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	<title>Nachverdichtung-Archiv - Baukunst</title>
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	<description>Architektur und Ästhetik im gebauten Raum</description>
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	<title>Nachverdichtung-Archiv - Baukunst</title>
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		<title>Elf Etagen überm Viertel: Warum Bremen um ein Hochhaus im Ostertor ringt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2026 11:26:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Niedersachsen & Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Geförderter Wohnungsbau]]></category>
		<category><![CDATA[Nachverdichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtbild Bremen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Elf Etagen auf dem alten Bundesbankgrund spalten das Bremer Viertel. Zwischen Wohnungsnot, Denkmalpflege und einer hartnäckigen Bürgerinitiative verhandelt die Stadt ihr Maß.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/elf-etagen-ueberm-viertel-warum-bremen-um-ein-hochhaus-im-ostertor-ringt/">Elf Etagen überm Viertel: Warum Bremen um ein Hochhaus im Ostertor ringt</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>baukunst.art</strong>  | Regionales | <strong>Bremen</strong> | Juli 2026</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Domblick gegen Dichte: Das Bundesbank-Areal als Testfall der Baukultur</strong></h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das geplante Wohnhochhaus an der Bremer Kohlhökerstraße ist ein elfgeschossiger Neubau auf dem Areal der früheren Deutschen Bundesbank, und es ist zum Prüfstein dafür geworden, wie viel Höhe und Dichte ein gewachsenes Gründerzeitquartier wie das Ostertor verträgt. Der Hamburger Projektentwickler Evoreal will hier bis 2028 ein Wohnquartier mit 179 Wohnungen errichten, davon 54 öffentlich gefördert. Nach fast einem Jahrzehnt Planung, Wettbewerb, Klagen und Kompromissen rücken im Sommer 2026 Abriss und Baustart näher: Der Rückbau des seit März 2016 leerstehenden Bankgebäudes steht bevor, der Bau soll im Herbst beginnen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Ort ist heikel. Das rund 7.000 Quadratmeter große Grundstück zwischen Salvador-Allende-Straße und Imre-Nagy-Weg liegt am Rand des Ostertorviertels, das die Bremerinnen und Bremer schlicht „das Viertel“ nennen: ein dicht bebautes Gründerzeitquartier aus schmalen Bremer Häusern, Altbremer Fassaden und einer Bewohnerschaft, die ihr Stadtbild seit den Abrissplänen der autogerechten Nachkriegszeit mit Argwohn verteidigt. Der Entwurf des Hamburger Büros Schenk Fleischhaker Architekten, hervorgegangen aus einem städtebaulichen Wettbewerb von 2018, reiht entlang der Straßen mehrere Baukörper zu einem Ensemble, öffnet im Inneren einen parkartigen Hof und setzt im rückwärtigen Nordteil den umstrittenen Turm. Das Projekt trägt den werbewirksamen Namen „bremen.auf 265°domblick“; das Investitionsvolumen liegt bei rund 90 Millionen Euro, geplant nach § 12 Baugesetzbuch (BauGB) als vorhabenbezogener Bebauungsplan.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Warum wird ein Hochhaus im Viertel zum Streitfall?</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Weil das Viertel Höhe als Fremdkörper liest. Die Bürgerinitiative „Kein Hochhaus im Viertel“ formierte sich früh und blieb hartnäckig. Ihre Kritik zielt weniger auf den Neubau an sich als auf sein Maß: zu dicht, zu hoch, zu wenig auf die kleinteilige Nachbarschaft bezogen, dazu der Verlust von Bäumen auf dem Grundstück. Die Initiative bezweifelte über Jahre die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Vorhabens und forderte zeitweise sogar, dem Investor die Baugenehmigung zu entziehen. Ein solcher organisierter Widerstand ist im Viertel kein Zufall, sondern Teil einer lokalen Planungskultur, die aus den Häuserkämpfen der 1970er Jahre ein waches Misstrauen gegen Großmaßstab und Renditelogik konserviert hat.