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	<title>Hamburg-Archiv - Baukunst</title>
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	<description>Architektur und Ästhetik im gebauten Raum</description>
	<lastBuildDate>Fri, 24 Oct 2025 14:31:14 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Hamburg-Archiv - Baukunst</title>
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		<title>Peinlich! Hamburg versenkt 2 Millionen in Klo</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Oct 2025 14:31:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nord]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Baupolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Planungskultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine teure unterirdische Toilette in Hamburg schließt nach drei Monaten. Eine Parabel über Planungsfehler, regionale Herausforderungen und wie StandardlösungenMilliarden kosten.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []">HAMBURG: DIE MILLIONEN-LEKTION IM UNTERGRUND</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong>Wie eine öffentliche Toilette zur Parabel für Planungsfehler wurde</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Hamburg investierte über zwei Millionen Euro in ein unterirdisches „Ort der Stille&#8220;, das nach nur drei Monaten schloss – und nun verfüllt wird. Die Katastrophe offenbart strukturelle Probleme in der regionalen Planungskultur.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Der Ort der fehlgeschlagenen Eleganz</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Am Gerhart-Hauptmann-Platz in Hamburgs Innenstadt sollte ein Ort der Erleichterung entstehen. Ein unterirdisches Bauwerk, barrierefreie Zugänge, ein Aufzug, moderne Ausstattung – die „Toilette für alle&#8220; war als Leuchtturmprojekt gedacht. Doch im Oktober 2023, drei Monate nach feierlicher Eröffnung, wurde das Edel-WC bereits dichtgemacht. Heute wird es verfüllt. Die Schlagzeile ist nicht nur für Hamburg beschämend; sie ist eine Mahnung für regionale Planungskultur in ganz Deutschland.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Genese des Scheiterns beginnt nicht bei den 2,1 Millionen Euro Kosten – diese Summe war für ein solches Projekt nachvollziehbar. Schließlich arbeitete die Stadt mit einem fast 100 Jahre alten Gebäude, dessen unterirdische Strukturen denkmalschutzgerecht erhalten bleiben mussten. Hier zeigt sich bereits eine klassische Herausforderung regionaler Stadtentwicklung: Hamburg muss seine Innenstadt kontinuierlich modernisieren, darf sie aber nicht zerstören. Ein klassisches Spannungsfeld zwischen Bestand und Fortschritt.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Planung nach Plan – ein Scheitern nach Plan</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die tragische Ironie liegt in der Genese der Planung. Wie Stadtreinigungssprecher Kay Goetze offenbarte, waren „Planung und Ausführung der ursprünglichen Sanierung nicht fachgerecht&#8220;. Das ist eine diplomatische Formulierung für ein fundamentales Problem: Die ausführende Baufirma vergaß – oder ignorierte – eine wasserdichte Wanne einzubauen. Ein Konstruktionsfehler von solcher Elementarität, dass er in Lehrbüchern stehen könnte.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Doch wie konnte ein solcher Fehler überhaupt passieren? Die Ausschreibung erfolgte „standardisiert&#8220; für öffentliche Unternehmen. Goetze konnte nicht einmal aussagen, ob das Bauunternehmen vergleichbare Projekte realisiert hatte. Dies ist exemplarisch für eine weit verbreitete Schwachstelle in regionalen Vergabeverfahren: Billig statt kompetent, Standard statt Spezialisierung. Die Hamburger Stadtreinigung vertraut auf ein System, das Fachkompetenz nicht ausreichend gewichtet – ein Problem, das in ähnlicher Form in vielen deutschen Gemeinden anzutreffen ist.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Wenn die Statik lügt</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Nach dem Wasserschaden musste die gesamte Anlage geleert werden. Dann zeigte sich das zweite Desaster: Die Statik des fast Jahrhundert alten Gebäudes hatte sich verändert. Ein Wiederaufbau wäre „nur mit erschwerten Bedingungen möglich&#8220; gewesen. Das bedeutet im Klartext: neue Sicherungsmaßnahmen, zusätzliche Kosten, lange Sperrungen in der belebten Hamburger Innenstadt, Beeinträchtigungen für Anwohner und Gewerbetreibende. Der Geduldsfaden war gerissen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Hier wird eine weitere regionale Spezifität sichtbar: Hamburg verfügt über ein dicht gebautes Zentrum mit historischen Strukturen, die ständig neue Überraschungen bieten. Klimaänderungen, Bodenabsenkungen, nicht dokumentierte ältere Einbauten – dies sind ständige Herausforderungen für die Hamburger Stadtentwicklung, nicht Besonderheiten. Sie hätten in der Risikoabschätzung eine prominentere Rolle spielen können und müssen.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die unbequeme Wahrheit</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Obwohl die Stadt und die Stadtreinigung nun versuchen, die Verantwortung dem Bauunternehmen zuzuweisen – eine laufende Klärung -, bleibt ein systemisches Versagen offensichtlich. Die Hamburger Umweltbehörde stellte Mittel bereit und entschied nach „enger Beratung&#8220;, welche Projekte realisiert werden. Doch wer beaufsichtigt die Beaufsichtiger? Wer prüft die Fachgerechtigkeit, wenn „standardisierte Ausschreibungen&#8220; zum Einsatz kommen?</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Für andere Bundesländer und Kommunen ist dies eine ernstzunehmende Warnung. Regionale Besonderheiten – historische Bauten, klimatische Bedingungen, Bodenbeschaffenheiten – erfordern spezialisierten Sachverstand, nicht Standardlösungen. Der Wunsch, Kosten zu sparen, führt zu noch höheren Kosten, wenn Projekte scheitern.