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	<title>Bildung-Archiv - Baukunst</title>
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	<description>Architektur und Ästhetik im gebauten Raum</description>
	<lastBuildDate>Tue, 21 Jul 2026 08:27:52 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Bildung-Archiv - Baukunst</title>
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		<title>Villa Europa zu verkaufen: Wie Stefan Zweigs Schlössl den Denkmalschutz auf die Probe stellt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Jul 2026 09:31:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Paschinger Schlössl]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Zweig]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Porsche]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am Salzburger Kapuzinerberg steht Stefan Zweigs „Villa Europa" zum Verkauf. Wolfgang Porsche trennt sich vom Paschinger Schlössl, und Künstler, Universität und Politik ringen um seine Zukunft.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/villa-europa-zu-verkaufen-wie-stefan-zweigs-schloessl-den-denkmalschutz-auf-die-probe-stellt/">Villa Europa zu verkaufen: Wie Stefan Zweigs Schlössl den Denkmalschutz auf die Probe stellt</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>baukunst.art</strong>  | Gesellschaft | <strong>Salzburg</strong> | Juli 2026</p>
<h1>Was ist ein Erinnerungsort wert, wenn er zum Verkauf steht?</h1>
<p>Das Paschinger Schlössl ist ein denkmalgeschütztes Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert am Salzburger Kapuzinerberg, in dem der Schriftsteller Stefan Zweig von 1919 bis 1934 lebte und das der Unternehmer Wolfgang Porsche seit Juni 2026 für rund 13 Millionen Euro zum Verkauf anbietet. Mit diesem Verkauf stellt sich eine Frage, die weit über Salzburg hinausreicht: Was nützt der Denkmalschutz, wenn er die bauliche Substanz eines Kulturorts bewahrt, seine öffentliche Zugänglichkeit aber nicht sichern kann?</p>
<p>Die Geschichte des Hauses ist ungewöhnlich dicht. Der Kern entstand in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, ein langgestreckter Baublock mit drei Geschossen, Walmdach und kleinem Turm, den Umbauten des 19. Jahrhunderts um einen Erker und neue Fenster ergänzten. Den Namen gab Anton Paschinger, dem das Anwesen von 1793 bis 1823 gehörte. Schon zuvor hatte hier Maria Anna Mozart, genannt Nannerl, Klavierunterricht gegeben, und ihr Bruder Wolfgang Amadeus war im Sommer 1783 mehrfach zu Gast. Zur Weltadresse aber wurde das Schlössl erst durch Stefan Zweig, der es 1917 mit seiner Frau Friderike erwarb und nach gründlicher Renovierung bezog. Zweig verfasste dort einen großen Teil seines Werks und trug eine kostbare Autographensammlung zusammen, zu der sogar Ludwig van Beethovens Schreibtisch gehörte.</p>
<p>Vor allem aber wurde das Haus zu einem europäischen Treffpunkt. Thomas Mann, Hugo von Hofmannsthal, James Joyce, Richard Strauss und Arthur Schnitzler gingen hier ein und aus; der französische Schriftsteller Jules Romains nannte das Anwesen „Villa Europa&#8220;. Diese Rolle endete jäh, als Zweig 1934 vor den Nationalsozialisten floh. Danach besaß die Familie Gollhofer das Schlössl über acht Jahrzehnte, von 1937 bis 2020, ehe Wolfgang Porsche es für 8,4 Millionen Euro kaufte und aufwendig restaurieren ließ.</p>
<h2>Was schützt der Denkmalschutz eigentlich, und was nicht?</h2>
<p>Der Denkmalschutz sichert die Erhaltung eines Bauwerks, nicht seine Nutzung. Das Paschinger Schlössl steht nach dem österreichischen Denkmalschutzgesetz (DMSG) unter Schutz und liegt zudem innerhalb des UNESCO-Welterbes „Historisches Zentrum der Stadt Salzburg&#8220;, das seit 1996 auf der Welterbeliste steht. Das Bundesdenkmalamt (BDA) kann auf dieser Grundlage bauliche Veränderungen, Abbruch oder die Ausfuhr wertvoller Ausstattung untersagen. Es kann jedoch weder einen privaten Eigentümer zur Öffnung seines Hauses verpflichten noch dem Staat ein Vorkaufsrecht verschaffen.</p>
<p>Hier liegt der eigentliche Kern des Salzburger Falls. Das Gebäude ist geschützt, sein kulturelles Gedächtnis ist es nicht. Wer das Schlössl kauft, erwirbt eine denkmalgeschützte Hülle, darf sie aber als reines Wohnhaus nutzen und der Öffentlichkeit verschlossen halten. Der Denkmalschutz konserviert damit das Material, während der immaterielle Wert, die Erinnerung an Zweig und an das kosmopolitische Salzburg der Zwischenkriegszeit, ohne rechtlichen Halt bleibt. Auch das Salzburger Altstadterhaltungsgesetz, das die Gestaltung im Welterbebereich streng reguliert, ändert daran nichts: Es steuert das Erscheinungsbild, nicht den Zugang.</p>
<h2>Wer soll die „Villa Europa&#8220; kaufen?</h2>
<p>Die naheliegenden Käufer haben bereits abgewinkt. Sowohl das Land Salzburg als auch die Stadt Salzburg schlossen einen Ankauf aus, mit Verweis auf die angespannte Haushaltslage und den Preis von rund 13 Millionen Euro für zwölf Zimmer, etwa 616 Quadratmeter Wohnfläche und annähernd 7.800 Quadratmeter Grund. In diese Lücke ist die Universität Salzburg getreten, die Interesse bekundet hat und mit dem Bund über eine Finanzierung verhandelt. Ein Stefan-Zweig-Zentrum in Forschung und Lehre, getragen von einer öffentlichen Hochschule, wäre eine belastbare Trägerschaft, wie sie Literaturhäusern andernorts Stabilität gibt.</p>
<p>Parallel dazu haben prominente Künstlerinnen und Künstler den Druck erhöht. Ein Komitee um den Schauspieler Harald Krassnitzer, den Musiker Hubert von Goisern und den Schriftsteller Karl-Markus Gauß rief unter <strong><a href="http://stefan-zweig-villa.at" target="_blank" rel="noopener">http://stefan-zweig-villa.at</a></strong> zu einer Petition auf, die das Schlössl als „kulturelles Erbe&#8220; für die Allgemeinheit sichern will. Die Grünen wiederum, vertreten durch den Landtagsabgeordneten Simon Heilig-Hofbauer, sprechen von einer „Jahrhundert-Chance&#8220; und schlagen ein Stefan-Zweig-Zentrum vor, das als „Leuchtturm&#8220; über die Landesgrenzen hinausstrahlen solle. Die frühere Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler soll dabei die Verhandlungen führen, Porsche als Mäzen beim Preis entgegenkommen, Stadt, Land und Bund sich beteiligen. Ob dieses mehrgleisige Modell trägt, wird sich an der Frage entscheiden, ob eine belastbare Betriebsfinanzierung zustande kommt, denn der Ankauf ist nur die erste, kleinere Hürde. Der laufende Museumsbetrieb eines denkmalgeschützten Hauses kostet dauerhaft.</p>
<h2>Was verrät der geplante Tunnel über den Berg?</h2>
<p>Der Verkauf hat einen konkreten Auslöser: einen Streit um die Erschließung. Porsche beantragte einen rund 500 Meter langen Privattunnel vom öffentlichen Parkhaus in der Linzer Gasse hinauf zur Villa, samt Tiefgarage, mit geschätzten Kosten von etwa zehn Millionen Euro. Das Vorhaben löste im Frühjahr 2025 breiten Widerstand aus; mehr als 19.000 Menschen unterzeichneten Petitionen dagegen. Dennoch erteilten die Behörden Ende 2025 die Genehmigung. Bemerkenswert ist, dass das Verkaufsinserat den bereits genehmigten Tunnel als Vorzug für künftige Käufer ausweist.</p>
<p>Der Fall zeigt exemplarisch, wie sehr sich privates Baurecht und öffentliches Interesse am Welterbe reiben können. Ein Eingriff in den Kapuzinerberg, den grünen Stadtberg über der Altstadt, wäre in kaum einer anderen europäischen Welterbestadt ohne massiven Protest denkbar. Dass die Genehmigung dennoch erging, unterstreicht die Grenzen des Instrumentariums: Der Schutz des Ensembles verhindert sichtbare Bausünden an der Oberfläche, nicht aber eine unterirdische Erschließung, die das Bild des Berges langfristig verändert.</p>
<h2>Was bedeutet der Fall für andere Regionen?</h2>
<p>Salzburg steht mit diesem Dilemma nicht allein. Überall im deutschsprachigen Raum geraten bedeutende Erinnerungsorte in private Hand, vom Wohnhaus bis zum Fabrikensemble, und überall zeigt sich dieselbe Lücke: Der Denkmalschutz bewahrt Steine, nicht Bedeutung. Wo eine Kommune einen Ort dauerhaft öffentlich halten will, führt kein Weg an Eigentum, Stiftung oder langfristiger Betriebsförderung vorbei. Das ist teuer, aber es ist die einzige Sprache, die das Grundbuch versteht.</p>
<p>Für die Baukultur liegt darin eine nüchterne Lehre. Ein Haus wie das Paschinger Schlössl ist als Bauwerk gut geschützt und als Kulturort dennoch gefährdet. Ob aus der „Villa Europa&#8220; ein öffentliches Zentrum wird oder erneut ein privater Rückzugsort hinter Mauern, entscheidet nicht das Denkmalrecht, sondern der politische Wille, die Erinnerung an Stefan Zweig so ernst zu nehmen wie die Fassade, die sie einst umgab.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Wo kann ich Architektur im DACH-Raum studieren?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jul 2026 13:28:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Premium]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturstudium]]></category>
		<category><![CDATA[DACH-Raum]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Richtlinie 2005/36/EG]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschulbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Ziviltechnikergesetz 2019]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Über 200 Architekturstudiengänge, ein gemeinsamer Sprachraum, drei getrennte Berufsrechte: Deutschland, Österreich und die Schweiz unterscheiden sich weniger im Lehrangebot als im Zugang, in den Kosten und in der Frage, welcher Abschluss am Ende die Tür zur Kammer öffnet. Wer im DACH-Raum studieren will, wählt deshalb nicht nur eine Schule, sondern ein Berufsrecht. Der Beitrag ordnet Zulassung, Gebühren und Titelschutz und benennt, worauf es bei der Studienwahl tatsächlich ankommt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/wo-kann-ich-architektur-im-dach-raum-studieren/">Wo kann ich Architektur im DACH-Raum studieren?</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">baukunst.art</strong>  | Beruf | <strong>Ausbildung</strong> | Juli 2026</p>
<h1>Wo Architektur gelehrt wird, und wo der Titel etwas gilt</h1>
<p>Der DACH-Raum ist für angehende Architektinnen und Architekten ein einziger Sprachraum, aber kein einheitlicher Ausbildungsmarkt: Deutschland, Österreich und die Schweiz bieten zusammen weit über 200 Architekturstudiengänge an, unterscheiden sich jedoch grundlegend darin, wer zugelassen wird, was das Studium kostet und welcher Abschluss am Ende zur Berufsbezeichnung führt.</p>
<p>Die Zahlen zeigen das Gewicht des deutschen Angebots. Laut Statistischem Bundesamt und Bundesarchitektenkammer (BAK) waren im Wintersemester 2024/2025 rund 41.189 Personen im Fach Architektur eingeschrieben, dazu 4.600 in der Innenarchitektur, 5.207 in Landespflege und Landschaftsgestaltung sowie 6.305 in der Raumplanung. Verteilt sind diese Studierenden auf mehr als hundert Hochschulen, von der Technischen Universität München über die RWTH Aachen und die Bauhaus-Universität Weimar bis zu kleinen Fachbereichen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Coburg, Detmold oder Biberach. Rechnet man Österreich und die Schweiz hinzu, kommen etwa zwei Dutzend weitere Adressen dazu, darunter die Technische Universität Wien, die Technische Universität Graz, die Akademie der bildenden Künste Wien, die ETH Zürich, die EPF Lausanne und die Accademia di architettura in Mendrisio.</p>
<h2>Was unterscheidet Universität, Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunstakademie?</h2>
<p>Die Hochschultypen sind keine Qualitätsstufen, sondern verschiedene Antworten auf dieselbe Frage, wie Architektur vermittelt werden soll. Technische Universitäten arbeiten forschungsnah, mit starkem Anteil an Konstruktion, Tragwerk, Bauphysik und Städtebau; wer promovieren oder in die Lehre gehen will, findet hier die kürzeste Strecke. Hochschulen für angewandte Wissenschaften setzen auf kleinere Jahrgänge, engere Betreuung und einen Praxisbezug, der bis in die Ausführungsplanung reicht. Kunstakademien wie die Städelschule in Frankfurt oder die Universität für angewandte Kunst Wien behandeln Architektur als künstlerische Disziplin, mit Meisterklassenstruktur und einer Entwurfskultur, die sich bewusst der Verwertungslogik entzieht.</p>
<p>Die Wahl entscheidet weniger über die spätere Berufschance als über die Arbeitsweise, die sich in fünf Jahren einprägt. Wer die eigene Neigung nicht kennt, sollte Diplomarbeiten und Semesterausstellungen ansehen, nicht Rankings. Ein Rundgang im Juli sagt mehr über eine Schule aus als jedes Hochschulportal.</p>
<h2>Wie kommt man überhaupt hinein?</h2>
<p>Der Zugang ist die deutlichste Bruchlinie zwischen den drei Ländern. In Deutschland ist ein erheblicher Teil der Architekturstudiengänge zulassungsfrei, an vielen Hochschulen genügt die Hochschulzugangsberechtigung, teils ergänzt um eine Mappe oder ein Vorpraktikum. Österreich steuert dagegen über Aufnahmeverfahren: Die TU Wien vergibt 625 Studienplätze in einem zweistufigen Verfahren, das ein Motivationsschreiben von 2.000 bis 3.000 Zeichen, vier bis fünf handgezeichnete Skizzen und einen schriftlichen Test auf Deutsch verlangt. Die TU Graz startet ihr Verfahren, sobald sich mehr als 330 Interessierte anmelden. In der Schweiz führt der Weg an die Fachhochschule meist über eine Berufsmaturität aus dem Baubereich, etwa als Zeichnerin oder Zeichner; die gymnasiale Maturität berechtigt in Kombination mit einem fachlich einschlägigen Praktikum.</p>
<p>Diese Unterschiede sind kein Formalismus. Ein deutscher Abiturient, der im Mai beschließt, Architektur zu studieren, findet in Deutschland im Oktober einen Platz. In der Schweiz beginnt derselbe Weg unter Umständen ein Jahr früher, mit einem Praktikum auf der Baustelle oder im Büro. Wer die Schweizer Fachhochschulen ernsthaft erwägt, plant also nicht ein Semester, sondern ein Jahr voraus.</p>
<h2>Was kostet das Studium in welchem Land?</h2>
<p>Deutschland bleibt vergleichsweise günstig, da an staatlichen Hochschulen lediglich Semesterbeiträge anfallen. In Österreich zahlen Studierende aus der EU im Rahmen der Regelstudienzeit keinen Studienbeitrag, sondern nur den ÖH-Beitrag, der ab dem Wintersemester 2025/2026 bei 25,20 Euro liegt; Angehörige von Drittstaaten entrichten zusätzlich 726,72 Euro pro Semester. Die Schweiz hat ihre Position 2025 verschoben: Die ETH Zürich hat die Semestergebühr für neu eintretende Studierende mit ausländischer Hochschulreife von 730 auf 2.190 Franken verdreifacht, eine Folge des Sparprogramms des Bundes im ETH-Bereich. Auf die Einschreibungen hat das nach Angaben der Hochschule bislang keinen messbaren Effekt, auf die Kalkulation deutscher Bewerberinnen und Bewerber sehr wohl, zumal die Lebenshaltungskosten in Zürich ohnehin eine eigene Kategorie bilden.</p>
<h2>Welcher Abschluss führt in die Kammer?</h2>
<p>Hier trennt sich der Sprachraum endgültig. In Deutschland setzt die Eintragung in die Architektenliste ein Studium der Fachrichtung Architektur mit einer Regelstudienzeit von mindestens vier Jahren voraus, also acht Semester, gemessen an Artikel 46 Absatz 2 der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG, dazu eine Berufspraxis von mindestens zwei Jahren. Ein sechssemestriger Bachelor allein genügt nicht, der Master ist faktisch Pflicht. Österreich verlangt nach dem Ziviltechnikergesetz 2019 Bachelor und Master, eine dreijährige Praxis und die Ziviltechnikerprüfung, erst danach folgt die Vereidigung durch die Bundeskammer der Ziviltechniker:innen. Die Schweiz kennt keinen bundesweit geschützten Titel: Nur einzelne Kantone, darunter Luzern, Tessin, Freiburg, Genf, Neuenburg und Waadt, führen Register, in den übrigen darf sich jede Person Architekt nennen. Geschützt sind dort die Bildungstitel, etwa Dipl. Arch. ETH, sowie die Eintragung im REG.</p>
<p>Der gemeinsame Sprachraum erleichtert dabei, was anderswo mühsam ist. Ein Semester an der ETH, ein Praktikum in Wien, der Master in Stuttgart: Die Kombination scheitert selten an der Sprache und meist an der Anrechnung von Leistungspunkten. Wer sie plant, klärt die Anerkennung vorab mit dem Prüfungsamt und, wenn die Kammer das Ziel ist, mit dem zuständigen Eintragungsausschuss. Zwei E-Mails im dritten Semester ersparen ein verlorenes Jahr im zehnten. Auffällig ist zudem, wie unterschiedlich die drei Länder ihre Praxisphasen verankern, mal als Vorpraktikum vor dem Studium, mal als Berufsjahr danach, mal als integriertes Praxissemester. Gemeinsam ist ihnen die Erkenntnis, dass Entwerfen ohne Baustelle Theorie bleibt.</p>
<p><strong>Für die Studienwahl folgt daraus eine unbequeme Konsequenz: Wer im DACH-Raum mobil bleiben will, sollte den Abschluss an der Vier-Jahres-Schwelle der Richtlinie ausrichten, unabhängig vom Wunschland.</strong> Ein Schweizer Bachelor an einer Fachhochschule ist eine solide Ausbildung, öffnet aber die deutsche Kammertür nicht allein. Umgekehrt wird ein deutscher Master in der Schweiz anerkannt, ohne dass er dort in jedem Kanton nötig wäre.</p>
<h2>Ein Studienort ist eine Haltung</h2>
<p>Die Frage, wo man Architektur im DACH-Raum studieren kann, hat also eine große und eine kleine Antwort. Die große lautet: fast überall, in bemerkenswerter Dichte und in fast jeder denkbaren Ausprägung zwischen Bauforschung und Kunst. Die kleine lautet: an genau einem Ort, der zur eigenen Vorstellung von Architektur passt und dessen Abschluss die berufsrechtliche Tür öffnet, durch die man später gehen möchte. Diese beiden Antworten miteinander in Einklang zu bringen, ist bereits die erste Entwurfsaufgabe des Studiums.</p>
<h2 style="font-weight: 400;"><strong>Leserinformation: Wo Architektur im DACH-Raum gelehrt wird</strong></h2>
<p style="font-weight: 400;">Die Übersicht nennt die Hochschulen mit eigenständiger Architekturfakultät oder eigenständigem Fachbereich sowie die Verzeichnisse, über die sich das vollständige Angebot erschließt. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit; allein in Deutschland führen mehr als hundert Hochschulen Architekturstudiengänge.</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Verzeichnisse für die vollständige Suche</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz, alle Architekturstudiengänge in Deutschland</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.hochschulkompass.de/ingenieurwissenschaften/architektur.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.hochschulkompass.de/ingenieurwissenschaften/architektur.html</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Bundesarchitektenkammer, Hochschulen mit Fachbereich Architektur (Adressliste, teilweise veraltet)</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://bak.de/kammer-und-beruf/studium-und-beruf/hochschulen-in-deutschland/hochschulen-fachbereich-architektur-2/" target="_blank" rel="noopener">https://bak.de/kammer-und-beruf/studium-und-beruf/hochschulen-in-deutschland/hochschulen-fachbereich-architektur-2/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Bundesarchitektenkammer, Notifizierung der Studiengänge für die Berufsanerkennung in der EU</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://bak.de/kammer-und-beruf/studium-und-beruf/notifizierung-der-studiengaenge-fuer-die-berufsanerkennung-in-der-eu/" target="_blank" rel="noopener">https://bak.de/kammer-und-beruf/studium-und-beruf/notifizierung-der-studiengaenge-fuer-die-berufsanerkennung-in-der-eu/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">studium.at, Architektur studieren in Österreich</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.studium.at/architektur" target="_blank" rel="noopener">https://www.studium.at/architektur</a></p>
<p style="font-weight: 400;">berufsberatung.ch, Studienrichtung Architektur</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.berufsberatung.ch/dyn/show/19804" target="_blank" rel="noopener">https://www.berufsberatung.ch/dyn/show/19804</a></p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Deutschland, Auswahl der Universitäten und Kunsthochschulen</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Technische Universität München, Department of Architecture</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.arc.ed.tum.de/" target="_blank" rel="noopener">https://www.arc.ed.tum.de/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">RWTH Aachen, Fakultät für Architektur</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://arch.rwth-aachen.de/" target="_blank" rel="noopener">https://arch.rwth-aachen.de/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Technische Universität Berlin, Institut für Architektur</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.architektur.tu-berlin.de/" target="_blank" rel="noopener">https://www.architektur.tu-berlin.de/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Technische Universität Braunschweig, Bachelor Architektur</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.tu-braunschweig.de/arch/bachelor-architektur" target="_blank" rel="noopener">https://www.tu-braunschweig.de/arch/bachelor-architektur</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Technische Universität Darmstadt, Fachbereich Architektur</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.architektur.tu-darmstadt.de/" target="_blank" rel="noopener">https://www.architektur.tu-darmstadt.de/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Technische Universität Dresden, Fakultät Architektur</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://tu-dresden.de/bu/architektur" target="_blank" rel="noopener">https://tu-dresden.de/bu/architektur</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Karlsruher Institut für Technologie, Fakultät für Architektur</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.arch.kit.edu/" target="_blank" rel="noopener">https://www.arch.kit.edu/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Universität Stuttgart, Fakultät 1 Architektur und Stadtplanung</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.f01.uni-stuttgart.de/studium/" target="_blank" rel="noopener">https://www.f01.uni-stuttgart.de/studium/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Architektur und Urbanistik</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.uni-weimar.de/de/architektur-und-urbanistik/studium/" target="_blank" rel="noopener">https://www.uni-weimar.de/de/architektur-und-urbanistik/studium/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">HafenCity Universität Hamburg</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.hcu-hamburg.de/" target="_blank" rel="noopener">https://www.hcu-hamburg.de/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Städelschule Frankfurt, Architecture Class</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.staedelschule.de/" target="_blank" rel="noopener">https://www.staedelschule.de/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Kunstakademie Düsseldorf</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.kunstakademie-duesseldorf.de/" target="_blank" rel="noopener">https://www.kunstakademie-duesseldorf.de/</a></p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Österreich, sechs öffentliche Universitäten und vier Fachhochschulen</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Technische Universität Wien, Fakultät für Architektur und Raumplanung</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://ar.tuwien.ac.at/Studium/Bachelorstudium-Architektur" target="_blank" rel="noopener">https://ar.tuwien.ac.at/Studium/Bachelorstudium-Architektur</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Technische Universität Graz, Fakultät für Architektur</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.tugraz.at/fakultaeten/architektur/home" target="_blank" rel="noopener">https://www.tugraz.at/fakultaeten/architektur/home</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Universität Innsbruck, Fakultät für Architektur</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.uibk.ac.at/de/architektur/studium/" target="_blank" rel="noopener">https://www.uibk.ac.at/de/architektur/studium/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Akademie der bildenden Künste Wien, Studienrichtung Architektur</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.akbild.ac.at/de/studium/studienrichtungen/architektur" target="_blank" rel="noopener">https://www.akbild.ac.at/de/studium/studienrichtungen/architektur</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Universität für angewandte Kunst Wien, Institut für Architektur</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.dieangewandte.at/" target="_blank" rel="noopener">https://www.dieangewandte.at/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Kunstuniversität Linz, Bachelorstudium Architektur</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.kunstuni-linz.at/en/studies/degree-programmes/architecture/bachelor-programme" target="_blank" rel="noopener">https://www.kunstuni-linz.at/en/studies/degree-programmes/architecture/bachelor-programme</a></p>
