<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Bundesarchitektenkammer-Archiv - Baukunst</title>
	<atom:link href="https://baukunst.art/tag/bundesarchitektenkammer/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://baukunst.art/tag/bundesarchitektenkammer/</link>
	<description>Architektur und Ästhetik im gebauten Raum</description>
	<lastBuildDate>Wed, 27 May 2026 14:03:39 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.2</generator>

<image>
	<url>https://baukunst.art/wp-content/uploads/2023/04/cropped-favicon-1-32x32.png</url>
	<title>Bundesarchitektenkammer-Archiv - Baukunst</title>
	<link>https://baukunst.art/tag/bundesarchitektenkammer/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Vergabebeschleunigungsgesetz: Fluch oder Segen für Architekten?</title>
		<link>https://baukunst.art/vergabebeschleunigungsgesetz-fluch-oder-segen-fuer-architekten/</link>
					<comments>https://baukunst.art/vergabebeschleunigungsgesetz-fluch-oder-segen-fuer-architekten/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2026 09:55:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Premium]]></category>
		<category><![CDATA[§ 97a GWB]]></category>
		<category><![CDATA[50.000 Euro]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Gebhard]]></category>
		<category><![CDATA[Auftragswertberechnung]]></category>
		<category><![CDATA[BAK]]></category>
		<category><![CDATA[Berufspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesarchitektenkammer]]></category>
		<category><![CDATA[Direktauftrag]]></category>
		<category><![CDATA[GWB]]></category>
		<category><![CDATA[Losvergabe]]></category>
		<category><![CDATA[Planungsleistungen]]></category>
		<category><![CDATA[Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität]]></category>
		<category><![CDATA[UVgO]]></category>
		<category><![CDATA[Vergabebeschleunigungsgesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Vergaberecht]]></category>
		<category><![CDATA[VgV]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=15951</guid>

					<description><![CDATA[<p>Direktaufträge bis 50.000 Euro, schnellere Nachprüfung, klare Auftragswertberechnung bei Planungsleistungen: Das am 23. April 2026 vom Bundestag beschlossene Vergabebeschleunigungsgesetz entlastet den planenden Mittelstand spürbar. Doch § 97a GWB öffnet die Tür zu Gesamtvergaben bei Großvorhaben aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität. Andrea Gebhard (BAK) warnt, die historische Trennung von Planung und Ausführung steht auf dem Spiel. Eine Bilanz.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/vergabebeschleunigungsgesetz-fluch-oder-segen-fuer-architekten/">Vergabebeschleunigungsgesetz: Fluch oder Segen für Architekten?</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []"><strong>baukunst.art </strong> /  Politik / Berufspolitik</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Der Bundestag hat das Vergabebeschleunigungsgesetz beschlossen. Was die Reform für Architekturbüros wirklich bedeutet, und wo neue Gefahren lauern.</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Vergabebeschleunigungsgesetz reformiert das deutsche Vergaberecht oberhalb der EU-Schwellenwerte und bündelt Maßnahmen zur Vereinfachung, Digitalisierung und Beschleunigung öffentlicher Beschaffungsverfahren. Am 23. April 2026 hat der Deutsche Bundestag das Gesetz mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD beschlossen (Drucksachen 21/1934 und 21/5525), gegen die Stimmen von AfD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke. Stimmt der Bundesrat am 8. Mai 2026 zu, tritt die Reform zum 1. Juli 2026 in Kraft. Für die planenden Berufe ist das Gesetz eine Doppelbotschaft: Erleichterungen im Tagesgeschäft, strukturelle Gefahren im Großen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Reform betrifft das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) und die Vergabeverordnung (VgV) und folgt einem Beteiligungsverfahren des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) aus dem Jahr 2023, in dessen Rahmen über 450 Stellungnahmen ausgewertet wurden. Die Bundesarchitektenkammer (BAK), die Bundesingenieurkammer (BIngK) sowie der Verband Beratender Ingenieure (VBI) haben den Reformprozess über Jahre kritisch begleitet und gemeinsam mit dem Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) Lobbyarbeit gegen eine pauschale Aufweichung des Losgrundsatzes geleistet.