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Hamburg macht&#8217;s nächstes Mal anders – hoffentlich</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Immerhin: Aus der Niederlage lernt die Stadt. Die Stadtreinigung prüft nun eine oberirdische Lösung in Containerform. Mit Genehmigungen und Standortsuche rechnet man mit etwa vier Monaten. Dies ist pragmatisch und ehrlich. Gleichzeitig betont Goetze mit Nachdruck: Die Angebotsvielfalt für öffentliche Toiletten in der Hamburger Innenstadt sei „grundsätzlich nicht schlecht&#8220; – es gibt Alternativen am Rathaus, im Hauptbahnhof, bei Karstadt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Doch dies ist auch das Problem: Hamburgs Innenstadt braucht solche vielen Einzellösungen, weil es an einer umfassenden, strategischen Planung fehlt. Die Verfüllung der Toilette kostet zusätzlich im „unteren sechsstelligen Bereich&#8220; – mehr Geld, das vorher hätte vermieden werden können.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Lektion für Hamburg und für alle regionalen Bauherren ist deutlich: Nicht jeder Zentner Gewinn liegt darin, auf Billigangebote einzugehen. Fachkompetenz, regionale Kenntnis und ehrliche Risikobewertung sind nicht Luxus, sondern Notwendigkeit. Die zwei Millionen Euro sind ein teurer Unterricht in dieser Wahrheit.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/peinlich-hamburg-versenkt-2-millionen-in-klo/">Peinlich! Hamburg versenkt 2 Millionen in Klo</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Köhlbrandbrücke – Ein Wahrzeichen zwischen Stolz und Zerfall</title>
		<link>https://baukunst.art/die-koehlbrandbruecke-ein-wahrzeichen-zwischen-stolz-und-zerfall/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Jul 2025 12:14:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nord]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastrukturpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Köhlbrandbrücke]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Köhlbrandbrücke steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Der Disput zwischen Senat und CDU verdeutlicht zentrale Herausforderungen der Hamburger Infrastrukturpolitik. Ein Blick hinter die Kulissen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Brückenstreit in Hamburg: Zwischen Abriss und Zukunftsvision</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">In Hamburg steht die Zukunft einer ikonischen Konstruktion auf der Kippe: Die Köhlbrandbrücke, einst Symbol hanseatischen Fortschritts und vitaler Verkehrsader, gerät zunehmend in die Schusslinie der politischen Debatten. Der Konflikt zwischen dem rot-grünen Senat und der oppositionellen CDU macht deutlich, wie kompliziert Infrastrukturentscheidungen in urbanen Ballungsräumen sein können.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Lokale Besonderheiten und Herausforderungen</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Seit ihrer Eröffnung 1974 prägt die Köhlbrandbrücke mit ihrer charakteristischen Spannweite von 520 Metern das Bild des Hamburger Hafens. Doch Alter und Verschleiß setzen der Brücke zu, Sanierungsarbeiten häufen sich, und Experten warnen vor langfristigen Sicherheitsrisiken. Vor diesem Hintergrund fordert die CDU einen Neubau, der auch zukünftige Anforderungen besser erfüllen könne.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Senat hingegen bevorzugt vorerst eine intensivere Instandsetzung und argumentiert mit Kostenkontrolle und Nachhaltigkeit. Diese Debatte spiegelt ein bekanntes regionales Spannungsfeld wider: Zwischen visionärem Neubau und pragmatischer Bestandspflege.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Regionale Bautraditionen und moderne Herausforderungen</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die regionale Baukultur Hamburgs ist von pragmatischer Ästhetik und technischer Klarheit geprägt. Die Köhlbrandbrücke repräsentiert dabei nicht nur funktionale Architektur, sondern auch hanseatische Ingenieurskunst. Eine Neuplanung müsste diese Tradition ebenso berücksichtigen wie zukünftige klimatische und verkehrstechnische Anforderungen. Hamburgs Lage an Elbe und Nordsee bedeutet auch ständige Anpassungen an Klimaveränderungen und Hochwassergefahren.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die Rolle regionaler Akteure</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Im Hintergrund wirken mächtige lokale Akteure, darunter die Hamburg Port Authority (HPA) sowie regionale Wirtschaftsverbände. Sie unterstützen weitgehend einen Neubau, argumentieren mit der steigenden Bedeutung des Hamburger Hafens als Wirtschaftsmotor und mahnen langfristige Wettbewerbsfähigkeit an.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Demgegenüber betonen lokale Umweltgruppen und Bürgerinitiativen Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung, plädieren für Modernisierung und Instandhaltung. Sie erinnern an die historische Dimension und symbolische Bedeutung der bestehenden Konstruktion.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Länderbauordnungen und regionale Förderungen</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ein Neubauprojekt dieser Größenordnung würde nicht nur hohe Investitionen, sondern auch umfangreiche Anpassungen in der Hamburger Länderbauordnung nach sich ziehen. Dabei geht es um zeitgemäße Standards für Sicherheit, Barrierefreiheit und Klimaschutz. Förderprogramme des Bundes und der EU könnten hier finanziell entlastend wirken, wobei unklar bleibt, in welchem Umfang und mit welchen Bedingungen diese Gelder verfügbar wären.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Kritische Perspektiven und konstruktive Ausblicke</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Kritikerinnen und Kritiker des Neubaus bemängeln neben hohen Kosten vor allem ökologische Auswirkungen und befürchten lange Bauzeiten mit massiven Verkehrsproblemen. Andererseits könnte eine gut geplante Neubau-Lösung innovative Ansätze der nachhaltigen Mobilität und Stadtentwicklung fördern, etwa durch die Integration von Radwegen oder öffentlichem Nahverkehr.