<p style="font-weight: 400;">FH Joanneum Graz, Bachelor Architektur</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.fh-joanneum.at/architektur/bachelor/im-studium/das-studium/" target="_blank" rel="noopener">https://www.fh-joanneum.at/architektur/bachelor/im-studium/das-studium/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">FH Kärnten, Bachelor Architektur</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.fh-kaernten.at/en/studium/bauingenieurwesen-architektur/bachelor/architecture" target="_blank" rel="noopener">https://www.fh-kaernten.at/en/studium/bauingenieurwesen-architektur/bachelor/architecture</a></p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Schweiz</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">ETH Zürich, Departement Architektur (D-ARCH)</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://arch.ethz.ch/" target="_blank" rel="noopener">https://arch.ethz.ch/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">EPF Lausanne, Section d&#8217;architecture</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://sar.epfl.ch/" target="_blank" rel="noopener">https://sar.epfl.ch/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Università della Svizzera italiana, Accademia di architettura Mendrisio</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.arc.usi.ch/" target="_blank" rel="noopener">https://www.arc.usi.ch/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">ZHAW Winterthur, Bachelor Architektur</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.zhaw.ch/de/archbau/studium/bachelorstudiengang-architektur/" target="_blank" rel="noopener">https://www.zhaw.ch/de/archbau/studium/bachelorstudiengang-architektur/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Fachhochschule Nordwestschweiz, Institut Architektur</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.fhnw.ch/de/architektur-bau-geomatik/studium/angebot/studiengaenge/bachelor-in-architektur" target="_blank" rel="noopener">https://www.fhnw.ch/de/architektur-bau-geomatik/studium/angebot/studiengaenge/bachelor-in-architektur</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Hochschule Luzern, Bachelor Architektur</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.hslu.ch/de-ch/technik-architektur/studium/bachelor/" target="_blank" rel="noopener">https://www.hslu.ch/de-ch/technik-architektur/studium/bachelor/</a></p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Berufszugang nach dem Studium</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Bundesarchitektenkammer, Eintragung und Titelschutz</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://bak.de/kammer-und-beruf/studium-und-beruf/eintragung-titelschutz/" target="_blank" rel="noopener">https://bak.de/kammer-und-beruf/studium-und-beruf/eintragung-titelschutz/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Bundesarchitektenkammer, Berufsanerkennung in der EU nach Richtlinie 2005/36/EG</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://bak.de/kammer-und-beruf/studium-und-beruf/eu-eintragungsvoraussetzungen/" target="_blank" rel="noopener">https://bak.de/kammer-und-beruf/studium-und-beruf/eu-eintragungsvoraussetzungen/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Bundeskammer der Ziviltechnikerinnen und Ziviltechniker, Österreich</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.arching.at/" target="_blank" rel="noopener">https://www.arching.at/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Stiftung der Schweizerischen Register der Fachleute in den Bereichen Ingenieurwesen, Architektur und Umwelt (REG)</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.reg.ch/" target="_blank" rel="noopener">https://www.reg.ch/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation, Ausübung des Architektenberufs in der Schweiz</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.sbfi.admin.ch/dam/de/sd-web/FIAAM1R6mF-u/Architektenberuf_de.pdf" target="_blank" rel="noopener">https://www.sbfi.admin.ch/dam/de/sd-web/FIAAM1R6mF-u/Architektenberuf_de.pdf</a></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>Stand: Juli 2026</em></p>
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		<title>Was KI beim Hitzeschutz verschweigt, und warum das teuer wird</title>
		<link>https://baukunst.art/was-ki-beim-hitzeschutz-verschweigt-und-warum-das-teuer-wird/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Jun 2026 13:30:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Drei KI-Prompts zum temporären Hitzeschutz, gegengelesen: wo das Tool glättet, falsch zitiert und die Genehmigungsfrage unterschlägt. Ein Lehrfall.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []">Was KI wirklich kann, lernt man am Detail: Ein Lehrfall zum temporären Hitzeschutz</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><em data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="em">Künstliche Intelligenz beantwortet jede Frage in Sekunden. Das ist der einfache Teil. Der schwierige Teil beginnt danach: Wo liegt das Tool richtig, wo glättet es, wo schweigt es über genau die Ebene, an der ein Projekt scheitert? Am Beispiel des temporären Hitzeschutzes lässt sich das vorführen. Wir haben drei Fragen gestellt, die jede Architektin und jeder Architekt im Bestand kennt, und die Antworten gegengelesen.</em></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die folgenden drei Blöcke zeigen jeweils den realen Prompt, das KI-Ergebnis und unsere Einordnung. Nicht das Werkzeug ist die Lektion, sondern der Blick, mit dem man das Werkzeug liest.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Wie ordnet KI die gängigen Verschattungslösungen?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Prompt: </strong>Welche temporären, reversiblen Maßnahmen schützen ein Bestandsgebäude im Sommer vor Überhitzung? Ordne nach Wirksamkeit.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">KI-Ergebnis (gekürzt): </strong><em data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="em">Das Tool listet außenliegende Markisen, Sonnensegel, mobile Raffstores, Verschattungsfolien und innenliegende Plissees. Es bezeichnet innenliegenden Sonnenschutz als „eine gleichwertige, einfacher umzusetzende Alternative“.</em></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Reihenfolge stimmt im Kern, die Gleichsetzung nicht. Außenliegender Sonnenschutz fängt die Strahlung vor der Scheibe ab, innenliegender lässt sie weitgehend ins Glas und in den Raum. Der Unterschied ist kein Komfortdetail, sondern eine Größenordnung: Der Abminderungsfaktor außenliegender Systeme liegt grob im Bereich um 0,25, innenliegender eher um 0,75. Diese Zahlen sind hier als Orientierung gedacht, nicht als Nachweiswert. Wer damit plant, zieht sie aus dem Datenblatt des konkreten Produkts, nicht aus einer KI-Antwort, denn sie schwanken je nach System erheblich. Das Tool kennt das Prinzip, macht aber aus zwei sehr unterschiedlichen Wirkungsgraden eine Frage der Bequemlichkeit. Dieses Glätten ist der erste Fehlertyp, den man erkennen muss.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Kennt KI den richtigen Nachweisweg?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Prompt: </strong>Nach welcher Norm wird der sommerliche Wärmeschutz nachgewiesen und welche Kennwerte gehen ein?</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">KI-Ergebnis (gekürzt): </strong><em data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="em">Das Tool nennt die DIN 4108-2, das Sonneneintragskennwert-Verfahren, den g-Wert und die Fenstergröße. Es bietet an, den Nachweis „direkt zu berechnen“.</em></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Methode und Kennwerte sind korrekt benannt. Hier liegen zwei Fallen. Erstens die Normfassung: Tools zitieren gern eine überholte Ausgabe, und welche gerade gilt, muss man unabhängig prüfen. Zweitens das Rechenangebot. Ohne geprüfte Eingabewerte und ohne die zutreffende Klimaregion liefert das Tool eine Plausibilität, keinen Nachweis. Es klingt nach Ergebnis und ist eine Schätzung. Genau an dieser Stelle endet der Knopfdruck und beginnt die Fachverantwortung.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Beantwortet KI die Genehmigungsfrage vollständig?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Prompt: </strong>Ist temporäre Fassadenverschattung an einem Bestandsgebäude in Bayern genehmigungsfrei?</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">KI-Ergebnis (gekürzt): </strong><em data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="em">„Reversible Maßnahmen sind in der Regel verfahrensfrei und benötigen keine Baugenehmigung.“</em></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Verkürzt und damit riskant. Die Verfahrensfreiheit richtet sich nach dem Katalog der BayBO, derzeit Art. 57, und hängt an Art und Größe der Maßnahme, nicht allein an der Reversibilität. Ein Hinweis in eigener Sache: Auch dieser Paragraphenverweis gehört vor jeder Berufung darauf gegen die geltende Fassung geprüft, denn das ist genau die Sorgfalt, die das Tool im Beispiel vermissen lässt. Vor allem überschreibt das Denkmalrecht die Regel: An einem Baudenkmal ist auch die rückbaubare Markise erlaubnispflichtig. Das Tool unterschlägt genau die Ebene, auf der die meisten Bestandsprojekte tatsächlich hängen bleiben. Die Antwort ist nicht falsch, sie ist unvollständig, und Unvollständigkeit ist im Genehmigungsverfahren teurer als ein offener Fehler.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Was bleibt als Lehre?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Drei Fragen, drei wiederkehrende Muster: falsche Gewichtung bei richtigem Prinzip, ein überholtes Normzitat mit Scheingenauigkeit, eine unterschlagene Rechtsebene. Keiner dieser Fehler entsteht, weil das Tool schlecht wäre. Sie entstehen, weil eine Sprach-KI auf Plausibilität optimiert ist, nicht auf Haftung. Der Mehrwert liegt deshalb nicht im Prompt allein, sondern im Lesen der Antwort. Das gilt übrigens auch für diesen Text: Die genannten Faktoren sind Größenordnungen, der Paragraphenverweis ist gegen die geltende Fassung zu prüfen. Wer weiß, wo geglättet wird, im fremden wie im eigenen Text, gewinnt Tempo, ohne Sicherheit zu verlieren. Wer es nicht weiß, übernimmt Risiken, die im Output unsichtbar bleiben.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Baukunst Akademie: </strong>Welcher Prompt ein brauchbares Ergebnis liefert und woran man erkennt, wo ein Tool danebenliegt, ist Kern des <strong><a href="https://baukunst.art/kurse/lehrgang-ki-im-bueroalltag-2-3/" target="_blank" rel="noopener">KI-Lehrgangs der Baukunst Akademie</a></strong>. Der Kurs richtet sich an kleine und mittlere Architekturbüros. Nächster Termin September 2026.</p>
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		<title>Promenadologie als Lehrfach: Wie Architekturschulen das Gehen wiederentdecken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 07:44:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Fort- & Weiterbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturpädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Promenadologie / Spaziergangswissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung und Stadtraum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Spazieren als Lehrmethode: Wie Lucius Burckhardts Spaziergangswissenschaft die Wahrnehmung des Raums trainiert und warum Architekturschulen sie wiederentdecken.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/promenadologie-als-lehrfach-wie-architekturschulen-das-gehen-wiederentdecken/">Promenadologie als Lehrfach: Wie Architekturschulen das Gehen wiederentdecken</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>baukunst.art</strong> | Bildung | Weiterbildung | Juni 2026</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []">Die Wissenschaft vom Gehen: Wie ein Spaziergang die Architekturausbildung verändert</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Promenadologie, auch Spaziergangswissenschaft oder englisch Strollology genannt, ist eine kulturwissenschaftliche und ästhetische Methode, die untersucht, wie Menschen ihre Umgebung wahrnehmen und welche vorgefertigten Bilder den Blick auf Stadt und Landschaft lenken. Begründet wurde sie in den 1980er Jahren von dem Schweizer Soziologen Lucius Burckhardt (1925 bis 2003) gemeinsam mit Annemarie Burckhardt, im Rahmen seiner Lehrtätigkeit an der damaligen Gesamthochschule Kassel. Dort wirkte er von 1973 bis 1997 als Professor für Sozioökonomie urbaner Systeme, in einem Fachbereich, der Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung unter einem Dach versammelte.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Den Anfang markierte kein Lehrbuch, sondern ein Gang. 1976 unternahm Burckhardt mit Studierenden und dem Kollegen Karl Heinrich Hülbusch den sogenannten „Urspaziergang“ im Schlosspark Riede südwestlich von Kassel. Die Frage lautete, was Landschaft eigentlich sei und wodurch ihre Wahrnehmung geprägt werde, von Sprache und Literatur über Malerei bis zu Medien und Werbung. Aus dieser Beobachtung erwuchs die Grundthese des Fachs: Die Umwelt sei nicht unmittelbar wahrnehmbar, sondern werde stets durch Bildvorstellungen gefiltert, die im Kopf der Betrachtenden bereits angelegt sind. So legte es Burckhardt in „Warum ist Landschaft schön? Die Spaziergangswissenschaft“ dar (herausgegeben von Markus Ritter und Martin Schmitz, Martin Schmitz Verlag, Berlin 2006).</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Was lehrt ein Spaziergang, das ein Hörsaal nicht vermitteln kann?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die didaktische Pointe liegt in der Verschiebung des Standpunkts. Wer eine Straße entwirft, sieht sie meist im Plan; wer sie zu Fuß durchquert, erlebt Tempo, Gefälle, Geräusch und Blickachse am eigenen Körper. Burckhardt machte diese Differenz zum Lehrmittel. Eines seiner Gedankenexperimente verdeutlicht das Prinzip: Wer mit der Bahn in eine fremde Stadt fährt, liest sie als Abfolge gelernter Zonen, vom Bahnhofsviertel über den Straßenring bis zum Rathausplatz. Würde man stattdessen mit dem Fallschirm mitten hinein abgesetzt, fände man dennoch den Weg ins Zentrum, weil die Stadt nach vertrauten Mustern gelesen wird. Wahrnehmung, so die Lehre, ist nie unschuldig.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Dass Wahrnehmung erlernt ist, zeigt schon die Geschichte des Spaziergangs selbst. Die Kulturwissenschaftlerin Gudrun M. König hat in „Eine Kulturgeschichte des Spaziergangs“ (Böhlau, Wien 1996) nachgezeichnet, wie sich das zweckfreie Gehen zwischen 1780 und 1850 als bürgerliche Praktik herausbildete und mit ihm der Blick auf Landschaft als ästhetische Kategorie. Was heute selbstverständlich wirkt, ist demnach ein historisches Konstrukt. Die Promenadologie macht diese Genese zum Lerngegenstand und verbindet sie mit verwandten Denkfiguren wie dem Flanieren, dem situationistischen Konzept der dérive und der Psychogeographie. Gerade diese Anschlüsse erklären, warum das Fach quer zu den klassischen Disziplingrenzen liegt und sich für interdisziplinäre Lehrformate eignet.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese Einsicht lässt sich nicht im Sitzen erwerben. In Burckhardts Seminar „Wahrnehmung und Verkehr“ (1993) ließen sich Studierende durch Kassel führen, jede und jeder mit einer Windschutzscheibe vor dem Körper, um die automobile Sicht auf den Stadtraum körperlich erfahrbar zu machen. Solche Interventionen sind keine Spielerei. Sie übersetzen abstrakte Planungsannahmen in Sinneserfahrung und zwingen dazu, den eigenen Blick als gemacht zu durchschauen. Genau hier berührt das Fach den Kern der Ausbildung: Die Grundlagenermittlung nach Leistungsphase 1 der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) beginnt mit dem Erfassen des Ortes, und das Baugesetzbuch verpflichtet die Bauleitplanung, das Orts- und Landschaftsbild zu berücksichtigen (§ 1 Absatz 6 BauGB). Beides setzt eine geschulte Wahrnehmung voraus, die sich nicht aus Katasterplänen, sondern aus dem Gehen speist.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Warum kehrt die Spaziergangswissenschaft an die Hochschulen zurück?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Nach Burckhardts Abschied von Kassel 1997 übernahm der Berliner Martin Schmitz, Jahrgang 1956 und einst sein Student, die Vermittlung des Fachs als Dozent und Verleger. Schmitz kuratierte 2008 in Frankfurt den internationalen Kongress „Spaziergangswissenschaft: Sehen, erkennen und planen“ und 2014 in Kassel die erste Lucius Burckhardt-Convention. Parallel trug Bertram Weisshaar die Methode aus der Universität in die Praxis; seit 1995/96 arbeitet er als Spaziergangsforscher und lädt mit dem Band „Einfach losgehen“ zum Gehen, Streunen und Nachdenken ein.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">An den Hochschulen blieb das Fach präsent, wenn auch wandernd. Bertram Weisshaar unterrichtete im Wintersemester 2006/2007 Spaziergangswissenschaft an der Universität Leipzig, Klaus Schäfer führte 2007 an der Hochschule Bremen das Seminar „Zu Fuß“ durch. An der Bauhaus-Universität Weimar, deren Fakultät Gestaltung Burckhardt von 1992 bis 1994 als Gründungsdekan mit aufgebaut hatte, wird die Methode in Lektüre- und Projektseminaren weitergegeben, unter anderem durch Simon Frisch. Die Hochschule der Bildenden Künste Saar, ein weiteres Gründungsumfeld Burckhardts, unterhält mit dem Projekt „Europäisches Zentrum für Promenadologie“ eine eigene Auseinandersetzung. 2011 promovierte Hannah Stippl an der Universität für angewandte Kunst Wien über Burckhardts landschaftstheoretische Aquarelle.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Rückkehr hat Gründe, die über akademische Pietät hinausreichen. Verkehrswende, Stadt der kurzen Wege und eine Baukultur, die Aufenthaltsqualität ernst nimmt, verlangen nach Planerinnen und Planern, die den öffentlichen Raum aus der Perspektive der Gehenden denken. Die Spaziergangswissenschaft schult genau diese Perspektive, und sie tut es mit minimalen Mitteln, ohne Labor und ohne Software.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Wo liegen die Grenzen des Fachs?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Kritisch bleibt anzumerken, dass die Methode ihren Reiz gegen sich wenden kann. Im Volksmund gilt Promenadologie bisweilen als gelehrtes Wort für Müßiggang, und tatsächlich droht der Ansatz zur folkloristischen Übung zu erstarren, sobald die ästhetische Intervention zum Selbstzweck gerät. Hinzu kommt die Frage der Prüfbarkeit. Ein modularisiertes Studium mit Leistungspunkten verträgt sich nur bedingt mit einer Disziplin, deren Ertrag in Wahrnehmungsverschiebungen liegt, die sich kaum benoten lassen. Wer das Fach lehrt, muss daher die Balance zwischen künstlerischer Offenheit und planerischer Anschlussfähigkeit halten.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Einige Hochschulen begegnen dem Prüfungsproblem pragmatisch, indem sie nicht ein vermeintlich richtiges Ergebnis, sondern die Dokumentation bewerten. Protokolle, Karten, Fotostrecken oder kurze Filme halten fest, was der Gang sichtbar gemacht hat. So wird die Wahrnehmungsarbeit nachvollziehbar, ohne sie in eine falsche Objektivität zu zwingen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Gerade darin liegt der Bildungswert. Die Spaziergangswissenschaft lehrt keine Technik, sondern eine Haltung: das Misstrauen gegenüber dem vermeintlich Selbstverständlichen und die Bereitschaft, den eigenen Blick zu überprüfen. Für angehende Architektinnen und Architekten, die später über Straßenräume, Quartiere und ganze Landschaften entscheiden, ist das keine Nebensache. Es ist eine Grundlage des Entwerfens, die sich, anders als viele Lehrinhalte, ein Leben lang zu Fuß erneuern lässt.</p>
<h2>Leserinfo: Spaziergangswissenschaft</h2>
<p><strong>Begriff</strong>: Promenadologie, auch Spaziergangswissenschaft oder englisch Strollology. Eine kulturwissenschaftliche und ästhetische Methode, die die Bedingungen der Umweltwahrnehmung bewusst macht und den Blick auf Stadt und Landschaft erweitert.</p>
<p><strong>Begründung</strong>: Lucius Burckhardt (1925 bis 2003) gemeinsam mit Annemarie Burckhardt, in den 1980er Jahren an der damaligen Gesamthochschule Kassel. Erster „Urspaziergang&#8220; 1976 im Schlosspark Riede bei Kassel.</p>
<p><strong>Gelehrt heute</strong>: in wechselnden Seminaren an mehreren Hochschulen, unter anderem an der Bauhaus-Universität Weimar und der Hochschule der Bildenden Künste Saar. In die Praxis getragen wird die Methode durch die Spaziergangsforschung von Bertram Weisshaar.</p>
<p><strong>Zum Weiterlesen</strong>: Lucius Burckhardt: Warum ist Landschaft schön? Die Spaziergangswissenschaft. Hrsg. von Markus Ritter und Martin Schmitz, Martin Schmitz Verlag, Berlin 2006. Lucius Burckhardt: Wer plant die Planung? Hrsg. von Jesko Fezer und Martin Schmitz, Martin Schmitz Verlag, Berlin 2004. Gudrun M. König: Eine Kulturgeschichte des Spaziergangs. Böhlau, Wien 1996.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/promenadologie-als-lehrfach-wie-architekturschulen-das-gehen-wiederentdecken/">Promenadologie als Lehrfach: Wie Architekturschulen das Gehen wiederentdecken</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Sichtbar, nicht entdeckt: Warum das Aussenbild eines Architekturbüros gestaltet werden muss</title>
		<link>https://baukunst.art/sichtbar-nicht-entdeckt-warum-das-aussenbild-eines-architekturbueros-gestaltet-werden-muss/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 07:31:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Fort- & Weiterbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Akquise]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturkommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Sichtbarkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein gutes Büro spricht durch seine Bauten. Doch wer es nicht kennt, begegnet ihm zuerst am Bildschirm. Über Sichtbarkeit als erlernbare Kompetenz. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/sichtbar-nicht-entdeckt-warum-das-aussenbild-eines-architekturbueros-gestaltet-werden-muss/">Sichtbar, nicht entdeckt: Warum das Aussenbild eines Architekturbüros gestaltet werden muss</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>baukunst.art</strong> | Bildung | Marketing| Juni 2026</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []">Wenn Qualität unsichtbar bleibt: Die digitale Lücke der Architekturbüros</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []">Das Aussenbild eines Architekturbüros bezeichnet die Summe aller öffentlich wahrnehmbaren Signale, über die eine Bauherrschaft ein Büro findet, einordnet und als vertrauenswürdig bestätigt. Wer dieses Bild dem Zufall überlässt, verzichtet nicht etwa auf Werbung, sondern auf die Chance, im entscheidenden Moment überhaupt geprüft zu werden.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Lange galt Sichtbarkeit als nachrangiges Thema, beinahe als Makel. Ein gutes Büro, so die Annahme, spreche durch seine Bauten. Die Annahme stimmt, doch sie greift zu kurz. Bauten sprechen nur zu jenen, die sie kennen. Alle anderen begegnen einem Büro zuerst über einen Bildschirm. Damit wird das Aussenbild zur Schnittstelle zwischen fachlicher Substanz und ihrer Wahrnehmung, und seine Gestaltung zu einer Kompetenz, die sich erlernen lässt.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Warum wird ein Büro online bestätigt und nicht entdeckt?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die verbreitete Vorstellung, Akquise funktioniere wie Werbung, hält der Praxis selten stand. Eine Bauherrschaft sucht kaum nach Entdeckung. Meist steht ein Name bereits im Raum, getragen von einer Empfehlung, einem Vortrag oder einem gebauten Projekt. Die anschließende digitale Recherche dient der Bestätigung, nicht der Suche. Aus dieser Beobachtung folgt ein Perspektivwechsel: Sichtbarkeit ist Verifikationsarbeit. Das Aussenbild muss dort belastbar sein, wo geprüft wird, also in der Google-Suche, in der Antwort eines KI-Systems und im öffentlichen Register der zuständigen Architektenkammer.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Verhalten der Bauherrschaft lässt sich als dreistufiger Vorgang beschreiben: auf die informelle Erstfindung über Empfehlung oder Begegnung folgt die digitale Sondierung, an deren Ende die institutionelle Verifikation über das Kammerregister steht. Jede Stufe hat ihren eigenen Ort und ihre eigene Sprache. Ein Aussenbild, das nur eine dieser Stufen bedient, bricht genau dort ab, wo die Entscheidung reift.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Belastbare Zahlen zu der Frage, über welchen Kanal Bauinteressierte ihr Büro finden, fehlen bislang. Die ACE Sector Study 2024 des Architects&#8216; Council of Europe beschreibt die wirtschaftliche Lage des Berufsstandes in Europa, eine repräsentative Untersuchung des Erstkontakts zwischen Bauherrschaft und Büro liegt jedoch nicht vor. Die Branche handelt insoweit auf Basis von Plausibilität und Erfahrungswissen. Gerade diese Lücke verleiht dem gestalteten Aussenbild Gewicht, denn wo gesicherte Daten fehlen, entscheidet der erste belastbare Eindruck.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Welche Kompetenzen verlangt ein sichtbares Aussenbild?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Sichtbarkeit ist eine Fähigkeit, keine Begabung. Sie lässt sich beschreiben, lehren und üben. Den Kern bildet die eigene Website, verstanden als Vertrauensdokument und nicht als Prospekt. International beachtete Büros wie OMA, BIG oder Snøhetta zeigen ein wiederkehrendes Muster: wenige Seitentypen, das Projekt zuerst, keine werblichen Versprechen auf der Startseite. Eine Projektseite, die Ausgangslage, Konzept und Besonderheit klar voneinander trennt, überzeugt mehr als jede Anpreisung.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Hinzu kommt die technische Auffindbarkeit. Neben die klassische Suchmaschinenoptimierung tritt die Generative Engine Optimization, also die gezielte Aufbereitung von Inhalten, damit Systeme wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity ein Büro korrekt benennen und zitieren. Beide Disziplinen verlangen handwerkliche Sorgfalt statt Marketingrhetorik. Wer seine Inhalte sauber strukturiert, mit eindeutigen Bezeichnungen und nachprüfbaren Angaben, erhöht die Wahrscheinlichkeit, in einer maschinell erzeugten Antwort als Quelle aufzutauchen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Zur Auffindbarkeit tritt die aktive Darstellung. Sie folgt keiner Pflicht zur Dauerpräsenz, sondern einer einfachen Ordnung. Zwei Kanäle genügen in der Regel, einer für die fachliche Verifikation und einer für den Einblick in die Arbeit, ergänzt um einen Newsletter als algorithmusunabhängigen Draht ins eigene Netzwerk. Auch der öffentliche Vortrag zählt dazu: Kammertermine, Hochschulkritiken und Fach-Podcasts sind Bühnen, die andere bauen und die zugleich verifizieren.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der rechtliche Rahmen stützt diesen sachlichen Zugang. Die Berufsordnungen der Architektenkammern erlauben berufsbezogene und sachliche Werbung, untersagen jedoch irreführende und anpreisende Darstellung. Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) zieht eine zusätzliche Grenze. Eine sichtbare Selbstdarstellung, die auf Substanz beruht, steht damit im Einklang mit dem Berufsrecht. Wer hingegen Reichweite über die Grenzen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hinweg einkauft, handelt sich Risiken ein, die den vermeintlichen Gewinn übersteigen.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Was lässt sich konkret lernen?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">An dieser Stelle setzt der Lehrgang<a href="https://baukunst.art/kurse/marketing-12-akquisestrategie/" target="_blank" rel="noopener"> „<strong>Bauherren gewinnen: KI-gestützte Akquisestrategie für Architekturbüros“</strong></a> der Baukunst Akademie an. In vier Online-Modulen, jeweils donnerstags vom 9. bis 30. Juli 2026 von 17 bis 18.30 Uhr, entsteht ein zusammenhängender Akquiseplan. Das erste Modul klärt Markt und Positionierung, das zweite die Auffindbarkeit bei Google und in KI-Suchen, das dritte die proaktive Darstellung über LinkedIn und Instagram, das vierte die Präsentation und eine Planung über 180 Tage. Die Leitung übernimmt Carla Carlotta Stadler, Marketing- und Kommunikationsmanagerin, gemeinsam mit Stuart Stadler.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Prinzipien werden an bekannten Büros hergeleitet und am Münchner Büro oha architekten konkret durchgespielt, von der Haltung über die Website bis zum einzelnen Projekttext. Künstliche Intelligenz dient dabei als Werkzeug, nicht als Autor. Sie gibt Tempo bei Texten, Struktur und Bildaufbereitung, ersetzt aber weder das fachliche Urteil noch die eigene Haltung. Der Lehrgang umfasst acht Fortbildungspunkte, die von der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen anerkannt sind; Mitglieder anderer Kammern können sie in der Regel anrechnen lassen, sofern die jeweilige Kammer die Muster-Fortbildungsordnung der Bundesarchitektenkammer (BAK) umgesetzt hat.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Bemerkenswert bleibt, dass diese Fähigkeit in der akademischen Ausbildung lange keinen Platz hatte. Entwurf, Konstruktion und Baurecht prägen das Studium, die Übersetzung der eigenen Arbeit in eine auffindbare Form dagegen kaum. So entsteht eine Generation gut ausgebildeter Architektinnen und Architekten, deren Qualität im Moment der Prüfung unsichtbar bleibt. Weiterbildung schließt hier eine Lücke, die das Studium offen lässt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Aussenbild eines Büros lässt sich weder vollständig delegieren noch ein für alle Mal abschließen. Es verlangt eine Haltung, deren Übersetzung in Text, Bild und Struktur und die Bereitschaft, diese Übersetzung regelmäßig zu pflegen. Sichtbarkeit ersetzt keine Qualität. Unsichtbare Qualität jedoch bleibt im Moment der Entscheidung wirkungslos.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/sichtbar-nicht-entdeckt-warum-das-aussenbild-eines-architekturbueros-gestaltet-werden-muss/">Sichtbar, nicht entdeckt: Warum das Aussenbild eines Architekturbüros gestaltet werden muss</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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		<title>Health Hub: Wie ein Studierendenwettbewerb die Lehre auf das Land schickt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 May 2026 07:45:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[DIN 13080]]></category>