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Konflikt blieb nicht im Rathaus. Gegen die Abbruchgenehmigung, den Bebauungsplan und die Baugenehmigung wurde geklagt und Widerspruch eingelegt; ein Gericht vertagte seine Entscheidung, und über zwei Jahre herrschte Stillstand auf dem Areal. Projektleiter Reiner Belitz von Evoreal nennt genau diese juristischen Auseinandersetzungen, dazu gestiegene Baukosten, als Grund für die Verzögerung. Die Bremer Baubehörde wiederum drängt auf Tempo: Ziel sei, „dass jetzt zügig weitergearbeitet wird, damit dringend benötigter Wohnraum entsteht“. In dieser Formel steckt der ganze Zielkonflikt: geförderter Wohnraum gegen gewachsenes Quartiersbild, Landesinteresse gegen Nachbarschaftsinteresse.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Wie viel Höhe verträgt das Ostertor?</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Über diese Frage entschied in Bremen nicht der Markt, sondern die Denkmalpflege. Ursprünglich waren 14 Geschosse und rund 43 Meter vorgesehen. Der Landesdenkmalpfleger Georg Skalecki erhob Einspruch gegen diese Höhe, weil der Turm die Silhouette der historischen Innenstadt und die Fernwirkung auf den Bremer Dom beeinträchtigt hätte. Das Ergebnis ist ein Kompromiss: Der Bau schrumpfte auf elf Geschosse. Dass ausgerechnet die Rücksicht auf den Domblick den Turm stutzte, während der Projektname den Blick auf ebendiesen Dom vermarktet, gehört zu den feineren Ironien des Verfahrens.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Fall zeigt zugleich, mit welchen Instrumenten Bremen sein Stadtbild steuert. Die Bremische Landesbauordnung (BremLBO) regelt vor allem das technisch Zulässige, nicht das baukulturell Wünschenswerte; den gestalterischen Rahmen setzen der Bebauungsplan, das Bremische Denkmalschutzgesetz (BremDSchG) und die fachliche Autorität der Denkmalpflege. Hinzu kommt, dass Bremen seine Höhenentwicklung seit einigen Jahren über einen eigenen Hochhausentwicklungsplan zu ordnen versucht, der Zonen für hohe Bauten benennt und den innenstadtnahen Bestand tendenziell schont. Ein Turm am Rand des Viertels berührt damit nicht nur ein Grundstück, sondern eine stadtweite Verständigung darüber, wo Bremen in die Höhe gehen darf und wo nicht. Wer hier elf Etagen genehmigt, verschiebt eine Grenze, die andernorts als Argument taugt.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Was bedeutet der Fall für andere Quartiere?</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Er zeigt exemplarisch, wie sich Wohnungsnot und Milieuschutz ins Gehege kommen. Innenstadtnahe Gründerzeitquartiere sind begehrt, ihre Grundstücke knapp, ihre Nachverdichtung politisch gewollt und zugleich hoch emotional. Das Bundesbank-Areal ist eine der letzten großen Baulücken im Bremer Zentrum, und mit 54 geförderten von 179 Wohnungen bedient das Projekt genau jenen preisgebundenen Wohnraum, der überall im Land fehlt. Wer solche Flächen blockiert, verlagert das Wachstum an den Stadtrand oder ins Umland, mit allen Folgen für Verkehr, Flächenverbrauch und soziale Durchmischung. Ein pauschales Nein zur Höhe hat also seinen Preis, und der wird selten dort bezahlt, wo er entsteht.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Zugleich verdienen die Einwände eine faire Prüfung. Ein Quartier lebt von Maßstab, und ein Turm, der sich nicht einfügt, kann einen Straßenraum dauerhaft aus dem Gleichgewicht bringen. Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht, ob im Viertel gebaut werden darf, sondern wie hoch, wie dicht und mit welcher Sorgfalt im Detail. Ein qualifizierter Wettbewerb, eine denkmalfachliche Höhenbegrenzung und ein verbindlicher Anteil geförderter Wohnungen sind dabei genau die richtigen Werkzeuge; Bremen hat sie im Fall Kohlhökerstraße eingesetzt, wenn auch spät und unter juristischem Druck. Der Kompromiss auf elf Geschosse ist kein Sieg einer Seite, sondern das Ergebnis eines Aushandelns, das die Stadt sich abgerungen hat.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Was in Bremen verhandelt wird, steht in vielen deutschen Innenstädten an: das Selbstbild eines Quartiers gegen den Druck, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Das Ostertor wird sich verändern, sobald der erste Kran steht; ob es sich fremd wird oder ein neues Stück von sich gewinnt, entscheidet sich nicht an der Zahl der Geschosse allein, sondern an der Qualität dessen, was am Ende gebaut wird. Ein Hochhaus verändert ein Viertel immer. Die offene Frage ist, ob es das Viertel bleiben lässt, was es sein will.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
