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	<title>Baukosten-Archiv - Baukunst</title>
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	<description>Architektur und Ästhetik im gebauten Raum</description>
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		<title>Weniger ist Wohnraum: Ist dies das Ende des überregulierten Bauens?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jun 2026 15:49:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beruf]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rund 4.000 Normen stehen in Deutschland mit dem Bauen in Zusammenhang, und sie treiben die Baukosten spürbar nach oben. Der Nationale Normenkontrollrat fordert nun eine radikale Vereinfachung des Wohnungsbaus. Das Gebäudetyp-E-Gesetz liefert mit dem neuen § 650o BGB den juristischen Hebel: Komfortnormen werden verhandelbar, sicherheitsrelevante Regeln bleiben verbindlich. Was die Reform für Haftung, Beratung und kleine Büros bedeutet, ordnet dieser Beitrag berufspolitisch ein.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">baukunst.art </strong><em data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="em"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">| </strong></em>Praxis <em data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="em">| </em>Juni 2026</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []">Normenflut am Bau: Wie der Normenkontrollrat den Wohnungsbau entrümpeln will</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Eine Baunorm ist eine technische Regel, die Entwurf und Ausführung von Gebäuden vereinheitlicht; rund 4.000 solcher Normen stehen in Deutschland mit dem Bauen in Zusammenhang, und genau diese Menge gerät nun ins Visier des Nationalen Normenkontrollrats (NKR). Das unabhängige Kontroll- und Beratungsgremium der Bundesregierung fordert in einem Positionspapier eine grundlegende Reform des Zusammenspiels von technischen Normen, Baurecht und Vertragsrecht.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong>Ziel ist es, die Baukosten zu senken, Investitionen in den Wohnungsneubau zu erleichtern und mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">NKR-Präsident Lutz Goebel nennt die heutige Lage einen Systemfehler: Wer in Deutschland einfacher und günstiger bauen wolle, brauche heute oft mehr Mut als jene, die den höchsten Standard wählten.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Warum treiben Normen die Baukosten?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Baupreise kennen seit Jahren nur eine Richtung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude im Februar 2026 um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dieser Wert wirkt moderat, folgt aber auf einen historischen Ausschlag: 2022 verteuerte sich der Wohnungsneubau um 16,3 Prozent, der höchste Baupreisanstieg seit 1970. Material, Energie und Lieferketten trugen den größten Teil dazu bei. Ein struktureller Kostentreiber bleibt jedoch auch ohne Krise bestehen: die schiere Zahl technischer Anforderungen. Ein Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen kam zu dem Ergebnis, dass allein für den Geschosswohnungsbau etwa 355 Normen relevant sind. Jede einzelne mag für sich sinnvoll sein. In der Summe erzeugen sie einen Standard, den niemand mehr bewusst bestellt hat und der sich in jeder Quadratmeterkalkulation niederschlägt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong>Der NKR fordert deshalb, alle Anforderungen kritisch zu hinterfragen: Was ist wirklich notwendig für Sicherheit und Gesundheit, und was nicht? Die Antwort entscheidet darüber, ob ein Schallschutz oberhalb des Pflichtniveaus, eine besondere Lüftungstechnik oder ein bestimmter Ausstattungsstandard zwingend ist oder verhandelbar.</strong></p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Was ändert das Gebäudetyp-E-Gesetz?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Den juristischen Hebel liefert das Gebäudetyp-E-Gesetz, das die Bundesregierung als Gesetz zur zivilrechtlichen Erleichterung des Gebäudebaus auf den Weg gebracht hat. Der Kern liegt im Werkvertragsrecht des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Bislang gilt ein Bauwerk nach § 633 BGB grundsätzlich nur dann als mangelfrei, wenn die allgemein anerkannten Regeln der Technik eingehalten werden. Dabei handelt es sich nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs um einen bautechnischen Mindeststandard, der als vertraglich zugesichert gilt, wenn die Parteien nichts anderes vereinbart haben. Wer abweichen wollte, musste bisher umfangreiche Aufklärungs- und Hinweispflichten erfüllen und trug ein erhebliches Haftungsrisiko.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der neue § 650o BGB schafft hier einen eigenen Vertragstyp für fachkundige Unternehmen. Technische Normen und Regeln, die ausschließlich Komfort- oder Ausstattungsmerkmale betreffen, sind danach ohne ausdrückliche Vereinbarung nicht Gegenstand der vertraglichen Leistungspflicht; ein Abweichen begründet in diesem Fall keinen Sachmangel im Sinne des § 633 Absatz 2 Satz 2 BGB. Voraussetzung ist, dass dauerhafte Sicherheit, Eignung und eine gleichwertige Ausführungsqualität gewahrt bleiben und der Unternehmer die Abweichung samt Kostenfolgen vorab anzeigt. Sicherheitsrelevante Normen, etwa zu Statik oder Brandschutz, behalten dagegen ihren verbindlichen Charakter als anerkannte Regeln der Technik. Die Trennlinie verläuft zwischen Komfort und Sicherheit, nicht zwischen teuer und billig.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Bemerkenswert ist die Herkunft der Initiative. Den Planungsansatz hat die Bayerische Architektenkammer angestoßen; die Bundesarchitektenkammer (BAK) und die Bundesingenieurkammer trugen ihn beim Symposium „Einfach bauen“ nach Berlin. Die berufsständische Vertretung hat hier nicht nur reagiert, sondern Recht mitgestaltet.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Schwächt die Reform die Bauqualität?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Einwand liegt nahe, doch die fachliche Debatte ist differenzierter. DIN-Normen haben zunächst Empfehlungscharakter und sind keine gesetzlichen Vorschriften; eine Abweichung ist grundsätzlich möglich. Eine DIN-Norm kann die anerkannten Regeln der Technik wiedergeben, muss es aber nicht, und sie kann sogar hinter ihnen zurückbleiben. Genau diese Differenzierung greift das DIN selbst auf. Daniel Schmidt, Mitglied des DIN-Vorstands, vergleicht Normen mit unverzichtbaren Werkzeugen, die ihren Nutzen aber nur dann entfalten, wenn sie passend zur Aufgabe eingesetzt werden. Das DIN begrüßt die Empfehlungen des NKR und sieht den entscheidenden Hebel für günstigeres Bauen in der Anpassung des rechtlichen Rahmens, nicht in der Absenkung des Sicherheitsniveaus.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong>Für die Architektenschaft verschiebt sich damit die Verantwortung. Wo Standards verhandelbar werden, wächst die Beratungs- und Dokumentationspflicht.</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Wer einen Gebäudetyp-E-Vertrag begleitet, muss Bauherrinnen und Bauherren die Folgen einer Abweichung präzise erläutern, vom Schallschutz bis zum Wiederverkaufswert. Die Honorierung dieser anspruchsvollen Beratung ist in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) bisher nicht eigens abgebildet, was Architektenkammern und Ingenieurkammern frühzeitig adressieren sollten.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Was bedeutet das für kleine Büros?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Für kleinere Büros liegt in der Reform eine doppelte Chance. Einfacheres Bauen senkt die Schwelle für Projekte, die an überzogenen Standards bisher scheiterten, und stärkt die Vertragsfreiheit gegenüber Bauherrschaft und ausführenden Firmen. Zugleich verlangt der neue Spielraum mehr juristische Sorgfalt, die ein großes Büro leichter vorhält als eine Architektin oder ein Architekt in Einzelpraxis. Hier sind die Kammern gefragt: mit Musterverträgen, Leitlinien und Fortbildung. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen hat bereits angekündigt, Leitlinien und Prozessempfehlungen zum Gebäudetyp E zu erarbeiten.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Flankiert wird die Entwicklung durch zwei weitere Instrumente. Der sogenannte Bau-Turbo erlaubt Kommunen über den neuen § 246e BauGB, Wohnungsbau auch ohne vollständigen Bebauungsplan zuzulassen. Und seit 2025 unterliegen neue Baunormen einer verbindlichen Folgekostenabschätzung, die prüft, welche Bau- und Nutzungskosten eine Vorgabe verursacht, bevor sie verbindlich wird. Damit verschiebt sich die Beweislast: Nicht mehr der Verzicht auf eine Norm muss begründet werden, sondern ihre Einführung.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ob aus der Initiative ein echter Kulturwandel wird, hängt von der Praxis ab. <strong>Solange Gerichte, Sachverständige und Versicherer den höchsten Standard als sicheren Hafen behandeln, bleibt der Mut zum einfachen Bauen ein Risiko.</strong> Die berufspolitische Aufgabe besteht darin, diesen Hafen zu verlegen: hin zu einer Baukultur, die Qualität nicht mit Maximalausstattung verwechselt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
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		<title>Bauturbo und BauGB-Upgrade 2026: Aktionismus oder echte Reform?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 May 2026 07:42:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
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		<category><![CDATA[Verena Hubertz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach dem Bauturbo hat das Kabinett am 27. Mai 2026 das BauGB-Upgrade beschlossen. Bauministerin Hubertz verspricht schnelleres Bauen und bezahlbaren Wohnraum. Doch das Baugesetzbuch ist Planungsrecht, kein Baukostenrecht. Material, Zinsen und technische Standards bleiben unberührt, bei den Bodenpreisen wirkt das Gesetz in zwei Richtungen zugleich. Eine kritische Bilanz zwischen politischem Versprechen und baulicher Wirklichkeit.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">baukunst.art | </strong>MEINUNG &amp; KRITIK | Mai 2026</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Macht das BauGB-Upgrade das Bauen wirklich günstiger?</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Verena Hubertz hat ein zweites Mal geliefert. Nachdem der Bauturbo im Oktober 2025 in Kraft trat, hat das Bundeskabinett am 27. Mai 2026 den Entwurf für das Gesetz zur Modernisierung des Städtebau- und Raumordnungsrechts beschlossen, im politischen Sprachgebrauch das BauGB-Upgrade. Die Bauministerin verkauft es als Instrumentenkoffer für schnelleres Bauen und mehr Wohnraum. Wer genauer hinsieht, erkennt jedoch eine Reform, die an der sichtbaren Stellschraube dreht und die teuren stillen Stellschrauben weitgehend unberührt lässt.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Was hat das Kabinett am 27. Mai 2026 beschlossen?</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Zunächst eine notwendige Einordnung: Beschlossen ist ein Entwurf, kein Gesetz. Der nächste Schritt liegt beim Bundestag. Kern des Upgrades ist ein Abwägungsvorrang für den Wohnungsbau. Kommunen mit angespanntem Wohnungsmarkt können ein überragendes öffentliches Interesse für Wohnbebauung erklären, das in der planerischen Abwägung andere Belange zurücktreten lässt. Hinzu kommen die vollständige Digitalisierung der Bauleitplanung über den Standard XPlanung, eine fakultative frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung, eine materielle Präklusion auch gegenüber Umweltvereinigungen sowie erleichterte Aufstockungen und Nachverdichtungen. Das erklärte Ziel: Bauleitplanung in zwei statt in zehn bis fünfzehn Jahren.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Was bleibt vom Bauturbo?</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Bauturbo lebt im neuen Paragrafen 246e BauGB weiter, befristet als Experimentierklausel bis Ende 2030. Er lockert Beschränkungen des Baurechts und soll Genehmigungen beschleunigen. Die ernüchternde Bilanz nach gut einem halben Jahr liefert die Statistik: Auch 2026 entstehen nur knapp über 200.000 Wohnungen. Ein Bundestagsabgeordneter brachte das Grundproblem früh auf den Punkt, als er von einem Baugenehmigungsturbo sprach, aber von keinem Bauturbo. Genau hier setzt die Kritik am Upgrade an, denn es verlängert dieselbe Logik: Es beschleunigt das Verfahren bis zur Genehmigung, nicht den Bauvorgang selbst.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Senkt das Upgrade die Baupreise?</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die kurze Antwort lautet: nein. Das Baugesetzbuch ist Planungs- und Bodenrecht, kein Baukostenrecht. Die wahren Treiber der Herstellungskosten bleiben unangetastet: Materialpreise, Löhne, Finanzierungszinsen und vor allem die technischen Standards von der Energieeffizienz über den Schall- und Brandschutz bis zum Stellplatzschlüssel. Wer die Kosten je Quadratmeter wirklich drücken will, muss am Ordnungsrecht der Länder und an den Normen ansetzen. Das versucht der Gebäudetyp E, nicht das BauGB-Upgrade. Schon beim Bauturbo war die Fachkritik eindeutig: Baufinanzierung und Bauausführung werden durch ein beschleunigtes Planungsrecht nicht billiger.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Was passiert mit den Bodenpreisen?</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Hier wirkt das Gesetz in zwei Richtungen zugleich. Einerseits stärkt es kommunale Vorkaufsrechte, erschwert deren Umgehung über Share Deals und schafft einen neuen Enteignungszweck bei Schrottimmobilien. Das kann Spekulation dämpfen. Andererseits wertet es Flächen planerisch auf, etwa durch eine Privilegierung von Außenbereichsvorhaben über den Flächennutzungsplan und die Öffnung von Kerngebieten für das Wohnen. Mehr Baurecht auf einer Fläche bedeutet in aller Regel einen höheren Bodenwert. Bereits beim Bauturbo erwarteten Planerinnen und Planer steigende Bodenpreise und mehr Spekulation, weil eine Lenkungswirkung in Richtung bezahlbares Wohnen fehlt. Diese Ambivalenz bleibt auch im Upgrade ungelöst.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Wird das Bauen wirklich einfacher?</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Auf der Verfahrensebene ja, zumindest dem Anspruch nach. Digitalisierung, gestraffte Beteiligung und der Abwägungsvorrang können Planungszeiten verkürzen. Der entscheidende Einwand bleibt jedoch derselbe wie beim Bauturbo: Eine schnellere Genehmigung ist noch kein gebautes Haus. Der reale Engpass sitzt vielerorts nicht im materiellen Recht, sondern im Mangel an qualifiziertem Personal in den kommunalen Bauverwaltungen. Solange dort Stellen unbesetzt bleiben, verschiebt das Upgrade den Stau lediglich von der Rechtsnorm in die Amtsstube. Hinzu kommt ein Qualitätsrisiko: Eine geschwächte Öffentlichkeitsbeteiligung spart Zeit, kostet aber Transparenz und Akzeptanz vor Ort.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Was sagen die Verbände?</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Reaktionen aus der Fachwelt bestätigen das gespaltene Bild. Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW sieht zwar wichtige Ansätze, aber keinen Durchbruch für schnelleres und bezahlbares Bauen und nennt den Entwurf zu zögerlich. Ein breites Verbändebündnis, in dem auch die Bundesarchitektenkammer vertreten ist, kritisiert die einseitige Neubau-Priorisierung und fordert stattdessen einen Umbau-Turbo sowie wirksamere Instrumente gegen Bodenspekulation. BAK-Präsidentin Andrea Gebhard fasst die planerische Gegenposition präzise: „Gute Planung und schnelles Bauen sind kein Widerspruch.