		<category><![CDATA[Healthcare Architecture]]></category>
		<category><![CDATA[HOAI]]></category>
		<category><![CDATA[Nachwuchsförderung]]></category>
		<category><![CDATA[Studierendenwettbewerb]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Studierendenwettbewerb aus Wien stellt eine Frage, die längst über die Hochschule hinausreicht: Wie kommt die ärztliche Grundversorgung dorthin zurück, wo sie verschwunden ist?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/health-hub-wie-ein-studierendenwettbewerb-die-lehre-auf-das-land-schickt/">Health Hub: Wie ein Studierendenwettbewerb die Lehre auf das Land schickt</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">baukunst.art</strong> | Österreich | Bildung | Mai 2026<br data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="hardBreak" data-prosemirror-node-inline="true" />Lesezeit 8 Minuten</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Lernen, wo die Hausärzte fehlen</strong></h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der <a href="https://award26.ac.co.at/" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">Architects Collective Student Award for Healthcare Architecture 2026</a> ist ein deutschsprachiger Studierendenwettbewerb, der Architektur, Städtebau, Raumplanung und Landschaftsarchitektur mit der unterversorgten Gesundheitslandschaft im ländlichen Raum verbindet. Ausgelobt wird der Preis von der Architects Collective ZT GmbH in Wien, einem auf Gesundheitsbauten spezialisierten Büro mit über dreißig Jahren Erfahrung. Die dritte Runde findet 2026 erstmals in Kooperation mit dem Institut für Kunst und Architektur der Akademie der bildenden Künste Wien statt, nachdem die ersten beiden Auflagen gemeinsam mit der Fakultät für Architektur und Raumplanung der Technischen Universität Wien getragen wurden.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Aufgabe trägt den Titel „Health Hub. Die modulare Gesundheitsversorgung auf dem Land&#8220; und adressiert ein Versorgungsproblem, das in Österreich, Deutschland und der Schweiz gleichermaßen spürbar geworden ist. Pensionierungen, Abwanderung und Überalterung der Ärzteschaft führen dazu, dass Wege zur nächsten Ordination in vielen Regionen über dreißig Kilometer betragen. Studierende werden eingeladen, eine neue Typologie zu entwerfen: ein flexibel einsetzbares, KI-unterstütztes Primärversorgungsmodul, das niederschwellige Basisleistungen wie Krankschreibung, Rezeptausstellung, Fieber- und Blutdruckmessung, telemedizinische Sprechstunden sowie eine Apotheken-Schnittstelle mit temporärer ärztlicher Präsenz integriert.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Welche Aufgabe stellt der Award 2026 konkret?</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Gefragt sind Entwürfe, die räumliche Qualität mit technologischer Integration verbinden, modular erweiterbar bleiben und im Sinne der Kreislaufwirtschaft wiederverwendet werden können. Die Auslobung formuliert drei Systemgrenzen, in denen sich die Beiträge bewegen dürfen: raumtypologisch, städtebaulich oder landschaftsarchitektonisch. Erlaubt und ausdrücklich erwünscht ist die Integration weiterer Disziplinen wie Klimaforschung, Informationstechnologie, Medizin oder Soziologie. Bearbeitet werden kann die Aufgabe als Einzelarbeit oder im Team mit maximal drei Personen, wobei jedes Gruppenmitglied eine eigene Verfassererklärung beilegen muss.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Anspruch reicht über das gestalterische Experiment hinaus. Architektur wird in der Auslobung als Hebel für soziale Gerechtigkeit verstanden, als Werkzeug, das verzögerte Diagnosen, überlastete Ambulanzen und ungleichen Zugang zu medizinischer Versorgung räumlich beantworten kann. Damit verlässt der Wettbewerb das klassische Krankenhausthema und rückt eine Versorgungslogik in den Fokus, die zwischen Allgemeinmedizin, Telemedizin und Apotheke neu organisiert werden muss.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Was lernt der architektonische Nachwuchs an dieser Aufgabe?</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der eigentliche Bildungsgewinn liegt weniger im fertigen Plakat als in der Methode, die der Award einübt. Studierende üben sich darin, eine gesellschaftliche Bedarfslage in eine räumliche Antwort zu übersetzen, ohne dabei auf die gewohnte Programmtabelle eines Klinikbaus zurückgreifen zu können. Sie arbeiten mit einer offenen Aufgabe, deren Lösung weder in der DIN 13080 zur Gliederung von Krankenhäusern noch in einem Standardraumbuch vorgezeichnet ist. Genau diese Offenheit zwingt zur Recherche jenseits des eigenen Fachs: Wie funktioniert eine Hausarztpraxis betriebswirtschaftlich? Welche Leistungen lassen sich rechtlich delegieren? Welche Datenschutzanforderungen gelten für telemedizinische Konsultationen?</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Auslobung benennt diese Interdisziplinarität nicht nur als Möglichkeit, sondern als Erwartung. Damit greift der Award eine Verschiebung auf, die sich in der Architekturlehre seit einigen Jahren beobachten lässt. Reine Entwurfsstudios verlieren an Bedeutung gegenüber Formaten, die Forschung, Praxisbezug und gesellschaftliche Fragestellungen verschränken. Die Akademie der bildenden Künste Wien bringt mit der Plattform „Geografie, Landschaft und Städte&#8220; eine entsprechende Tradition ein, die das Institut für Kunst und Architektur seit Jahren pflegt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Hinzu kommt der Wettbewerb als Lernformat selbst. Anders als die Studienprüfung verlangt er eine Argumentation gegenüber einer externen Jury, eine Verdichtung auf das Plakatformat und die Bereitschaft, die eigene Position öffentlich zu vertreten. Das ist eine Übung in beruflicher Realität, die in der Lehre häufig zu kurz kommt.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Wer entscheidet über die Vergabe der Preise?</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Jury versammelt sechs Stimmen aus Lehre, Praxis und Beratung. Vom Institut für Kunst und Architektur der Akademie der bildenden Künste Wien wirken die Senior Scientist Daniela Herold und Vizerektor Werner Skvara mit. Peter Schwehr leitet das Kompetenzzentrum Typologie und Planung in Architektur an der Hochschule Luzern und bringt mit seiner ungewöhnlichen Biografie als ausgebildeter Rettungssanitäter, Polsterer und Architekt eine seltene Perspektivenmischung ein. Lena Sattelberger, geschäftsführende Gesellschafterin der auf das Gesundheitswesen spezialisierten Beratung SOLVE Consulting, ergänzt die organisatorisch-betriebliche Sicht. Für das ausschreibende Büro sitzen Andreas Frauscher und Richard Klinger als Geschäftsführer und Mitgründer von Architects Collective in der Jury.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Preisstruktur umfasst 9.000 Euro Gesamtdotation. Der erste Platz erhält 3.500 Euro, der zweite 2.500 Euro, der dritte 1.500 Euro; hinzu kommen zwei Anerkennungspreise zu je 750 Euro. Die Deadline für die Abgabe der Entwurfsplakate und Verfassererklärungen liegt am 14. August 2026 um 23:59 Uhr. Rückfragen können bis zum 30. Juni 2026 an die Auslobung gerichtet werden. Die Jurytagung ist für den 11. September 2026 angesetzt, die Preisverleihung folgt am 12. November 2026.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Zwischen Hochschule und Berufsfeld</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Bemerkenswert ist die strategische Anlage des Formats. Architects Collective nutzt den Award nicht als Marketinginstrument, sondern als Brücke zwischen Hochschule und einem hochspezialisierten Berufsfeld, das Studierenden in der Regel verschlossen bleibt. Healthcare Architecture taucht in den Curricula deutschsprachiger Architekturfakultäten meist nur am Rand auf, obwohl der Sektor zu den investitionsstärksten Bauaufgaben überhaupt gehört. Der Award verschiebt das Thema in die Wahrnehmung des Nachwuchses und schafft zugleich einen Pool an Talenten, die später möglicherweise den Weg in dieses Segment finden.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Für die Akademie der bildenden Künste Wien wiederum bedeutet die Kooperation eine Öffnung des Lehrbetriebs gegenüber einer Aufgabenstellung mit hoher gesellschaftlicher Dringlichkeit. Die Plattform „Geografie, Landschaft und Städte&#8220; findet im ländlichen Versorgungsthema ein Anschauungsobjekt, das räumliche, soziale und infrastrukturelle Fragen bündelt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ob aus den eingereichten Konzepten tatsächlich umsetzbare Module für die Versorgung in der Steiermark, in Oberbayern oder im Berner Oberland entstehen werden, ist offen. Der Bildungseffekt ist davon unabhängig. Eine Generation von Studierenden setzt sich für mehrere Monate mit einer Aufgabe auseinander, die im Berufsalltag nur selten so frei bearbeitet werden kann. Genau darin liegt der Wert solcher Auslobungen, die das Lernen aus der Komfortzone des Hochschulentwurfs herausholen, ohne die experimentelle Freiheit aufzugeben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/health-hub-wie-ein-studierendenwettbewerb-die-lehre-auf-das-land-schickt/">Health Hub: Wie ein Studierendenwettbewerb die Lehre auf das Land schickt</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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		<title>Der Konformitätsdruck der Experten: Was eine neue Studie für die Architekturausbildung bedeutet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 May 2026 09:07:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Urteilsbildung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine aktuelle Studie zur sozialen Konformität ästhetischer Werte zeigt, wie tief Expertenmeinungen die Wahrnehmung prägen. Eine Übersetzung der Befunde auf die Architektur und ihre Lehre.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/der-konformitaetsdruck-der-experten-was-eine-neue-studie-fuer-die-architekturausbildung-bedeutet/">Der Konformitätsdruck der Experten: Was eine neue Studie für die Architekturausbildung bedeutet</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>baukunst.art</strong> | Bildung  | Mai 2026<br />
Lesezeit: ca. 6 Minuten</p>
<h2>Harvard-Studie entlarvt: So leicht lassen sich Architekten konditionieren</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ästhetische Urteile sind ein Produkt sozialer Konformität: Wer einer Expertenbewertung ausgesetzt war, verschiebt seine eigenen Präferenzen messbar in deren Richtung, und dieser Effekt hält über Wochen an. Diese Kernaussage einer in der Fachzeitschrift Psychology of Aesthetics, Creativity, and the Arts vorab publizierten Studie (Rhee, Aleem, Mather und Grzywacz, 2026, DOI 10.1037/aca0000862) ist für die Architekturausbildung von erheblicher Tragweite. Die Autorinnen und Autoren formulieren eine bemerkenswerte These: Bestehende Bildungsparadigmen verstärken die soziale Konformität möglicherweise dadurch, dass sie den Respekt vor Autoritätsinformationen über die Schulung kritischen Denkens stellen. Architekturschulen sollten diese Diagnose ernst nehmen.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Was zeigt die Studie konkret?</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">In der experimentellen Anordnung wurden Probandinnen und Probanden mit Bewertungen visueller Werke durch Experten und Kritikerinnen konfrontiert. Anschliessend gaben sie eigene Urteile ab. Die Mehrheit passte ihre ästhetischen Werte spürbar an, häufig sowohl an die ausgeprägtesten Zustimmungen als auch an die deutlichsten Ablehnungen der Experten. Bemerkenswert ist der zeitliche Verlauf: Die Konformität ist langlebig, sie hält mindestens eine Woche an, und die Anpassung nimmt nach dem Tag der Expertenexposition sogar weiter zu. Die Probandinnen verinnerlichen die fremden Urteile, sie übernehmen sie nicht nur kurzfristig.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Studie identifiziert demografische und persönliche Einflussfaktoren: Wohnsitzland, Bildungsstand, ursprüngliche ästhetische Präferenzen und Kunstinteresse spielen eine Rolle, ebenso die Persönlichkeitsdimension „need for closure&#8220;, also das Bedürfnis nach kognitiver Eindeutigkeit. Wer Mehrdeutigkeit schlecht erträgt, fügt sich Expertenstimmen schneller. Die Forschenden schliessen daraus, dass sowohl soziale Lernprozesse als auch klassische Verstärkungslernmechanismen zur ästhetischen Konformität beitragen. Sie weiten ihre Befunde explizit auf Bereiche jenseits der Ästhetik aus, weil Konformitätsdruck grundsätzlich wirksam ist, sobald Autoritätssignale ins Spiel kommen.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Warum ist Architektur besonders anfällig?</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Übertragung auf Architektur liegt nahe und verschärft den Befund. Drei strukturelle Eigenschaften des Berufsfeldes verstärken die Wirkung. Erstens sind Architekturwerke öffentlich, gross und teuer; sie ziehen Expertenkommentare zwangsläufig an, von der Jurybegründung über die Fachzeitschrift bis zum Pritzker-Preis. Zweitens ist die berufliche Sozialisation autoritätsdicht: Studierende durchlaufen Entwurfskorrekturen, Hochschulkritiken, Diplomprüfungen und Wettbewerbsverfahren, die fast ausschliesslich auf Expertenurteilen beruhen. Die Bundesarchitektenkammer (BAK) zählte 2024 rund 137.000 Mitglieder in Deutschland, die regelmässig Entwürfe beurteilen, ohne dass die psychologischen Verzerrungen ihrer Urteile systematisch reflektiert werden. Drittens wirken architektonische Werke über Generationen; ein Urteil, das man als Studentin übernimmt, bestimmt später eigene Lehraufträge, Wettbewerbsbeiträge und Juryentscheidungen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Hinzu kommt der spezifische Mechanismus, den Rhee und Kolleginnen beschreiben. Konformität greift sowohl bei den stärksten Zustimmungen als auch bei den deutlichsten Ablehnungen der Experten. Übertragen heisst das: Wer als Studentin in der Werkbesprechung lernt, dass eine bestimmte Architektursprache als „banal&#8220; oder „kommerziell&#8220; gilt, übernimmt diese Ablehnung mit derselben Wahrscheinlichkeit wie die Bewunderung für ein kanonisiertes Werk. Eine pädagogische Logik des Geschmacks etabliert sich, die ihre eigenen Voraussetzungen nicht mehr sichtbar macht.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Was bedeutet das für die Hochschulen?</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Wenn ästhetische Urteile so robust durch Autoritätssignale geformt werden, dann ist die Schulung des unabhängigen Sehens kein Beiwerk, sondern Kernauftrag der Architekturausbildung. Drei Ansätze haben sich in der Praxis bewährt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Blindkritik. An der ETH Zürich, am Studio Basel und in einzelnen Programmen der Architectural Association in London arbeiten Lehrstühle mit Entwurfsbesprechungen, in denen die Urheberschaft prominenter Referenzen zunächst verborgen bleibt. Studierende beschreiben Räume, Proportionen und Materialwahl, bevor sie erfahren, ob das Beispiel von Peter Zumthor, von Anne Lacaton oder aus einem Lokalbüro stammt. Die regelmässige Erfahrung, sich beim Erraten zu irren, ist pädagogisch produktiv.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die phänomenologische Werkanalyse. Statt Bauwerke vorrangig über Sekundärliteratur zu erschliessen, fordert dieser Ansatz eine systematische Beschreibung dessen, was vor Ort tatsächlich wahrgenommen wird: Lichtführung, Geräusche, taktile Eigenschaften, Bewegungsabläufe. Diese Schulung schwächt die Dominanz der Autorenstimme zugunsten eigener Sinneswahrnehmung. Die Studie von Rhee et al. legt nahe, dass auch Persönlichkeitsmerkmale wie die Toleranz gegenüber Mehrdeutigkeit trainierbar sind. Phänomenologische Übungen, die bewusst keine eindeutigen Antworten anbieten, könnten dieses „need for closure&#8220; senken.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das vergleichende Sehen. Wer zwei formal verwandte Werke ohne Autorenangabe gegenüberstellt, lernt, Bewertungskriterien explizit zu machen. Die Baukunst Akademie hat dafür 2024 ein Programm aufgesetzt, das Studierende dazu anhält, Bauten in München parallel zu typologisch verwandten Werken in Vorarlberg zu analysieren. Die Verzögerung der Namensnennung verändert das Gespräch nachweisbar.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Welche Konsequenzen ergeben sich für die Praxis?</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Befunde reichen über die Hochschule hinaus. Auslobende von Wettbewerben sollten Anonymitätsverfahren der Richtlinie für Planungswettbewerbe (RPW 2013) strenger umsetzen, gerade in der digitalen Phase, in der Rendering-Stile und Layout Rückschlüsse auf das Büro erlauben. Architekturkritik in den Fachmedien sollte stärker zwischen Werkbeschreibung und Reputationsbewertung trennen, ein Anspruch, dem sie selten gerecht wird. Bauherren, insbesondere öffentliche, sollten verstehen, dass die Aufnahme eines „grossen Namens&#8220; in eine Jury Verzerrungen nicht auflöst, sondern verstärken kann.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Bemerkenswert: Auch erfahrene Architektinnen und Architekten unterliegen dem Effekt. Empirische Studien zeigen, dass Reputation und Etablierung das Urteil von Quasi-Experten sogar stärker beeinflussen als das von Laien, weil Fachleute differenziertere Begründungsketten konstruieren können, die ihr Urteil rationalisieren. Expertise schützt nicht vor Konformität, sie verfeinert deren Tarnung.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Empfehlung der Forschenden, kritisches Denken stärker als Respekt vor Autoritätsinformationen zu gewichten, ist für die Architekturausbildung mehr als ein didaktischer Hinweis. Sie ist eine baukulturelle Aufgabe. Hochschulen, Kammern und Fachmedien tragen gemeinsam Verantwortung dafür, dass künftige Architektinnen und Architekten lernen, dem eigenen Sehen so weit zu trauen, wie es die Sache verlangt, und Expertenurteilen nur so weit, wie sie tatsächlich begründet sind.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/der-konformitaetsdruck-der-experten-was-eine-neue-studie-fuer-die-architekturausbildung-bedeutet/">Der Konformitätsdruck der Experten: Was eine neue Studie für die Architekturausbildung bedeutet</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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		<title>Das Schiff des Theseus: Wenn KI die Architektur Stück für Stück erneuert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 May 2026 17:41:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Foster + Partners]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[NXT BLD 2026]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Beim Foster-Vortrag auf der NXT BLD 2026 wird die KI-Frage zur Berufsfrage: Welche Planken der Architekturpraxis sind ausgetauscht, und welche tragen das neue Schiff?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/das-schiff-des-theseus-wenn-ki-die-architektur-stueck-fuer-stueck-erneuert/">Das Schiff des Theseus: Wenn KI die Architektur Stück für Stück erneuert</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">baukunst.art</strong>  | Bildung |  KI | Mai 2026</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Wenn die Künstliche Intelligenz das Reißbrett ersetzt</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Schiff des Theseus, ein antikes Gedankenexperiment über Identität bei vollständigem Austausch aller Bauteile, beschreibt präzise die aktuelle Lage des Architekturberufs unter dem Druck generativer Künstlicher Intelligenz. Die spannendere Frage ist nicht, ob das Schiff dasselbe bleibt; sie lautet, ob nach dem Austausch genügend vieler Planken ein besseres Schiff entstanden ist.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Genau diese Verschiebung der Fragestellung steht im Zentrum eines Vortrags, den Martha Tsigkari, Senior Partner und Head of Applied R+D, gemeinsam mit Sherif Tarabishy, Associate Partner und Design Systems Analyst, am 13. Mai 2026 auf der NXT BLD im Queen Elizabeth II Centre in London halten. Das Applied R+D Team von Foster + Partners gehört seit über einem Jahrzehnt zu den prägenden Stimmen der computergestützten Architekturpraxis und nutzt die Bühne in diesem Jahr für eine Bilanz aus rund zwei Jahrzehnten maschineller Designunterstützung.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Was bedeutet die Theseus-Frage für die Architekturpraxis?</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Generative Werkzeuge übernehmen bereits heute Aufgaben, die in den Leistungsphasen 1 bis 3 nach § 34 HOAI klassisch von Architektinnen und Architekten ausgeführt wurden. Massenstudien, Variantenbildung, Tageslichtanalyse und erste BIM-Modelle entstehen in Sekunden statt Tagen. Plattformen wie Finch, Snaptrude oder Hypar, allesamt Vortragsthemen derselben Konferenz, verkürzen den Weg vom Brief bis zu einem detaillierten BIM-Modell auf Minuten; Snaptrude demonstriert auf der NXT BLD 2026 ein vollständig editierbares LOD-300-Modell in unter fünfzehn Minuten. Eine Planke nach der anderen wird also ausgetauscht.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Schiff fährt weiter, und die Frage nach seiner Identität wird drängend. Solange Künstliche Intelligenz nur einzelne Aufgaben automatisiert, lässt sich die Praxis als Werkzeugwechsel beschreiben, vergleichbar mit der Einführung von CAD in den 1990er Jahren oder von BIM nach 2010. Wenn jedoch Konzeptfindung, Entwurfsiteration und technische Klärung gleichzeitig delegiert werden, verschiebt sich der Berufsinhalt strukturell. Die Bundesarchitektenkammer (BAK) hat in ihren Stellungnahmen seit 2024 darauf hingewiesen, dass die berufsrechtliche Verantwortung nach den Architektengesetzen der Länder weiterhin bei der menschlichen Person liegt, unabhängig vom Grad der Automatisierung im Entwurfsprozess.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Welche Planken werden zuerst ausgetauscht?</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die empirische Antwort liegt in den Forschungsprojekten von Foster + Partners selbst. Tsigkaris Arbeit für die Applied Research and Development Group umfasst computergestützten Entwurf, Mensch-Maschine-Interaktion, maschinelles Lernen und Optimierung; sie hat den Einsatz tiefer neuronaler Netze und genetischer Algorithmen im Entwurfsprozess untersucht, von passiv aktivierten Mikromaterialien bis zu performanzgesteuerten Stadtgrundrissen. Auf der NXT BLD 2025 zeigte Tsigkari unter dem Titel „The White Rabbit&#8220;, wie generative Modelle ganze Entwurfsserien produzieren, ohne dass Planerinnen und Planer einzelne Optionen nochmals händisch zeichnen müssen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Daraus folgen drei Beobachtungen. Erstens werden zunächst repetitive, datennahe Tätigkeiten ersetzt, also genau jene Leistungen, die die Honorartabellen der HOAI in Vorplanung und Entwurfsplanung als zeitintensiv ausweisen. Zweitens wandert die Wertschöpfung von der Ausführung zur Spezifikation; wer die Anforderungen präzise formuliert, profitiert am stärksten. Drittens entsteht ein neuer Bedarf an Validierung. Modelle, die in Sekunden Hunderte Varianten erzeugen, benötigen architektonische Urteilskraft, um konstruktive, soziale und ökologische Qualität zuverlässig zu erkennen.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Wo bleibt die Verantwortung der Architektinnen und Architekten?</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Vergleich mit Theseus täuscht in einem entscheidenden Punkt. Eine Planke ist passiv; sie wird ersetzt. Eine Architektin oder ein Architekt entscheidet, welche Planke ersetzt wird, nach welchen Kriterien, und ob das neue Holz tragfähig ist. Genau hier liegt der Hebel der Profession.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die DIN EN ISO 19650 zur BIM-Informationsstruktur, die DIN 276 zur Kostenplanung sowie das Gebäudeenergiegesetz (GEG) in seiner aktuellen Fassung fordern dokumentierte, nachvollziehbare Entscheidungen. Eine generierte Variante ohne erklärbare Herleitung erfüllt diese Anforderung nicht. Die Verantwortung verlagert sich also vom Zeichenstift zur kuratierten Entscheidung. Pamela Nunez Wallgren und Jesper Wallgren von Finch beschreiben diese Verschiebung am selben Konferenztag als Wandel vom Architekten als Zeichner zum Architekten als Kurator von Systemen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese Verschiebung hat regulatorische Folgen. Nach § 1 BauGB sowie den landesrechtlichen Bauordnungen, etwa Art. 3 BayBO, bleibt die menschliche Prüfung von Standsicherheit, Brandschutz und sozialer Verträglichkeit nicht nur ratsam, sondern verpflichtend. Wer eine KI-generierte Planung ohne fachliche Durchdringung einreicht, riskiert die Versagung der Baugenehmigung und im Schadensfall die persönliche Haftung nach BGB.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Lernt das Schiff, ein besseres Schiff zu werden?</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">An diesem Punkt setzt die zentrale These des Foster-Vortrags an. Das eigentliche Versprechen der Künstlichen Intelligenz in der Architektur liegt nicht in der Beschleunigung, sondern in der Fähigkeit, aus Tausenden Iterationen Erkenntnisse zu gewinnen, die ein einzelnes Büro in einem Berufsleben nicht sammeln könnte. Wenn jede ersetzte Planke datenseitig dokumentiert und ausgewertet wird, entsteht eine kollektive Werkstattlehre, die über das einzelne Projekt hinausweist.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Voraussetzung dafür ist offene Dateninfrastruktur. Die Initiativen rund um BoHM von Büro Happold, die offene Datenebene von Speckle sowie der OpenBIM-Diskurs aus dem Hause HOK zeigen, dass eine herstellerunabhängige Datenebene technisch erreichbar ist. Ob sie auch ökonomisch und vertraglich tragfähig wird, entscheidet sich nicht in den Forschungsabteilungen der großen Büros, sondern bei den mittelständischen Architekturbüros, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Mehrheit der Projekte verantworten.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Theseus kehrte am Ende nach Athen zurück, mit einem Schiff, dessen Identität die Philosophen über Jahrhunderte beschäftigte. Die Architektur des Jahres 2026 fährt in vergleichbar unsicherem Wasser, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied. Diese Mannschaft entscheidet selbst, welche Planken ersetzt werden, in welcher Reihenfolge, und nach welchen Werten. Das Ergebnis ist nicht vorbestimmt; es wird gebaut.</p>