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Was ändert sich konkret für Architekturbüros?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Im Tagesgeschäft kleiner und mittlerer Büros liegen die spürbarsten Verbesserungen. Die Wertgrenze für Direktaufträge nach § 14 Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) steigt von 1.000 Euro auf 50.000 Euro. Damit lassen sich Sanierungs-, Machbarkeits- und Vorplanungsaufträge ohne formales Vergabeverfahren direkt beauftragen, mit einer Pflicht zum rotierenden Wechsel zwischen den beauftragten Planerinnen und Planern, um faire Teilhabe zu sichern. Für viele Kommunen, die bisher selbst kleinste Untersuchungen formalisieren mussten, bedeutet das eine deutliche Entlastung in der täglichen Auftragsvergabe.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ebenfalls relevant ist die Kodifizierung eines alternativen Ansatzes zur Auftragswertberechnung bei Planungsleistungen. Hintergrund ist die Streichung von § 3 Absatz 7 Satz 2 VgV durch den Bundesrat 2024, durch die seither sämtliche Leistungsbilder nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) zu summieren waren. Schon kleinere Erweiterungen einer Kindertagesstätte konnten dadurch in die EU-weite Ausschreibungspflicht oberhalb des aktuellen Schwellenwerts von 221.000 Euro netto rutschen. Ein Rechtsgutachten von Professor Martin Burgi (Ludwig-Maximilians-Universität München, 2024) im Auftrag von BAK, BIngK, AHO und VBI hatte ein alternatives Beschaffungskonzept entwickelt, das Planungs- und Bauleistungen gemeinsam unter den Bauleistungs-Schwellenwert subsumiert und anschließend losweise ausschreibt. Diese Linie übernimmt das Gesetz und schafft damit endlich Rechtssicherheit für öffentliche Auftraggeber.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Hinzu kommen Beschleunigungen im Nachprüfungsverfahren: Die aufschiebende Wirkung sofortiger Beschwerden gegen Entscheidungen der Vergabekammer entfällt, der Schriftverkehr kann per E-Mail erfolgen, mündliche Verhandlungen können virtuell geführt werden. Für den planenden Mittelstand bedeutet das geringeren Verfahrensaufwand und schnellere Auftragsklarheit, gerade in Büros, die sich keine eigene Vergabeabteilung leisten können. Verzögerungen von zwei bis drei Jahren durch Beschwerdeverfahren vor den Oberlandesgerichten, die in der Vergangenheit ganze Bauvorhaben unrentabel werden ließen, sollen damit der Vergangenheit angehören.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Wo liegen die strukturellen Risiken für Planerinnen und Planer?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der politisch umstrittenste Punkt ist der neue § 97a GWB, der die Losvergabe regelt. Im Grundsatz bleibt die mittelstandsfreundliche Aufteilung in Teil- und Fachlose erhalten, eine Forderung, die BAK, BIngK, ZDB und ZDH gemeinsam durchgesetzt haben. Doch § 97a Absatz 3 schafft eine ausgeweitete Ausnahme: Mehrere Lose dürfen zusammen vergeben werden, wenn zeitliche Gründe es erfordern, das Vorhaben aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität finanziert wird und der geschätzte Auftragswert das Doppelte des einschlägigen Schwellenwerts erreicht, also ungefähr ab 14 Millionen Euro im Bauwesen. Hinzu kommen Verkehrsinfrastrukturvorhaben nach Absatz 4, namentlich Eisenbahn, Bundesfernstraßen, Bundeswasserstraßen und Flugplätze.