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Übertragbarkeit auf andere Regionen</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Hamburger Debatte lässt sich auf zahlreiche deutsche Großstadtregionen übertragen. Überall stehen Bauwerke aus der Nachkriegszeit vor ähnlichen Herausforderungen. Die Balance zwischen Bewahrung und Erneuerung, zwischen historischem Wert und moderner Funktionalität wird deutschlandweit zur Gretchenfrage urbaner Entwicklung.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Fazit: Modellcharakter einer Debatte</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Diskussion um die Köhlbrandbrücke könnte wegweisend sein für andere infrastrukturelle Großprojekte. Eine gelungene Lösung würde Hamburg erneut zum Vorreiter moderner Stadtentwicklung machen und zeigen, wie Infrastrukturentscheidungen nachhaltig und zukunftsfähig getroffen werden können.</p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Vom NS-Gauhaus zum Gourmet-Tempel: Kapitalismus macht Geschichte zu Hotelzimmern</title>
		<link>https://baukunst.art/vom-ns-gauhaus-zum-gourmet-tempel-kapitalismus-macht-geschichte-zu-hotelzimmern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Jun 2025 07:07:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nord]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Denkmalschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Hotelumbau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das ehemalige US-Konsulat am Alsterufer – ein Haller-Bau mit NS-Vergangenheit – wird zum Luxushotel. Ein architektonisches Palimpsest der deutschen Geschichte.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/vom-ns-gauhaus-zum-gourmet-tempel-kapitalismus-macht-geschichte-zu-hotelzimmern/">Vom NS-Gauhaus zum Gourmet-Tempel: Kapitalismus macht Geschichte zu Hotelzimmern</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []">Das “Jefferson” am Alsterufer</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Hamburg</strong> – Es ist eine der wertvollsten Immobilien der Hansestadt mit einer bewegten Geschichte: Das ehemalige US-Generalkonsulat am westlichen Alsterufer wird zu einem exklusiven Hotel umgebaut. Die Münchener Derag-Gruppe hat das “Weiße Haus an der Alster” für rund 17 Millionen Euro erworben und plant dort ein Luxushotel namens “The Jefferson”.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Eine Geschichte zwischen Glanz und Terror</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die beiden Villen am Alsterufer 27 und 28 verkörpern wie kaum ein anderes Gebäude in Hamburg die Brüche der deutschen Geschichte. In den Jahren 1882 und 1883 wurden sie nach den Plänen des prominenten Hamburger Architekten Martin Haller erbaut, der auch das Hamburger Rathaus entwarf. Haller, einer der prägendsten Baumeister der Hansestadt, erschuf mit über 560 Bauvorhaben das architektonische Gesicht Hamburgs vor dem Ersten Weltkrieg.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ursprünglich dienten die repräsentativen Villen wohlhabenden Kaufmannsfamilien als Wohnsitz. Doch mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderte sich alles dramatisch. Die Doppelvilla am Alsterufer 27/28 war während der NS-Zeit Hauptsitz der NSDAP und diente als Zentrale für die Gauleitung unter Karl Kaufmann. Von 1934 bis Kriegsende fungierte das Gebäude als Machtzentrum der hamburger Nationalsozialisten.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Zwischen Alsterufer und Rothenbaumchaussee befand sich mit nahezu 50 Institutionen das “Regierungsviertel” der Hamburger Nationalsozialisten. Die Geschichte ist besonders beschämend: Das Gebäude mit der Hausnummer 28 war im Besitz der jüdischen Familie Sander, als die NSDAP es zu einem Spottpreis “angemietet” hat, welcher nicht im Geringsten die Kosten für das Gebäude deckte.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Vom US-Konsulat zum Hotel</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Nach dem Krieg kam das Gebäude in amerikanische Hände. Nach dem Erwerb durch die US-Regierung im Jahr 1950 wurden die Fassaden der von der Alster aus sichtbaren Villen nach dem Vorbild des Weißen Hauses in Washington D.C. gestaltet. Bis zum Umzug in die HafenCity im Jahr 2022 beherbergte das “Kleine Weiße Haus an der Alster” über 70 Jahre lang das US-Konsulat.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Seit dem Verkauf an die Münchener Derag-Gruppe soll das Gebäude nun eine neue Zukunft als Luxushotel bekommen. Geplant ist das Luxushotel The Jefferson mit rund 80 Zimmern, aber auch ein Café und Restaurant, das für Hamburger und Touristen zugänglich sein wird.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">“Schockverliebt” in eine Immobilien-Perle</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Max Schlereth, geschäftsführender Mehrheitsgesellschafter der Derag-Gruppe, macht keinen Hehl aus seiner Begeisterung für das Objekt. “Ich habe das Haus gesehen und war schockverliebt” und “Es wird kosten, was es kostet, und dann bezahl ich’s halt”, sagte der Unternehmer. “Eine derartige Objektperle kann man nicht suchen, das kann einem nur begegnen”.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Derag-Gruppe, 1951 in München als Deutsche Realbesitz AG gegründet, ist vor allem für ihre Living Hotels bekannt und gilt als Pionier des Serviced Apartments Marktes in Deutschland seit den 80er Jahren. Bis 2012 realisierte die Gruppe über 85.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Verantwortungsvoller Umgang mit der Geschichte</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Schlereth betont die Verantwortung gegenüber der vielschichtigen Geschichte des Gebäudes. “Wesentlich und wichtig ist uns, dass das The Jefferson ein Teil von Hamburg wird”, erklärte er. Man wolle “äußerst sorgfältig, sensibel und in engem Austausch mit der Stadt Hamburg bei der Umgestaltung vorgehen” und dabei “die Geschichte des Hauses und seine Bedeutung im historischen Kontext angemessen reflektieren”.