“ Selbst die Rohstoffwirtschaft meldet sich zu Wort und warnt, dass ein Wohnungsbau ohne gesicherte mineralische Rohstoffe ein Versprechen auf Sand bleibt.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Aktionismus oder mehr?</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die ehrliche Antwort liegt dazwischen. Das BauGB-Upgrade ist mehr als reiner Aktionismus, weil es echte Verfahrensvereinfachungen enthält und mit Vorkaufsrechten und Schrottimmobilien-Regeln auch bodenpolitische Hebel ansetzt. Es ist aber weniger als die angekündigte Lösung der Wohnungsfrage, weil es die drei teuersten Faktoren ausspart: Baustandards, Finanzierung und Verwaltungskapazität. Das Gesetz senkt im besten Fall Verfahrenszeiten und Verfahrenskosten, nicht jedoch die Baupreise, und bei den Bodenpreisen hebt es mit der einen Hand auf, was es mit der anderen dämpft. Wer Wohnungen bauen will, braucht beides: ein schnelles Planungsrecht und bezahlbare Baukosten. Das Upgrade liefert nur die Hälfte. Es ist ein Genehmigungsturbo mit gutem Gewissen, aber noch kein Bauturbo.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">baukunst.art · Redaktion · Stuart Stadler</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Drei bis fünf Prozent: Was der Iran-Krieg für deutsche Bauherren wirklich bedeutet</title>
		<link>https://baukunst.art/drei-bis-fuenf-prozent-was-der-iran-krieg-fuer-deutsche-bauherren-wirklich-bedeutet/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2026 07:47:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Baukosten]]></category>
		<category><![CDATA[Berufspolitik Regelwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Iran-Krieg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Drei bis fünf Prozent teurer seit Kriegsbeginn: Der Iran-Konflikt verschärft die strukturelle Krise am Bau. Die Berufspolitik steht unter sichtbarem Zugzwang.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/drei-bis-fuenf-prozent-was-der-iran-krieg-fuer-deutsche-bauherren-wirklich-bedeutet/">Drei bis fünf Prozent: Was der Iran-Krieg für deutsche Bauherren wirklich bedeutet</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong>baukunst.art </strong> /  Politik / Berufspraxis</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Iran-Krieg: Baukosten für Hausbau steigen um bis zu fünf Prozent</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Baukosten für konventionelle Wohngebäude in Deutschland liegen seit Beginn des Iran-Krieges um drei bis fünf Prozent höher als zuvor; Treiber sind energieintensiv hergestellte Materialien wie Stahl, Beton und Dämmstoffe sowie deutlich gestiegene Logistikkosten. Diese Größenordnung wird im April 2026 vom Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen, vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) und vom Bauindustrieverband HDB übereinstimmend bestätigt. Aus berufspolitischer Sicht stellt sich damit weniger die Frage nach dem Befund als nach dem Instrumentenkasten: Welche Werkzeuge haben Kammern, Verbände und Bundesregierung kurzfristig zur Hand?</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Ausgangslage ist angespannt. Schon in den Jahren 2024 und 2025 stiegen die Baupreise laut Statistischem Bundesamt um jeweils rund drei Prozent. Das Defizit am Wohnungsmarkt liegt bei rund einer Million Einheiten, einzelne Erhebungen sprechen von bis zu 1,4 Millionen. Für 2026 werden lediglich 215.000 bis 222.000 Fertigstellungen erwartet, weit unterhalb des Regierungsziels von 400.000 Einheiten pro Jahr. In dieser Lage wirkt der Krieg, so Bauministerin Verena Hubertz (SPD) im ARD-Morgenmagazin, wie ein Brennglas auf vorhandene strukturelle Probleme.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Wer trägt die Mehrkosten am Bau?</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Im Regelfall bleibt das Risiko zunächst bei den Auftragnehmenden. Werkverträge nach BGB und VOB/B sehen Festpreise vor; Stoffpreisgleitklauseln sind außerhalb öffentlicher Vergaben die Ausnahme. Tim-Oliver Müller vom HDB berichtete von Preissteigerungen bei Diesel um rund 25 Prozent und bei Bitumen, dem auf Erdöl basierenden Bindemittel im Asphalt, um etwa 36 Prozent innerhalb eines Monats. Eine belastbare Kalkulation ist unter diesen Bedingungen kaum noch möglich.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Für die Architektenschaft heißt das: Bauherrenberatung wird zur Risikodisziplin. Wer in laufenden Projekten in Leistungsphase 6 und 7 der HOAI Vergaben vorbereitet, sollte Stoffpreisgleitklauseln, Bauzeitenpuffer und Mehrkostenanzeigen nach § 650b BGB systematisch prüfen. Festpreisangebote über lange Realisierungszeiträume sind unter aktuellen Bedingungen wirtschaftlich kaum belastbar. Mehrere Architektenkammern raten zu klar dokumentierten Risikohinweisen gegenüber Bauherrenschaften, auch zur Begrenzung eigener Haftungsrisiken nach den Grundsätzen der Aufklärungs- und Beratungspflicht.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Welche berufspolitischen Antworten formieren sich?</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Bundesarchitektenkammer (BAK) und die Länderkammern bekräftigen ihre Forderung nach planbaren Rahmenbedingungen. Drei Themen stehen im Zentrum: die Beschleunigung des sogenannten Bau-Turbos, der Gebäudetyp E nach den Plänen des Bundesbauministeriums sowie eine Modernisierung der HOAI in Richtung leistungsgerechter Honorierung. Ministerin Hubertz hat einen Gesetzesentwurf zum Gebäudetyp E bis Sommer 2026 angekündigt; er soll vereinfachtes Bauen ohne sogenannte Goldstandards ermöglichen. Aus Sicht vieler Architektinnen und Architekten birgt das Chancen, etwa beim Verzicht auf überzogene Schallschutz- oder Komfortnormen, zugleich aber Haftungsrisiken, solange das Verhältnis zu den anerkannten Regeln der Technik nicht abschließend geklärt ist.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Auf europäischer Ebene bleibt die Umsetzung der EU-Gebäudeenergieeffizienzrichtlinie (EPBD) ein Reizthema. Höhere Sanierungsquoten und ambitionierte Effizienzanforderungen treffen auf eine Branche, die an Materialknappheit und Personalengpässen laboriert. Die Architektenkammern fordern, dass die Anforderungen aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) und der EPBD-Umsetzung mit den realen Marktverhältnissen abgeglichen werden. Eine starre Fortschreibung von Effizienzklassen, ohne Rücksicht auf Kostenrealität und Lieferketten, droht den Neubau weiter abzuwürgen.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Was tut die Politik kurzfristig?</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Bundestag hat am 24. April 2026 einen zweimonatigen Tankrabatt beschlossen, der die Energiesteuer auf Kraftstoffe ab Mai senken soll. Ob die Entlastung in der Baulogistik ankommt, ist nach Einschätzung des ADAC offen. Für die soziale Wohnraumförderung stehen 2026 rund vier Milliarden Euro im Bundeshaushalt bereit. Parallel arbeitet die Koalition an einer Reform des Mietrechts; der Kabinettsbeschluss zur GEG-Novelle ist für den 13. Mai 2026 geplant.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Aus berufspolitischer Sicht reicht das nicht. Die Bayerische Architektenkammer und mehrere Schwesterkammern haben in den vergangenen Wochen erneut auf die Schieflage zwischen Anforderungsdichte und Honorarstruktur hingewiesen. Die HOAI in der Fassung von 2021 bildet den gestiegenen Aufwand bei Nachhaltigkeitsnachweisen, Lebenszyklusberechnungen nach DIN 276 und DIN 277 sowie energetischen Optimierungen nur unzureichend ab. Wenn Mehrkosten bei Material und Logistik auf statische Honorartafeln treffen, wird die wirtschaftliche Tragfähigkeit kleiner und mittlerer Büros zur Existenzfrage.