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		<title>Das Wunder von Mannheim: So sieht nachhaltiges Wohnen der Zukunft aus</title>
		<link>https://baukunst.art/das-wunder-von-mannheim-so-sieht-nachhaltiges-wohnen-der-zukunft-aus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Oct 2025 09:49:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Südwest]]></category>
		<category><![CDATA[Holzbau]]></category>
		<category><![CDATA[Nachverdichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnqualität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nachverdichtung mit Leuchtturmcharakter: Das Franklin Village in Mannheim zeigt, wie Holzbau, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Vielfalt auf engstem Raum gelingen – gerade weil die Architekten es verstanden haben.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Vom Militärareal zur Leuchtturmstadt</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Transformation eines ehemaligen Militärareals in der Barockstadt Mannheim erzählt eine Geschichte, die sich in vielen deutschen Städten wiederholt. Brachliegende Flächen, Denkmalschutz und die drängenden Fragen der Gegenwart – wie schafft man bezahlbaren Wohnraum ohne dabei die Qualität zu opfern? Das Franklin Village liefert Antworten, die regional bedeutsam sind und deutschlandweit Aufmerksamkeit verdienen. Mit fünf Neubauten und einem sensibel erweiterten Bestandsgebäude entstand ein Quartier, das städtebaulich nachhaltiges Denken mit architektonischer Haltung verbindet.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Nachverdichtung mit Gesicht – Das Konzept</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Franklin Village verkörpert ein architektonisches Credo, das sich durch die aktuelle Baden-Württembergische Landesentwicklungsplanung zieht: Innenentwicklung statt Flächen versiegeln. Doch hier bleibt das Projekt nicht im Methodischen stecken. Um einen geschützten, mit einheimischen Bäumen begrünten Innenhof gruppiert sich das Ensemble. Stützenfrei vorgelagerte Laubengänge ermöglichen spontane Nachbarschaftsbegegnungen – eine bauliche Antwort auf die moderne Frage nach nachbarschaftlichem Zusammenleben. Die farbigen Trennwände und Deckenunterseiten kontrastieren zur grau lasierten Holzfassade und verleihen dem Hof eine heitere, unverwechselbare Atmosphäre.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Besonders regional bedeutsam ist die konsequente Holzbauweise des Projekts. Im Kontext der Baden-Württembergischen Forstwirtschaft und des lokalen Handwerks symbolisiert dies mehr als technische Materialwahl: Es ist ein Statement für regionale Wertschöpfung und CO2-Effizienz. Wenn der Holzbau von Fachleuten aus dem Land realisiert wird, stärkt dies gleichzeitig die lokale Handwerkskultur. Das Projekt zeigt: nachhaltig bedeutet nicht abstrakt, sondern konkret, lokal und wirtschaftlich sinnvoll.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Vielfalt als Grundprinzip</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Besonders unter den gegenwärtigen Bedingungen der Wohnungskrise verdient das Programmatische des Franklin Village Aufmerksamkeit. Single-Apartments, klassische Familienwohnungen und Clusterwohnungen mit gemeinschaftlichen Nutzungsbereichen bilden ein Portfolio, das gesellschaftliche Vielfalt nicht bloß verspricht, sondern lebt. Dies entspricht einer regionalen Notwendigkeit, die in den Oberflächenentwicklungsstudien Baden-Württembergs deutlich wird: Der Bedarf an flexiblen Wohnformen wächst kontinuierlich. Pflegefamilien, Patchwork-Konstellationen, Wohngruppen – das Franklin Village antizipiert diese Realität nicht als exotische Ausnahme, sondern als Normalität des urbanen Zusammenlebens.