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">In der Praxis öffnet diese Regel die Tür zu generalunternehmerischen Vergabemodellen, bei denen Planung und Ausführung im Paket vergeben werden. Damit verschiebt sich die Marktstellung der Architektenschaft. Wo unabhängige Planung als Gegengewicht zur Bauausführung gedacht ist, droht eine Eingliederung in Wertschöpfungsketten, die von Bauindustrie und Investorinnen dominiert werden. Andrea Gebhard, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, formuliert es so: „Architektur und Planung sind öffentliche Aufgaben, und gute Vergaberegeln sind die Grundlage dafür, dass sie das bleiben.&#8220;</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die BAK hat besonders auf die soziale Infrastruktur hingewiesen. Schulen und Kindertagesstätten, so Gebhard, sollten von der Ausnahme ausgenommen bleiben, weil dort fachliche Unabhängigkeit der Planenden für pädagogische Konzepte und gesellschaftliche Zusammenhänge entscheidend ist. Diese Differenzierung hat das Gesetz nicht aufgenommen. Die Kammer kündigt an, die Anwendungspraxis im ersten Jahr nach Inkrafttreten genau zu beobachten und Fälle zu dokumentieren, in denen die Dringlichkeitsklausel zu weit ausgelegt wird.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Beschleunigung um welchen Preis?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Gesetz steht in einer Reihe weiterer Beschleunigungsvorhaben der Großen Koalition, darunter das Gesetz zur beschleunigten Planung und Beschaffung für die Bundeswehr vom 15. Januar 2026 sowie die föderale Modernisierungsagenda vom 4. Dezember 2025, die bis Ende 2026 eine Neufassung der UVgO vorsieht. Der politische Impuls ist eindeutig: Investitionsstaus abbauen, Bundeswehrbeschaffung absichern, die Klimaneutralität bis 2045 nicht durch Verfahren verschleppen. Nach Berechnungen des BMWE kann ein Euro öffentlicher Investitionen im Durchschnitt 1,50 Euro private Investitionen anreizen, ein Hebel, der über das Vergaberecht reguliert wird.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Für Architekturbüros zwingt das zu einer Doppelhaltung. Im operativen Geschäft sind die neuen Wertgrenzen, die digitalisierten Verfahren und die klare Auftragswertberechnung ein lange überfälliger Schritt zur Entbürokratisierung, gerade für Büros mit fünf bis zwanzig Mitarbeitenden. Berufspolitisch jedoch verlangt § 97a Absatz 3 wache Begleitung: Welche Vorhaben werden tatsächlich als „dringlich&#8220; eingestuft? Wie eng wird das Tatbestandsmerkmal des Sondervermögens ausgelegt? Welche kommunalen Auftraggeber kopieren das Modell ohne den engen rechtlichen Rahmen, wenn der Anwendungsbereich Schule macht?</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Fluch oder Segen also? Beides, und zwar nicht zufällig, sondern systematisch. Das Vergabebeschleunigungsgesetz entlastet die freiberufliche Planungspraxis dort, wo sie unter Verfahrensaufwand erstickte. Es öffnet zugleich an strategischen Stellen einen Spalt, durch den die historische Trennung von Planung und Ausführung weiter erodieren kann. Die Architektenschaft wird ihre Argumente für unabhängige Planung in den nächsten Jahren noch klarer artikulieren müssen, gerade in einem politischen Umfeld, das Tempo höher gewichtet als Verfahrensqualität. Der Bundesrat berät am 8. Mai 2026, das Inkrafttreten zum 1. Juli 2026 ist nur noch Formsache.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/vergabebeschleunigungsgesetz-fluch-oder-segen-fuer-architekten/">Vergabebeschleunigungsgesetz: Fluch oder Segen für Architekten?</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://baukunst.art/vergabebeschleunigungsgesetz-fluch-oder-segen-fuer-architekten/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kammerspiele: Wie die Architekten-Lobby sich an Springer verkauft</title>
		<link>https://baukunst.art/kammerspiele-wie-die-architekten-lobby-sich-an-springer-verkauft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Aug 2025 09:35:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Premium]]></category>
