Kritik von Architekturbefürwortern, Bürgervereinen und der <strong>Errichtungsstiftung Bauakademie</strong>, die betonen, dass die Gleichheit der vier Fassaden ein unverzichtbares Merkmal von Schinkels Entwurf ist.</p>
<h4>Historische Authentizität vs. moderne Anforderungen</h4>
<p>Die Diskussion über den Wiederaufbau der Bauakademie spiegelt eine größere, grundsätzliche Frage wider: Wie geht man mit historischen Gebäuden um, die modernen Anforderungen gerecht werden müssen? <strong>Barrierefreiheit</strong> und <strong>Nachhaltigkeit</strong> sind heute unverzichtbare Elemente jeder architektonischen Planung, aber muss dies auf Kosten der historischen Authentizität geschehen?</p>
<p>In den letzten Jahren gab es in Berlin mehrere erfolgreiche Projekte, bei denen historische Gebäude barrierefrei gestaltet wurden, ohne dass dabei wesentliche architektonische Merkmale verloren gingen. <strong>Bürgerinitiativen</strong> betonen, dass dies auch bei der Bauakademie möglich sei und die Barrierefreiheit keine unüberwindbare Hürde darstelle. Schließlich zeigen Projekte wie die <strong>Rekonstruktion des Berliner Schlosses</strong>, dass die Integration moderner Anforderungen in historische Gebäude umsetzbar ist.</p>
<h4>Ein Bauwerk als Symbol gesellschaftlicher Werte</h4>
<p>Die Bauakademie von Schinkel hat nicht nur architektonische Bedeutung. Sie ist auch ein Symbol für die Frage, wie wir als Gesellschaft mit unserem <strong>kulturellen Erbe</strong> umgehen. Sollte ein so wichtiges Bauwerk wie die Bauakademie unverändert rekonstruiert werden, um das <strong>historische Erbe</strong> zu bewahren? Oder muss es an die <strong>Anforderungen der Gegenwart</strong> angepasst werden, um zukunftsfähig zu bleiben?</p>
<p>Diese Frage hat auch politische Dimensionen. Die Berliner Landesregierung hat im Koalitionsvertrag festgehalten, dass der Wiederaufbau der Bauakademie zu den prioritären Projekten gehört. Die breite Unterstützung in der Bevölkerung und unter Fachleuten für eine <strong>originalgetreue Rekonstruktion</strong> zeigt, dass viele Menschen das Gebäude als Teil ihrer <strong>kulturellen Identität</strong> betrachten. Doch zugleich stehen die Forderungen nach modernen Anpassungen im Raum – ein Dilemma, das noch lange nicht gelöst ist.</p>
<h4>Kompromiss zwischen Vergangenheit und Zukunft</h4>
<p>Der <strong>Wiederaufbau der Bauakademie</strong> ist mehr als ein architektonisches Projekt. Es geht um die Frage, wie wir historische Gebäude in die moderne Stadtlandschaft integrieren können. Die Herausforderung besteht darin, einen <strong>Kompromiss</strong> zu finden, der sowohl dem historischen Wert des Gebäudes als auch den Anforderungen der Gegenwart gerecht wird.</p>
<p>Für die Architekten von <strong>Schneider + Schumacher</strong> stellt die Frage der <strong>Barrierefreiheit</strong> einen legitimen Punkt dar, doch Gegner der geplanten Änderung betonen, dass diese Forderungen durch kreative Lösungen erfüllt werden könnten, ohne den <strong>Charakter</strong> des Gebäudes zu gefährden. Eine vollständige Rekonstruktion der Bauakademie bleibt ein zentrales Anliegen vieler Bürger und Fachleute, die sich um den Erhalt von <strong>Schinkels Erbe</strong> bemühen.</p>
<h4>Fazit: Eine Debatte, die weitergeht</h4>
<p>Die Zukunft der <strong>Bauakademie</strong> bleibt ungewiss. Die Debatten um die Vorstudie von Schneider + Schumacher haben die Diskussion neu entfacht und zeigen, wie schwierig es ist, einen <strong>Kompromiss zwischen Vergangenheit und Moderne</strong> zu finden. Es bleibt abzuwarten, welche Lösung letztlich gewählt wird, doch eines ist sicher: Die Bauakademie wird weiterhin ein Prüfstein für den Umgang mit <strong>historischer Architektur</strong> und den Anforderungen der Gegenwart sein.</p>
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		<title>Architekt des Humboldt Forums fordert Kritiker &#8222;zu entfernen&#8220;</title>
		<link>https://baukunst.art/architekt-des-humboldt-forums-fordert-kritiker-zu-entfernen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jan 2021 08:47:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Hilmer+Sattler+Albrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Humboldt Forum]]></category>
		<category><![CDATA[Niklas Maak]]></category>
		<category><![CDATA[Rekonstruktion]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtschloss]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wegen eines Artikels, in dem der Leiter des Feuilleton der FAZ Niklas Maak kritisch hinterfragt, ob das mit der historischen Rekonstruktion des Stadtschlosses in Berlin die beste Idee war&#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/architekt-des-humboldt-forums-fordert-kritiker-zu-entfernen/">Architekt des Humboldt Forums fordert Kritiker &#8222;zu entfernen&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Wegen eines Artikels, in dem der Leiter des Feuilleton der FAZ <strong>Niklas Maak</strong> kritisch hinterfragt, ob das mit der historischen <strong>Rekonstruktion </strong>des <strong>Stadtschlosses in Berlin</strong> die beste Idee war&#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/architekt-des-humboldt-forums-fordert-kritiker-zu-entfernen/">Architekt des Humboldt Forums fordert Kritiker &#8222;zu entfernen&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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		<title>Rekonstruktion der Paulskirche</title>
		<link>https://baukunst.art/rekonstruktion-der-paulskirche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Sep 2019 21:28:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Pauluskirche]]></category>
		<category><![CDATA[Rekonstruktion]]></category>
		<category><![CDATA[Wiederaufbau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Wiederaufbau der Stadt funktionierte peu à peu mehr schlecht als recht. Soll nun, die nach dem Krieg sehr schnell und einfach aufgebaut Pauluskirche, in den Vorkriegszustand?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/rekonstruktion-der-paulskirche/">Rekonstruktion der Paulskirche</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Der Wiederaufbau der Stadt funktionierte peu à peu mehr schlecht als recht. Soll nun, die nach dem Krieg sehr schnell und einfach aufgebaut Pauluskirche, in den Vorkriegszustand?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/rekonstruktion-der-paulskirche/">Rekonstruktion der Paulskirche</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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