<p><strong>Leserinformation</strong></p>
<p>Der Vortrag „The Ship of Theseus&#8220; von Martha Tsigkari, Senior Partner und Head of Applied R+D, sowie Sherif Tarabishy, Associate Partner und Design Systems Analyst, beide Foster + Partners, findet am 13. Mai 2026 auf der NXT BLD im Queen Elizabeth II Centre in London statt. Konferenztage sind der 13. und 14. Mai 2026. Programm und Tickets unter <strong><a href="https://nxtbld.com/" target="_blank" rel="noopener">nxtbld.com</a>.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Aisthesis, kann man das lernen?</title>
		<link>https://baukunst.art/aisthesis-kann-man-das-lernen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Apr 2026 17:10:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bologna-Erklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Freihandzeichnen Regelwerke: EU-Berufsqualifikationsrichtlinie 2005/36/EG]]></category>
		<category><![CDATA[HOAI]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wahrnehmung gilt vielen als Talent. Doch Bauhaus, ETH, TUM und die Baukunst Sommerakademie in Ebbs zeigen: Architektonische Aisthesis lässt sich lehren, wenn man sie übt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/aisthesis-kann-man-das-lernen/">Aisthesis, kann man das lernen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>baukunst.art</strong>  |  AUSBILDUNG / April 2026</p>
<h2>Aisthesis, das Spüren von Raum, gilt als unlehrbar. Stimmt nicht. Bauhaus, TUM und die Sommerakademie in Ebbs zeigen, wie Wahrnehmung trainiert wird.</h2>
<p>Aisthesis bezeichnet die sinnliche Wahrnehmung als eigenständige Erkenntnisform, und sie ist in der Architekturausbildung lehrbar, allerdings nur unter bestimmten didaktischen Bedingungen. Der Begriff geht auf Alexander Gottlieb Baumgarten zurück, der ihn 1750 in seiner „Aesthetica&#8220; als Gegenpol zur rationalen Logik etablierte. Für Architektinnen und Architekten beschreibt Aisthesis jene Fähigkeit, Raum, Material, Licht, Akustik und Proportion nicht nur zu denken, sondern zu spüren. Wer ein Gebäude entwirft, muss antizipieren, wie es sich anfühlt, darin zu stehen. Genau diese Kompetenz gilt vielen Lehrenden als schwer vermittelbar, manchen sogar als unlehrbar.</p>
<h3>Was meint Aisthesis in der Architektur konkret?</h3>
<p>Peter Zumthor nennt es Atmosphäre, Juhani Pallasmaa spricht in „Die Augen der Haut&#8220; von der leiblichen Basis des Sehens, Gernot Böhme von leiblicher Anwesenheit. Gemeint ist dasselbe: die Erfahrung eines Raums, bevor er interpretiert wird. Eine steinerne Schwelle klingt anders als eine hölzerne. Ein nach Norden belichteter Zeichensaal fühlt sich anders an als einer mit Südlicht. Diese Unterschiede lassen sich messen, aber sie wirken vor allem präreflexiv. Die architektonische Aisthesis umfasst damit die Gesamtheit sinnlicher Qualitäten, die ein Bauwerk trägt, und zugleich die geschulte Fähigkeit, diese Qualitäten zu lesen und zu erzeugen.</p>
<p>In der klassischen Beaux-Arts-Schule wurde Aisthesis durch langes Kopieren antiker Vorbilder geübt. Der Bauhaus-Vorkurs unter Johannes Itten, Josef Albers und László Moholy-Nagy setzte ab 1919 auf systematische Material- und Wahrnehmungsstudien. Studierende ertasteten Oberflächen mit verbundenen Augen, analysierten Kontraste, komponierten Klangräume. Die Methode wirkt heute aktueller als viele digitale Lehrformate.</p>
<h3>Lässt sich sinnliche Wahrnehmung überhaupt unterrichten?</h3>
<p>Die Antwort fällt differenziert aus. Wahrnehmung selbst ist biologisch gegeben, ihre Schulung jedoch erlernbar. Das zeigen Arbeiten zur Expertiseforschung, unter anderem die Studien von Anders Ericsson an der Florida State University, die belegen, dass Fachleute in Musik, Medizin oder Sensorik feinere Unterschiede wahrnehmen als Laien. Der Unterschied entsteht durch wiederholte, bewusst reflektierte Praxis. Übertragen auf die Architektur heißt das: Wer tausende Räume durchschritten, hundert Materialien befühlt und Dutzende Baustellen besucht hat, urteilt anders als jemand, der sich allein auf Renderings verlässt.</p>
<p>Die Bundesarchitektenkammer (BAK) verweist in ihrem Jahresbericht 2024 darauf, dass praxisnahe Lehrformate in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen haben. Gleichzeitig kritisiert der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) wiederholt, der Bologna-Prozess habe die zeitlichen Freiräume für genau jene Übungen beschnitten, die sinnliche Kompetenz aufbauen. Das Bachelor-Master-System verkürzt Entwurfsphasen, verdichtet Module und reduziert die Möglichkeiten für Exkursionen, Modellbau und handwerkliche Versuche. Die EU-Berufsqualifikationsrichtlinie 2005/36/EG schreibt zwar mindestens vier Jahre Vollzeitstudium für die Architektenanerkennung vor, doch die inhaltliche Ausgestaltung bleibt den Hochschulen überlassen.</p>
<h3>Welche Methoden funktionieren heute?</h3>
<p>Drei Ansätze haben sich als besonders wirksam erwiesen. Erstens das analoge Handwerk: An der Accademia di architettura Mendrisio, gegründet 1996 unter Mario Botta, gilt der Modellbau als Kernfach. Studierende bauen im Maßstab 1:50 und 1:20, teils in Gips, Holz oder Beton. Die taktile Erfahrung prägt den späteren Entwurfsblick. Zweitens die Reise: Die ETH Zürich integriert seit Jahrzehnten ausgedehnte Exkursionen in ihre Curricula, von japanischen Teehäusern bis zu skandinavischen Kirchen. Drittens das Zeichnen von Hand: An der Technischen Universität München (TUM) wurde das Fach Freihandzeichnen nach einer Phase der Vernachlässigung wieder gestärkt, weil der analoge Stift das Sehen schult wie kein Bildschirm.</p>
<p>Digitale Werkzeuge ersetzen diese Methoden nicht, sie ergänzen sie. Entscheidend bleibt die Verankerung im Körperlichen. Genau an dieser Nahtstelle setzt die <strong><a href="https://baukunst.art/akademie/sommerakademie-auf-schloss-wagrain/" target="_blank" rel="noopener">Baukunst Sommerakademie 2026 auf Schloss Wagrain</a> </strong>in Ebbs an. Vom 6. bis 17. Juli führen drei Blöcke Architektinnen und Architekten in die Tiroler Alpen, zu Weiterbildung mit bis zu 22 Kammerpunkten je Block. Im ersten Block leitet Prof. Michael Holze von der Berliner Hochschule für Technik (BHT) einen Workshop, der exemplarisch zeigt, wie analoge und digitale Wahrnehmungsschulung zusammengehen können. Thema ist die florale Freihandskizze und ihre Übersetzung in das digitale Bild. Teilnehmende zeichnen zunächst vor Ort, mit Bleistift und Aquarell, und überführen die Ergebnisse anschließend in KI-gestützte Bildprozesse. Die analoge Erfahrung bleibt dabei Ausgangspunkt, nicht Zitat.</p>
<p>Dieses Format macht sichtbar, was viele Hochschulen aus Zeitgründen nicht mehr leisten: eine kontinuierliche, mehrstufige Übung des Sehens. Ergänzt wird der Zeichenworkshop durch eine kuratierte Exkursion zum Festspielhaus Erl, wo Altbau und Neubau im direkten Dialog stehen. Die Kombination aus Skizze, Baustellenbesuch, Fachdiskussion und Konzertbesuch folgt einer einfachen Logik. <strong>Wahrnehmung braucht Rhythmus, nicht Taktung</strong>.</p>
<h3>Die Rolle der Lehrenden</h3>
<p>Aisthesis lehren heißt, Lernumgebungen zu schaffen, in denen Wahrnehmung überhaupt stattfinden darf. Wo Stundenpläne jeden Leerraum füllen, schrumpft die Fähigkeit zur Aufmerksamkeit. Der Architekturhistoriker Werner Oechslin hat in seinen Lehrveranstaltungen an der ETH gezeigt, wie ein einzelner Stich, lange betrachtet, mehr lehrt als ein ganzer Bildvortrag. Die Methode heißt verlangsamtes Sehen. Sie widerspricht dem Tempo digitaler Plattformen, aber sie bildet die Grundlage jeder architektonischen Aisthesis.</p>
<p>Für kleinere Hochschulen und private Bildungsangebote ergibt sich daraus eine Chance. Formate wie Sommerakademien, Meisterklassen oder Studienreisen können nachholen, was im regulären Curriculum zu kurz kommt. Die Bundesstiftung Baukultur fördert solche Formate seit ihrer Gründung 2007. Auch die Baukunst Akademie verfolgt dieses Ziel, indem sie Wahrnehmungsschulung, analoges Zeichnen und digitale Werkzeuge in einem durchgehenden didaktischen Bogen zusammenführt.</p>
<h3>Schlussbetrachtung</h3>
<p>Aisthesis ist lehrbar, aber nur durch Zeit, Körper und Material. Kein Algorithmus ersetzt den Moment, in dem eine Architektin zum ersten Mal begreift, warum ein Raum von Carlo Scarpa anders wirkt als eine Kopie davon. Genauso wenig ersetzt ein Prompt den Widerstand eines Bleistifts auf Papier. Wer Architektinnen und Architekten ausbildet, sollte diesen Moment nicht dem Zufall überlassen, sondern ihn kuratieren. In einer Disziplin, die zunehmend von Datenmodellen und Normenkatalogen bestimmt wird, bleibt Aisthesis das unverzichtbare Gegengewicht. Sie ist das, was Architektur von Bauwirtschaft unterscheidet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<h3 class="text-text-100 mt-2 -mb-1 text-base font-bold"><a href="https://baukunst.art/akademie/sommerakademie-auf-schloss-wagrain/">Baukunst Sommerakademie 2026 auf Schloss Wagrain</a></h3>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Ort: Schloss Wagrain, Schlossallee 25, 6341 Ebbs in Tirol</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Termine: <strong><a href="https://baukunst.art/kurse/sommerakademie-block-1/" target="_blank" rel="noopener">Block 1</a> </strong>vom 6. bis 9. Juli 2026, <strong><a href="https://baukunst.art/kurse/sommerakademie-block-2/" target="_blank" rel="noopener">Block 2</a></strong> vom 10. bis 13. Juli 2026, <strong><a href="https://baukunst.art/kurse/sommerakademie-block-3/" target="_blank" rel="noopener">Block 3</a></strong> vom 14. bis 17. Juli 2026. Alle Blöcke sind einzeln oder in Kombination buchbar.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Anerkennung: bis zu 22 Kammerpunkte je Block in deutschen Architektenkammern, Zertifikat und qualifizierte Teilnahmebescheinigung.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Kosten: 1.200 Euro je Block zzgl. MwSt., 1.080 Euro zzgl. MwSt. für Mitglieder des <strong><a href="https://baukunst.art/foerderverein/" target="_blank" rel="noopener">Baukunst Fördervereins</a>.</strong> Unterkunft und Verpflegung nicht enthalten, Sonderkonditionen in ausgewählten Hotels und Pensionen in Ebbs und Umgebung.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Anmeldung und Information: Baukunst Akademie, Stuart Stadler, <a class="underline underline underline-offset-2 decoration-1 decoration-current/40 hover:decoration-current focus:decoration-current" href="mailto:akademie@baukunst.art"><strong>akademie@baukunst.art</strong></a>, Telefon +49 171 813868. Programmübersicht und Anmeldung unter baukunst.art/akademie/sommerakademie-auf-schloss-wagrain.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/aisthesis-kann-man-das-lernen/">Aisthesis, kann man das lernen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Das Modell ist zurück: Warum Architekturstudiengänge wieder analog werden</title>
		<link>https://baukunst.art/das-modell-ist-zurueck-warum-architekturstudiengaenge-wieder-analog-werden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Apr 2026 12:27:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[BAK]]></category>
		<category><![CDATA[HOAI]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschullehre]]></category>
		<category><![CDATA[Modellbau]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=15846</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Modell verschwand zwei Jahrzehnte lang aus der Architekturausbildung. Nun kehrt es zurück, nicht als Reminiszenz, sondern als methodische Grundlage.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []"><strong>baukunst.art</strong>  |  AUSBILDUNG / April 2026</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []">Die Werkstatt kehrt zurück: Wie Architekturschulen ihre Lehre korrigieren</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das architektonische Modell ist kein Darstellungsmittel, sondern ein Erkenntnisinstrument. Diese Unterscheidung, lange verschüttet unter der Selbstverständlichkeit digitaler Entwurfsprozesse, kehrt in die Curricula europäischer Architekturschulen zurück. Der Grund ist weder Nostalgie noch Technologieskepsis. Er liegt in einer methodischen Diagnose: Studierende, die nur digital entwerfen, lernen zu zeigen, bevor sie gelernt haben zu begreifen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Zwischen 2005 und 2020 haben viele Architekturfakultäten ihre Werkstätten verkleinert, Modellbauräume zu Plotterstationen umgebaut und die Stundenzahlen für Darstellende Geometrie, Modellbau und Materialkunde reduziert. Die Logik war pragmatisch: BIM, parametrisches Entwerfen und Renderpipelines galten als das, worauf das Berufsleben vorbereitet. Die Werkstatt schien Folklore, eine Reminiszenz an die Bauhauspädagogik von Johannes Itten und Josef Albers, lehrreich vielleicht, aber nicht produktiv.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese Einschätzung erweist sich als verkürzt. Mehrere europäische Schulen, darunter die ETH Zürich, die Accademia di architettura di Mendrisio und die Technische Universität München, haben in den vergangenen Jahren ihre Werkstätten nicht nur erhalten, sondern ausgebaut. An der Accademia, 1996 von Mario Botta gegründet, ist das Arbeiten am physischen Modell seit der Eröffnung curriculare Grundlage, nicht Option. In Zürich bleibt die Modellbauwerkstatt das sichtbare Zentrum der Entwurfsausbildung. An anderen Schulen, von der Bauhaus-Universität Weimar bis zur ENSA Paris-Belleville, kehren Werkstattpflichten in das Grundstudium zurück.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Was leistet das analoge Modell, was das digitale nicht kann?</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das digitale Modell erlaubt Variation ohne Verlust. Eine Wand verschieben, ein Geschoss hinzufügen, die Fassade austauschen: Jede Entscheidung ist reversibel, jede Variante gleichwertig möglich. Das ist die Stärke des digitalen Werkzeugs und zugleich sein pädagogisches Problem. Wer nichts aufgibt, lernt nicht zu entscheiden.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das physische Modell kennt Widerstand. Ein Eingriff im Maßstab 1:50 kostet Material, Zeit und, wichtiger, die Vorgängerentscheidung. Wer eine Wand versetzt, muss den Raum neu denken, der an ihr hing. Das ist keine Ineffizienz, sondern eine methodische Qualität: Das Modell zwingt zur Hierarchisierung von Entscheidungen, und Hierarchisierung ist der Kern des Entwerfens. Walter Benjamin hat für das Bauen den taktilen Rezeptionsmodus beschrieben. Das Lehrmodell ist sein methodisches Gegenstück: eine taktile Produktionsweise des Raums, die der körperlichen Wahrnehmung vorarbeitet.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Hinzu kommt die Materialkenntnis. Gips, Karton, Holz, Beton reagieren nicht wie ihre digitalen Oberflächen. Eine Kante aus Sperrholz bricht anders als eine aus Linde. Eine Gipsfläche altert sichtbar, eine Rhino-Oberfläche bleibt indifferent. Studierende, die diese Unterschiede im Modell erleben, treffen später in der Ausführungsplanung andere Entscheidungen. Das ist keine Geschmackssache, das ist Fachkompetenz.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Warum ist diese Rückkehr keine Nostalgie?</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Einwand liegt nahe: Handelt es sich nicht um eine ästhetische Präferenz älterer Lehrender, die ihre eigene Ausbildung idealisieren? Die Antwort ist institutionell prüfbar. Die Büros, die international als Referenzen gelten, von Herzog &amp; de Meuron in Basel über SANAA in Tokio bis Peter Zumthor in Haldenstein, unterhalten Modellsammlungen, die den Entwurfsprozess dokumentieren und in denen das Modell die führende Rolle spielt. Das Herzog &amp; de Meuron Kabinett in Basel macht diese Praxis öffentlich zugänglich. Die Rückkehr des Modells in die Lehre ist keine Abwendung von der Praxis, sie ist die Anerkennung einer Praxis, die bei den genauesten Büros nie aufgehört hat.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Hinzu kommt ein Nachhaltigkeitsargument, das in der Debatte oft übersehen wird. Die Werkstattausbildung vermittelt Materialverständnis, Reparatur, Umgang mit Schwund und Toleranz. Das sind genau die Kompetenzen, die im Bauen im Bestand, in der Substanzerhaltung und in der seriellen Sanierung gebraucht werden. Wer Material nur als Rendertextur kennt, plant für den Neubau. Wer Material als Stoff mit Geschichte begreift, plant mit dem Bestand. Die Klimawende im Bauen braucht die zweite Kompetenz.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Was bedeutet das für die Lehrplanung?</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Rückkehr des Modells ist nicht durch Symbolpolitik zu leisten. Eine Werkstatt, die dreimal im Semester geöffnet wird, ersetzt keine methodische Grundlage. Drei Bedingungen sind strukturell nötig: ausreichende Werkstattzeiten im Grundstudium mit ausgebildeten Werkstattleiterinnen und Werkstattleitern, eine curriculare Verankerung des Modellbaus in den Entwurfsstudios bis in die Master-Phase, und eine Prüfungskultur, die das Modell als eigenständige Leistung bewertet, nicht als Zubehör zum Rendering.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Bundesarchitektenkammer (BAK) weist in ihren Stellungnahmen zur Ausbildungsreform wiederholt auf die Notwendigkeit handwerklicher und materialbezogener Ausbildungsanteile hin. In den Leistungsphasen 2 und 3 der HOAI ist das Arbeitsmodell ohnehin selbstverständlicher Bestandteil der Vorentwurfs- und Entwurfsplanung. Eine Ausbildung, die darauf nicht vorbereitet, bereitet auf einen Beruf vor, den es nicht gibt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die analoge Werkstatt ist keine Alternative zum digitalen Werkzeug. Sie ist seine Voraussetzung. Wer entworfen hat, bevor er gerendert hat, kann das Rendering lesen. Wer das Rendering für den Entwurf hält, produziert Bilder. Die Aufgabe der Architekturausbildung besteht darin, diese Unterscheidung nicht nur zu lehren, sondern sie zur methodischen Grundlage zu machen. Das Modell ist der Ort, an dem diese Unterscheidung entsteht.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Propaganda oder Polyphonie? Die Rückkehr Russlands zur Venedig-Biennale 2026</title>
		<link>https://baukunst.art/propaganda-oder-polyphonie-die-rueckkehr-russlands-zur-venedig-biennale-2026/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Mar 2026 11:33:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Fort- & Weiterbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Förderung]]></category>
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		<category><![CDATA[russischer Pavillon]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine-Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Venedig-Biennale 2026]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erstmals seit 2021 bespielt Russland wieder seinen Pavillon in den Giardini. Der Streit darum offenbart einen grundlegenden Konflikt: Was darf Kunstfreiheit, und was muss sie verweigern?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">baukunst.art </strong><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">| Kategorie: BILDUNG</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Stuart Stadler, Architekt | Herausgeber Baukunst.art | Stand März 2026</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Die Venedig-Biennale als Lernort über Kunst, Krieg und kulturelle Verantwortung</strong></h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Venedig-Biennale ist seit ihrer Gründung 1895 nicht nur Ausstellungsort, sondern kultureller Lehrraum: Hier artikulieren Gesellschaften, was sie für zeitgenössisch, notwendig und sagbar halten. Dass ausgerechnet dieser Ort im Frühjahr 2026 zum Schauplatz einer hitzigen Debatte über die Rückkehr Russlands geworden ist, überrascht kaum. Es ist eine Debatte, die weit über Kunstpolitik hinausgeht und grundlegende Fragen der kulturellen Bildung aufwirft: Welche Bildungsaufgabe hat Kunst in Zeiten aktiver militärischer Aggression?</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Was macht den russischen Pavillon 2026 so brisant?</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Seit dem großangelegten Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar 2022 blieb der russische Pavillon in den Giardini zweimal leer. 2022 zogen die ursprünglich vorgesehenen russischen Künstlerinnen und Künstler Kirill Savchenkov und Alexandra Sukhareva ihre Teilnahme zurück und bezeichneten den Krieg als politisch und emotional unerträglich. 2024 überließ Russland seinen Pavillon Bolivien, ohne offizielle Erklärung. Nun, zur 61. Ausgabe der Internationalen Kunstausstellung vom 9. Mai bis 22. November 2026, kehrt Russland offiziell zurück.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Projekt trägt den Titel &#8222;The Tree Is Rooted in the Sky&#8220; und soll ein Musikfestival unter Beteiligung von mehr als fünfzig Künstlerinnen und Künstlern aus Russland sowie aus Argentinien, Brasilien, Mali und Mexiko beheimaten. Michail Schwydkoi, Russlands Beauftragter für internationale Kulturbeziehungen und ehemaliger Kulturminister, betonte, Russlands Kultur sei nicht isoliert, und die westlichen Versuche, sie zu canceln, seien gescheitert. Dass Kultur dabei über die Politik siege, sei das erklärte Ziel.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Doch schon die personelle Zusammensetzung der russischen Delegation gibt zu denken. Anastasia Karnewa, die Kommissarin des Pavillons, ist Tochter des ehemaligen stellvertretenden Generaldirektors von Rostec, Russlands staatlichem Rüstungskonzern, der seit 2014 auf den Sanktionslisten der EU-Mitgliedstaaten und der USA steht. Karnewa gründete 2016 gemeinsam mit Ekaterina Winokurowa, der Tochter von Außenminister Sergej Lawrow, das Ausstellungsunternehmen Smart Art, das den Pavillon organisiert.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Warum reagiert die EU mit der Drohung des Förderentzugs?</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der EU-Kulturkommissar Glenn Micallef und Henna Virkkunen, EU-Vizepräsidentin für Technologie, Sicherheit und Demokratie, griffen in scharfer Form ein: Die Entscheidung der Fondazione Biennale sei nicht vereinbar mit der kollektiven Reaktion der EU auf die russische Aggression. Kultur, so ihre gemeinsame Erklärung, fördere demokratische Werte und offenen Dialog, dürfe aber niemals als Plattform für Propaganda genutzt werden. Sollte die Biennale-Stiftung bei ihrer Entscheidung bleiben, werde man weitere Maßnahmen prüfen, einschließlich der Aussetzung oder Beendigung eines laufenden EU-Zuschusses an die Fondazione Biennale. Die Europäische Kommission stellt der Biennale derzeit im Rahmen der Venice Production Bridge insgesamt zwei Millionen Euro über drei Jahre zur Förderung von Filmproduzenten und immersiver Technik zur Verfügung.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Auch 26 Europaabgeordnete richteten einen offenen Brief an Biennale-Präsident Pietrangelo Buttafuoco und forderten die Rücknahme der Entscheidung. Zu den Unterzeichnerinnen gehört die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Pina Picierno. Die ukrainische Regierung ließ ebenfalls unmissverständlich Widerspruch erkennen: Außenminister Andrij Sybiha und Kulturministerin Tetjana Bereschna wiesen auf die Verbindungen der Pavillonverantwortlichen zur russischen Rüstungsindustrie hin. Kulturminister aus 22 europäischen Staaten schlossen sich in einem gemeinsamen Schreiben dem Protest an.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">In Italien selbst verlief die politische Gemengelage widersprüchlich. Kulturminister Alessandro Giuli erklärte offiziell, die russische Teilnahme nicht gebilligt zu haben, obwohl Biennale-Präsident Buttafuoco dem politischen Umfeld der Regierung Meloni nahesteht. Gleichzeitig trat der ehemalige sozialdemokratische Bürgermeister Venedigs, Massimo Cacciari, mit einer konträren Position auf: Die Zensur von Künstlerinnen und Künstlern sei grundsätzlich zu verurteilen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Offene Institution oder politisches Instrument: Wo liegt die Grenze der künstlerischen Freiheit?</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Fondazione Biennale selbst argumentiert mit dem Prinzip der offenen Institution: Die Biennale entscheide nicht über nationale Teilnahmen, da es den einzelnen Staaten obliege, ob sie sich beteiligen wollten. Jedes von der Italienischen Republik anerkannte Land könne eigenständig eine Teilnahme beantragen. Buttafuoco sprach von einer kulturellen Waffenruhe, die die Ausstellung in einer von Konflikten geprägten Welt ermöglichen solle.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Demgegenüber steht eine nüchterne Analyse der Teilnehmendenliste des russischen Pavillons. Das Volksmusikensemble Toloka etwa, das im russischen Pavillon auftreten soll, verabschiedete noch vor wenigen Monaten ein Mitglied feierlich in den Militärdienst und postete dies auf seinen sozialen Kanälen als Erfüllung der männlichen Pflicht vor der Heimat. Subversion oder kritische Auseinandersetzung mit der russischen Kriegspolitik ist von einem solchen Ensemble kaum zu erwarten.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die regierungskritische Gruppe Pussy Riot machte darauf aufmerksam, dass der russische Pavillon in den Giardini auf italienischem Staatsgebiet steht und somit keinen diplomatischen Status genießt. Es sei sehr wohl eine Entscheidung der italienischen Regierung, ob Russland teilnehme oder nicht. Pussy Riot kündigte an, mit einer eigenen Intervention zur Biennale zu kommen, um Solidarität mit der Ukraine zu zeigen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Was bedeutet dieser Konflikt für die kulturelle Bildung im Architekturkontext?</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Für Architektinnen und Architekten, die die Biennale traditionell als wichtigen Bildungsort wahrnehmen, stellt sich die Frage nach dem Lernwert dieser Auseinandersetzung neu. Die Biennale war stets mehr als Ausstellung: Sie war und ist ein Ort der Wissensproduktion, der Reflexion über den Zustand gebauter und kultureller Umwelten, der Begegnung zwischen unterschiedlichen Verständnissen von Raum, Gemeinschaft und Zukunft.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Wenn nun ein Staat, der nachweislich Kulturdenkmäler zerstört, darunter die Verklärungskathedrale in Odessa sowie unzählige Wohngebäude und historische Stadtkerne, seinen Pavillon mit dem Narrativ einer weltoffenen Polyphonie der Kulturen bespielt, dann ist dies auch eine pädagogische Herausforderung: Welche Botschaften werden als Wissen vermittelt? Welche Kontexte werden ausgeblendet? Wer spricht, und in wessen Namen?</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Debatte um den russischen Pavillon zeigt, dass internationale Kulturbegegnungen immer auch Bildungsereignisse sind. Sie formen kollektive Wahrnehmungen, setzen Rahmen für Deutungen und entscheiden darüber, welche Stimmen als legitim gelten. Die Fondazione Biennale hat mit ihrer Entscheidung zumindest eines erreicht: eine weltweite Debatte über die politische Dimension von Kulturveranstaltungen, die in ihrer Intensität selbst bildend wirkt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ob Russland im Mai tatsächlich seinen Pavillon bespielen wird, war zum Redaktionsschluss dieses Artikels noch offen. Die EU-Drohung mit dem Förderentzug, der politische Druck aus mehreren europäischen Hauptstädten und die angekündigten Proteste von Künstlerinnen und Künstlern aus dem russischen Exil lassen eine Eskalation bis zur Eröffnung am 9. Mai nicht ausschließen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