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Welche Konsequenzen ergeben sich für die Berufspraxis?</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Für die einzelne Berufsträgerin und den einzelnen Berufsträger zeichnen sich drei Handlungsebenen ab. Erstens die Vertragsgestaltung: Architektenverträge sollten Mehraufwand bei Umplanungen wegen Materialwechseln klar regeln, mit präziser Abgrenzung zwischen Grundleistungen der HOAI und gesondert vergüteten Besonderen Leistungen. Zweitens die Kommunikation: Frühzeitige Hinweise auf Marktrisiken, dokumentiert in Protokollen und Aktenvermerken, sind kein Misstrauensvotum gegenüber den Bauherrenschaften, sondern Teil der Beratungspflicht. Drittens die kollektive Interessenvertretung: Mitwirkung in Kammergremien, Vergabeausschüssen und Stellungnahmeverfahren entfaltet derzeit mehr Wirkung als Einzelinitiativen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Sebastian Dullien vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) verweist auf einen weiteren Effekt: Sinkende Kaufkraft durch hohe Energiepreise reduziert den Spielraum privater Bauherrenschaften zusätzlich. Die Gemeinnützigen Bauvereinigungen rechnen erst ab 2027 mit einer spürbaren Erholung, vorausgesetzt, der Bau-Turbo greift und die Zinsentwicklung lässt es zu.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Krieg im Iran wird die strukturelle Krise des deutschen Wohnungsbaus nicht verursachen, aber sichtbar verschärfen. Die berufspolitischen Werkzeuge, von der HOAI-Reform über den Gebäudetyp E bis zu einer realistischen GEG-Fortschreibung, liegen auf dem Tisch. Ihre Wirksamkeit entscheidet darüber, ob in Deutschland in zwei Jahren wieder unter belastbaren Rahmenbedingungen geplant und gebaut werden kann; oder ob die Branche den nächsten geopolitischen Schock mit denselben Defiziten erlebt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/drei-bis-fuenf-prozent-was-der-iran-krieg-fuer-deutsche-bauherren-wirklich-bedeutet/">Drei bis fünf Prozent: Was der Iran-Krieg für deutsche Bauherren wirklich bedeutet</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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		<title>Krieg als Baukostentreiber: Was der Irankonflikt für Österreichs Bauwirtschaft bedeutet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2026 10:05:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Baukosten]]></category>
		<category><![CDATA[Bauwirtschaft Österreich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Krieg als Baukostentreiber: Wie der Irankonflikt Energiepreise, Lieferketten und Finanzierung gleichzeitig unter Druck setzt, und was das fuer österreichische Planungsbüros bedeutet.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/krieg-als-baukostentreiber-was-der-irankonflikt-fuer-oesterreichs-bauwirtschaft-bedeutet/">Krieg als Baukostentreiber: Was der Irankonflikt für Österreichs Bauwirtschaft bedeutet</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">baukunst.art</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Kategorie: MEINUNG &amp; KRITIK</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Krieg baut keine Wohnungen: Warum der Irankonflikt Wohnungsmangel verschärft</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Bauwirtschaft ist ein Seismograph der Geopolitik: Kaum ein anderer Wirtschaftszweig reagiert so sensibel auf Energiepreise, Lieferkettenunterbrechungen und Zinsentwicklungen wie das Baugewerbe. Seit dem 28. Februar 2026, dem Beginn des Irankriegs mit israelischen und amerikanischen Angriffen auf Teheran, erlebt Österreich genau diese Kombination in einer Intensität, die an die Schockwellen des Ukrainekriegs von 2022 erinnert. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem die österreichische Bauwirtschaft gerade erst begonnen hatte, sich aus einer langen Rezessionsphase herauszuarbeiten.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Österreichische Nationalbank (OeNB) hat ihre Wachstumsprognose für 2026 bereits auf 0,5 Prozent zurückgenommen. Gouverneur Martin Kocher brachte es auf den Punkt: &#8218;Alles hängt davon ab, wie lange dieser Krieg dauert.&#8216; Raiffeisen Research ist noch pessimistischer und rechnet im Szenario einer länger gesperrten Straße von Hormus mit nur 0,3 Prozent Wachstum. Nach zwei Jahren Rezession haette 2026 ein Jahr des Aufbruchs werden sollen. Stattdessen: der nächste geopolitische Schock.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Was kostet der Krieg die österreichische Baustelle?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die unmittelbaren Auswirkungen auf die Bauwirtschaft sind handfest und mehrfach. Erstens: Energie. Rund 41 Prozent des Energieverbrauchs im Baugewerbe entfallen auf Diesel, den Treibstoff von Bagger, Kran, Lastwagen und Betonmischer. Der Brent-Ölpreis sprang nach Kriegsbeginn zeitweise auf über 120 US-Dollar, europäischer Diesel verteuerte sich um mehr als 20 Prozent. Für ein mittelgroßes Bauprojekt bedeutet das konkret: Die Kalkulationsgrundlage, auf der der Generalunternehmer noch im Jänner unterschrieben hat, ist im März bereits nicht mehr gültig.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Zweitens: Baustoffe. Zement liegt bereits 60 Prozent über dem Preisniveau von 2021 und bewegte sich zuletzt kaum mehr. Flachglas, eines der energieintensivsten Baumaterialien, hatte sich 2025 bereits um 20 Prozent verteuert. Steigende Gas- und Stromkosten durch den Irankonflikt könnten nun die nächste Preisstufe zünden. Gleichzeitig führt die Gefährdung der Schifffahrtsrouten im Persischen Golf zu Verzögerungen bei Materiallieferungen und erhöhten Frachtkosten weltweit. Wer als Architekt oder Architektin heute ein Bauprojekt kalkuliert und es 2028 fertigstellen will, muss laut Prognosen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung mit 10 bis 13 Prozent höheren Gesamtkosten rechnen, und zwar im Basisszenario.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Drittens: Finanzierung. Die Bauzinsen, die Anfang 2026 noch bei rund 3,6 Prozent lagen, sind inzwischen auf über 4 Prozent gestiegen. Bei einem typischen Projektdarlehen von 350.000 Euro bedeutet ein Anstieg von nur 0,2 Prozentpunkten eine Mehrbelastung von rund 700 Euro pro Jahr. Banken fordern gleichzeitig höhere Eigenkapitalquoten, weil sie das geopolitische Risiko einpreisen. Gerade kleinere Bautraeger geraten dadurch in Bedrängnis. Projektfinanzierungen werden restriktiver vergeben, Transaktionen werden verschoben oder ganz abgesagt.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Sind Chancen im Wiederaufbau realistisch?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Es waere unkritisch, nur die Schatten zu zeichnen. Eine Studie des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) gemeinsam mit dem Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) unter Direktor Gabriel Felbermayr skizziert auch ein Langfristszenario: Im Falle eines politischen Umbruchs im Iran und der Aufhebung der Sanktionen koennte das österreichische BIP langfristig um 0,5 Prozent zulegen. Österreich ist, so wiiw-Experte Mahdi Ghodsi, &#8218;traditionell stark im Anlagen- und Maschinenbau, in der Bauwirtschaft, bei Verkehrsinfrastruktur oder in der Wasseraufbereitung und Umwelttechnik&#8216;, Bereiche mit enormem Aufholbedarf im Iran.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das ist richtig. Und es ist zugleich ein Trugschluss, der österreichischen Planungsbüros heute kurzfristig wenig nutzt. Erstens: Die Exporte Österreichs in den Iran sanken von 276 Millionen Euro im Jahr 2016 auf nur noch 118 Millionen Euro im Jahr 2024. Die wirtschaftlichen Verbindungen sind bereits vor dem Krieg auf ein Minimum geschrumpft. Zweitens: Wiederaufbau im postkonfliktären Iran, wenn er denn kommt, ist ein mittelfristiges Szenario, das unter enormer politischer Unsicherheit steht. Drittens: Die österreichische Bauwirtschaft kaempft gerade damit, genug Fachkraefte fuer heimische Projekte zu haben. Laut Schätzungen fehlen der europäischen Baubranche aktuell fast 400.000 qualifizierte Arbeitskraefte. Exportprojekte im Krisengebiet setzen andere Voraussetzungen voraus, als sie heute gegeben sind.