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">“Selten haben wir so auf die Geschichte geachtet”, sagte Architekt Kasimir Altzweig. Die Modernisierung solle in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt erfolgen.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Transformation der Stadtlandschaft</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Eine der markantesten Veränderungen wird die Entfernung des hohen Sicherheitszauns sein. Seit 2001 war das Konsulat nur als “Festung hinter einem vier Meter hohen Zaun” bekannt, der “an eine Grenzanlage zwischen verfeindeten Staaten erinnerte”. Künftig wird die Alster-Fahrradstraße unmittelbar am Portal des Gebäudes vorbeiführen, was dessen Anmutung völlig verändern wird.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Gabor Gottlieb, SPD-Fraktionschef der Bezirksversammlung Eimsbüttel, begrüßte die Umnutzung des Gebäudes als Hotel und Restaurant. Es sei besonders schön, dass die Doppelvilla so für alle Hamburger frei zugänglich werde.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Noch Jahre bis zur Eröffnung</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Bis Hamburger und Gäste das Jefferson erleben können, ist noch Geduld gefragt. Der Umbau soll, wie einer der Architekten sagt, “mit Glück nur ganz wenige Jahre” dauern. Das Äußere wird dabei weitgehend erhalten bleiben – der neoklassizistische Umbau zur US-Vertretung, der die beiden Villen 1951 zusammenfügte, bleibt nahezu unverändert.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Projekt zeigt exemplarisch, wie sich Hamburg mit seiner komplexen Geschichte auseinandersetzt: Das Ex-Konsulat, die Ex-NS-Zentrale wird, soweit ein Treffpunkt reicher Menschen das sein kann, ein öffentlicher Ort. Ein Ort, der von der wilhelminischen Pracht über nationalsozialistische Verfolgung bis hin zur deutsch-amerikanischen Freundschaft alle Facetten deutscher Geschichte in sich vereint und nun als Hotel eine neue Zukunft antritt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Das Objekt im Überblick:</strong></p>
<ul class="ak-ul" data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="bulletList" data-prosemirror-node-block="true">
<li data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="listItem" data-prosemirror-node-block="true">
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Lage:</strong> Alsterufer 27/28, Hamburg-Rotherbaum</p>
</li>
<li data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="listItem" data-prosemirror-node-block="true">
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Grundstück:</strong> 3.600 Quadratmeter mit Alsterblick</p>
</li>
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<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Geschossfläche:</strong> Rund 5.200 Quadratmeter</p>
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<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Kaufpreis:</strong> Etwa 17 Millionen Euro</p>
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<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Geplante Zimmer:</strong> Rund 80</p>
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<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Eröffnung:</strong> In einigen Jahren</p>
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</ul>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Historische Dimension:</strong></p>
<ul class="ak-ul" data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="bulletList" data-prosemirror-node-block="true">
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<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Villen wurden 1882/1883 von Martin Haller entworfen, dem auch das Hamburger Rathaus zu verdanken ist</p>
</li>
<li data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="listItem" data-prosemirror-node-block="true">
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Von 1934 bis Kriegsende war das Gebäude Hauptsitz der Hamburger NSDAP unter Gauleiter Karl Kaufmann</p>
</li>
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<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Gebäude war Teil des “NS-Regierungsviertels” zwischen Alsterufer und Rothenbaumchaussee mit fast 50 NS-Institutionen</p>
</li>
</ul>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Das Hotelprojekt:</strong></p>
<ul class="ak-ul" data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="bulletList" data-prosemirror-node-block="true">
<li data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="listItem" data-prosemirror-node-block="true">
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Derag-Gruppe hat das Objekt für etwa 17 Millionen Euro erworben</p>
</li>
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<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Geplant sind rund 80 Zimmer sowie ein öffentlich zugängliches Café und Restaurant</p>
</li>
<li data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="listItem" data-prosemirror-node-block="true">
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Umbau wird voraussichtlich “nur ganz wenige Jahre” dauern</p>
</li>
</ul>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Der Unternehmer:</strong></p>
<ul class="ak-ul" data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="bulletList" data-prosemirror-node-block="true">
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<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Max Schlereth führt die 1951 gegründete Derag-Gruppe, die über 85.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten realisiert hat</p>
</li>
<li data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="listItem" data-prosemirror-node-block="true">
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Living Hotels sind Pioniere des Serviced Apartment Marktes in Deutschland seit den 80er Jahren</p>
</li>