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		<title>Wenn Jugendliche Architekten sind: Der Wettbewerb, der Zürichs Stadtbild mitgestaltet</title>
		<link>https://baukunst.art/wenn-jugendliche-architekten-sind-der-wettbewerb-der-zuerichs-stadtbild-mitgestaltet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2026 08:11:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturvermittlung]]></category>
		<category><![CDATA[Baukultur]]></category>
		<category><![CDATA[GEG]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendwettbewerb]]></category>
		<category><![CDATA[Nachwuchsförderung]]></category>
		<category><![CDATA[Opernhaus Zürich]]></category>
		<category><![CDATA[Transformation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>700 Schülerinnen und Schüler aus dem Kanton Zürich haben ein echtes Stadtbauprojekt entworfen. Das Ergebnis ist beeindruckend und ein Vorbild für Architekturvermittlung.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []">
<hr data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="rule" data-prosemirror-node-block="true" />
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Baukunst.art | Kategorie: Bildung</h2>
<hr data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="rule" data-prosemirror-node-block="true" />
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"></h3>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Jugend plant Zürichs Opernhaus um: Warum ein Wettbewerb zeigt, was Schulen bei der Architekturbildung versäumen</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Architektonische Bildung beginnt nicht im Seminarraum, sondern am konkreten Ort. Das hat der Jugendarchitekturwettbewerb des Opernhauses Zürich eindrucksvoll bewiesen: Rund 700 Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten Kanton Zürich haben sich zwischen Herbst 2025 und dem Einsendeschluss am 22. Februar 2026 mit einem genuinen städtebaulichen Problem auseinandergesetzt. Ihre Aufgabe war alles andere als abstrakt: Am Sechseläutenplatz, zwischen dem historischen Opernhaus von 1891 und dem Zürichsee, entsteht ein neues Gebäude mit einem öffentlichen Begegnungsraum und einer Aussichtsterrasse. Bevor internationale Architekturbüros die Entwürfe übernehmen, durfte die Jugend vorausdenken.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Über 350 Arbeiten sind dabei entstanden und in einer öffentlichen Ausstellung vom 7. bis 17. März 2026 in der Baugewerblichen Berufsschule Zürich (BBZ) gezeigt worden. Dass die BBZ als Ausstellungsort gewählt wurde, ist kein Zufall: Sie bildet junge Menschen für bauverwandte Berufe aus, befindet sich in einem zeitgemäßen Neubau und liegt gut erreichbar in der Nähe des Hauptbahnhofs. Die Ausstellung bleibt als Online-Format dauerhaft abrufbar.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Was leistet ein Architekturwettbewerb für die Bildung von Jugendlichen?</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Architekturbezogene Bildungsangebote beschränken sich an Schulen häufig auf Besichtigungen, punktuelle Kunstprojekte oder sporadische Kooperationen mit Planungsbüros. Der Wettbewerb des Opernhauses Zürich geht einen anderen Weg: Zehn- bis Achtzehnjährige bearbeiteten echte Planungsfragen, die das reale Bauprojekt &#8222;Zukunft Oper&#8220; direkt betreffen. Drei Themenfelder standen zur Auswahl: die Innenraumgestaltung beziehungsweise der öffentliche Begegnungsraum, die Terrasse und der Aussenraum sowie die Transformation von Alt- zu Neubau.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese Dreiteilung ist pädagogisch klug. Sie entspricht den tatsächlichen Planungsphasen und Interessenschwerpunkten, die auch Profis beschäftigen. Wer als Schülerin oder Schüler darüber nachdenkt, wie Innenräume gleichzeitig einladend und ruhig, belebt und geschützt sein können, übt räumliches Vorstellungsvermögen, das keine Lehrbuchangelegenheit ist. Wer sich mit dem Übergang zwischen historischer Substanz und zeitgenössischem Neubau beschäftigt, trifft auf eine der zentralsten Fragen der gegenwärtigen Architektur. Das Thema Transformation und Bestandserhalt steht spätestens seit den Debatten rund um die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und die Diskussionen über serielle Sanierung ganz oben auf der baupolitischen Agenda.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Getragen wurde der Wettbewerb vom Opernhaus Zürich und der Stiftung Zukunft Opernhaus Zürich sowie dem Heimatschutzzentrum, OFFCUT Zürich, Schule und Kultur sowie dem ZAZ BELLERIVE Zentrum für Architektur Zürich. Dieses institutionelle Bündnis aus Kulturhaus, Denkmalschutzorganisation, Bildungseinrichtung und Architekturvermittlungszentrum ist in seiner Breite bemerkenswert und dürfte ein wesentlicher Faktor für die hohe Beteiligung sein.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Ein Lernformat, das verschiedene Zugänge verbindet</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Dem Wettbewerb war ein differenziertes Workshop-Programm vorgelagert, das unterschiedliche Lerntemperamenten gerecht wurde. Bei OFFCUT Zürich konnten Jugendliche im Workshop &#8222;Der grosse Wurf&#8220; mit Materialien arbeiten, die sonst im Abfall landen würden. Das haptische Bauen mit Recyclingmaterialien verknüpft Architekturvermittlung unmittelbar mit Kreislaufdenken, einem Thema, das in der Ausbildung von Architektinnen und Architekten zunehmend Gewicht erhält.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Lernzentrum Tekmania bot mit der &#8222;Minecraft Architecture Challenge&#8220; einen digitalen Zugang. Der Auftrag lautete, ein modernes Bauwerk zu gestalten, das respektvoll mit dem historischen Opernhaus umgeht. Das ist konzeptionell anspruchsvoll, auch wenn das Werkzeug ein Computerspiel ist. Minecraft hat sich in den vergangenen Jahren als niederschwelliges Planungstool bewährt, das räumliches Denken fördert, ohne technisches Vorwissen vorauszusetzen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Architekturatelier spacecake schließlich bot in Werkraummodulen und Ferienkursen intensive Begleitung an. Alle dort entstandenen Entwürfe wurden gemeinschaftlich als &#8222;Team spacecake&#8220; eingereicht, eine bewusste Entscheidung: Kooperatives Entwerfen, das kollektive Ringen um die beste Lösung, ist eine Kernkompetenz in jedem Planungsbüro. Wer diese Erfahrung früh macht, entwickelt ein anderes Verständnis von Architektur als kollektiver Praxis.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Was die Ergebnisse über das Potenzial junger Planender verraten</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Jury hatte eine schwierige Aufgabe. In der Kategorie 1 (10 bis 12 Jahre) überzeugten Emma M. und Claire B. mit einem Entwurf, der durch Detailliebe, geschützte Rückzugsorte und eine architektonische Inversion begeisterte: Das Innere wurde nach außen gestülpt. Diese konzeptionelle Entscheidung zeigt, dass radikale Ideen nicht das Vorrecht von Architekturstudierenden sind.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">In der mittleren Altersgruppe (13 bis 15 Jahre) gewann eine vollständige Schulklasse der Aemtler-B-Sekundarschule Zürich, begleitet von ihrer Lehrerin Julia Hofstetter. 22 Schülerinnen und Schüler haben gemeinsam einen Entwurf entwickelt, der die Jury für seine spriessende Kreativität und ästhetische Umsetzung begeisterte. Dieser Hauptpreis der Kategorie 2 zeigt, wie fruchtbar kollektives Entwerfen sein kann, wenn es von einer engagierten Lehrperson begleitet wird.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Den Hauptpreis der Kategorie 3 (16 bis 18 Jahre) holten sich Arthur T. und Oscar V. von der Kantonsschule Zürich Nord mit ihrem Entwurf &#8222;Schwebendes Forum&#8220;. Die klare Formsprache, das Dachkonzept und die bewusste Öffnung nach außen haben die Jury überzeugt. Besonders gewürdigt wurde die intensive Auseinandersetzung mit der Verbindung von Alt- und Neubau, eine Thematik, die in der aktuellen Architekturdebatte rund um Transformation, Abriss und Bestandserhalt zentral ist.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Publikumspreis kann noch bis zum 1. April 2026 über die Online-Ausstellung vergeben werden.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Warum solche Formate auch in Deutschland Schule machen sollten</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Jugendarchitekturwettbewerb des Opernhauses Zürich ist mehr als ein Kommunikationsprojekt eines Kulturhauses. Er ist ein übertragbares Modell dafür, wie Architekturvermittlung gelingen kann: wenn sie an reale städtebauliche Vorhaben geknüpft ist, unterschiedliche Lernformate verbindet und die Ergebnisse öffentlich sichtbar werden.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">In Deutschland fehlen vergleichbare Formate weitgehend. Die Bundesarchitektenkammer (BAK) hat verschiedene Bildungsinitiativen angestoßen, doch ein systematisches Programm, das Architekturwettbewerbe für Jugendliche dauerhaft an reale Bauprojekte koppelt, existiert nicht. Dabei wäre das Potenzial groß: Baugewerbliche Schulen, Handwerkskammern, Architektenkammern und Kulturinstitutionen könnten in ähnlichen Konstellationen zusammenarbeiten. Die Bayerische Architektenkammer verfügt über ein gut ausgebautes Netzwerk, das als Grundlage für ein entsprechendes Pilotprogramm dienen könnte.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Architekturbildung, die greift, beginnt mit echten Orten und echten Fragen. Zürich hat vorgemacht, wie das aussehen kann.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/wenn-jugendliche-architekten-sind-der-wettbewerb-der-zuerichs-stadtbild-mitgestaltet/">Wenn Jugendliche Architekten sind: Der Wettbewerb, der Zürichs Stadtbild mitgestaltet</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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		<item>
		<title>Rurasmus: Wenn Studierende ländliche Gemeinden neu denken</title>
		<link>https://baukunst.art/rurasmus-wenn-studierende-laendliche-gemeinden-neu-denken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Feb 2026 10:59:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Baukultur]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschulbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Ländlicher Raum]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=15241</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Rurasmus-Programm schickt Studierende für ein Semester aufs Land. Frischer Blick, echte Projekte, neue Baukultur. Was daraus entsteht, überrascht Gemeinden und Studierende gleichermassen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/rurasmus-wenn-studierende-laendliche-gemeinden-neu-denken/">Rurasmus: Wenn Studierende ländliche Gemeinden neu denken</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Wenn Studierende ländliche Gemeinden neu denken</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Wo früher eine Bäckerei die Dorfmitte belebte, staube heute das Schaufenster ein. Leerstand ist in vielen ländlichen Gemeinden Österreichs und Deutschlands keine Randerscheinung mehr, sondern ein prägendes städtebauliches Faktum. Rollläden, die auf Dauer geschlossen bleiben, erzählen eine Geschichte vom Braindrain, vom Schrumpfen, von einer Gesellschaft, die ihre Dörfer vergisst. Und genau hier setzt ein Bildungsprogramm an, das so unspektakulär klingt, wie es im Ergebnis wirkungsvoll ist: Rurasmus.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Name ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus &#8222;rural&#8220; und &#8222;Erasmus&#8220;. Dahinter steckt ein europäisches Forschungsinstitut mit Sitz im kärntner Moosburg, gegründet von Roland Gruber und Elisabeth Leitner. Ihr Ausgangsbefund ist simpel und ernüchternd: Seit Jahrzehnten jammert man über die Abwanderung der Jungen vom Land, vor allem der Frauen. Passiert ist strukturell wenig. Rurasmus versucht etwas anderes: Statt die Jungen zu beklagen, holt man sie zurück, zumindest für ein Semester.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Das Modell: Gemeinde als Universität</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Idee ist konzeptionell elegant: Studierende aller Studienrichtungen verbringen mindestens ein Semester kostenfrei in einer ländlichen Gemeinde. Diese wird dabei nicht zur Kulisse, sondern zum Ausbildungsort. Die lokalen Herausforderungen sind die Aufgabenstellung, die Bürgerinnen und Bürger werden zu Praxispartnerinnen und Praxispartnern, die Gemeindestruktur zum Forschungsfeld. Das Rurasmus-Forschungsinstitut fungiert als organisatorische Drehscheibe und sichert Qualitätsstandards, während Hochschulen die akademische Begleitung übernehmen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Im Sommersemester 2025 lebten fünf Studentinnen in Gemeinden in Oberösterreich und Kärnten: in der Region Mostlandl Hausruck, in Michaelnbach, in Taufkirchen an der Trattnach sowie in der Stadtgemeinde Althofen. Das Programm existiert seit drei Jahren und wurde unter anderem im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024 umgesetzt. Mittlerweile gibt es INTERREG-Förderung, was europäische Ambitionen unterstreicht.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Lena Keresztes und die Pionierinnen des Leerstands</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ein konkretes Beispiel macht deutlich, wie das Modell in der Praxis wirkt. Lena Keresztes, Studentin der Raumordnung und Raumforschung an der Universität Wien, verbrachte ihr Semester in der Region Mostlandl Hausruck. Ihr Auftrag: Leerstand nicht als Problem verwalten, sondern als Potenzial sichtbar machen. Keresztes arbeitete vor Ort mit den Managerinnen und Managern des EU-Projekts Leader sowie der Klima- und Energie-Modellregionen (KEM) zusammen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ihr Projekt war handfest: Sie suchte und fand Pionierinnen und Pioniere der Leerstandsentwicklung in der Region und dokumentierte deren Erfahrungen in Steckbriefen. Ein Friseursalon in einer ehemaligen Werkstatt, ein Bauernladen in einem leerstehenden Geschäft, ein Museum in einer alten Mühle. Das klingt nach lokalem Kleinod, ist aber strategisch gedacht: Wer einen Leerstand wiederbeleben will, soll wissen, wer das bereits getan hat. Vernetzung als Baukultur, könnte man sagen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Keresztes stammt aus Wien und kannte das Landleben zuvor kaum. Das Semester war nach eigener Aussage trotz aller positiver Erfahrungen auch ein Kulturschock. Sozialkontakte zu knüpfen sei schwierig gewesen: Menschen in ihrem Alter würden heute entweder nicht mehr in der Region leben oder sich bereits in einer anderen Lebensphase befinden. Die dörfliche Gemeinschaft sei eng und warm, für Neuzugänge aber nicht immer leicht zugänglich. Dennoch: Sie würde das Semester uneingeschränkt empfehlen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Was Baukultur mit Bildungsinnovation zu tun hat</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Für Architekturschaffende und Raumplanerinnern und Raumplaner ist Rurasmus kein bloßes Sozialprojekt. Es ist ein handfester Beitrag zur Frage, wie Baukultur vermittelt wird und wo sie entsteht. Indem Studierende konkret an der Wiederbelebung von Ortskernen, an der Nachverdichtung im Bestand und an Konzepten für den öffentlichen Raum arbeiten, lernen sie nicht aus dem Lehrbuch, sondern aus der Realität eines schrumpfenden Dorfs.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das ist methodisch wertvoller als manches Entwurfsseminar an einer gut ausgestatteten Stadtuniversität. Denn der ländliche Raum schult eine Tugend, die an Großstadthochschulen selten systematisch gelehrt wird: das Denken in beschränkten Ressourcen, mit bestehenden Strukturen, unter Einbindung einer Bevölkerung, die nicht Design-affin, aber durchaus meinungsstark ist. Roland Gruber, Vorsitzender des Rurasmus-Forschungsinstituts, bringt es auf den Punkt: Das Aufs-Land-Semester sei ein europäischer Lernraum, in dem Gemeinden erleben, wie der frische Blick junger Menschen wichtige Impulse für ein gutes Leben liefert.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ein Modell mit Grenzen</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Kritisch zu hinterfragen bleibt, ob ein Semester ausreicht, um nachhaltige Veränderungen anzustossen. Fünf Studentinnen in einem Semester sind kein flächendeckendes Programm. Die strukturellen Ursachen des Leerstands, überteuerte Immobilienvorstellungen von Eigentümerinnen und Eigentümern, unklare Erbschaften, mangelnde kommunale Instrumente, lassen sich mit Steckbriefen allein nicht beseitigen. Rurasmus kann Anstösse geben, aber keine Bauordnung ersetzen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Dennoch: Das Modell zeigt, wie universitäre Bildung und ländliche Entwicklung einander befruchten können, wenn man sie systematisch zusammenbringt. Dass dabei auch Studierende etwas über sich lernen, über ihre eigenen Stadtblasen und Komfortzonen, ist ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt. Bildung funktioniert eben in beide Richtungen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Für Architekturschaffende, die sich mit ländlichem Bauen beschäftigen, bietet Rurasmus zudem ein Netzwerk an jungen Menschen, die den ländlichen Raum nicht aus touristischer Distanz, sondern aus gelebter Alltagserfahrung kennen. Das ist ein Rohstoff, der in Zeiten zunehmender Suburbanisierung und Flächenversiegelung kaum wertvoll genug sein kann.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
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		<title>Deutschland sucht Kurator für Architekturbiennale Venedig 2027: Was steckt hinter dem Auswahlverfahren?</title>
		<link>https://baukunst.art/deutschland-sucht-kurator-fuer-architekturbiennale-venedig-2027-was-steckt-hinter-dem-auswahlverfahren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Feb 2026 10:42:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturbiennale Venedig 2027]]></category>
		<category><![CDATA[BBSR Ausschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Kuratierung Deutscher Pavillon]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=15238</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das BBSR sucht eine Kuratorin oder einen Kurator für den deutschen Pavillon auf der 20. Architekturbiennale Venedig 2027 – Bewerbungsfrist: 2. April 2026.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []">Deutschland sucht seinen Pavillon-Kopf: Ausschreibung zum deutschen Beitrag der Architekturbiennale Venedig 2027</h1>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Wer spricht 2027 für die deutsche Architektur?</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Alle zwei Jahre stellt sich dieselbe Frage neu: Wer darf die Bundesrepublik Deutschland auf der bedeutendsten Architekturausstellung der Welt vertreten? Am 19. Februar 2026 hat das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) die offizielle Ausschreibung für die Kuratierung des deutschen Pavillons auf der 20. Internationalen Architekturbiennale in Venedig 2027 veröffentlicht. Die Bewerbungsfrist endet am 2. April 2026 um 10:00 Uhr.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Startschuss ist gefallen – und mit ihm eine Debatte, die weit über die Vergabeplattform des Bundes hinausgeht.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ein Auftrag mit Gewicht: 600.840 Euro und ein Leitmotiv aus Shanghai</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der geschätzte Auftragswert liegt bei 600.840,33 Euro netto. Dafür erwartet die Vergabestelle nicht weniger als eine intellektuelle Führerschaft im internationalen Architekturdiskurs. Die 20. Biennale findet vom 8. Mai 2027 bis zum 21. November 2027 statt, die Preview-Tage sind für den 6. und 7. Mai 2027 vorgesehen. Die Laufzeit des Kuratorenvertrags erstreckt sich formal vom 1. Juni 2026 bis zum 1. Februar 2028.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Direktion der Gesamtbiennale liegt bei einem bemerkenswerten Duo: dem chinesischen Architekten Wang Shu – Pritzker-Preisträger des Jahres 2012 – und der Architektin Lu Wenyu. Beide sind Mitbegründer des Atelier Amateur Architecture Studio in Hangzhou. In ihrer Direktoratserklärung formulieren sie ein Manifest gegen das Ephemere: Architektur, die sich nur an Erscheinungen orientiere, die von exzessiver Konzeptualisierung oder reiner Vermarktung getrieben werde, verliere ihre Verbindung zum Ort und damit ihre Daseinsberechtigung. Diese Haltung, zwischen Kritik am globalisierten Mainstream und einem Bekenntnis zu Einfachheit und Wahrhaftigkeit, soll als inhaltlicher Rahmen auch für den deutschen Beitrag dienen.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Das Verfahren: Transparenz durch Wettbewerb</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das BBSR nutzt für die Kuratoren-Vergabe ein Verhandlungsverfahren mit vorherigem Teilnahmewettbewerb nach dem GWB, also dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen. In einer ersten Phase reichen Interessentinnen und Interessenten Teilnahmeanträge ein; daraus werden drei bis sieben Bewerberinnen und Bewerber für die zweite Phase eingeladen, in der konkrete Ausstellungskonzepte vorgelegt werden müssen. Eine Kommission aus externen Expertinnen und Experten empfiehlt dann das überzeugendste Konzept. Die finale Entscheidung liegt beim Auftraggeber.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Dieses Verfahren hat Tradition: Beim deutschen Beitrag zur 19. Biennale 2025 kuratierte das TEAM STRESSTEST, bestehend aus Professorin Elisabeth Endres (TU Braunschweig), Professor Daniele Santucci (RWTH Aachen), Nicola Borgmann (Architekturgalerie München) und Professorin Gabriele G. Kiefer (TU Braunschweig), die Ausstellung unter dem Titel „STRESSTEST&#8220;. Ein interdisziplinäres Ensemble, das inhaltlich genau die Risse und Belastungen des deutschen Bausektors abbildete.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Bildung als stiller Auftrag</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die wenigsten Artikel über Biennale-Ausschreibungen thematisieren, was diese Verfahren im Kern leisten: Sie sind Bildungsvorgänge. Nicht nur für das Fachpublikum, das die Ausstellung in den Giardini besucht, sondern auch für die Architektinnen und Architekten, die sich mit dem Ausschreibungstext auseinandersetzen, Konzepte entwickeln und – ob erfolgreich oder nicht – einen Denkprozess durchlaufen, der ohne diese Aufforderung vielleicht nie entstanden wäre.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Wang Shu und Lu Wenyu sprechen von Architektur, die an Orten verwurzelt ist, die Realität ernst nimmt und nicht durch Überkonzeptualisierung verloren geht. Das ist keine akademische Fußnote, sondern eine Einladung zum Nachdenken: Was lernen Architektinnen und Architekten aus einem solchen Leitmotiv? Wie übersetzt eine Kuratorin oder ein Kurator diese programmatische Setzung in eine Ausstellung, die für ein weltweites Publikum verständlich und für die deutsche Fachöffentlichkeit relevant bleibt?</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Genau hier liegt die Bildungsdimension, die in den Vergabeunterlagen zwar nicht explizit benannt wird, die aber strukturell eingebaut ist. Das Ausschreibungsverfahren erzwingt konzeptuelle Klarheit. Wer sich bewirbt, muss nicht nur eine Ausstellung entwickeln, sondern eine These zur deutschen Architektur der Gegenwart formulieren. Das ist hohe Schule.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die Frage der Zugangsbarrieren</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Kritisch bleibt die Frage, wer tatsächlich in der Lage ist, sich auf ein solches Verfahren einzulassen. Die Ausschreibung über die Bundesvergabeplattform e-Vergabe erfordert eine Registrierung, ein AnA-Web-Nutzerkonto und eine vollständige Dokumentenzusammenstellung nach vergaberechtlichen Maßstäben. Für freischaffende Architektinnen und Architekten ohne erfahrene Büroverwaltung ist das eine hohe Hürde – keine formale Ausschlussbarriere, aber eine faktische.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das BBSR gibt an, dass die Teilnahme nicht bestimmten Gruppen vorbehalten ist, also prinzipiell offen für alle Qualifizierten. Dennoch zeigt die Praxis vergangener Ausschreibungen: Der Kreis der Einreichenden ist überschaubar, die Bekanntheit der Verfahren außerhalb einschlägiger Fachkreise gering. Hier läge ein echter Bildungsauftrag: Mehr Sichtbarkeit für Ausschreibungsverfahren dieser Art, mehr Coaching für Nachwuchskuratorinnen und -kuratoren, mehr strukturelle Unterstützung für Quereinsteiger, die frischen Wind bringen könnten.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Wang Shu, Lu Wenyu und die Botschaft an Deutschland</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Direktorentandem aus China verdient besondere Aufmerksamkeit. Wang Shu und Lu Wenyu stehen für einen Ansatz, der in Europa als Gegenmodell zur High-Tech-Architektur gelesen werden kann: Materialrecycling aus abgerissenen Häusern, Bezug zur lokalen Handwerkstradition, Skepsis gegenüber starren Geometrien. Ihr Manifest gegen „excessive conceptualization&#8220; trifft den deutschen Architekturkontext an einem empfindlichen Punkt: Hierzulande hat die Debatte über Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und den Ressourcenverbrauch im Bauwesen in den letzten Jahren an Schärfe zugenommen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Wer den deutschen Pavillon 2027 kuratiert, muss sich diesem globalen Rahmen stellen und gleichzeitig spezifisch genug bleiben, um einen eigenständigen Beitrag zu leisten. Das ist kein Widerspruch, sondern genau die produktive Spannung, die gute Architekturausstellungen auszeichnet.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Was jetzt wichtig ist</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Interessierte Kuratorinnen und Kuratoren haben bis zum 2. April 2026 Zeit, ihre Teilnahmeanträge elektronisch über die Plattform e-Vergabe einzureichen. Weitere Informationen zu den Vergabeunterlagen sind unter <strong><a href="http://evergabe-online.de/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">evergabe-online.de </a></strong>abrufbar; Fragen können bis zum 26. März 2026 gestellt werden. Die Aufforderungen zur Angebotseinreichung an die ausgewählten Bewerberinnen und Bewerber sind für den 22. Juni 2026 vorgesehen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Architekturbiennale Venedig ist kein Luxusprojekt der Kulturpolitik. Sie ist ein Seismograph für das, was in der Architektur gedacht, gewagt und diskutiert wird. Wer den deutschen Pavillon 2027 gestaltet, prägt mit, wie Deutschland in der internationalen Architekturdebatte wahrgenommen wird. Und das, so Wang Shu und Lu Wenyu, ist in Zeiten multiplen Wandels keine Kleinigkeit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<hr data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="rule" data-prosemirror-node-block="true" />