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Was bedeutet das für Planungsbüros in Österreich?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die eigentliche Lektion des Irankriegs für die österreichische Architektur- und Planungsbranche ist keine iranische, sondern eine hiesige: Geopolitische Risiken sind längst Bestandteil der Projektkalkulation geworden. Das war nach dem Ukrainekrieg 2022 so, und es gilt 2026 erneut. Wer heute ein Projekt über HOAI-konforme Honorarermittlung oder die österreichische Honorarordnung Architekten (HOA) abwickelt und bei der Kostenschätzung nach ÖNORM B 1801-1 fünf Prozent Unvorhergesehenes einplant, muss sich fragen, ob diese Reserve in einem Energiepreisschock von 20 Prozent auf Diesel noch ausreicht.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Antwort ist unbequem: Nein. Die Branche braucht neue Konventionen fuer geopolitische Risikoaufschläge in Vertraegen, ähnlich dem, was in der Bauwirtschaft nach dem Ukraineschock diskutiert, aber kaum umgesetzt wurde. Gleichzeitig bietet die Situation eine paradoxe Chance: Der österreichische Staat plant, wie in Deutschland mit dem Sondervermögen von 500 Milliarden Euro, massive Infrastrukturinvestitionen. Staatliche Nachfrage wird einen Markt befeuern, dem qualifizierte Fachkräfte fehlen. Wer heute gut aufgestellt ist, hat Arbeit auf Jahre hinaus. Wer auf den privaten Wohnungsbau gesetzt hat, schaut in die Röhre.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Felbermayr sprach von &#8218;moralischer Klarheit und wirtschaftlicher Vorsorge&#8216;, die sich nicht ausschliessen. Das gilt auch für die Baubranche. Die moralische Klarheit besteht darin, einen Krieg als das zu benennen, was er ist: als humanitaere Katastrophe mit realen wirtschaftlichen Konsequenzen. Die wirtschaftliche Vorsorge besteht darin, Projekte heute so zu kalkulieren, dass sie morgen noch gebaut werden koennen. Unsicherheit, das haben alle Krisen seit 2020 gezeigt, ist kein temporärer Zustand mehr. Sie ist die neue Normalität. Und die Bauwirtschaft muss sich darauf einstellen, mit Vertraegen, Honorarordnungen und Planungsinstrumenten, die dieser Realität entsprechen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
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		<title>Serielles Bauen 2026: Strabag, Porr und Buwog im Preiskampf um den günstigsten Quadratmeter</title>
		<link>https://baukunst.art/serielles-bauen-2026-strabag-porr-und-buwog-im-preiskampf-um-den-guenstigsten-quadratmeter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Jan 2026 08:17:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Baukosten]]></category>
		<category><![CDATA[serielles Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnungsbau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Strabag, Porr und Buwog liefern sich einen Wettlauf um die günstigsten Baukosten. Die 2000 Euro Marke ist das Ziel. Doch was bleibt dabei von der Baukultur?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/serielles-bauen-2026-strabag-porr-und-buwog-im-preiskampf-um-den-guenstigsten-quadratmeter/">Serielles Bauen 2026: Strabag, Porr und Buwog im Preiskampf um den günstigsten Quadratmeter</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []">Baukosten unter 2000 Euro je Quadratmeter: Der Wettstreit ist entbrannt</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">In der deutschsprachigen Bauwirtschaft ist ein regelrechter Wettbewerb entbrannt. Strabag, Porr und Buwog überbieten sich gegenseitig mit Ankündigungen, die Baukosten pro Quadratmeter unter die psychologisch wichtige Marke von 2000 Euro drücken zu wollen. Während am Markt derzeit Baukosten von fast 3000 Euro pro Quadratmeter üblich sind und Genossenschaften bei etwa 2500 Euro liegen, versprechen die Konzerne eine Revolution durch vorgefertigte Elemente und serielle Bauweisen.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Strabag launcht Tetriqx</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Baukonzern Strabag hat Mitte August 2025 ein serientaugliches Wohnbauprodukt namens Tetriqx auf den Markt gebracht. Der Name erinnert nicht ganz zufällig an das beliebte Computerspiel, bei dem es darum geht, Blöcke übereinanderzuschlichten. Genau das ist das Prinzip: Ein Baukastensystem mit hohem Vorfertigungsgrad, das in einem österreichischen Werk produziert und vor Ort nur noch endmontiert wird.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Tetriqx setzt auf Holz-Hybrid-Bauweise mit CO2-reduziertem Beton und umfasst drei fertig geplante Wohnbautypen (Typ B, C und D) für unterschiedliche Bauklassen. Alle drei lassen sich auf Wohngebäude von bis zu sieben Stockwerken aufstocken und haben optimierte Grundrisse von circa 44 bis zu rund 88 Quadratmetern.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Strabag-Sprecherin Isabella Nutz berichtet von rund 40 Grundstücken bundesweit, die derzeit auf ihre Eignung für das Tetriqx-System geprüft werden. Die ersten Projekte sollen im nächsten Jahr begonnen werden. Die Bauzeit soll im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren um bis zu vier Monate reduziert werden können.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Porr kündigt noch niedrigere Kosten an</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Baukosten pro Quadratmeter sogar deutlich unter 2000 Euro zu bringen, das hat bereits im Februar 2025 Karl-Heinz Strauss, Vorstandschef des Baukonzerns Porr, angekündigt. Auf Anfrage heißt es vonseiten der Porr AG, das Thema sei über die Konzeptionierung hinaus und man befinde sich bereits in der Umsetzung. Erste konkrete Projekte in Elementbauweise wolle man in absehbarer Zeit kommunizieren.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Interessant ist der Kontext dieser Ankündigung: Für 2025 werden in Österreich nur noch 24.600 Wohneinheiten fertiggestellt, 32 Prozent weniger als im Vorjahr. Porr-Chef Strauss spricht von einer Wohnbaukrise, nicht von einer Baukrise. Der Infrastrukturbau boomt, der Wohnungsbau lahmt. Vor allem im dritten Quartal 2025 kam es zu besonders starken Rückgängen: bei frei finanzierten Mietwohnungen um etwa 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei frei finanzierten Eigentumswohnungen um elf Prozent.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Buwog und Gropyus: Modulbau in Berlin und Salzburg</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Schon etwas länger ist auch der Bauträger Buwog an der System- beziehungsweise Modulbauweise dran. Gemeinsam mit dem österreichisch-deutschen Unternehmen Gropyus sind Projekte in Berlin und Salzburg geplant. In Berlin entstehen 158 Wohnungen nach dem seriellen Prinzip.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Damit formiert sich ein Oligopol der großen Baukonzerne, das den Markt für kostengünstigen Wohnungsbau unter sich aufteilen will. Die Versprechen klingen verlockend: Produktion im Trockenen, verkürzte Bauzeit auf der Baustelle, parallelisierte Fertigung während der Bauplatzarbeiten.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die Vorteile der Vorfertigung</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Argumente für das serielle Bauen sind nicht von der Hand zu weisen. Die Produktion geht in der Fabrik und damit im Trockenen vonstatten. Vor Ort werden die Elemente wie bei einem Fertighaus nur noch zusammengesetzt, was die Bauzeit auf der Baustelle verkürzt. Die Fertigung kann auch bereits beginnen, wenn am Bauplatz selbst noch gearbeitet wird, was weitere Einsparungen an Zeit ermöglicht.