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Für die Planerinnen und Planer Mannheims und der Region hat das Projekt demnach vorbildhafte Qualität. Es demonstriert, dass Dichte und Grün nicht in Widerspruch stehen, dass Kostengünstigkeit und Gestaltungsanspruch koexistieren können und dass Nachhaltigkeit kein Luxusmerkmal sein muss.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Räumliche Lösungen als Angebot</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ein Detail offenbart die Sorgfalt des Entwurfs: Die großzügigen Freitreppen in den Innenhof schaffen ein Wegekontinuum, das nicht nur funktional ist, sondern einen räumlichen Rahmen für gelebte Gemeinschaft bietet. <a href="https://www.bbr.bund.de/BBR/DE/Wettbewerbe/DeutscherArchitekturpreis/2025/finalisten/franklin-village-mannheim/projektinformation.html#doc2095862bodyText4" target="_blank" rel="noopener">Die Architekten Sauerbruch Hutton</a> haben verstanden, dass Wohnqualität sich nicht in der Privatwohnung erschöpft. Stattdessen wird Gemeinsinn durch Infrastruktur ermöglicht – durch Orte, die Begegnung erlauben, aber nicht erzwingen. Dies ist insbesondere für Mannheim als Industriestadt mit migrationsprägter Bevölkerung bedeutsam. Das Franklin Village könnte ein Modell für weitere Quartiersentwicklungen werden, in denen soziale Durchmischung geplant wird.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Architektonisch überzeugt das Ensemble durch eine klare, unaufgeregte Sprache. Keine stilistische Überzeichnung, keine postmodernen Schnörkel – stattdessen eine kompromisslose Qualität im Holzbau, die zeigt, dass Nachhaltigkeit und Gestaltung Hand in Hand gehen. Für die regionalen Architektenkammer Baden-Württemberg ist dies ein besonders wertvolles Projekt, weil es beweist, dass Dauerhaftigkeit kein Gegensatz zu Innovation darstellt.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ausstrahlungskraft und Vorbildfunktion</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ob es die Fürther Straße ist oder die Neckarstadt – in Mannheim gibt es zahlreiche Orte, an denen ähnliche Transformationen möglich wären. Das Franklin Village ist weniger ein isoliertes Prestigeprojekt als vielmehr ein Katalysator für Gedankenprozesse. Es zeigt, dass sich der öffentliche Raum nicht von Privatwohnungen trennt, dass Mehrfamilienhaus und Aufenthaltsqualität kein Widerspruch darstellen. Dies ist eine regionalpolitische Botschaft an die Kommunen des Rhein-Neckar-Raums.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Franklin Village ist mehr als ein Wohnbauprojekt. Es ist ein Statement für eine zukunftsfähige Stadtgesellschaft: vielfältig, nachhaltig, schön. Mit der Auszeichnung durch den Deutschen Architekturpreis 2025 hat die Jury erkannt, dass vorbildliches Bauen sich nicht in spektakulären Gesten erschöpft, sondern in der subtilen Integration von Nachhaltigkeit, Funktionalität und Ästhetik besteht. Für Mannheim, für Baden-Württemberg und für alle deutschen Städte mit ähnlichen Herausforderungen ist dies eine wichtige Referenz geworden.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><a href="https://bak.de/presse/pressemitteilungen/ausgezeichnete-architektur-deutscher-architekturpreis-2025-fuer-innovatives-wohnquartier-verliehen/?utm_source=&amp;utm_medium=&amp;utm_campaign=" target="_blank" rel="noopener">mehr&#8230;</a></p>
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		<title>Sozialer Wohnungsbau statt Blechlawinen: Karlsruhes mutiger Schritt</title>
		<link>https://baukunst.art/sozialer-wohnungsbau-statt-blechlawinen-karlsruhes-mutiger-schritt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Sep 2025 09:41:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Südwest]]></category>
		<category><![CDATA[Baurecht]]></category>