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><em data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="em">Quellen: BBSR / BBR, Ausschreibungsdetails e-Vergabe (ID 838642), Bundesarchitektenkammer, BMWSB</em></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Master Urban Studies: Wie Darmstadt und Frankfurt die Stadtforschung revolutionieren wollen</title>
		<link>https://baukunst.art/master-urban-studies-wie-darmstadt-und-frankfurt-die-stadtforschung-revolutionieren-wollen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jan 2026 10:31:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschulkooperation]]></category>
		<category><![CDATA[Masterstudiengang]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtforschung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=14804</guid>

					<description><![CDATA[<p>TU Darmstadt und Goethe Uni Frankfurt starten 2026 den Master „Urban Studies". Der interdisziplinäre Studiengang vereint Soziologie, Geschichte und Geographie zu einer einzigartigen Stadtperspektive.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Master Urban Studies: TU Darmstadt und Goethe Uni Frankfurt starten deutschlandweit einzigartigen Studiengang für gesellschaftsorientierte Stadtforschung</strong></h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ab dem Sommersemester 2026 bieten die Technische Universität Darmstadt und die Goethe Universität Frankfurt einen gemeinsamen Masterstudiengang an, der in der deutschen Hochschullandschaft seinesgleichen sucht. Der Master „Stadtforschung – Urban Studies&#8220; verbindet gesellschaftswissenschaftliche mit geographischen Perspektiven und reagiert damit auf ein wachsendes Berufsfeld, das Fachleute mit interdisziplinärem Blick auf urbane Räume dringend benötigt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Initiative für dieses Bildungsprojekt geht auf die Darmstädter Arbeitsgruppe „Interdisziplinäre Stadtforschung&#8220; zurück, die seit 2004 multidisziplinäre Perspektiven auf städtisches Leben entwickelt. Was als Forschungszusammenarbeit begann, mündet nun in ein strukturiertes Lehrangebot, das Studierenden ermöglicht, von der gebündelten Expertise zweier profilierter Stadtforschungsstandorte zu profitieren.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ein Curriculum zwischen Soziologie und Geographie</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das deutschsprachige Programm richtet sich an Bachelorabsolventinnen und Bachelorabsolventen der Sozial- und Geschichtswissenschaften, der Humangeographie sowie der Architekturwissenschaft. In vier Semestern erwerben die Studierenden 120 Credit Points und schließen mit dem Master of Arts ab. Der Studiengang ist zulassungsfrei, was den Zugang für qualifizierte Interessierte erleichtert.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Kernfächer kommen aus der Soziologie, Geschichte, Politikwissenschaft, Architektur und Humangeographie. Im Pflichtbereich werden neben einer Einführungsveranstaltung 35 Credit Points erworben. Die umfangreichen Wahlpflichtbereiche erlauben es den Studierenden, eigene Schwerpunkte zu setzen und damit ein individuelles Kompetenzprofil zu entwickeln.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">An der TU Darmstadt lehrt unter anderem Professorin Sybille Frank, die als Leiterin der AG Interdisziplinäre Stadtforschung eine treibende Kraft hinter dem neuen Studiengang ist. Die Professur für Stadt- und Raumsoziologie bildet gemeinsam mit den Instituten für Geschichte und Politikwissenschaft sowie dem Fachbereich Architektur das Darmstädter Rückgrat des Programms. An der Goethe Universität bringt das Institut für Humangeographie unter der Leitung von Professor Robert Pütz seine Expertise für globalisierte Urbanisierungsprozesse ein.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Städte als Knotenpunkte verstehen</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Professor Pütz formuliert den konzeptionellen Anspruch des Studiengangs prägnant: Städte seien Ankerpunkte einer urbanen Lebensweise, und der Master ermögliche einen einzigartigen Einblick in die soziale Dynamik urbanisierter Gesellschaften. Die Lehrveranstaltungen thematisieren Alltagspraktiken und Gemeinschaftsformen ebenso wie Ungleichheiten und Konflikte.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Im Zeitalter dessen, was Forschende als „planetare Urbanisierung&#8220; bezeichnen, weiten sich städtische Lebensformen über die gesamte Erde aus. Sie werden zur treibenden Kraft hinter den Veränderungen des Anthropozäns. Der Studiengang nimmt diese geographischen Bezüge und Maßstäblichkeiten in den Fokus und behandelt die damit verbundenen politisch ökologischen und sozialen Herausforderungen.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Praxisorientierung und internationale Perspektiven</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das dritte Semester eröffnet den Studierenden wahlweise ein Auslandssemester an Partneruniversitäten der beteiligten Institute oder die Möglichkeit, eigene Forschungsprojekte in angeleiteten Lehrveranstaltungen zu absolvieren. Hinzu kommt die Option eines Praktikums, um die erlernten Kompetenzen anzuwenden und berufliche Erfahrungen zu sammeln.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Im Studium Generale können Veranstaltungen im Umfang von 15 Credit Points aus dem Gesamtkatalog beider Universitäten besucht werden. Diese Flexibilität ermöglicht es, unterschiedliche Kenntnisstände zwischen den Studierenden anzugleichen und eigenen Interessen nachzugehen. Die abschließende Masterarbeit umfasst 30 Credit Points und kann an einer der beiden Universitäten oder in gemischter Betreuung verfasst werden.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ein Berufsfeld mit Zukunft</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Studiengang qualifiziert für ein wachsendes Tätigkeitsspektrum, das von Stadtmanagement über städtische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung reicht. Quartiersentwicklung, städtische Denkmalpflege, Archivwesen und beratende Stadtplanung zählen ebenfalls zu den Berufsfeldern, für die Absolventinnen und Absolventen qualifiziert werden.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese Vielfalt spiegelt die komplexen Herausforderungen wider, vor denen Städte heute stehen. Ob Klimaanpassung, soziale Kohäsion oder digitale Transformation: Kommunen und kommunale Unternehmen benötigen Fachleute, die urbane Phänomene nicht nur technisch, sondern auch gesellschaftlich und historisch einordnen können.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Kritische Würdigung</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Kooperation zwischen Darmstadt und Frankfurt verdient Anerkennung. Sie nutzt bestehende Forschungsnetzwerke produktiv und überführt akademische Zusammenarbeit in ein konkretes Bildungsangebot. Das DFG Graduiertenkolleg „Architekturen Organisieren&#8220;, das beide Universitäten seit November 2024 gemeinsam betreiben, lieferte wichtige Impulse für diese Entwicklung.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Gleichwohl stellen sich Fragen. Ein dezidiert gesellschaftswissenschaftlicher Zugang zur Stadt könnte in der Praxis auf Planungskulturen treffen, die technisch rationale Lösungen bevorzugen. Die Absolventinnen und Absolventen werden sich behaupten müssen gegenüber Ingenieurinnen und Ingenieuren, die mit quantifizierbaren Parametern argumentieren. Ob der Master sie darauf ausreichend vorbereitet, wird sich zeigen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Beschränkung auf die deutsche Sprache erscheint angesichts internationaler Urbanisierungsdiskurse als Einschränkung, auch wenn englischsprachige Literatur selbstverständlich zum Studium gehört. Internationale Studierende könnten von einem bilingualen Angebot stärker profitieren.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Fazit</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Mit dem Master „Stadtforschung – Urban Studies&#8220; positionieren sich die Rhein Main Universitäten als Ausbildungsstätte für eine Generation von Stadtforscherinnen und Stadtforschern, die urbane Räume in ihrer gesellschaftlichen Tiefe verstehen. Der Studiengang füllt eine Lücke in der deutschen Hochschullandschaft und antwortet auf die Erkenntnis, dass Städte mehr sind als gebaute Umwelt. Bewerbungen sind bis zum 1. März 2026 möglich.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/master-urban-studies-wie-darmstadt-und-frankfurt-die-stadtforschung-revolutionieren-wollen/">Master Urban Studies: Wie Darmstadt und Frankfurt die Stadtforschung revolutionieren wollen</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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		<item>
		<title>G9 Umstellung 2026: Wie der fehlende Abiturjahrgang Studienplätze und Wohnheime verändert</title>
		<link>https://baukunst.art/g9-umstellung-2026-wie-der-fehlende-abiturjahrgang-studienplaetze-und-wohnheime-veraendert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jan 2026 10:18:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[G9 Umstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschulbildung Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Studienplätze 2026]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In NRW und Schleswig-Holstein entfällt 2026 fast ein kompletter Abiturjahrgang. Das verändert die Chancen auf Studienplätze und Wohnheimzimmer nachhaltig.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Das Jahr ohne Abiturienten: Chancen und Risiken der G9 Umstellung für Hochschulen und Studierende</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die deutsche Hochschullandschaft steht vor einer beispiellosen Situation. Im Jahr 2026 werden in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen kaum Abiturientinnen und Abiturienten die Gymnasien verlassen. Die Rückkehr vom achtjährigen zum neunjährigen Gymnasium erzeugt eine Lücke, die weit über die Bildungspolitik hinaus Auswirkungen zeigt.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Eine bildungspolitische Zäsur</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Kultusministerkonferenz prognostiziert einen Rückgang der Studienanfängerzahlen um rund 50 Prozent. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In Schleswig-Holstein legten 2025 etwa 10.600 Schülerinnen und Schüler das Abitur ab. Für 2026 rechnet das Land mit lediglich 3.800 Absolventinnen und Absolventen. Nordrhein-Westfalen erwartet nur noch rund 30.000 Abiturientinnen und Abiturienten, während 2027 wieder etwa 70.500 die Hochschulreife erlangen werden.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese Entwicklung ist keine Überraschung. Bayern hat bereits 2025 die gleiche Situation durchlebt. Die Umstellung auf G9 begann in Nordrhein-Westfalen im Schuljahr 2019/2020 und wächst seitdem sukzessive nach oben. Der erste G9 Jahrgang wird regulär 2027 sein Abitur ablegen. Die Zwischenzeit erzeugt ein Vakuum, das Hochschulen, Wohnheimverwaltungen und den Ausbildungsmarkt gleichermaßen betrifft.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Veränderte Zugangschancen an den Hochschulen</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">An den Universitäten in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen könnte sich die Situation für Bewerberinnen und Bewerber entspannen. Die Christian-Albrechts-Universität Kiel und die Universität zu Köln haben angekündigt, die Zahl ihrer Studienplätze nicht zu verringern. Bei niedrigeren Bewerberzahlen verschiebt sich automatisch die Zulassungsgrenze nach hinten. Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf rechnet für das Wintersemester 2026/27 und das Sommersemester 2027 mit einem temporären Rückgang der Bewerbungen von bis zu 50 Prozent.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Einige Hochschulen haben bereits reagiert. Die Universität Duisburg-Essen und die Ruhr-Universität Bochum haben die Zahl der Studiengänge ohne Zulassungsbeschränkung erhöht. An der RUB wurde der Numerus Clausus in vier Studiengängen gestrichen. Diese Maßnahmen zeigen, dass die Hochschulen aktiv um Studierende werben.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Besonders Studiengänge mit Lehramtsoption könnten von der veränderten Bewerberlage profitieren. Diese Programme ziehen traditionell viele Bewerberinnen und Bewerber aus dem eigenen Bundesland an. Hier sei eine erkennbare Veränderung der NC-Werte zu erwarten, heißt es von der Universität zu Köln.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Medizin und Psychologie: Weiterhin hohe Hürden</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Hoffnung, dass beliebte Studienfächer wie Medizin oder Psychologie plötzlich leichter zugänglich werden, dämpft die Universität zu Köln. In diesen Studiengängen müssten seit Jahren selbst Bewerberinnen und Bewerber mit einem Abiturschnitt von 1,0 mangels ausreichender Plätze abgelehnt werden. Der Anteil der nordrhein-westfälischen Bewerberinnen und Bewerber falle hier seit jeher vergleichsweise gering aus. Vielmehr erwarte man weiterhin eine enorme Konkurrenz im Bewerbungsverfahren.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Auch bei wirtschaftswissenschaftlichen Bachelorstudiengängen und den Rechtswissenschaften dürfte sich wenig ändern. Bei diesen Fächern liegt das Abitur bei vergleichsweise vielen Bewerberinnen und Bewerbern bereits einige Jahre zurück. Die frische Abiturientengeneration macht hier nur einen Teil der Bewerbungen aus.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Wohnheimplätze: Nur bedingte Entlastung</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Studierendenwerke in Köln und Schleswig-Holstein sehen eine größere Chance auf freie Zimmer. Allerdings sollte niemand sich zu große Hoffnungen machen. Das Kölner Studierendenwerk verwaltet rund 5.000 Zimmer in 90 Wohnheimen. Jedes Jahr bewerben sich etwa 10.000 Studierende auf die rund 3.000 angebotenen Plätze. Nur ein Drittel der Bewerberinnen und Bewerber erhält eines der begehrten günstigen Zimmer.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die strukturelle Wohnungsnot in Universitätsstädten wird durch einen fehlenden Abiturjahrgang nicht gelöst. Die durchschnittliche Warmmiete für einen Wohnheimplatz in Köln liegt bei etwa 304 Euro monatlich, deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 493 Euro. Diese Preisdifferenz erklärt den anhaltenden Andrang, der durch kurzfristig sinkende Studienanfängerzahlen nur marginal gemildert wird.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Strategische Überlegungen für Studieninteressierte</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Für Abiturientinnen und Abiturienten aus anderen Bundesländern könnte 2026 ein günstiger Zeitpunkt sein, sich an nordrhein-westfälischen oder schleswig-holsteinischen Hochschulen zu bewerben. Die Universität Duisburg-Essen erwartet, dass Absolventinnen und Absolventen früherer Jahrgänge sich bewusst für einen Studienstart 2026 entscheiden, um von den besseren Chancen zu profitieren.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der sogenannte G9 Effekt wird sich insgesamt auf mehrere Jahre verteilen. Viele Schulabgängerinnen und Schulabgänger absolvieren nach dem Abitur einen Bundesfreiwilligendienst oder gehen ins Ausland. Die Hochschulen rechnen daher nicht mit einem abrupten Einbruch, sondern mit einem moderaten Rückgang über mehrere Jahre hinweg.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Auswirkungen auf den Ausbildungsmarkt</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Bildungslücke betrifft nicht nur die Hochschulen. Der Ausbildungsmarkt verliert ebenfalls potenzielle Nachwuchskräfte. In der IHK-Region Dortmund, Hamm und Kreis Unna werden rund 2.650 weniger Schulabgängerinnen und Schulabgänger erwartet. Unternehmen müssen ihren Blick erweitern und verstärkt Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher sowie Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger ansprechen.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ein Bildungssystem im Wandel</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die G8/G9 Debatte begleitet die deutsche Bildungspolitik seit mehr als einem Jahrzehnt. Das ursprüngliche Argument für die Schulzeitverkürzung war ökonomischer Natur: Abiturientinnen und Abiturienten sollten ein Jahr früher ins Berufsleben eintreten. Die Realität zeigte jedoch erhöhte Belastung für Jugendliche und unzureichende Ganztagsangebote an Schulen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">In den westdeutschen Bundesländern halten nur noch die Stadtstaaten Hamburg und Bremen am achtjährigen Gymnasium fest. Niedersachsen vollzog den Wechsel zurück zu G9 bereits 2019 und erlebte 2020 ähnliche Auswirkungen. Die ostdeutschen Bundesländer und Berlin zeigen keine Entwicklung hin zu G9.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Fazit: Eine vorübergehende Anomalie mit Lernpotenzial</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Jahr 2026 markiert keine Krise, sondern eine strukturelle Übergangsphase. Hochschulen, Studierendenwerke und der Ausbildungsmarkt haben sich vorbereitet. Für Studieninteressierte bieten sich Chancen, die es zu nutzen gilt. Die langfristigen Fragen der Bildungsfinanzierung, der Wohnraumversorgung für Studierende und der Nachwuchsgewinnung bleiben jedoch bestehen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die G9 Umstellung ist letztlich eine Korrektur bildungspolitischer Entscheidungen aus der Vergangenheit. Ob die verlängerte Schulzeit tatsächlich zu besser vorbereiteten Abiturientinnen und Abiturienten führt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Der erste G9 Jahrgang in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein legt 2027 seine Prüfungen ab. Dann beginnt eine neue Phase der Evaluation.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
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		<title>Architektur gegen den Kapitalismus: Anupama Kundoos radikale Vision für bezahlbares Bauen im Architekturzentrum Wien</title>
		<link>https://baukunst.art/architektur-gegen-den-kapitalismus-anupama-kundoos-radikale-vision-fuer-bezahlbares-bauen-im-architekturzentrum-wien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Dec 2025 16:05:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturzentrum Wien]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltige Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnungskrise]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Architekturzentrum Wien zeigt mit Anupama Kundoo eine Architektin, die beweist: Bauen kann schön, sozial gerecht und ökologisch sein, ohne den Gesetzen des Kapitals zu folgen.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die Architektur in der Krise des Wohnens</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Weltweit ist die Bauindustrie zu einem der größten Treiber der Klimakatastrophe geworden. Natürliche Ressourcen werden ausgebeutet, Arbeitskräfte unter unwürdigen Bedingungen beschäftigt, während Wohnungen längst zu Finanzinstrumenten mutiert sind, die sich ein wachsender Teil der Bevölkerung schlicht nicht mehr leisten kann. In Wien, München, Zürich und Berlin kennen Architektinnen und Architekten diese Realität nur zu gut: Das Diktat lautet &#8218;Form folgt Geld&#8216;, nicht mehr &#8218;Form folgt Funktion&#8216;.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Architekturzentrum Wien stellt sich dieser Problematik mit einer Ausstellung, die mehr ist als eine Werkschau: &#8218;Reichtum statt Kapital. Anupama Kundoo&#8216; läuft noch bis zum 16. Februar 2026 und präsentiert das Schaffen der indischen Architektin als Manifest für eine radikal andere Baukultur.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Auroville als Labor einer anderen Moderne</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Anupama Kundoo wuchs in Mumbai auf und studierte dort in den späten 1980er Jahren Architektur. 1989, als die globalisierte Urbanisierung in Indien das Kommando übernahm, traf sie eine ungewöhnliche Entscheidung: Mit nur 23 Jahren zog sie in die experimentelle Stadt Auroville in Tamil Nadu und gründete dort ihr Büro Anupama Kundoo Architects. Auroville, Ende der 1960er Jahre als utopisches Projekt einer universellen Gemeinschaft gegründet, bot der jungen Architektin einen Raum jenseits konventioneller Marktlogiken.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Kuratorinnen Angelika Fitz, Direktorin des Architekturzentrums Wien, und Elke Krasny, Professorin an der Akademie der bildenden Künste Wien, haben für diese Ausstellung eine kuratorische Feldforschung in Indien unternommen. Ihr gemeinsames Buch &#8218;Abundance Not Capital. The Lively Architecture of Anupama Kundoo&#8216; erscheint begleitend bei MIT Press und vertieft die These der Fülle als Widerstand gegen das kapitalistische &#8218;Nie genug&#8216;.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Lokale Ressourcen, globale Relevanz</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Was unterscheidet Kundoos Bauten von der globalisierten Architekturproduktion? Der Reichtum ihrer Projekte liegt nicht in edlen Materialien und perfektionierten Industrieprodukten. Er entsteht durch die neuartige Verwendung von Ressourcen, die lokal im Überfluss vorhanden sind: Lehm, Terrakotta, Kokosfasern, Granit. Ihr berühmtes Wall House in Auroville, das 2012 auf der Architekturbiennale in Venedig maßstabsgetreu nachgebaut wurde, demonstriert diese Philosophie exemplarisch. Das Gewölbedach besteht aus vor Ort gefertigten Terrakotta Kegeln, die von lokalen Handwerkerinnen und Handwerkern ohne Spezialkenntnisse hergestellt werden können.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Kundoo verbindet dabei scheinbar Unvereinbares: Low Tech mit High Tech, Tradition mit Innovation, Ressourcenschonung mit räumlicher Großzügigkeit. &#8218;Der Akt des Bauens erzeugt Wissen, ebenso wie das daraus resultierende Wissen Gebäude hervorbringt&#8216;, beschreibt die Architektin ihren prozesshaften Ansatz. Für sie ist das fertige Gebäude stets das Ergebnis eines längeren Entstehungsprozesses, der Materialforschung, lokale Arbeitskräfte und ökonomische Zusammenhänge gleichermaßen berücksichtigt.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Soziale Dimension: Wohnen als Menschenrecht</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Besonders eindrucksvoll zeigt sich Kundoos soziales Engagement im Projekt &#8218;Volontariat Homes for Homeless Children&#8216; in Puducherry. Mit der sogenannten In situ Brenntechnik, bei der das Gebäude quasi während des Bauprozesses gebrannt wird, schuf sie ein Ensemble für obdachlose Kinder und ihre Pflegeeltern. Das Full Fill Home, ein modulares Baukastensystem aus Ferrozement, adressiert direkt die Wohnungskrise: leicht, transportabel und ohne industrielle Infrastruktur herstellbar.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Ausstellung im Architekturzentrum Wien macht diese Arbeitsweise sinnlich erlebbar. Sie zeigt nicht nur Fotografien und Modelle, sondern vermittelt die räumliche Qualität von Kundoos Architekturen. Der Town Hall Complex in Auroville etwa bietet mit seinen schattigen Terrassen, Brücken und Rampen großzügige öffentliche Räume für die tägliche Nutzung, die weit über die reine Funktionserfüllung hinausgehen.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Kritische Perspektive: Transfer nach Europa möglich?</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die entscheidende Frage, die sich beim Besuch der Ausstellung aufdrängt: Lässt sich Kundoos Ansatz auf europäische Verhältnisse übertragen? Die klimatischen Bedingungen Südindiens sind mit jenen in Wien oder Berlin kaum vergleichbar. Die Bauordnungen in deutschsprachigen Ländern erlauben keine experimentellen Lehmbauten im urbanen Kontext. Und die Lohnstrukturen machen den Einsatz ungelernter Arbeitskräfte zu einer ethisch heiklen Angelegenheit.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Doch genau hier liegt der Wert der Ausstellung: Sie zeigt, dass die binären Kategorien, in denen Architektur gedacht wird, aufgebrochen werden können. Entweder innovativ oder traditionell. Entweder ökologisch oder ästhetisch anspruchsvoll. Entweder sozial verträglich oder wirtschaftlich tragfähig. Kundoos Werk beweist, dass diese Gegensätze konstruiert sind. Ihre Architekturen sind zugleich modernistisch und ökologisch, technologisch und spirituell, sozial und schön.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Eine Architektur des Sorgetragens</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Angelika Fitz und Elke Krasny haben bereits 2019 mit der Ausstellung &#8218;Critical Care&#8216; den Begriff der sorgenden Architektur ins Zentrum ihrer kuratorischen Arbeit gestellt. &#8218;Reichtum statt Kapital&#8216; führt diesen Diskurs konsequent weiter. In einer Zeit, in der Städte zunehmend nach den Interessen von Investorinnen und Investoren gestaltet werden, während kommunale Wohnungsbauprogramme ausgehungert werden, liefert Kundoos Werk keine nostalgische Flucht in vorindustrielle Zeiten. Es zeigt vielmehr, wie zeitgemäße Architektur aussehen kann, die Sorge trägt: für die Menschen, die sie nutzen, für die Menschen, die sie bauen, und für den Planeten, dessen Ressourcen sie verbraucht.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Ausstellung läuft noch bis zum 16. Februar 2026 im Architekturzentrum Wien, täglich von 10 bis 19 Uhr. Am 7. November 2025 hielt Anupama Kundoo einen Werkvortrag mit anschließendem Gespräch mit Ko Kuratorin Elke Krasny. Wer sich für Alternativen zur kapitalistischen Architekturproduktion interessiert, findet hier nicht nur Inspiration, sondern konkrete Beispiele dafür, dass ein anderer Weg möglich ist.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]"><strong>Besucherinformationen:</strong></p>