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die GdW-Rahmenvereinbarung Serielles und modulares Bauen 2.0 hat bereits 25 innovative Konzepte von 20 Bietern in den deutschen Markt gebracht. Der Medianwert liegt bei unter 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, die Preisspanne reicht von 2.370 bis 4.370 Euro. Die Konzepte umfassen Holzbau, Stahlbeton und Hybridbauweisen.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Der blinde Fleck der Standardisierung</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Kritik an der Standardisierungswelle ist nicht neu, aber sie gewinnt an Dringlichkeit. Während das Bundesverteidigungsministerium ab 2027 den Bau von 270 standardisierten Kompaniegebäuden plant und das im militärischen Kontext völlig legitim ist, stellt sich im zivilen Wohnungsbau eine andere Frage: Was bleibt von den Orten, wenn überall die gleichen Module gestapelt werden?</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Hessen hat mit dem Musterfeuerwehrhaus einen anderen Weg gezeigt: Musterraumprogramme und Grundrisse werden bereitgestellt, lassen sich aber an örtliche Gegebenheiten anpassen. Die Handlungsempfehlung schafft Effizienz, ohne die individuelle Verantwortung für den Ort aufzugeben.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Im Wohnungsbau hingegen droht eine andere Entwicklung. Laut Schätzungen des Zentralen Immobilien Ausschusses werden derzeit erst rund fünf Prozent der Wohnungen in Deutschland seriell oder modular errichtet. Angesichts der massiven politischen Förderung und der Offensive der großen Baukonzerne könnte sich dieser Anteil in den kommenden Jahren vervielfachen.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Das Kleingedruckte der Versprechen</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Zahlen klingen verlockend. Doch die Wohnungswirtschaft kennt die Tücken des Kleingedruckten. Die 1.950 Euro der Strabag gelten als Baukostenpreis ohne Planung und ohne Garage, Preisstand 1. Januar 2025. Grundstück, Erschließung, Außenanlagen und Nebenkosten sind nicht eingerechnet. Für eine realistische Gesamtkalkulation müssen Bauherrinnen und Bauherren deutlich höhere Beträge einplanen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Hinzu kommt: Serielles Bauen funktioniert nur unter bestimmten Voraussetzungen. Die Strabag selbst definiert als Mindestanforderung eine Grundstücksgröße von 3.000 Quadratmetern mit Widmung für mehrgeschossigen Wohnbau, ohne Hanglage, ohne Sonderfundierung und ohne übergroße Außenanlagen. In verdichteten Innenstädten, auf schwierigen Grundstücken oder bei individuellen Anforderungen stößt das System an seine Grenzen.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die Fachkräftefrage als treibende Kraft</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Hinter der Offensive für serielles Bauen steht nicht nur die Kostenfrage, sondern auch ein massiver Fachkräftemangel. Die industrielle Vorfertigung in Werkhallen ermöglicht Schichtarbeit, reduziert wetterbedingte Ausfallzeiten und macht die Baubranche attraktiver für Fachkräfte, die ungern bei Wind und Wetter auf der Baustelle stehen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, bringt es auf den Punkt: Die Branche müsse künftig mit weniger Menschen mehr bauen. Die Produktivitätssteigerung durch Vorfertigung sei daher nicht nur eine ökonomische, sondern eine strategische Notwendigkeit.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die baukulturelle Frage</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Bundesarchitektenkammer hat in einem Positionspapier darauf hingewiesen, dass serielles und modulares Bauen kein Selbstzweck sein darf, sondern ein Mittel zur Produktivitätssteigerung. Die Frage, wann Standardisierung hilft und wann sie schadet, bleibt in der politischen Debatte oft unbeantwortet.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Was gleich aussieht, bleibt selten in Erinnerung. Standardisierte Zonen wirken austauschbar, emotionslos, identitätslos. Und wenn Heimat austauschbar wird, hört sie auf, Heimat zu sein. Die Wohnungsbauprojekte, die heute entstehen, prägen das Stadtbild der nächsten 50 Jahre.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Feuerwehrhaus war früher das Herz mancher Dörfer. Man plante gemeinsam, stritt über Fensterachsen, feierte Richtfest und Einweihung. Das Gebäude erzählte eine Geschichte, die Geschichte des Ortes. Standardisierung sagt: Das brauchen wir alles nicht. Es kostet zu viel Zeit.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Fazit: Differenzierung statt Dogmatik</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die 2000 Euro Grenze ist ein psychologischer Schwellenwert, der die öffentliche Debatte befeuert. Strabag hat mit Tetriqx vorgelegt, Porr will sogar noch darunter kommen, Buwog setzt mit Gropyus eigene Akzente. Der Wettbewerb ist eröffnet.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Doch der Preis allein ist kein Qualitätskriterium. <strong><a href="https://baukunst.art/standardisierung-im-bau-effizienz-um-welchen-preis/">Entscheidend ist, dass die Branche die Standardisierung als Werkzeug begreift, nicht als Selbstzweck. Es braucht klare Grenzen</a></strong>. Kasernen dürfen gleich aussehen. Provisorische Unterkünfte auch. Aber Wohnquartiere, die das Stadtbild der nächsten Jahrzehnte prägen, tragen eine doppelte Verantwortung: für die Funktion und für die Erinnerung.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das ist nicht rückwärtsgewandt. Das ist vorwärtsgewandt und erfordert Mut. Es bedeutet, dass beim Schulbau nicht einfach abgeschrieben werden darf, nur weil die Zahlen stimmen. Es bedeutet, dass Ortskerne nicht zu Verwaltungszonen werden dürfen. Es bedeutet, dass Architektinnen und Architekten wieder befähigt werden müssen, zu entscheiden, wann die Module genommen werden und wann eigenständig gedacht wird.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/serielles-bauen-2026-strabag-porr-und-buwog-im-preiskampf-um-den-guenstigsten-quadratmeter/">Serielles Bauen 2026: Strabag, Porr und Buwog im Preiskampf um den günstigsten Quadratmeter</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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		<title>Turbo fürs Bauen – was die neue Regierung Architektinnen und Architekten verspricht</title>
		<link>https://baukunst.art/turbo-fuers-bauen-was-die-neue-regierung-architektinnen-und-architekten-verspricht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Apr 2025 08:03:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Baukosten]]></category>
		<category><![CDATA[Baukultur]]></category>
		<category><![CDATA[Bauministerium]]></category>
		<category><![CDATA[Genehmigungsverfahren]]></category>
		<category><![CDATA[HOAI]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaziele]]></category>
		<category><![CDATA[Mietpreisbremse]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentliche Aufträge]]></category>