		<category><![CDATA[Nachverdichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnungsbau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Karlsruhe baut Wohnungen auf Garagen – genial einfach, doch warum klappt's woanders nicht? Über Baurecht, Beton und föderale Blockaden.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Garagendächer als Bauland: </strong><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Ein Leuchtturm mit Schattenseiten</strong></h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Zwischen den Zeilenbauten des Karlsruher Stadtteils Rintheim hat sich etwas Bemerkenswertes entwickelt. Wo jahrzehntelang nur Betondecken die Autos vor Regen schützten, thronen heute zwölf neue Wohnungen auf drei Garagenkomplexen. Die Volkswohnung Karlsruhe hat geschafft, woran andere Kommunen verzweifeln: Sie hat brachliegende Flächen mitten in der Stadt aktiviert – ohne einen einzigen Quadratmeter Grün zu versiegeln.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Baden-Württemberg prescht vor</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Was in Karlsruhe gelungen ist, spiegelt die progressive Planungskultur Baden-Württembergs wider. Die Landesbauordnung wurde bereits 2019 reformiert, um innovative Nachverdichtung zu erleichtern. Während Bayern noch über Lockerungen der Abstandsflächenregelungen diskutiert und Nordrhein-Westfalen mit seiner komplexen Genehmigungspraxis kämpft, zeigt der Südwesten, wie pragmatische Lösungen aussehen können.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Karlsruher Architekt Falk Schneemann hat dabei nicht nur ein architektonisches, sondern ein regionales Statement gesetzt: Die Holzfertigbauweise nutzt ausschließlich Materialien aus dem Schwarzwald und der Rheinebene. „Wir wollten zeigen, dass regionale Wertschöpfung und sozialer Wohnungsbau kein Widerspruch sind&#8220;, erklärt der Planer, dessen Büro seit Jahren auf lokale Handwerksbetriebe setzt.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Ost-West-Gefälle der Möglichkeiten</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Realität sieht andernorts ernüchternd aus. Besonders in den östlichen Bundesländern, wo Garagenhöfe zur DNA der Plattenbausiedlungen gehören, scheitern ähnliche Projekte reihenweise. In Dresden-Prohlis stehen über 2.000 Garagen leer, in Leipzig-Grünau verfallen ganze Komplexe. Die sächsische Bauordnung würde Aufstockungen theoretisch erlauben, doch die maroden DDR-Fertigteilkonstruktionen tragen keine zusätzlichen Lasten.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">„Sehr dünner Beton mit kleinen Fundamenten&#8220;, charakterisiert Schneemann das Problem. Die westdeutschen Garagen der 1960er und 70er Jahre seien dagegen oft überraschend solide. Ein baukulturelles Erbe, das niemand auf dem Schirm hatte.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Föderale Blockaden</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der wahre Hemmschuh liegt jedoch tiefer: im deutschen Baurecht. Während die Niederlande mit ihrer „Crisis- en herstelwet&#8220; temporäre Nutzungsänderungen binnen Wochen genehmigen, dauern Bebauungsplanänderungen hierzulande Jahre. Bayern pocht auf seine restriktiven Abstandsflächenregelungen, Hessen verweist auf den Bestandsschutz alter Bebauungspläne, und in Berlin scheitern Projekte am Milieuschutz.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das 2021 beschlossene Baulandmobilisierungsgesetz sollte Abhilfe schaffen. Doch die Bilanz ist ernüchternd: Von den 16 Bundesländern haben nur Baden-Württemberg, Hamburg und Berlin die neuen Spielräume in ihre Landesbauordnungen übernommen. Rheinland-Pfalz diskutiert noch, Sachsen-Anhalt schweigt.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Lokale Allianzen als Erfolgsrezept</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Wo es funktioniert, zeigt sich ein Muster: In Karlsruhe arbeiteten Volkswohnung, Stadtplanungsamt und lokale Zimmereibetriebe Hand in Hand. Die Stadt Reutlingen, ebenfalls in Baden-Württemberg, ging einen pragmatischeren Weg: Die dortige GWG setzte Fertigmodule von Schwörerhaus auf neue Garagen – von Anfang an statisch eingeplant.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">In München hingegen scheiterte ein ähnliches Projekt der Gewofag am Widerstand der Lokalbaukommission. Die bayerische Landeshauptstadt, die mit 1,8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern und astronomischen Mieten kämpft, hat geschätzte 50.000 Garagen. Ein ungenutztes Potenzial von theoretisch 10.000 Wohnungen.