</ul>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Artikel zeigt, wie wichtig ein sensibler Umgang mit der komplexen Geschichte des Gebäudes ist und wie aus einem Ort mit schwerer Vergangenheit ein neuer Begegnungsort entstehen kann.​​​​​​​​​​​​​​​​</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/vom-ns-gauhaus-zum-gourmet-tempel-kapitalismus-macht-geschichte-zu-hotelzimmern/">Vom NS-Gauhaus zum Gourmet-Tempel: Kapitalismus macht Geschichte zu Hotelzimmern</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Desaster an der Elbe: Wie Hamburg 2,3 Milliarden versenkt</title>
		<link>https://baukunst.art/desaster-an-der-elbe-wie-hamburg-23-milliarden-versenkt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 May 2025 13:16:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nord]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Kostenexplosion]]></category>
		<category><![CDATA[Überseequartier]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kostensteigerung über 120 Prozent, drei verschobene Eröffnungstermine, fünf tote Arbeiter und eine forensische Untersuchung – das Hamburger Überseequartier wird zum Symbol norddeutschen Projektmanagements.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/desaster-an-der-elbe-wie-hamburg-23-milliarden-versenkt/">Desaster an der Elbe: Wie Hamburg 2,3 Milliarden versenkt</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []">Überseequartier Hamburg: Ein Debakel mit Ansage</h1>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Chronik einer angekündigten Katastrophe</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Hansestadt hatte sich einst vorgenommen, mit dem größten innerstädtischen Stadtentwicklungsprojekt Europas neue Maßstäbe zu setzen. Ursprünglich sollte das Westfield Hamburg-Überseequartier bereits im vergangenen Jahr eröffnen. Mehrfach wurde das Opening jedoch verschoben. Nun steht fest: Die Eröffnung wird auf das späte erste Quartal 2025 verschoben – was den dritten Aufschub in Folge markiert.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ein Wasserschaden im technischen Bereich des Untergeschosses hat die feierliche Einweihung, zu der auch Popstar Rita Ora erwartet wurde, verhindert, berichteten Medien bereits im April 2024. Die damalige Verschiebung auf August, später auf Oktober, erwies sich als Illusion. Die Verzögerung der ursprünglich für den 17. Oktober 2024 angekündigten Eröffnung schafft zusätzliche Zeit für den Abschluss der Inbetriebnahmephase des Projekts. Dies betrifft hauptsächlich Aspekte der Gebäudetechnik wie Brandschutz- und sicherheitstechnische Anlagen sowie andere Systeme der technischen Gebäudeausrüstung.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Kostenexplosion als Managementdesaster</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die finanzielle Bilanz des Projekts liest sich wie ein Lehrbuch für misslungenes Projektmanagement. Das börsennotierte internationale Immobilien- und Projektentwicklungs- und Centermanagement-Unternehmen URW muss laut URW zusätzlich Kosten hinnehmen: „Die verspätete Eröffnung des Einzelhandelsbereichs wird zu zusätzlichen Kosten in Höhe von schätzungsweise 100 Millionen Euro führen, die im Wesentlichen im Zusammenhang mit der verlängerten Bauzeit und den Kompensationen für die Mietpartner entstehen.&#8220; Damit beträgt das Gesamtinvestitionsvolumen jetzt offiziell rund 2,26 Milliarden Euro.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Was als Milliardenprojekt startete, entwickelte sich zu einer Kostenspirale ohnegleichen. Eine Kostensteigerung um über 120 Prozent. Ein handfestes Managementdesaster. Zum Vergleich: Die Hamburger Elbphilharmonie, einst Synonym für deutsche Großprojekt-Pannen, kostete &#8222;nur&#8220; 789 Millionen Euro – bei einer Kostensteigerung von ursprünglich 77 Millionen.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Forensische Spurensuche</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der französische Immobilienriese Unibail-Rodamco-Westfield reagierte auf das Debakel mit drastischen Maßnahmen. Ferner läuft seit Juli 2024 eine „umfassende, unabhängige Untersuchung&#8220; der URW-Finanzen „durch Accuracy (Experten für forensische Buchhaltung) und White &amp; Case (Rechtsberatung)&#8220;. URW weiter zur Business-Untersuchung durch Dritte: „Sie hat sich bisher darauf konzentriert, die Hauptursachen für die erheblichen Kostensteigerungen und Verzögerungen zu identifizieren.&#8220;</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die interne Aufarbeitung zeigt das Ausmaß der Krise: URW hat das Management sowie die Leitung des Projekts durch die Ernennung eines neuen Head of Construction weiter gestärkt und das Team mit umfangreicher zusätzlicher Expertise in den Bereichen der technischen Gebäudeausrüstung und Inbetriebnahme ergänzt. Wenn internationale Konzerne forensische Buchhalter einschalten und das gesamte Projektmanagement austauschen, spricht das eine deutliche Sprache.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Menschliche Tragödie am Bau</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die größte Katastrophe ereignete sich jedoch am 30. Oktober 2023. Zum Bau wurden auch illegal beschäftigte Arbeiter eingesetzt, von denen am 30. Oktober 2023 bei einem Arbeitsunfall fünf ums Leben kamen. Beim Einsturz eines sich über acht Stockwerke erstreckenden Baugerüstetes am 30. Oktober 2023 im Überseequartier stürzten fünf Menschen in die Tiefe, vier starben sofort, einer wurde lebensbedrohlich verletzt und starb 10 Tage später im Krankenhaus.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Tragödie wirft Fragen zur Baustellensicherheit und zum Umgang mit Subunternehmen auf, die über die üblichen Standards norddeutscher Großbaustellen hinausgehen. Ob bei kleineren Projekten oder Großprojekten wie dem Überseequartier – Schwarzarbeit ohne Versicherungsschutz – organisiert über Subsubsubunternehmen – ist an der Tagesordnung.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Hamburger Besonderheiten im Baurecht</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Probleme des Überseequartiers sind nicht losgelöst von den spezifischen Rahmenbedingungen der Hansestadt zu betrachten. Hamburg als Stadtstaat verfügt über eine eigene Bauordnung, die sich von den Landesbauordnungen der Flächenländer unterscheidet. Die Kombination aus maritimem Baugrund und anspruchsvoller Architektur stellte bereits bei anderen Hamburger Prestigeprojekten besondere Herausforderungen dar.