		<category><![CDATA[Planungsbüros]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnungsbau-Turbo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neuer Schwung für Planende? Der Koalitionsvertrag 2025 verspricht schnellere Genehmigungen, steuerliche Entlastungen – und ein starkes Bekenntnis zum eigenständigen Bauministerium.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/turbo-fuers-bauen-was-die-neue-regierung-architektinnen-und-architekten-verspricht/">Turbo fürs Bauen – was die neue Regierung Architektinnen und Architekten verspricht</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Bauen unter Merz: Was Architektinnen und Architekten von der neuen Regierung erwarten dürfen</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die neue Regierungskoalition hat ihren Fahrplan vorgestellt. Für die Architektur- und Bauwelt bedeutet das: Aufbruch mit vielen Fragezeichen – und einer klaren Botschaft: Das Bauen soll schneller, einfacher und digitaler werden.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ein Ministerium bleibt – das Tempo soll steigen</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Wer dachte, das Bauministerium könnte erneut im Verkehrsressort verschwinden, liegt falsch: Die neue Bundesregierung bekennt sich klar zum eigenständigen Ministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen – und überlässt es erneut der SPD. Damit wird das 2021 geschaffene Ressort verstetigt. Ob Klara Geywitz im Amt bleibt, ist noch offen, doch ihre Chancen stehen gut.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese Personalie mag zunächst marginal erscheinen, doch sie ist programmatisch bedeutsam: Ein eigenständiges Ministerium ist Signal und Hebel zugleich – ein Bekenntnis zur politischen Relevanz des Bauens in Zeiten der Wohnungskrise und Klimawende.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Genehmigungen: Weniger Hürden, mehr Tempo</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die neue Regierung will „mutige Wege“ beschreiten – ein Zitat, das man nicht alle Tage im Verwaltungsdeutsch eines Koalitionsvertrags liest. Gemeint ist die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren, für die man eine umfassende Reform ankündigt: Vom Umwelt- über das Vergabe- bis zum Bauplanungsrecht sollen alle relevanten Regelwerke überarbeitet werden.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Konkret heißt das: Verfahrensstufen sollen reduziert, formalisierte Abläufe flexibilisiert und einheitliche Regelwerke für Infrastrukturvorhaben geschaffen werden. Besonders praxisrelevant für Planende dürfte die Einführung einer <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">„verbindlichen Stichtagsregelung“</strong> sein – Anträge gelten künftig als genehmigt, wenn die Behörde nicht rechtzeitig reagiert. Das Versprechen: Kein Aktenpingpong mehr zwischen den Ämtern. Ein Verfahren beginnt und endet künftig im selben Rechtsrahmen.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Wohnungsbau-Turbo: Absicht trifft Realität</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Bereits innerhalb der ersten hundert Regierungstage soll ein „Wohnungsbau-Turbo“ gezündet werden. Steuerliche Anreize, Investitionsoffensiven und Bürokratieabbau sollen den Weg für kostengünstiges Bauen ebnen. Die Vision: Wohnungen unter 15 Euro pro Quadratmeter – insbesondere in angespannten Märkten.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Gebäudetyp-e, bislang eher theoretisches Modell, soll breitere Anwendung finden. Parallel verspricht die Koalition, dass künftig das Abweichen von den anerkannten Regeln der Technik <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">nicht mehr automatisch als Mangel</strong> gilt – eine Formulierung mit gewaltiger Tragweite für Haftung und Planungspraxis.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Klimaziele: Worte ohne Maßnahmen?</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Dass der Gebäudesektor zentral für das Erreichen der Klimaziele ist, wird anerkannt. Doch konkrete Instrumente fehlen. Ein neues Gebäudeenergiegesetz (GEG) soll das umstrittene „Heizungsgesetz“ ablösen – einfacher, technologieoffener, flexibler. Was das genau bedeutet, bleibt offen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Zwar kündigt der Vertrag ein Bundesforschungszentrum für klimaneutrales Bauen an – doch Begriffe wie „Bauwende“, „Umbaukultur“ oder eine Strategie gegen Ressourcenvernichtung durch Abriss sucht man vergebens. Nachhaltigkeit bleibt Überschrift, aber selten Substanz.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Entlastung mit Tücken: Steuerpolitik für Büros</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">In der Steuerpolitik steckt Potenzial, aber auch Ernüchterung. Planungsbüros – meist kleine oder mittlere Unternehmen – sollen profitieren, doch viele Maßnahmen greifen zu spät oder zu oberflächlich.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">So wird etwa die Körperschaftsteuer für GmbHs ab 2028 schrittweise gesenkt. Eine Einkommensteuererleichterung für Partnerschaftsgesellschaften ist zwar geplant, greift aber erst zur Legislaturhalbzeit. Der Effekt bleibt ungewiss.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Auch das Optionsmodell, das Personengesellschaften zur Körperschaftsteuer wechseln lässt, soll vereinfacht werden. Was genau das heißt, bleibt abzuwarten. Kurz: Vieles ist Absichtserklärung – für Planungssicherheit braucht es mehr.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Kommunale Aufträge: Hoffnung auf Entschuldung</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die öffentliche Hand ist größter Auftraggeber im Bau. Doch viele Kommunen sind hochverschuldet und kaum handlungsfähig. Das will die Koalition ändern: 250 Millionen Euro jährlich stellt der Bund bereit, um besonders betroffene Städte bei der Entschuldung zu unterstützen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Besonders für Architektinnen und Architekten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, wo die kommunale Verschuldung besonders ausgeprägt ist, könnte das zu spürbar mehr Ausschreibungen führen. Voraussetzung: Die Umsetzung gelingt – anders als bei früheren Vorhaben.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die HOAI: Noch nicht drin, aber in der Pipeline</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Explizit taucht sie im Vertrag nicht auf – doch plant die Bundesregierung eine <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Novelle der HOAI noch in 2025</strong>. Das Ziel: Honorarsteigerungen, die die gestiegenen Büro- und Personalkosten abfedern.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ein Vorhaben, das dringend notwendig erscheint – doch auch hier gilt: Entscheidend wird sein, wie zügig und mutig die Regierung tatsächlich agiert. Denn das europäische Vergaberecht, an dem sich die HOAI künftig orientieren muss, bleibt ein komplexes Feld.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Lob und Kritik: Die Branche reagiert</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Bundesarchitektenkammer bewertet den Vertrag als gelungen: „Er benennt die Herausforderungen und setzt die Rahmenbedingungen für ihre Bewältigung“, so Präsidentin Andrea Gebhard. Die IG BAU sieht sogar eine „Konjunkturlokomotive“ auf den Gleisen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Kritischer fällt das Urteil des Eigentümerverbands Haus &amp; Grund aus. Präsident Kai Warnecke sieht im Vertrag wenig Neues, sondern eher eine Fortschreibung der Vergangenheit. Der Bauherren-Schutzbund wiederum warnt vor den juristischen Folgen der geplanten Mangeldefinition.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Fazit: Ambitionen mit Schatten</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Koalitionsvertrag 2025 ist ein Dokument des Pragmatismus mit punktuellen Ambitionen. Für Architektinnen, Planer und Bauunternehmen enthält er durchaus Hoffnungen – beschleunigte Verfahren, steuerliche Entlastung, stärkere kommunale Investitionen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Doch vieles bleibt im Konjunktiv. Die angekündigten Entbürokratisierungsoffensiven, Steuerreformen und Klimaziele brauchen einen langen Atem – und klare gesetzgeberische Umsetzung. Denn ein Turbo allein reicht nicht. Die Straße muss auch frei sein.</p>
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		<item>
		<title>Einfache CO2-Berechnung für Architekturbüros</title>