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Klimaanpassung trifft Wohnungsnot</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Karlsruher Lösung punktet auch klimatisch: Die Holzbauweise speichert CO₂, die Dächer sind begrünt, Photovoltaik ist vorbereitet. Das Land Baden-Württemberg förderte das Projekt mit 1,2 Millionen Euro aus dem Programm „Wohnungsbau BW – innovativ&#8220;. Andere Bundesländer haben keine vergleichbaren Programme.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Dabei wäre gerade in Hitze-Hotspots wie Frankfurt, Mannheim oder dem Ruhrgebiet die Kombination aus Nachverdichtung und Klimaanpassung essentiell. Doch während Stuttgart seinen Holzbau-Offensive vorantreibt, verharrt Düsseldorf in der Betontradition.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Ein Modell mit Grenzen</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Bei aller Euphorie: Das Karlsruher Modell ist kein Selbstläufer. Die 4,5 Millionen Euro Gesamtkosten relativieren sich, wenn man bedenkt, dass nur zwölf Wohnungen entstanden. Die Quadratmeterkosten will die Volkswohnung nicht nennen – „experimenteller Ansatz&#8220;, heißt es.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Trotzdem: Die Mieten von 7,75 bis 9,30 Euro pro Quadratmeter sind in Karlsruhe, wo der Durchschnitt bei 12 Euro liegt, eine soziale Tat. Die Warteliste ist lang, die mediale Aufmerksamkeit groß. Delegationen aus Hamburg, Frankfurt und sogar Wien pilgern nach Rintheim.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Ausblick: Revolution von unten</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Lösung wird nicht vom Bund kommen. Zu verfahren ist die Große Koalition der Bedenkenträger aus Bauordnungsrecht, Brandschutzlobby und Nimby-Mentalität. Die Revolution muss von unten kommen: von mutigen kommunalen Wohnungsbaugesellschaften, progressiven Oberbürgermeisterinnen und Landräten, die sich trauen, alte Pläne über Bord zu werfen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Nordrhein-Westfalen plant eine „Experimentierklausel&#8220; in der Landesbauordnung. Thüringen prüft ein Sonderprogramm für Garagenaufstockungen. Selbst das traditionsbewusste Bayern denkt um: Ein Pilotprojekt in Augsburg soll 2025 starten.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Garagen sind da. Die Wohnungsnot auch. Was fehlt, ist der politische Mut, beides zusammenzubringen. Karlsruhe hat es vorgemacht. Der Rest ist Föderalismus.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
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		<title>Discounter als Bauherr: Wie Aldi die deutsche Wohnungskrise lösen will</title>
		<link>https://baukunst.art/discounter-als-bauherr-wie-aldi-die-deutsche-wohnungskrise-loesen-will/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Jun 2025 07:48:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Südwest]]></category>
		<category><![CDATA[Mixed-Use-Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Nachverdichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Studentenwohnungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aldi Süd baut über Filialen 550 Wohnungen bis 2025. Baden-Württemberg wird zum Experimentierfeld für Mixed-Use-Konzepte zwischen Einzelhandel und studentischem Wohnen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []">Discount trifft Dachgeschoss: Wie Aldi Süd Baden-Württembergs Wohnungsnot bekämpft</h1>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Mixed-Use-Konzepte zwischen Kassenbon und Campusleben verändern regionale Planungskultur</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">In der Universitätsstadt Tübingen nimmt seit Anfang 2025 ein architektonisches Experiment seine finale Form an: Über einer neu errichteten Aldi Süd-Filiale entstehen 28 weitere Appartements für Studierende, nachdem das Unternehmen bereits 2016 am selben Standort 40 Wohnungen für Studentinnen und Studenten realisiert hatte. Was zunächst wie eine pragmatische Lösung für akute Raumprobleme aussieht, entwickelt sich zu einem regionalen Modell mit weitreichenden Konsequenzen für die Planungskultur im Südwesten.