		<category><![CDATA[Axel Springer]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesarchitektenkammer]]></category>
		<category><![CDATA[DAB]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsches Architektenblatt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=13014</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein geheimer Deal, empörte Architektinnen, eine Petition und die Frage: Wie konnte die Bundesarchitektenkammer das Standesorgan aller deutschen Architekten ausgerechnet an den Springer-Konzern verscherbeln? Während die BAK-Führung von "Zukunftsfähigkeit" faselt, tobt in den sozialen Medien ein Sturm der Entrüstung. Die Mitglieder wurden nicht gefragt, zahlen aber die Zeche. Nach vielen Jahren in der Architektur erlebe ich einen beispiellosen Verrat an der Baukultur – aber auch einen Berufsstand, der sich endlich wehrt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/kammerspiele-wie-die-architekten-lobby-sich-an-springer-verkauft/">Kammerspiele: Wie die Architekten-Lobby sich an Springer verkauft</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Wenn Baukultur auf Boulevardjournalismus trifft: Die fatale Springer-Allianz der Bundesarchitektenkammer</strong></h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Bundesarchitektenkammer verkauft ihre publizistische Seele an Axel Springer &#8211; ein Verrat an den Werten der Baukultur, der die Architektinnen und Architekten vor vollendete Tatsachen stellt.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Der Sündenfall der Standesvertretung</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Nach vielen Jahrzehnten in der Architektur habe ich vieles erlebt – schlechte Entwürfe, fragwürdige Bauherrenentscheidungen, politische Fehlsteuerungen. Doch was die Bundesarchitektenkammer (BAK) nun plant, übertrifft alles: Das Deutsche Architektenblatt (DAB), unser Standesorgan, soll ab 2026 von einer Springer-Tochter produziert werden. Ein Verlag, dessen Flaggschiffe BILD und WELT täglich den Pressekodex mit Füßen treten, soll künftig mit unseren Zwangsbeiträgen finanziert werden.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Architekturjournalistin Ursula Baus hat es auf LinkedIn treffend formuliert: Nach 37 Jahren in der Architekturpublizistik sei dies eine &#8222;Einbuchtung des Berufs in den Fängen der Springer-Presse&#8220;. Dem ist nichts hinzuzufügen – außer vielleicht die Frage, wie es so weit kommen konnte.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Die Mär von der redaktionellen Unabhängigkeit</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">BAK-Präsidentin Andrea Gebhard und Bundesgeschäftsführer Tillman Prinz verteidigen die Entscheidung mit geradezu rührender Naivität. Man sichere sich die redaktionelle Unabhängigkeit, Springer liefere nur die &#8222;Infrastruktur, nicht Haltung&#8220;. Wer so argumentiert, hat entweder die Medienlandschaft der letzten Jahrzehnte verschlafen oder hofft, dass die Mitglieder es tun.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Jeder Euro, der an Axel Springer Corporate Solutions (ASCS) fließt, stärkt einen Konzern, der systematisch Desinformation betreibt, Minderheiten diskriminiert und rechtspopulistische Narrative befeuert. Es spielt keine Rolle, ob ASCS als eigenständige Tochter agiert – das Geld landet im gleichen Konzern, der mit der BILD-Zeitung täglich demokratische Grundwerte untergräbt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Stellenausschreibung für die neue Redaktionsleitung spricht Bände: Ein &#8222;einschlägiges&#8220; Studium genügt, Architekturexpertise ist nachrangig. Entwickelt werden soll primär die &#8222;Marke&#8220;, nicht der redaktionelle Inhalt. Die Redaktionsleitung kümmert sich um &#8222;Kunden&#8220; und &#8222;Bedürfnisse des Marktes&#8220;. Befristet auf ein Jahr. Das klingt nicht nach Baukultur, sondern nach Business.