		<link>https://baukunst.art/einfache-co2-berechnung-fuer-architekturbueros/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 May 2024 11:41:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Baukosten]]></category>
		<category><![CDATA[Berechnung]]></category>
		<category><![CDATA[CO2-Fussabdruck]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>CO2 ist die Währung der Stunde, und gerade in der Baubranche sollte man meinen, dass es überall darum geht, den CO2-Fußabdruck zu minimieren. Doch die Realität sieht anders aus:</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3 data-pm-slice="0 0 []">Ein System, das den Planungsprozess revolutioniert</h3>
<p>CO2 ist die Währung der Stunde, und gerade in der Baubranche sollte man meinen, dass es überall darum geht, den CO2-Fußabdruck zu minimieren. Doch die Realität sieht anders aus: Nur wenige Architekturbüros haben einen Überblick über den CO2-Verbrauch ihrer Gebäude. Das soll sich nun ändern – dank eines neuen, einfach anwendbaren Systems der Bundesarchitektenkammer (BAK). Eva Holdenried und Bert Bielefeld, Mitglieder der entsprechenden Arbeitsgruppe, erläutern die Details.</p>
<p><strong>Status quo der CO2-Berechnung</strong></p>
<p>Bert Bielefeld, Professor für Bauökonomie und Baumanagement, erklärt, dass die CO2-Berechnung bisher kein selbstverständlicher Teil des Planungsprozesses ist. Oft wird sie erst im Nachgang durchgeführt, um Fördermittel zu beantragen oder Zertifikate zu erhalten. Eva Holdenried, Innenarchitektin und Leiterin der BAK-Arbeitsgruppe Digitalisierung und Nachhaltigkeit, fügt hinzu, dass viele Architekturbüros schlichtweg nicht wissen, wo sie anfangen sollen.</p>
<p><strong>Die Lösung: Ein bekanntes System</strong></p>
<p>Das Ziel der neuen Methode ist es, die CO2-Berechnung so einfach wie möglich zu gestalten. Holdenried und Bielefeld schlagen vor, die bereits bekannte Systematik der Kostenermittlung auf die CO2-Berechnung zu übertragen. „Wir Architektinnen und Architekten sind in der Lage, eine planungsbegleitende CO2-Ermittlung mit dem Methodenkatalog der DIN 276 zu machen“, so Bielefeld. Die Methodik, die in der Branche bereits beherrscht wird, soll nun auch für die CO2-Berechnung genutzt werden.</p>
<p><strong>Vom Groben ins Feine</strong></p>
<p>Traditionell erfolgt die CO2-Berechnung oft retrospektiv, was den Planungsprozess unnötig verkompliziert. Die neue Herangehensweise soll es ermöglichen, CO2-Werte bereits während des Planens zu berücksichtigen. Dies erlaubt es Architektinnen und Architekten, fundierte Entscheidungen zu treffen – beispielsweise ob ein Holz- oder Massivbau sinnvoller ist – und die CO2-Bilanz direkt in ihre Planungsgespräche mit Bauherren einzubeziehen.</p>
<p><strong>Praktische Umsetzung</strong></p>
<p>Für die praktische Umsetzung bieten sich verschiedene Tools an, wobei BIM (Building Information Modeling) erhebliche Vorteile bietet. Jedoch ist es laut Holdenried und Bielefeld auch möglich, einfache Mittel wie Excel-Tabellen zu nutzen. Hier können zusätzliche Spalten für CO2-Werte eingefügt werden, um Kosten und CO2-Bilanz parallel zu betrachten.</p>
<p><strong>Datenverfügbarkeit und Zukunftsperspektiven</strong></p>
<p>Das Baukosteninformationszentrum der Architektenkammern (BKI) arbeitet daran, substanzielle CO2-Werte bereitzustellen, die den verschiedenen Planungsstufen entsprechen. Dieser Prozess wird in den nächsten Jahren voranschreiten, sodass Architekturbüros bald mit den CO2-Daten ähnlich wie mit Baukosten agieren können.</p>
<p><strong>Zusätzlicher Aufwand und Honorierung</strong></p>
<p>Die CO2-Berechnung stellt zwar eine zusätzliche Leistung dar, die entsprechend honoriert werden kann. Bielefeld betont jedoch, dass dieses Thema durch den Gesetzgeber bald stärker in den Fokus rücken wird. Architekturbüros sollten daher vorbereitet sein und ihre Prozesse anpassen.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Mit dem neuen System der BAK wird die CO2-Berechnung für Architekturbüros nicht nur einfacher, sondern auch integraler Bestandteil des Planungsprozesses. Dies ermöglicht es, nachhaltigere Entscheidungen zu treffen und den CO2-Fußabdruck von Gebäuden bereits in der Planungsphase zu reduzieren. So wird die Baubranche einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten können – und das ohne großen zusätzlichen Aufwand.</p>
<p><a href="https://bki.de/bki-konstruktionsatlas-ka1"><strong>BKI Konstruktionsatlas KA1</strong></a></p>
<p>Bauteile mit Ökobilanzen, CO2-Äquivalenten und Baupreisen für die nachhaltige und wirtschaftliche Planung</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Anzahl der neuen Büro-Neubauten reduzieren</title>
		<link>https://baukunst.art/erfurt-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jan 2024 09:26:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mitte]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Baukosten]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://initiativebaukunst.de/?p=7790</guid>

					<description><![CDATA[<p>In Thüringen ist geplant, die Anzahl der neu zu errichtenden Büro- und Gewerbebauten zu reduzieren, jedoch steigt die Gesamtinvestitionssumme für diese Projekte aufgrund gestiegener Baukosten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/erfurt-3/">Anzahl der neuen Büro-Neubauten reduzieren</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-pm-slice="1 1 []">In Thüringen ist geplant, die Anzahl der neu zu errichtenden Büro- und Gewerbebauten zu reduzieren, jedoch steigt die Gesamtinvestitionssumme für diese Projekte aufgrund gestiegener Baukosten.</p>
<p data-pm-slice="1 1 []">Dies geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamts in Erfurt hervor. Bis Ende November des vergangenen Jahres wurden insgesamt 722 Gewerbebauten, darunter Fabriken, Logistikhallen und Hotels, zur Baufreigabe erteilt. Dies entspricht einem Rückgang von 93 Projekten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die veranschlagten Kosten beliefen sich auf 632 Millionen Euro, exklusive Grundstücks-, Erschließungs- und Baunebenkosten. Somit lagen die Neubauinvestitionen um 31 Millionen Euro über denen des Vorjahreszeitraums. <a href="https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bau-erfurt-investitionen-von-632-millionen-in-gewerbebauten-geplant-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-240117-99-649865" target="_blank" rel="noopener">mehr</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wann haftet der Architekt für Kostenschätzungen?</title>
		<link>https://baukunst.art/wann-haftet-der-architekt-fuer-kostenschaetzungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 May 2023 09:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Baukosten]]></category>
		<category><![CDATA[Kostenschätzung]]></category>
		<category><![CDATA[Vertragspflichten]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://initiativebaukunst.de/?p=3665</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die vertraglichen Pflichten eines Architekten werden regelmäßig verletzt, wenn er ohne verlässliche Kenntnis der wirtschaftlichen Möglichkeiten des privaten Auftraggebers ein Wohnhaus plant.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die vertraglichen Pflichten eines Architekten werden regelmäßig verletzt, wenn er ohne verlässliche Kenntnis der wirtschaftlichen Möglichkeiten des privaten Auftraggebers ein Wohnhaus plant. Wenn jedoch der Bauherr trotz ansteigender Baukosten an der Umsetzung des unveränderten Vorhabens festhält oder sogar zusätzliche Kosten verursacht, kann der Architekt nicht für einen Schaden aufgrund einer fehlerhaften Kostenschätzung oder Kostenkontrolle verantwortlich gemacht werden. <a href="https://www.dbz.de/artikel/bauvorhaben-ist-herzenssache-kein-schadensersatz-trotz-hoeherer-kosten-3937093.html" target="_blank" rel="noopener">mehr</a></p>
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