<ul class="[li_&amp;]:mb-0 [li_&amp;]:mt-1.5 [li_&amp;]:gap-1.5 [&amp;:not(:last-child)_ul]:pb-1 [&amp;:not(:last-child)_ol]:pb-1 list-disc flex flex-col gap-2 pl-8 mb-3">
<li class="whitespace-normal break-words pl-2">Öffnungszeiten: Täglich 10:00 bis 19:00 Uhr, an Heiligabend und Silvester nur bis 14:00 Uhr</li>
<li class="whitespace-normal break-words pl-2">Adresse: Museumsplatz 1, Hof 7, 1070 Wien im MuseumsQuartier <span class="inline-flex" data-state="closed"><a class="group/tag relative h-[18px] rounded-full inline-flex items-center overflow-hidden -translate-y-px cursor-pointer" href="https://www.mqw.at/institutionen/architekturzentrum-wien" target="_blank" rel="noopener"><span class="relative transition-colors h-full max-w-[180px] overflow-hidden px-1.5 inline-flex items-center font-small rounded-full border-0.5 border-border-300 bg-bg-200 group-hover/tag:bg-accent-secondary-900 group-hover/tag:border-accent-secondary-100/60"><span class="text-nowrap text-text-300 break-all truncate font-normal group-hover/tag:text-text-200">MuseumsQuartier Wien</span></span></a></span></li>
<li class="whitespace-normal break-words pl-2">Eintritt: Regulär 12 €, ermäßigt 9 €, Familienkarte 14 €</li>
<li class="whitespace-normal break-words pl-2">Freier Eintritt für Kinder unter 6 Jahren, Kulturpassbesitzer und Beschäftigungslose</li>
<li class="whitespace-normal break-words pl-2">Mittwochs von 17:00 bis 19:00 Uhr gratis Ausstellungseintritt für Studierende und Schülerinnen und Schüler</li>
<li class="whitespace-normal break-words pl-2">Kontakt: Tel. +43 1 522 31 15, <a class="underline underline underline-offset-2 decoration-1 decoration-current/40 hover:decoration-current focus:decoration-current" href="mailto:office@azw.at">office@azw.at</a>, <a class="underline underline underline-offset-2 decoration-1 decoration-current/40 hover:decoration-current focus:decoration-current" href="http://www.azw.at/" target="_blank" rel="noopener">www.azw.at</a> <span class="inline-flex" data-state="closed"><a class="group/tag relative h-[18px] rounded-full inline-flex items-center overflow-hidden -translate-y-px cursor-pointer" href="https://www.mqw.at/institutionen/architekturzentrum-wien" target="_blank" rel="noopener"><span class="relative transition-colors h-full max-w-[180px] overflow-hidden px-1.5 inline-flex items-center font-small rounded-full border-0.5 border-border-300 bg-bg-200 group-hover/tag:bg-accent-secondary-900 group-hover/tag:border-accent-secondary-100/60"><span class="text-nowrap text-text-300 break-all truncate font-normal group-hover/tag:text-text-200">MuseumsQuartier Wien</span></span></a></span></li>
</ul>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
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		<item>
		<title>Architektur studieren 2025: Die besten Unis in Europa laut QS Ranking</title>
		<link>https://baukunst.art/architektur-studieren-2025-die-besten-unis-in-europa-laut-qs-ranking/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Dec 2025 14:10:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Premium]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschulranking]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Bartlett School of Architecture am University College London verteidigt zum dritten Mal in Folge den Spitzenplatz im QS World University Ranking 2025. Mit TU Delft, ETH Zürich und dem Politecnico di Milano dominieren europäische Hochschulen die globalen Top Ten. Deutsche Universitäten landen hingegen erst ab Platz 27. Eine kritische Analyse zeigt, was die führenden Architekturschulen auszeichnet und wo die Grenzen solcher Rankings liegen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/architektur-studieren-2025-die-besten-unis-in-europa-laut-qs-ranking/">Architektur studieren 2025: Die besten Unis in Europa laut QS Ranking</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []">Europas Architekturschulen im globalen Wettbewerb</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das QS World University Ranking gilt als einer der einflussreichsten Gradmesser für akademische Exzellenz weltweit. Im März 2025 veröffentlichte das britische Unternehmen Quacquarelli Symonds die neueste Ausgabe seiner Fächerrankings, darunter auch die begehrte Kategorie Architecture &amp; Built Environment. Über 250 Institutionen wurden bewertet, und die Ergebnisse zeichnen ein aufschlussreiches Bild der europäischen Architekturlandschaft.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Britische Dominanz an der Spitze</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die <a href="https://www.ucl.ac.uk/bartlett/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link"><strong>Bartlett School of Architecture</strong></a> am University College London verteidigt zum dritten Mal in Folge die globale Spitzenposition. Dekanin Jacqui Glass bezeichnet die Fakultät als besonders diverse und lebendige Gemeinschaft und verweist auf die multidisziplinäre Ausrichtung der Lehre. Mit über 16.000 Mitarbeitenden und Studierenden aus 150 Ländern positioniert sich die Bartlett als größte und vielfältigste Fakultät für gebaute Umwelt im Vereinigten Königreich. Die <strong><a href="https://www.msa.ac.uk/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">Manchester School of Architecture</a>,</strong> eine Kooperation zwischen der University of Manchester und der Manchester Metropolitan University, hält Platz fünf und punktet besonders bei der Arbeitgeberreputation mit einem Wert von 98,9 von 100.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die kontinentalen Platzhirsche</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Auf dem europäischen Festland dominieren zwei Institutionen seit Jahren das Feld: Die <a href="https://www.tudelft.nl/en/architecture-and-the-built-environment" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">Te<strong>chnische Universität Delft</strong></a> in den Niederlanden erreicht global Platz drei, die <strong><a href="https://arch.ethz.ch/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">ETH Zürich</a></strong> folgt auf Rang vier. Beide Hochschulen verbinden traditionelle architektonische Ausbildung mit digitaler Innovation und Nachhaltigkeitsforschung. Das <a href="https://www.polimi.it/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link"><strong>Politecnico di Milano</strong></a> teilt sich mit der Tsinghua Universität Peking den siebten Platz und konnte sich damit gegenüber dem Vorjahr verbessern. Die <strong><a href="https://www.epfl.ch/schools/enac/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">EPFL Lausanne</a></strong> rundet als zweite Schweizer Hochschule die europäische Präsenz unter den ersten zwanzig ab.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Deutschland: Solide, aber ohne Spitzenplätze</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die deutschen Architekturschulen zeigen sich stabil, können aber nicht in die obersten Ränge vorstoßen. Die <strong><a href="https://www.tu.berlin/architektur/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">Technische Universität Berlin</a> </strong>belegt Platz 27 und damit die beste deutsche Positionierung im Bereich Architektur. Mit rund 1.600 eingeschriebenen Studierenden ist sie gleichzeitig Deutschlands beliebteste Architekturfakultät. Die <strong><a href="https://www.ar.tum.de/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">TU München</a></strong> folgt auf Rang 29, beide haben sich gegenüber dem Vorjahr um zwei Positionen verbessert. In der Ranggruppe 51 bis 100 finden sich das<strong> <a href="https://www.arch.kit.edu/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">Karlsruher Institut für Technologie</a></strong>, die <strong><a href="https://www.architektur.rwth-aachen.de/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">RWTH Aachen</a> </strong>und die<strong> <a href="https://www.architektur.uni-stuttgart.de/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">Universität Stuttgart</a></strong>.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Was Rankings (nicht) aussagen</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die <strong><a href="https://www.topuniversities.com/subject-rankings/methodology" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">QS Methodik</a></strong> basiert auf fünf Kernkriterien: akademische Reputation, Arbeitgeberreputation, Forschungsleistung gemessen an Zitationen, internationale Forschungsnetzwerke und Forschungsimpact. Diese Gewichtung bevorzugt naturgemäß große, forschungsintensive Universitäten mit englischsprachiger Publikationstradition. Kleinere Kunstakademien und praxisorientierte Fachhochschulen, die in der deutschsprachigen Architekturausbildung eine zentrale Rolle spielen, finden in solchen Rankings kaum Beachtung.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Konzentration auf quantifizierbare Indikatoren wirft Fragen auf: Lässt sich architektonische Qualität in Zitationsindizes messen? Spiegeln Arbeitgeberbefragungen tatsächlich die Kompetenz von Absolventinnen und Absolventen wider, oder eher die Markenbekanntheit einer Institution?</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Digitale Transformation als Differenzierungsmerkmal</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ein Blick auf die curricularen Entwicklungen zeigt, dass die führenden Hochschulen massiv in digitale Kompetenzen investieren. Building Information Modeling, parametrisches Design und Nachhaltigkeitssimulation sind keine Randthemen mehr, sondern integraler Bestandteil moderner Architekturlehre. Die <strong><a href="https://bak.de/politik-und-praxis/digitalisierung/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">Bundesarchitektenkammer</a></strong> hat mit dem Leitfaden Digitale Planung in der Hochschulausbildung wichtige Vorarbeit geleistet, doch die Umsetzung in den Curricula variiert stark zwischen den Standorten.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Studierende fordern verstärkt praxisnahe BIM Kompetenz, während sich traditionelle Lehrpläne noch an herkömmlichen Berufsbildern orientieren. Die erfolgreichen europäischen Fakultäten zeichnen sich durch eine Integration von Theorie und digitaler Praxis aus, die über bloße Softwareschulung hinausgeht.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Nachhaltigkeit als Zukunftskriterium</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die QS Rankings berücksichtigen seit 2024 erstmals Nachhaltigkeitsindikatoren. Diese Erweiterung der Methodik reflektiert einen Paradigmenwechsel in der Architekturausbildung: Die gebaute Umwelt verantwortet etwa 40 Prozent der globalen CO2 Emissionen, und künftige Architektinnen und Architekten müssen für diese Herausforderung ausgebildet werden. Hochschulen wie die ETH Zürich mit dem Future Cities Laboratory oder die TU Delft mit ihren Forschungsschwerpunkten zu zirkulärem Bauen positionieren sich hier als Vorreiter.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Fazit</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Rankings sind Orientierungshilfen, keine absoluten Wahrheiten. Für Studieninteressierte bieten sie einen ersten Anhaltspunkt, der durch persönliche Recherche ergänzt werden sollte. Die geografische Nähe, Studiengebühren, Unterrichtssprache und individuelle Studienschwerpunkte spielen bei der Wahl des Studienorts eine ebenso wichtige Rolle wie internationale Ranglisten.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die europäische Architekturausbildung präsentiert sich insgesamt stark aufgestellt: Sechs der globalen Top Ten stammen aus Europa, darunter Großbritannien, die Niederlande, die Schweiz und Italien. Für den deutschsprachigen Raum bleibt die Herausforderung bestehen, die vorhandene Lehrqualität auch in internationaler Sichtbarkeit abzubilden. Die beste Architekturschule ist letztlich jene, die den individuellen Bildungszielen am besten entspricht.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">LINKS ZU DEN UNIVERSITÄTEN</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Top 10 Europa:</strong></p>
<ol class="ak-ol" start="1" data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="orderedList" data-prosemirror-node-block="true">
<li data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="listItem" data-prosemirror-node-block="true">
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Bartlett School of Architecture (UCL): <a href="https://www.ucl.ac.uk/bartlett/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">www.ucl.ac.uk/bartlett</a></p>
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<ol class="ak-ol" start="3" data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="orderedList" data-prosemirror-node-block="true">
<li data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="listItem" data-prosemirror-node-block="true">
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">TU Delft: <a href="https://www.tudelft.nl/en/architecture-and-the-built-environment" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">www.tudelft.nl/architecture</a></p>
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<ol class="ak-ol" start="4" data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="orderedList" data-prosemirror-node-block="true">
<li data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="listItem" data-prosemirror-node-block="true">
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">ETH Zürich: <a href="https://arch.ethz.ch/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">arch.ethz.ch</a></p>
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<ol class="ak-ol" start="5" data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="orderedList" data-prosemirror-node-block="true">
<li data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="listItem" data-prosemirror-node-block="true">
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Manchester School of Architecture: <a href="https://www.msa.ac.uk/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">www.msa.ac.uk</a></p>
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<ol class="ak-ol" start="7" data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="orderedList" data-prosemirror-node-block="true">
<li data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="listItem" data-prosemirror-node-block="true">
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Politecnico di Milano: <a href="https://www.polimi.it/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">www.polimi.it</a></p>
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<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">12. University of Cambridge: <a href="https://www.arct.cam.ac.uk/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">www.arct.cam.ac.uk</a></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">14. EPFL Lausanne: <a href="https://www.epfl.ch/schools/enac/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">www.epfl.ch/schools/enac</a></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Deutsche Universitäten:</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">27. TU Berlin: <a href="https://www.tu.berlin/architektur/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">www.tu.berlin/architektur</a></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">29. TU München: <a href="https://www.ar.tum.de/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">www.ar.tum.de</a></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">51-100. KIT Karlsruhe: <a href="https://www.arch.kit.edu/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">www.arch.kit.edu</a></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">51-100. RWTH Aachen: <a href="https://www.architektur.rwth-aachen.de/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">www.architektur.rwth-aachen.de</a></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">51-100. Universität Stuttgart: <a href="https://www.architektur.uni-stuttgart.de/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">www.architektur.uni-stuttgart.de</a></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">QS Ranking Quelle:</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><a href="https://www.topuniversities.com/university-subject-rankings/architecture-built-environment" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">QS World University Rankings Architecture &amp; Built Environment 2025</a></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/architektur-studieren-2025-die-besten-unis-in-europa-laut-qs-ranking/">Architektur studieren 2025: Die besten Unis in Europa laut QS Ranking</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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		<title>Entwürfe unter Sirenen: Wie ukrainische Architekturschulen dem Krieg trotzen</title>
		<link>https://baukunst.art/entwuerfe-unter-sirenen-wie-ukrainische-architekturschulen-dem-krieg-trotzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Dec 2025 11:35:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Urbaner Wiederaufbau]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=14523</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ukrainische Architekturschulen zwischen Bunker und Hörsaal: Wie Studierende und Lehrende dem Krieg trotzen und die Grundlagen für den Wiederaufbau legen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/entwuerfe-unter-sirenen-wie-ukrainische-architekturschulen-dem-krieg-trotzen/">Entwürfe unter Sirenen: Wie ukrainische Architekturschulen dem Krieg trotzen</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []">Bauen für den Tag danach: Wie ukrainische Studenten den Wiederaufbau planen</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">| Dezember 2025 | Lesezeit: ca. 8 Minuten</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Am 24. Februar 2022 änderte sich alles. Während russische Raketen auf ukrainische Städte fielen, standen Architekturstudierende und ihre Dozentinnen vor einer existenziellen Frage: Weitermachen oder fliehen? Die Antwort, die viele ukrainische Architekturschulen fanden, ist bemerkenswert. Sie entschieden sich für beides.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die Flucht nach Westen</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Kharkiv School of Architecture (KhSA), 2017 als erste private Architekturhochschule der Ukraine gegründet, musste innerhalb weniger Stunden evakuieren. Mitgründer Oleg Drozdov erinnert sich an den Moment: Die Explosionen waren deutlich zu hören, der Verkehr in der Stadt kam zum Erliegen, Menschen flohen in Panik. Drei Wochen später nahm die Schule ihren Betrieb wieder auf, allerdings nicht mehr in Charkiw, sondern 1.000 Kilometer westlich in Lwiw.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Entscheidung, im Land zu bleiben, war bewusst gewählt. Iryna Matsevko, stellvertretende Rektorin der KhSA, betont: Die Schule wollte ein deutliches Zeichen setzen. In einer Zeit, in der ukrainische Fachkräfte in ganz Europa Jobangebote erhielten, hätte eine Abwanderung des akademischen Personals fatale Folgen für den künftigen Wiederaufbau gehabt. Der Begriff der &#8222;professionellen Kolonisierung&#8220; fiel in diesem Zusammenhang, eine Warnung vor dem schleichenden Verlust ukrainischer Expertise an westliche Institutionen.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Zwischen Bunker und Hörsaal</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Zahlen sind erschütternd: Laut dem Kyiv School of Economics Institute wurden bis November 2024 insgesamt 97 Universitäten beschädigt oder zerstört. Die Gesamtschäden an Bildungseinrichtungen belaufen sich auf über 13 Milliarden Dollar. Mehr als 4.000 Bildungseinrichtungen aller Art haben Kriegsschäden erlitten. Die staatlichen Bildungsausgaben der Ukraine sanken zwischen 2021 und 2024 von 17 auf nur noch sieben Prozent des Staatshaushalts.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Für die Studierenden bedeutet dies einen permanenten Ausnahmezustand. An der Nationalen Wirtschaftsuniversität Kiew (KNEU) entscheidet Rektor Dmytro Lukianenko täglich aufs Neue, ob der Präsenzunterricht stattfinden kann. Sobald Luftalarm ertönt, müssen die Vorlesungen unterbrochen werden. Die Studierenden begeben sich in Kellerräume oder nahegelegene U-Bahn-Stationen. Ähnlich verhält es sich an der Kiewer Nationalen Universität für Bauwesen und Architektur (KNUCA), deren Rektor Oleksii Dniprov vor allem die Transparenz der Zulassungsverfahren unter diesen Bedingungen als Herausforderung benennt.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Neue Curricula für eine zerstörte Welt</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Architekturausbildung in der Ukraine hat sich fundamental gewandelt. Die KhSA passte ihr Curriculum an die neue Realität an: Kurse über Post-Konflikt-Städte, urbane Resilienz und den Umgang mit kriegszerstörter Bausubstanz ergänzen nun das Programm. Die Schule versteht sich als Denkfabrik für den Wiederaufbau, ein Selbstverständnis, das über die reine Ausbildung hinausgeht.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Oleg Drozdov weist auf einen oft übersehenen Aspekt hin: Die Integration barrierefreien Bauens wird künftig eine zentrale Rolle spielen müssen. Tausende Kriegsversehrte werden Gebäude benötigen, die ihren Bedürfnissen entsprechen. Dies sei nicht nur eine soziale, sondern auch eine politische Frage, denn die angestrebte EU-Mitgliedschaft verlange die Einhaltung demokratischer Standards, zu denen auch der gleichberechtigte Zugang zu öffentlichen Räumen gehöre.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Internationale Solidarität mit Grenzen</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die europäische Hochschullandschaft reagierte mit beispielloser Unterstützung. Die Coventry University unterzeichnete eine Absichtserklärung mit der KNUCA, um gemeinsame Studienprogramme zu entwickeln. Die European Association for Architectural Education (EAAE) koordiniert Austauschprogramme von Helsinki bis Lissabon. Die Aalto University in Finnland, die Technische Universität Budapest und das Politecnico di Torino öffneten ihre Türen für geflüchtete Architekturstudierende.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Doch diese Hilfsbereitschaft birgt ein Dilemma. Jede Studentin, jeder Student, der ins Ausland geht, fehlt beim künftigen Wiederaufbau. Die EU stellte zwischen 2023 und 2024 zwar 100 Millionen Euro für Bildungspartnerschaften bereit, doch die langfristige Bindung des Nachwuchses an die Ukraine bleibt eine Herausforderung. Männliche Studierende zwischen 18 und 22 Jahren dürfen zwar seit April 2024 an Auslandsaufenthalten teilnehmen, ältere Studenten unterliegen jedoch den Mobilitätsbeschränkungen des Kriegsrechts.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Schulen der Zukunft</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ein bemerkenswertes Projekt verdeutlicht den Wandel im architektonischen Denken: Der internationale Wettbewerb &#8222;Future School for Ukraine&#8220; suchte 2024 nach adaptiven Schulentwürfen, die Schutzräume, Gemeinschaftsfunktionen und psychologische Rehabilitation integrieren. Das Gewinnerprojekt des italienischen Büros Scandurra Studio Architettura in Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Architekten Mykhailo Vustyansky verkörpert die Prinzipien des New European Bauhaus: Nachhaltigkeit, Inklusion und menschenzentrierte Ästhetik.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die modulare Struktur ermöglicht Anpassungen an unterschiedliche Kontexte, von städtischen über ländliche bis hin zu stark kriegsgeschädigten Gebieten. Mehr als 3.000 Schulgebäude in der Ukraine wurden beschädigt oder zerstört, ein Drittel der Schülerinnen und Schüler hat nur noch Zugang zu Fernunterricht. Die &#8222;Future School&#8220; ist keine Utopie, sondern eine drängende Notwendigkeit.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Lehren aus der Krise</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Was lässt sich aus der ukrainischen Erfahrung lernen? Erstens: Architekturausbildung ist keine Luxusangelegenheit, die bei Krisen pausieren kann. Sie ist Teil der gesellschaftlichen Infrastruktur und Voraussetzung für jeden Wiederaufbau. Zweitens: Die Dezentralisierung von Wissen, wie sie die KhSA durch ihre Wanderschaft praktiziert, kann ein Modell für Resilienz sein. Drittens: Internationale Kooperation muss so gestaltet werden, dass sie lokale Kapazitäten stärkt, nicht absaugt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die achtzehnjährige Maria Ponomariova, Journalismus-Studentin an der KNEU, bringt es auf den Punkt: Das Weiterstudieren schafft Chancen für die Zukunft. Und allein schon deshalb, weil man verrückt wird, wenn man immer nur an den Krieg denkt. In diesem Satz steckt mehr Weisheit als in manchem akademischen Traktat über Krisenbewältigung.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die ukrainische Architekturausbildung wird nach dem Krieg nicht dieselbe sein wie zuvor. Sie wird geprägt sein von der Erfahrung des Verlustes, aber auch von einer neuen Ernsthaftigkeit. Die Studierenden, die heute in Lwiwer Kellern und Kiewer U-Bahn-Stationen ihre Entwürfe zeichnen, werden die Architektinnen und Architekten sein, die ihr Land wieder aufbauen. Sie haben bereits bewiesen, dass sie unter unmöglichen Bedingungen Außergewöhnliches leisten können.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