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Der demokratische Skandal</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Was mich besonders empört: Die Entscheidung wurde ohne jede Mitgliederbeteiligung getroffen. Zwangsmitglieder der Kammern werden vor vollendete Tatsachen gestellt. Erst nach massiver Kritik äußert sich die BAK-Führung – und dann auch nur mit Durchhalteparolen und dem Verweis auf &#8222;lange interne Diskussionen&#8220;.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Architekt Christoph Manderscheid aus Tübingen bringt es auf den Punkt: &#8222;Ich will nicht, dass mit meinem Geld ein Verlag finanziell unterstützt wird, dessen sonstige Medien durchaus intensiv von Desinformation und Kampagnenjournalismus leben.&#8220; Er ist durch die Kammermitgliedschaft zur Beitragszahlung verpflichtet – eine demokratische Mitsprache bei der Verwendung dieser Gelder? Fehlanzeige.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Die wirtschaftliche Ausrede</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die BAK argumentiert, die bisherige Kooperation mit der renommierten Handelsblatt Media Group sei &#8222;wirtschaftlich nicht mehr darstellbar&#8220; gewesen. Ein bemerkenswerter Einwand, bedenkt man die Zwangsbeiträge aller Architektinnen und Architekten. Hat man ernsthaft alle Alternativen geprüft? Warum nicht eine Genossenschaft gründen, eine Stiftung beauftragen oder – radikal gedacht – ins digitale Zeitalter wechseln?</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">André Nagel von Drees und Sommer stellt die richtige Frage: &#8222;Wozu brauchen wir in einer digitalisierten Welt noch ein gedrucktes DAB?&#8220; Bei vielen Kolleginnen und Kollegen landet das Heft ungelesen im Altpapier. Eine nachhaltige, digitale Lösung wäre nicht nur zeitgemäß, sondern könnte auch die vorgeschobenen wirtschaftlichen Zwänge auflösen.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Die Graadwies-Initiative: David gegen Goliath</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Immerhin: Es regt sich Widerstand. Das norddeutsche Architekturbüro Graadwies hat eine Onlinepetition gestartet. &#8222;Die Meinungen, die der Axel-Springer-Verlag über seine Publikationen verbreitet, stehen diametral zu allen Werten, die wir Architektinnen und Architekten vertreten&#8220;, erklärt Architektin Leonie Kliemann. Eine mutige Initiative, die zeigt: Nicht alle lassen sich diese Entscheidung gefallen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Petition fordert die sofortige Auflösung der Kooperation und eine transparente Neuausschreibung mit Fokus auf Unabhängigkeit, Baukultur und demokratische Werte. Knapp 300 Unterschriften sind ein Anfang – aber es braucht mehr. Viel mehr.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Die historische Lehre</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Wolfgang Bachmann erinnert auf LinkedIn an ein historisches Beispiel: Als der Ullstein-Verlag und damit die Bauwelt zu Axel Springer gehörten, wollte die Redaktion unter Ulrich Conrads dies &#8222;nicht aushalten&#8220;. Man trennte sich rechtzeitig. &#8222;Vorbildlich!&#8220;, kommentiert Bachmann. Eine Haltung, die der heutigen BAK-Führung offenbar abgeht.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Fazit: Zeit für einen Aufstand der Anständigen</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Nach 40 Jahren in diesem Beruf sage ich: Diese Entscheidung ist ein Verrat an allem, wofür Architektur stehen sollte – Verantwortung, Nachhaltigkeit, demokratische Teilhabe, kulturelle Werte. Die BAK-Führung mag von &#8222;Aufbruch&#8220; und &#8222;neuen Mediengewässern&#8220; schwadronieren. In Wahrheit ist es ein Kotau vor einem Medienkonzern, der täglich beweist, dass ihm journalistische Ethik gleichgültig ist.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Vertrag ist noch nicht unterschrieben. Es ist Zeit für einen Aufstand der Anständigen in unserer Zunft. Unterzeichnet die Petition, schreibt an eure Länderkammern, verweigert die Kooperation. Wenn wir als Berufsstand für Baukultur stehen wollen, dürfen wir nicht zulassen, dass unser Standesorgan in die Hände eines Konzerns fällt, der Kultur systematisch zerstört.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Alternative? Es gibt viele: Genossenschaften, Stiftungen, universitäre Kooperationen, digitale Eigen-Plattformen. Was es braucht, ist der Mut, neue Wege zu gehen – und der Anstand, alte Fehler nicht zu wiederholen.</p>