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Baden-Württemberg als Experimentierfeld der Nachverdichtung</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Baden-Württemberg verzeichnet mit 46.660 fehlenden Wohnheimplätzen eine dramatische Unterversorgung im studentischen Wohnsegment. Besonders in den Universitätsstädten zwischen Bodensee und Neckar verschärft sich die Situation kontinuierlich. Aldi Süd nutzt diese regionale Problemlage geschickt für eine bundesweite Expansion seines Mixed-Use-Konzepts: Allein in Baden-Württemberg plant das Unternehmen 450 neue Wohneinheiten über seinen Filialen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die regionalen Rahmenbedingungen erweisen sich dabei als vorteilhaft. Die Landesbauordnung wurde 2025 erneut reformiert und erleichtert das Aufstocken von Bestandsgebäuden erheblich. Seit 2019 lösen Dachaufstockungen keine zusätzlichen Stellplatzanforderungen aus, seit 2023 entfällt auch die Aufzugverpflichtung. Diese schrittweise Deregulierung schafft ideale Voraussetzungen für Aldis Wohnbaustrategie.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Tübingen: Prototyp für intelligente Innenverdichtung</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Tübinger Modell zeigt exemplarisch, wie sich regionale Besonderheiten und unternehmerische Interessen erfolgreich verknüpfen lassen. Die neue Filiale in der Wohlboldstraße kombiniert barrierefreie Verkaufsflächen im Erdgeschoss mit 28 Appartements in den Obergeschossen sowie Gemeinschaftsgärten und einer 150-kWp-Photovoltaikanlage auf dem Dach.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Andreas Grupp, Real Estate Director bei Aldi Süd, betont die regionale Anpassungsfähigkeit: &#8222;Wir können hier den städtischen Wunsch nach einer Innenverdichtung sehr gut erfüllen. Ohne zusätzliche Flächenversiegelung entschärfen wir mit dem Neubau die lokale Konkurrenz-Situation um Wohnraum.&#8220;</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Wärmepumpentechnik und das Huckepack-Verfahren der Wohnungsintegration demonstrieren, wie sich energetische Standards des Landes mit ökonomischen Zwängen des Einzelhandels verbinden lassen. Bemerkenswert ist die zentrale Lage: Studierende wohnen direkt über ihrer Nahversorgung – ein Konzept, das in baden-württembergischen Universitätsstädten mit historisch gewachsenen, dichten Innenstädten besonders gut funktioniert.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Rheinland-Pfalz folgt dem baden-württembergischen Vorbild</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Übertragbarkeit des Modells zeigt sich bereits in der benachbarten Pfalz. In Landau entstehen über einer neuen Aldi Süd-Filiale in der Annweilerstraße 126 Appartements mit 199 Wohnplätzen – ein Projekt, das in enger Kooperation mit dem Studierendenwerk Vorderpfalz entwickelt wurde.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Andreas Schülke, Geschäftsführer des Studierendenwerks, sieht in der Aufstockung eine &#8222;Win-Win-Situation&#8220;: &#8222;In Hochschulstädten mit einem angespannten Wohnungsmarkt für Studierende und in Städten ohne geeignete Bauplätze ist die Aufstockung von Aldi Süd eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.&#8220;</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Mannheim: Der nächste regionale Baustein</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das ambitionierteste Projekt startet 2026 in Mannheim am Campus der Dualen Hochschule Baden-Württemberg: Über 150 Wohneinheiten für etwa 200 Studierende entstehen über einer neuen Filiale in nachhaltiger Holzbauweise. Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2027 geplant.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Thorsten Koch von Aldi Süd erläutert den regionalen Ansatz: &#8222;Bei der Weiterentwicklung unserer Standorte greifen wir lokale Anforderungen und Rahmenbedingungen auf.&#8220; Dieser standortspezifische Ansatz zeigt sich in der Wahl der Holzbauweise – eine Reaktion auf die Nachhaltigkeitsanforderungen der Region und die Nähe zu innovativen Forschungseinrichtungen.