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Bauen auf wenig tragfähigem Baugrund in Wassernähe hat in Hamburg lange Tradition. Die oberen Bodenschichten bestehen zumeist aus Klei und Geschiebemergel. Erst in tieferen Lagen befinden sich tragfähige Sande. Aus diesem Grund wird in vielen Bereichen der Stadt auf eine sogenannte Pfahlgründung zurückgegriffen. Diese besonderen Baugrundverhältnisse erhöhen naturgemäß Komplexität und Kosten.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Kritik aus der Zivilgesellschaft</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Initiative Lebenswerte HafenCity kritisiert das Projekt schon lange grundsätzlich. „Die Entscheidung (…), ein Shoppingcenter und ein Kreuzfahrtterminal in dieser Größe auf engstem Raum zusammenzubringen, ist städtebaulich und vor allem verkehrstechnisch für das zarte Pflänzchen HafenCity eine unzumutbare Belastung.&#8220;</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Stadtplanungsexpertin Alexandra Czerner brachte die Kritik auf den Punkt: „Für den Klimaschutz ist die HafenCity ein Verbrechen.&#8220; Eine harte Bewertung, die jedoch die grundsätzlichen Zweifel am Konzept großflächiger Shopping-Center in Zeiten des Online-Handels widerspiegelt.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Regionale Vergleiche und Einordnung</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Überseequartier-Debakel reiht sich ein in eine Serie problematischer Hamburger Großprojekte. Die U5-Kostenexplosion von ursprünglich 1,754 Milliarden auf 2,857 Milliarden Euro zeigt ähnliche Muster. Auch die A26 Ost wird mit 1,8 Milliarden Euro bereits doppelt so teuer wie geplant.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese Häufung ist kein Zufall, sondern Symptom struktureller Probleme in der Hamburger Planungskultur. Während andere norddeutsche Metropolen wie Bremen oder Hannover bei Großprojekten durchaus erfolgreich agieren, scheint Hamburg besonders anfällig für Kostensteigerungen und Terminverschiebungen.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ausblick: Lehren für die Zukunft</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der unter anderem durch Kompensationen für Mieter, die längere Bauzeit und Kostenüberschreitungen bereits entstandene Schaden in Höhe von rund 520 Millionen Euro werde voraussichtlich um weitere 100 Millionen wachsen. Diese Zahlen zeigen: Auch nach der Eröffnung wird das Projekt noch Jahre nachziehen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Dass die „Flächen für Einzelhandel, Gastronomie, Unterhaltung und Kultur im Westfield Hamburg-Überseequartier zu 93% vermietet&#8220; sind, ist zwar eine hervorragende Quote und wirkt angesichts der Nichteröffnungen leider zugleich wie ein Rufen im Walde.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Überseequartier wird trotz aller Probleme irgendwann eröffnen. Die Frage bleibt, ob Hamburg aus diesem Desaster lernt oder weiterhin Großprojekte mit unausgegorener Planung und mangelhafter Kostenkontrolle startet. Die forensische Untersuchung könnte wichtige Antworten liefern – sofern ihre Ergebnisse nicht in den Schubladen verschwinden.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Hansestadt täte gut daran, künftig bei der Projektauswahl weniger auf Prestige und mehr auf Machbarkeit zu setzen. Denn während sich Hamburg weiterhin als europäische Metropole inszeniert, mehren sich die Zweifel, ob die Stadt den selbst gesteckten Ansprüchen gerecht wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Türme stürzen leise – Das Hamburger Hochhaus-Dilemma</title>
		<link>https://baukunst.art/tuerme-stuerzen-leise-das-hamburger-hochhaus-dilemma/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Apr 2025 16:17:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nord]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Elbtower]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Immobilienkrise]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwischen Vision und Verfall: Der Elbtower in Hamburg steht auf der Kippe. Investor Kühne warnt vor dem Scheitern – und fordert mehr Engagement der Stadt.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Der Traum vom Turm – und seine Tücken</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Elbtower, einst Symbol für Hamburgs Aufbruch in die architektonische Weltliga, droht zu einem Mahnmal der Investorenkrise zu werden. Nach dem spektakulären Aus der Signa-Gruppe unter René Benko ruhen die Bauarbeiten seit Monaten. Die imposante Hülle ragt zwar bereits 100 Meter in die Höhe, doch von dort aus geht es momentan weder nach oben noch nach vorn. Die neue Hoffnung trägt einen alten Namen: Klaus-Michael Kühne. Der 87-jährige Logistikmilliardär hat angekündigt, bis zu 100 Millionen Euro beizusteuern – sofern die Rahmenbedingungen stimmen. Doch genau daran hapert es.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">„Ich glaube nicht, dass es sich realisieren lässt“</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Mit diesem Satz sorgte Kühne für Unruhe. Öffentlich äußert er Zweifel am Weiterbau. Ein Statement, das in der Immobilienwelt einem Erdbeben gleicht – und wohl auch politisches Kalkül enthält. Denn in Wahrheit fehlt es dem Konsortium um Kühne und Immobilienentwickler Dieter Becken schlicht an weiteren Geldgeberinnen und Geldgebern. Statt der erforderlichen 400 Millionen Euro sind bislang gerade einmal 25 Prozent der Summe in Aussicht gestellt.