<h3><a href="https://weact.campact.de/petitions/nein-zum-schulterschluss-der-architektenkammer-mit-axel-springer?source=rawlink&amp;utm_medium=recommendation&amp;utm_source=rawlink&amp;share=281bd67d-236a-484f-8ca9-597f5fcd9732" target="_blank" rel="noopener">Hier geht es zur Onlinepetition</a></h3>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/kammerspiele-wie-die-architekten-lobby-sich-an-springer-verkauft/">Kammerspiele: Wie die Architekten-Lobby sich an Springer verkauft</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bundesjustizminister prüft Gebäudetyp E</title>
		<link>https://baukunst.art/bundesjustizminister-prueft-gebaeudetyp-e/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Jun 2023 10:44:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Premium]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesarchitektenkammer]]></category>
		<category><![CDATA[Gebäudetyp E]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://initiativebaukunst.de/?p=4870</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die BAK zeigt sich erfreut über den Beschluss der Frühjahrskonferenz der Justizministerinnen und Justizminister der Länder zur Integration des neuen Planungsansatzes "Gebäudetyp E" in das Bauordnungsrecht.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/bundesjustizminister-prueft-gebaeudetyp-e/">Bundesjustizminister prüft Gebäudetyp E</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die BAK zeigt sich erfreut über den Beschluss der Frühjahrskonferenz der Justizministerinnen und Justizminister der Länder zur Integration des neuen Planungsansatzes &#8222;Gebäudetyp E&#8220; in das Bauordnungsrecht.</p>
<p>Diese Maßnahme eröffnet Möglichkeiten, den Neubau oder Umbau von Gebäuden durch innovative und maßgeschneiderte Planung nachhaltig, ressourcenschonend und kostengünstig zu gestalten, indem von nicht zwingend notwendigen technischen Normen abgewichen werden kann.</p>
<p>Ein besonders wichtiger Teil des Beschlusses vom 25./26. Mai 2023 aus Sicht der Bundesarchitektenkammer ist die explizite Bitte an Bundesjustizminister Dr. Marco Buschmann, die erforderlichen zivilrechtlichen Anpassungen für den bauordnungsrechtlichen &#8222;Gebäudetyp E&#8220; zu prüfen. Das Ziel dieser Prüfung ist es, eine rechtssichere Umsetzung zu ermöglichen, insbesondere in Bezug auf die Sachmangelhaftung im Werkvertragsrecht sowie im Kauf-, Miet- und Haftungsrecht.</p>
<p>Die Überlegung, zivilrechtliche Anpassungen vorzunehmen, ist von großer Bedeutung, um potenzielle Unsicherheiten und rechtliche Hürden bei der Umsetzung des innovativen Planungsansatzes zu beseitigen. Insbesondere die Frage der Sachmangelhaftung im Werkvertragsrecht spielt eine entscheidende Rolle, da Abweichungen von technischen Normen in Gebäuden potenziell zu Diskussionen über Mängel und Gewährleistungsansprüche führen könnten.</p>
<p>Darüber hinaus sind auch Anpassungen im Kauf-, Miet- und Haftungsrecht von Relevanz, um sicherzustellen, dass alle beteiligten Parteien angemessen geschützt sind und klare Regelungen für die Nutzung und den Betrieb von Gebäuden gemäß dem neuen Planungsansatz geschaffen werden. <a href="https://bak.de/presse/pressemitteilungen/bundesjustizminister-soll-zivilrechtliche-fragen-zum-gebaeudetyp-e-klaeren/" target="_blank" rel="noopener">mehr</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/bundesjustizminister-prueft-gebaeudetyp-e/">Bundesjustizminister prüft Gebäudetyp E</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