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Planungsrechtliche Herausforderungen und Chancen</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die regionalen Unterschiede in den Bauordnungen erweisen sich als entscheidender Faktor für den Projekterfolg. Während Baden-Württemberg mit seiner reformierten LBO optimale Rahmenbedingungen schafft, müssen andere Bundesländer noch nachziehen. Die Einführung der Genehmigungsfiktion für das vereinfachte Baugenehmigungsverfahren beschleunigt Projekte erheblich.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Jan Riemann, Group Director Real Estate bei Aldi Süd, bestätigt die Bedeutung regionaler Partnerschaften: &#8222;Wir arbeiten eng mit Städten und Kommunen zusammen, um gemeinsam Hürden abzubauen und nachhaltige Wohnlösungen zu entwickeln.&#8220;</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Regionale Wertschöpfung trifft globale Strategie</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Bis Ende 2025 will Aldi Süd bundesweit 550 Wohnungen über Filialen fertigstellen, mittelfristig sollen über 2.000 weitere Wohneinheiten folgen. Die regionale Verteilung zeigt klare Schwerpunkte: 750 Wohnungen in Hessen, 600 in Nordrhein-Westfalen, 450 in Baden-Württemberg, 200 in Bayern und 50 in Rheinland-Pfalz.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese Zahlen verdeutlichen, wie sich regionale Bedarfe und überregionale Unternehmensstrategien verschränken. Baden-Württemberg profitiert dabei doppelt: von der Lösung akuter Wohnungsprobleme und von seiner Rolle als Vorreiter für innovative Planungsansätze.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ausblick: Vom regionalen Experiment zur überregionalen Norm</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das baden-württembergische Modell der Supermarkt-Wohnung-Kombination könnte Schule machen. Die erfolgreiche Verknüpfung von Einzelhandel und Wohnen zeigt, wie sich auch ohne zusätzliche Flächenversiegelung dringend benötigter Wohnraum schaffen lässt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Entscheidend wird sein, ob andere Bundesländer ähnlich mutige Reformen ihrer Bauordnungen wagen wie Baden-Württemberg. Die regionalen Unterschiede in Genehmigungsverfahren und Standards bestimmen letztlich über Erfolg oder Scheitern solcher Konzepte.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Studentinnen und Studenten in Tübingen, Landau und bald auch Mannheim jedenfalls dürften die kurzen Wege zwischen Vorlesung, Wohnung und Einkauf zu schätzen wissen – auch wenn sie dabei über einem Discounter schlafen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Was tun mit 16 Mio. deutschen Einfamilienhäusern?</title>
		<link>https://baukunst.art/was-tun-mit-16-mio-deutschen-einfamilienhaeusern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Dec 2023 08:30:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Nachverdichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtplanung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://initiativebaukunst.de/?p=7186</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Münchner Architekt Prof. Andreas Hild entwickelt in einem Team von Kolleginnen und Kollegen Vorschläge wie Millionen von Einfamilienhäusern effizienter genutzt werden können.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-pm-slice="1 1 []">Der Münchner Architekt Prof. Andreas Hild entwickelt in einem Team von Kolleginnen und Kollegen Vorschläge, wie Millionen von Einfamilienhäusern effizienter genutzt werden können.</p>
<p data-pm-slice="1 1 []">Vorschläge, die auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen wie Teile des eigenen Hauses an Unbekannte zu vermieten oder zusätzlichen Wohnraum auf dem eigenen Grundstück zu schaffen. Nur ein Konzept zur &#8222;Nachverdichtung&#8220; von Einfamilienhäusern, so Hild, könnte zum einen neuen Wohnraum generieren als auch Hauseigentümern finanzielle Mittel für Renovierungen bieten. Hild ist davon überzeugt, dass dies der Schlüssel zu einer nachhaltigen Zukunft für den einen Typus Gebäude, der den größten Teil des Gebäudebestands in Deutschland ausmacht. <a href="https://baukunst.art/das-auslaufmodell-einfamilienhaus-muss-umgenutzt-werden/" target="_blank" rel="noopener">mehr</a></p>
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