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Hoffnungsträger Naturkundemuseum</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ein möglicher Ausweg: das Naturkundemuseum der Leibniz-Gemeinschaft, das ohnehin bis 2027 einen neuen Standort sucht. Dieter Becken hat den Vorschlag gemacht, die unteren Etagen des Elbtowers für das Museum bereitzustellen. Die Politik signalisiert vorsichtige Zustimmung – doch von einer Entscheidung ist man weit entfernt. Die Prüfung sei komplex, heißt es aus der Hafencity GmbH. Tatsächlich geht es um weit mehr als Quadratmeter: Es geht um Forschungsräume, Depotflächen, öffentliche Zugänglichkeit – und nicht zuletzt um eine langfristige finanzielle Verpflichtung der Stadt.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Strategie oder Rückzug?</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">In der Immobilienbranche ist es höchst ungewöhnlich, dass Investorinnen und Investoren mitten in den Verhandlungen mit pessimistischen Tönen an die Öffentlichkeit treten. Kühnes Aussagen lassen sich auch als Warnschuss verstehen – oder als strategischer Druckaufbau. Seine Botschaft: Ohne Beteiligung der Stadt kein Elbtower.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Stadt indes zögert. Bürgermeister Tschentscher hat stets betont, das wirtschaftliche Risiko dürfe nicht einseitig bei der öffentlichen Hand liegen. Doch eine Anmietung von über 30.000 Quadratmetern durch das Naturkundemuseum käme einer langfristigen Subvention gleich – mit bis zu einer Million Euro Monatsmiete.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Zwischen Abriss und Aufbruch</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Kühne spricht sogar vom möglichen Abriss in ein bis zwei Jahren, sollte keine Lösung gefunden werden. Was bleibt dann vom Elbtower? Ein Mahnmal gescheiterter Investorenfantasien? Oder ein Zwischenstadium in einem langwierigen städtischen Aushandlungsprozess? Fakt ist: Der Elbtower steht exemplarisch für die Fragilität großdimensionierter Stadtentwicklungsprojekte in Zeiten multipler Krisen – wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich. Der einst als dritthöchstes Gebäude Deutschlands geplante Turm von David Chipperfield Architects droht zum teuersten Rohbau des Landes zu werden. Oder zur spektakulärsten Re-Use-Fläche Hamburgs.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Ausblick: Ein Turm, viele Fragen</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ob sich der Elbtower als Symbol des Scheiterns oder der Resilienz etabliert, hängt maßgeblich vom politischen Willen, der finanziellen Realität und der gesellschaftlichen Akzeptanz ab. Fest steht: Visionen brauchen Substanz – und Geduld.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/tuerme-stuerzen-leise-das-hamburger-hochhaus-dilemma/">Türme stürzen leise – Das Hamburger Hochhaus-Dilemma</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nazi Bunker wird Hotel</title>
		<link>https://baukunst.art/staatspreis-2024-engere-wahl/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jul 2024 11:24:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nord]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Denkmalschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[NachhaltigeArchitektur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=10570</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Hamburger Feldstraßenbunker wurde in ein modernes Hotel mit Dachgarten und Sportanlagen umgewandelt. Dieses Projekt verbindet Geschichte, Nachhaltigkeit und moderne Architektur auf beeindruckende Weise.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/staatspreis-2024-engere-wahl/">Nazi Bunker wird Hotel</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3 data-pm-slice="0 0 []">Die beeindruckende Verwandlung des Feldstraßenbunkers in Hamburg</h3>
<p>Die Umwandlung des imposanten Hochbunkers in Hamburg-St. Pauli in ein modernes Hotel ist ein beeindruckendes Beispiel für die Transformation von historischen Gebäuden. Der 1942 errichtete Bunker, der ursprünglich als Schutzbau während des Zweiten Weltkriegs diente, hat eine bewegte Geschichte hinter sich und erfährt nun eine Renaissance als multifunktionales Gebäude. Diese Metamorphose verbindet historische Bedeutung mit moderner Architektur und Nachhaltigkeit.</p>
<div id="attachment_10635" style="width: 1010px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10635" class="size-full wp-image-10635" src="https://baukunst.art/wp-content/uploads/2024/07/Depositphotos_666413662_s-2019.jpg" alt="Baukunst-Nazi Bunker wird Hotel" width="1000" height="667" srcset="https://baukunst.art/wp-content/uploads/2024/07/Depositphotos_666413662_s-2019.jpg 1000w, https://baukunst.art/wp-content/uploads/2024/07/Depositphotos_666413662_s-2019-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><p id="caption-attachment-10635" class="wp-caption-text">Depositphotos</p></div>
<h4>Historischer Hintergrund</h4>
<p>Der Feldstraßenbunker wurde innerhalb von nur 300 Tagen von KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern erbaut. Mit seinen gewaltigen Dimensionen von 75 x 75 Metern Grundfläche und 38 Metern Höhe sowie den massiven Betonwänden war der Bunker ein Symbol für die militärische Architektur der NS-Zeit. Nach dem Krieg stand der Bunker als düsteres Mahnmal und wurde im Laufe der Jahre für verschiedene Zwecke zwischengenutzt – von Theatern und Restaurants bis hin zu Büroräumen und als Impfstation.</p>
<h4>Die Vision der Umwandlung</h4>
<p>Die Idee, den Bunker in ein modernes, nachhaltiges Gebäude umzuwandeln, kam bereits in den 1990er Jahren auf. Friedensreich Hundertwasser hatte 1992 die Vision eines begrünten Bunkers, die jedoch erst viele Jahre später in Angriff genommen wurde. Die aktuelle Transformation begann mit dem Ziel, ein Zeichen für Nachhaltigkeit und städtische Begrünung zu setzen.</p>
<p>Der Umbau des Bunkers in ein Hotel, Bars, Restaurants, eine Sport- und Konzerthalle sowie einen großen Dachgarten kostete etwa 60 Millionen Euro. Der Bunker wurde auf 58 Meter erhöht, um Platz für diese neuen Funktionen zu schaffen. Der Dachgarten, der Wanderpfad und die grüne Fassade sollen ein urbanes Naherholungsgebiet inmitten der Stadt bieten und gleichzeitig einen Beitrag zur städtischen Klimaanpassung leisten.</p>
<h4>Technische Herausforderungen und Lösungen</h4>
<p>Die Umwandlung eines solch massiven Bauwerks stellt erhebliche technische Herausforderungen dar. Die extrem dicken Betonwände und die unvorhersehbare Bewehrung im Inneren des Betons machten die Arbeiten besonders schwierig. Die Ingenieure mussten spezielle Bohrer einsetzen, um durch den Beton zu dringen, und die Struktur des Gebäudes an die neuen Anforderungen anpassen.</p>
<p>Ein besonderes Augenmerk lag auf der Begrünung des Bunkers. Hierfür wurden 10.000 Pflanzen, darunter Birnbäume, Kriechmispeln und Bergkiefern, auf der Fassade und dem Dach installiert. Die Begrünung dient nicht nur der ästhetischen Aufwertung, sondern auch der Verbesserung des Mikroklimas und der Regenwasserbewirtschaftung.</p>
<h4>Beispiele erfolgreicher Projekte</h4>
<p>Der umgestaltete Bunker ist nicht das erste Projekt dieser Art. Weltweit gibt es erfolgreiche Beispiele für die Umnutzung von historischen Gebäuden. Ein bemerkenswertes Beispiel ist das „Tate Modern“ in London, ein ehemaliges Kraftwerk, das heute ein weltbekanntes Museum für moderne Kunst ist. Ein weiteres Beispiel ist das „High Line“ Projekt in New York, bei dem eine stillgelegte Hochbahntrasse in einen linearen Park umgewandelt wurde. Diese Projekte zeigen, dass historische Strukturen durch kreative Umnutzung neue Bedeutungen und Funktionen erhalten können.</p>
<h4>Aktuelle Trends und Technologien</h4>
<p>Die Umwandlung des Feldstraßenbunkers reflektiert aktuelle Trends in der Architektur und Stadtplanung. Nachhaltigkeit und Begrünung spielen eine zentrale Rolle. Gründächer und grüne Fassaden sind nicht nur optisch ansprechend, sondern leisten einen wichtigen Beitrag zur Reduktion des städtischen Wärmeinseleffekts und zur Verbesserung der Luftqualität. Moderne Technologien wie automatisierte Bewässerungssysteme und spezielle Substrate für die Pflanzen ermöglichen die erfolgreiche Begrünung von Gebäuden auch in herausfordernden Umgebungen.</p>
<p>Ein weiteres wichtiges Element ist die Multifunktionalität der Gebäude. Der Feldstraßenbunker vereint Hotel, Gastronomie, Sport und Kultur unter einem Dach und bietet so eine vielseitige Nutzungsmöglichkeit für unterschiedliche Zielgruppen.</p>
<h4>Kritische Betrachtung und Zukunftsperspektiven</h4>
<p>Obwohl das Projekt vielversprechend ist, gibt es auch kritische Stimmen. Die Begrünung des Bunkers befindet sich noch im Aufbau, und viele der gepflanzten Bäume sind bisher nur kleine Setzlinge. Die Frage, ob der Bunker tatsächlich zu einem grünen Wahrzeichen Hamburgs wird oder ob es bei einem begrünten Parkdeck bleibt, wird die Zukunft zeigen.</p>
<p>Die Balance zwischen Denkmalschutz und moderner Nutzung ist eine weitere Herausforderung. Während der Bunker als Mahnmal erhalten bleibt, muss die kommerzielle Nutzung sorgfältig gesteuert werden, um die historische Bedeutung des Ortes nicht zu verdrängen.</p>
<h4>Fazit</h4>
<p>Die Umwandlung des Feldstraßenbunkers in Hamburg ist ein beeindruckendes Beispiel für innovative Architektur und nachhaltige Stadtentwicklung. Durch die Kombination von historischem Erbe und modernen Nutzungskonzepten wird der Bunker zu einem Symbol für die Fähigkeit der Stadt, sich zu erneuern und gleichzeitig ihre Geschichte zu bewahren. Die technischen und gestalterischen Herausforderungen, die mit diesem Projekt verbunden sind, zeigen, wie komplex und faszinierend die Umnutzung von historischen Bauwerken sein kann. Mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit und Multifunktionalität setzt das Projekt neue Maßstäbe für die Zukunft urbaner Architektur.</p>
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		<title>Ein  Symbol des Scheiterns</title>
		<link>https://baukunst.art/ein-symbol-des-scheiterns/</link>
		
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		<pubDate>Sat, 20 Apr 2024 16:21:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Benko]]></category>
		<category><![CDATA[Elbtower]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Ruine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wird der unvollendete Elbtower nun ein riesiges Vogelhaus, das etwa 100.000 Vogelpaaren Brutplätze bieten könnte? In Hamburg ist der Bau des Elbtowers, bei 100 Metern zum Stillstand gekommen. </p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p data-pm-slice="1 1 []">In Hamburg ist der Bau des Elbtowers, der ursprünglich 245 Meter hoch werden sollte, bei 100 Metern zum Stillstand gekommen. Die Baustelle ist seit Oktober 2023 nicht mehr aktiv, nachdem der österreichische Immobilienmagnat René Benko und seine Firma Signa, die hinter dem Projekt stehen, die Zahlungen eingestellt und Insolvenz angemeldet haben. Der unvollendete Rohbau wird nun zum Symbol des Scheiterns städtischer Entwicklungspläne von oben.</p>
<p>Am Billhafen-Löschplatz, einem Zentrum der Subkultur in Hamburg, versammelten sich etwa 300 Menschen zu einer Protestaktion. Die Initiative AG Ost nutzte diesen Anlass, um auf den Mangel an Raum für kulturelle und soziale Projekte aufmerksam zu machen und schlug vor, den Turm in einen Ort für bedrohte kulturelle Initiativen und soziales Leben umzuwandeln. Geplant sind unter anderem Ateliers, ein Stadtteilzentrum, eine Rooftop-Sauna sowie Einrichtungen wie eine Kantine und eine Kita.</p>
<p>Eine andere Gruppe, Birdtower Hamburg, sieht in dem unvollendeten Bauwerk das Potenzial für ein riesiges Vogelhaus, das etwa 100.000 Vogelpaaren Brutplätze bieten könnte.</p>
<p>Der finanzielle Verlust für Signa und deren Gläubiger wird auf etwa 500 Millionen Euro geschätzt, und trotz eines Notkredits von 100 Millionen Euro ist eine baldige Fortsetzung der Bauarbeiten unwahrscheinlich. Die Stadt Hamburg behält jedoch die Hoffnung, dass ein neuer Investor gefunden wird, oder dass sie das Grundstück durch ein Wiederkaufsrecht günstig zurückkaufen könnte, um den Turm doch noch einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. <a href="https://www.zeit.de/hamburg/2024-04/elbtower-protest-initiativen-umnutzung">mehr..</a></p>
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