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		<title>Gestaltungspreis als Katalysator für Architektuelle Bildung</title>
		<link>https://baukunst.art/gestaltungspreis-als-katalysator-fuer-architekturelle-bildung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Nov 2025 11:26:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Fort- & Weiterbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Gestaltungspreis]]></category>
		<category><![CDATA[Nachwuchsförderung]]></category>
		<category><![CDATA[Wettbewerbskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Wüstenrot Stiftung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=14319</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Gestaltungspreis der Wüstenrot Stiftung ist mehr als ein Preis: Er ist ein Bildungsinstrument, das Nachwuchsarchitektinnen und Nachwuchsarchitekten an die komplexesten Aufgaben unserer Gesellschaft heranführt. Seit über 30 Jahren setzt er Maßstäbe.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die stille Kraft eines Wettbewerbs</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Gestaltungspreis der Wüstenrot Stiftung ist eines der am wenigsten beachteten, aber einflussreichsten Instrumente der Architekturvermittlung im deutschsprachigen Raum. Alle zwei Jahre, mit wechselnden Themenschwerpunkten, bewirbt sich eine bunte Mischung aus etablierten Büros, Nachwuchsteams und Bürogemeinschaften um eine der begehrten Auszeichnungen. Die Preissumme von 50.000 bis 60.000 Euro ist großzügig, doch der eigentliche Wert liegt woanders: in der Auseinandersetzung mit fundamentalen Fragen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Betrachtet man die Geschichte des Preises, wird dies unmittelbar klar. 2002 stand das Thema &#8222;Schulen in Deutschland&#8220; auf der Tagesordnung. 2004 folgte &#8222;Bauen für Kinder&#8220;. 2006 interessierte sich die Stiftung für &#8222;Umbau im Bestand&#8220;. Später dann &#8222;Energieeffiziente Architektur&#8220;, &#8222;Baukultur&#8220;, &#8222;Das zukunftsfähige Einfamilienhaus&#8220; und im jüngsten Durchgang &#8222;Lücken füllen: Wohnraum schaffen&#8220;. Diese Themenauswahl ist nicht willkürlich, sondern reflektiert präzise die aktuellen Herausforderungen unserer Gesellschaft.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Bildungsinnovation durch Auseinandersetzung</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Was macht diesen Wettbewerb für die Nachwuchsausbildung so wertvoll? Das liegt an der Art, wie die Wüstenrot Stiftung arbeitet. Sie versteht den Gestaltungspreis nicht als bloße Auszeichnungszeremonie, sondern als kurationiertes Lernprogramm. Die Themenauswahl zwingt sich bewerbende Architekturteams dazu, konsequent über ihre Einzelprojekte hinauszudenken und gesellschaftliche Verantwortung zu artikulieren.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Junge Architektinnen und Architekten, die zum ersten Mal an einem solchen Wettbewerb teilnehmen, erleben eine Erkenntnis: Es geht nicht nur um Aesthetik. Es geht um räumliche Gerechtigkeit, um Klimafragen, um Bezahlbarkeit, um Partizipation. Ein sorgfältig recherchierter Wettbewerbsbeitrag lehrt mehr über reale Architektur als ein halbes Semester an der Hochschule. Die Anforderung, sich mit 400 oder mehr konkurrierenden Projekten messen zu müssen, schärft den Blick für das Wesentliche.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die Jury als Lehrmeisterin</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ein weiterer, oft übersehener pädagogischer Aspekt ist die Zusammensetzung der Jury. Die Wüstenrot Stiftung besetzt ihre Jurys interdisziplinär und sorgfältig. Es sitzen nicht nur Architektinnen und Architekten im Präsidium, sondern Soziologen, Architekturhistorikerinnen, Stadtplaner und Vertreter von Denkmalamt und Kulturinstitutionen. Diese heterogene Expertise ist selbst schon ein Lernspiel.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Wenn die Jury über die eingereichten Projekte deliberiert, werden implizit verschiedene Bewertungsmaßstäbe transparent gemacht. Was macht gute Architektur aus? Wie entsteht Qualität im Wohnungsbau? Welche Rolle spielt Partizipation bei Schulbauten? Junge Architektinnen und Architekten, die ihre Arbeiten einreichen, können später aus den Publikationen und Wanderausstellungen rekonstruieren, nach welchen Kriterien entschieden wurde. Das ist informelles, aber enormwirksames Mentoring.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Nachwuchsförderung durch Sichtbarkeit</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Wanderausstellung ist ein entscheidender Punkt. Im Gegensatz zu reinen digitalen Präsentationen nimmt die Stiftung die Mühe auf sich, die Arbeiten physisch zu zeigen. Das bedeutet: Wenn ein junges Büro den Preis gewinnt, wird es nicht nur in Fachmedien besprochen, sondern seine Arbeit wandert durch deutsche, österreichische und Schweizer Städte. Architekturkammern, Universitäten und kulturelle Institutionen laden die Ausstellung ein.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Dies erzeugt eine Sichtbarkeitskaskade, die für junge Architektinnen und Architekten unbezahlbar ist. Ein Gewinn öffnet Türen. Ein Projekt in der Ausstellung führt zu Kontakten, zu Anfragen, zu neuen Aufträgen. Damit wird das Ökosystem der Architekturdebatte gestärkt: nicht durch Spekulation und Rendite, sondern durch bewiesene qualitative Exzellenz.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Kritische Anmerkungen zur Ausbildungswirksamkeit</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Allerdings sollte man auch kritisch nachfragen: Wie transparent sind die Bewertungskriterien wirklich? Welche Bürostrukturen können sich überhaupt die Ressource leisten, um einen hochwertigen Wettbewerbsbeitrag zu erarbeiten? Wie kann sichergestellt werden, dass nicht nur die etablierte, gut finanzierte Mittelklasse profitiert, während gerade die Nachwuchsarchitekturinnen und Nachwuchsarchitekten aus weniger privilegierten Verhältnissen ausgeschlossen bleiben?</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Auch ist zu beobachten: Der Gestaltungspreis arbeitet auf einem Qualitätsniveau, das für unerfahrene Bürogemeinschaften entmutigend wirken kann. Die Latte liegt extrem hoch. Das ist bewusst und berechtigt, aber es bedeutet auch, dass die pädagogische Wirkung selektiv bleibt. Sie erreicht vor allem diejenigen, die bereits gut ausgebildet sind und Zugang zu Netzwerken haben.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ausblick: Gestaltungspreis als Klassenzimmer</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Trotz dieser kritischen Punkte bleibt die zentrale Einsicht: Der Gestaltungspreis funktioniert als dezentralisiertes, nicht-akademisches Klassenzimmer. Er stellt immer wieder neu die Frage: Was ist gerade jetzt die brennendste architektonische Aufgabe? Wie können wir Lücken füllen, Schulen besser bauen, nachhaltiger wohnen, denkmalwürdige Substanz bewahren?</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese Zirkulation von Fragen schafft Bildung. Sie erreicht die Praktiker und Praktikerinnen, die nicht primär in akademischen Kontexten lernen, sondern in der Auseinandersetzung mit echten Problemen. Der Gestaltungspreis ist insofern ein Modell für Bildungsinnovation in der Architektur, das weniger auf Theorie und mehr auf reflektierte Praxis setzt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Für die kommende Generation, die ab 2026 erneut antreten wird, lohnt sich die intensive Auseinandersetzung mit diesem Format. Der Preis mag klein klingen gegen die großen Namen, die Stararchitektur und die Lehrstuhltraditionen. Tatsächlich ist er eines der ehrlichsten Lernveranstaltungen, die es gibt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Geschlechterparadoxon: Warum fast 60 Prozent Studentinnen nicht zu mehr Architektinnen führen</title>
		<link>https://baukunst.art/geschlechterparadoxon-warum-fast-60-prozent-studentinnen-nicht-zu-mehr-architektinnen-fuehren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Nov 2025 11:14:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenanteil]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechtergerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschule]]></category>
		<category><![CDATA[Nachwuchsförderung]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensvermittlung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p> Der Frauenanteil in Architektur-Studiengängen erreicht neue Rekordhöhen. Doch während fast 60 Prozent Studentinnen ihre Ausbildung beginnen, stellt sich die kritische Frage: Wie gelingt der Übergang in die Berufspraxis?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Zur Hälfte Frau: Ein statistisches Phänomen</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Mit knapp 60 Prozent weiblicher Studierender hat die Architekturausbildung in Deutschland einen Rekord erreicht, der das Fach in eine eigentümliche Position versetzt. Statistiken des Statistischen Bundesamts zeigen für das Wintersemester 2024/2025 fast 42.000 Architekturstudentinnen und Studenten an deutschen Hochschulen. Von den knapp 24.700 Studentinnen repräsentiert der Frauenanteil von 59,9 Prozent ein kontinuierliches Wachstum der letzten fünf Jahre.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Zahlen scheinen Erfolg zu signalisieren. Doch wer sich die Zusammensetzung der Architektenschaft anschaut, entdeckt eine fundamental andere Realität. Weniger als ein Drittel der praktizierenden Architektinnen und Architekten in Deutschland sind Frauen. Die Schere zwischen Ausbildung und Berufspraxis öffnet sich klaffend auf. Das ist kein Phänomen der Architektur allein, aber bei einem Frauenanteil in der Lehre von knapp 60 Prozent wird die Diskrepanz zur Berufswirklichkeit besonders offensichtlich und in der Tat problematisch.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Historischer Kontext: Von Winkelmann bis zur Gegenwart</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Um dieses Phänomen zu verstehen, lohnt sich ein Blick in die Geschichte. Deutsche Universitäten begannen erst im frühen 20. Jahrhundert, Frauen zur Architekturausbildung zuzulassen. Emilie Winkelmann eröffnete 1907 das erste Frauenarchitektenbüro als Freelancerin in Deutschland, eine Zeit, in der der Zugang zur Profession für Frauen fest verschlossen war. Lilly Reich und Karola Bloch folgten später, erkämpften sich ihren Platz in einer vom Patriarchalismus definierten Berufspraxis.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese historische Belastung mag überwunden wirken, doch die Struktur der heutigen Architekturausbildung reproduziert subtile Hürden, die bis heute nachwirken.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Ausbildungsvielfalt als Stärke und Herausforderung</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Deutschlands Ausbildungssystem in der Architektur zeigt sich als plural und zugleich stark reguliert. Die Chambers of Architects in den Bundesländern setzen Mindeststandards: Für die Kammerzulassung ist üblicherweise ein Studium von mindestens acht Semestern erforderlich, ergänzt um zwei Jahre berufliche Erfahrung unter Supervision. Diese Anforderung beeinflusst Lernlaufbahnen direkt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das System verspricht Qualität und Konsistenz, doch es erzeugt auch Hürden, besonders für Studierenden, die nach ihrem Abschluss Fürsorgeverflichtungen übernehmen. Nach abgeschlossenem Studium beginnt die Phase der beruflichen Prägung, in der sich die Statistiken verändern.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Wissensvermittlung im Wandel</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ein Aspekt verdient mehr Aufmerksamkeit: Wie werden Wissensinhalte in der Architekturausbildung heute vermittelt? Deutsche Architekturschulen unterrichten technische, gestalterische und sozialwissenschaftliche Kompetenzen. Gleichzeitig steht die Lehre vor einer Innovation: Wie werden Lernprozesse gestaltet, die reflektive Architektinnen und Architekten hervorbringen? Interdisziplinäre Ansätze gewinnen an Relevanz und Kooperationen zwischen Architektur und anderen Fächern ermöglichen erweitertes Denken.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Nachwuchsförderung und die Rolle von Vorbildern</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ein kritischer Punkt liegt in der Sichtbarkeit von Vorbild-Architektinnen in der Lehre. Mit nur knapp 30 Prozent Professorinnen in Deutschland insgesamt bleibt die Lehrlandschaft vom Patriarchalismus geprägt. Wenn angehende Architektinnen vornehmlich von Männern unterrichtet werden, fehlt ein wesentliches Element: Die Sichtbarkeit von Frauen als Gestalter von Raum und Theorie.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Talententwicklung ist kein Zufallsergebnis. Programmatische Ansätze zur Nachwuchsförderung, die gezielt Studentinnen unterstützen und sichtbare Karrierewege aufzeigen, sind notwendig.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Fazit: Quantität stellt Fragen, aber keine Antworten</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Statistiken sind beeindruckend: 59,9 Prozent Studentinnen in Architektur-Studiengängen. Doch echte Veränderung liegt nicht in Quoten, sondern in Strukturen. Die Aufgabe für Architektur-Hochschulen besteht darin, Lernumgebungen zu schaffen, die nicht allein Studentinnen aufnehmen, sondern sicherstellen, dass sie mit dem notwendigen Selbstbewusstsein und den professionellen Fähigkeiten in die Berufspraxis eintreten, um dort das zu werden, was die Statistiken schon versprechen: Hälfte des Faches.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Bildungsinnovationen, die Interdisziplinarität fördern, Vorbilder sichtbar machen und Ausbildungswege flexibel gestalten, sind nicht allein Maßnahmen zur Geschlechtergerechtigkeit. Sie sind Investitionen in eine reflexive, vielfältige und zukunftsfähige Architekturkultur.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
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		<title>Schöne Häuser, mieses Gehalt? Warum der Architektur-Beruf an Attraktivität verliert</title>
		<link>https://baukunst.art/schoene-haeuser-mieses-gehalt-warum-der-architektur-beruf-an-attraktivitaet-verliert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Oct 2025 18:22:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur-Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Berufsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Berufsrechtliche Standards]]></category>
		<category><![CDATA[Honorarordnung HOAI]]></category>
		<category><![CDATA[Nachwuchsförderung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Architektur-Studium dauert mindestens fünf Jahre und kostet nicht selten 15.000 Euro. Danach warten auf die Absolventen und Absolventen nicht üppige Einstiegshonorare, sondern vielmehr ein fragmentierter Arbeitsmarkt mit Unsicherheiten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/schoene-haeuser-mieses-gehalt-warum-der-architektur-beruf-an-attraktivitaet-verliert/">Schöne Häuser, mieses Gehalt? Warum der Architektur-Beruf an Attraktivität verliert</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Der lange Weg zum Diplom:</strong><br data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="hardBreak" data-prosemirror-node-inline="true" /><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Architekten-Ausbildung und die Realität der Einstiegshonorare</strong></h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Wer in Deutschland Architekt oder Architektin werden möchte, muss einen steinigen Weg gehen. Im Bachelor-Studium werden mindestens 6 Semester Regelstudienzeit festgelegt, dazu kommt ein Master-Studium von mindestens 4 Semestern. Doch damit ist der Weg zur geschützten Berufsbezeichnung noch nicht zu Ende. Um sich in die Architektenkammer eintragen zu lassen und damit offiziell als Architekt oder Architektin tätig zu sein, sind mindestens zwei Jahre Berufserfahrung erforderlich.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das bedeutet in der Praxis: Von der Schulzeit bis zur vollständigen beruflichen Qualifizierung vergehen schnell sieben bis acht Jahre – bei optimaler Studiendauer. Viele Absolventinnen und Absolventen benötigen deutlich länger. Die durchschnittliche Studiendauer an Universitäten liegt oft deutlich über der Regelstudienzeit. Hinzu kommen Lebenshaltungskosten, die in vielen Universitätsstädten bei 800 bis 1.900 Euro monatlich liegen. Materialkosten für Modellbau, Zeichnungsutensilien und Software-Lizenzen schlagen mit 150 bis 300 Euro pro Semester zu Buche. Studiengebühren an privaten Hochschulen können bis zu 359 Euro monatlich betragen – an staatlichen Hochschulen fallen sie seit 2024 in den meisten Bundesländern weg.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die Honorarordnung HOAI und die neue Marktlogik</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Bis 2021 galt die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) als verbindliches Preisrecht – ein System, das Mindest- und Höchstsätze vorschrieb und damit einen gewissen Schutz vor ruinösem Preisdumping bot. <strong><a href="https://baukunst.art/europaeisches-urteil-und-politischer-stillstand-die-hoai-auf-wackeligen-beinen/">Der Europäische Gerichtshof hob diese Verbindlichkeit auf.</a></strong> Seit Januar 2021 können Honorare frei vereinbart werden. Die HOAI dient fortan nur noch als Orientierungsrahmen, nicht als Rechtsnorm.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Für Absolventinnen und Absolventen bedeutet dies: Sie treten in einen vollständig liberalisierten Markt ein, in dem ihre Verhandlungskraft begrenzt ist. Einstiegsgehälter bei angestellten Architektinnen und Architekten in Deutschland bewegen sich 2025 typischerweise zwischen 38.000 und 46.000 Euro brutto. Im öffentlichen Dienst liegt die Spanne zwischen 51.000 und 75.000 Euro, abhängig von der Berufserfahrung – doch diese Positionen sind knapp besetzt und hochumkämpft. Absolventen, die sich selbständig machen möchten, müssen gegen die Praxis ankämpfen, dass viele Auftraggeber ihre Leistungen erheblich unter den früheren HOAI-Richtwerten einpreisen.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ein Beruf unter Druck: Warum die Branche Nachwuchs verliert</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Diskrepanz zwischen Aufwand und Ertrag ist erheblich. Skandinavische Länder und die Schweiz zahlen Absolventinnen und Absolventen teilweise das Eineinhalbfache deutscher Einstiegssalary – bei ähnlich hohen oder sogar noch höheren Ausbildungsstandards. Gleichzeitig berichten Architektinnen und Architekten von wachsenden Qualitätsansprüchen, juristischen Risiken und Verantwortung, die sich nicht im Honorar abbildet.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Wer nach einem fünf- bis siebenjährigen Studium in einem Beruf anfängt, in dem zwischen 38.000 und 50.000 Euro Jahresgehalt realistisch sind, fragt sich: War das Richtige die richtige Wahl? Andere Branchen, etwa im IT-Sektor oder in der Unternehmensberatung, belohnen ähnliche oder sogar geringere formale Qualifikationen mit erheblich höheren Startgehältern. Die Branche verliert Talente an den internationalen Arbeitsmarkt und an andere Berufsfelder.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Nachhaltigkeitsprinzipien und wirtschaftliche Realität: Ein ungelöstes Spannungsverhältnis</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Architektur-Studium stellt zunehmend Anforderungen an Nachhaltigkeitsdenken. Klima-adaptive Architektur, kreislaufgerechtes Bauen, Life-Cycle-Assessments – diese Themen prägen die zeitgenössische Ausbildung. Doch nachhaltig zu planen erfordert zusätzliche Zeit, Recherche und Spezialkompetenz. Der Markt verlangt gleichzeitig nach schneller, billiger Planung. Absolventinnen und Absolventen, die mit Überzeugung nachhaltig arbeiten möchten, stehen unter wirtschaftlichem Druck. Entweder sie nehmen Auftragsverhältnisse an, die ihre Ideale nicht abbilden, oder sie rechnen unter Wert – mit den bekannten Folgen für Geschäftsfähigkeit und Berufszufriedenheit.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Was eine zeitgemäße Nachwuchsförderung leisten müsste</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Architektur-Branche steht vor einer Weggabelung. Entweder, sie akzeptiert, dass Hochleistungsabsolventen und Hochleistensabsolventinnen in andere Felder abwandern. Oder die Branche investiert aktiv in ihre Zukunft – durch transparentere Honorarmodelle, durch Mentorship-Programme, die den Übergang vom Studium in die Praxis erleichtern, und durch eine ehrliche Kommunikation mit dem Nachwuchs über realistische Verdienstperspektiven.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Baukunst benötigt Nachwuchs, der nicht nur technisch versiert ist, sondern auch ästhetisches Urteilsvermögen, kritisches Denken und Verantwortungsbewusstsein mitbringt. Die nächste Generation verdient nicht nur eine gute Ausbildung, sondern auch Arbeitsbeziehungen, die ihre Investition lohnen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><a href="https://baukunst.art/ihre-stimme-fuer-die-zukunft-der-architektur-offenen-brief-unterzeichnen/"><strong>Ihre Stimme für die Zukunft der Architektur – Offenen Brief unterzeichnen!</strong></a></p>
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<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/schoene-haeuser-mieses-gehalt-warum-der-architektur-beruf-an-attraktivitaet-verliert/">Schöne Häuser, mieses Gehalt? Warum der Architektur-Beruf an Attraktivität verliert</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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		<title>100 Jahre Frei Otto: Ein Manifest gegen konformistische Architekturlehre</title>
		<link>https://baukunst.art/100-jahre-frei-otto-ein-manifest-gegen-konformistische-architekturlehre/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Oct 2025 16:57:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturpädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Otto]]></category>
		<category><![CDATA[Interdisziplinarität]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=13777</guid>

					<description><![CDATA[<p>Frei Otto war nicht nur Architekt – er war ein Bildungsreformer. Sein Institut IL prägte Generationen von Studierenden darin, Architektur als interdisziplinäre Forschung zu verstehen. Heute, ein Jahrzehnt nach seinem Tod, bleibt seine Lehre revolutionär: Bauen mit der Natur bedeutet zunächst, die Natur zu verstehen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">ANLASS: 100 JAHRE FREI OTTO – EINE AKTUELLE WÜRDIGUNG</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Wäre Frei Otto nicht 2015 verstorben, würde der deutsche Architekt in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiern. Aus diesem Anlass erscheint der umfangreiche Band „Frei Otto – Bauen mit der Natur&#8220; (Prestel, €&amp;nbsp;62,95, 256&amp;nbsp;Seiten), herausgegeben von Joaquín Medina Warmburg und Anna-Maria Meister. Mit 250&amp;nbsp;Abbildungen von Bauten, Skizzen, Modellen und der Arbeitspraxis dokumentiert die Publikation nicht nur Ottos architektonische Werke, sondern macht seine Methodik sichtbar – die experimentelle Haltung, die das gesamte Oeuvre durchzieht.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ein solcher Geburtstag mag als bloße Occasion erscheinen – eine Möglichkeit für Verlage und Institutionen, Retrospektiven zu organisieren. Doch bei Frei Otto ist dies anders. Seine Kritik an den Konventionen der Architektur, sein unbedingtes Vertrauen in das Experiment als Erkenntnismittel, seine Forderung nach interdisziplinärer Zusammenarbeit: Das sind keine historischen Fragen, sondern brennende Gegenwartsfragen. Die Veröffentlichung des neuen Prestel-Bandes gibt Anlass, genau hinzuschauen, welche Aspekte von Ottos Vermächtnis – insbesondere seine revolutionäre Pädagogik – in der zeitgenössischen Architekturlehre noch immer nicht institutionalisiert sind.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Formfinden statt Formbefehl: Die Pädagogik der Entdeckung</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Wer Frei Ottos Werk verstehen möchte, muss zunächst begreifen, dass er nicht in den traditionellen Kategorien des Architekten dachte. Der 1925 im sächsischen Chemnitz geborene Otto entwickelte sich stattdessen zu einem Forscher und Pädagogen – ein Aspekt seiner Persönlichkeit, das die zeitgenössische Architekturliteratur oft übergeht. Seine didaktische Methode gründete auf einem radikalen Prinzip: Studierende sollten nicht schöne Gebäude entwerfen lernen, sondern verstehen, warum Gebäude so sein mussten, wie sie sind.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Institut für leichte Flächentragwerke (IL), das Otto 1964 an der Universität Stuttgart gründete, wurde zum Experimentierraum dieser Philosophie. Hier arbeiteten nicht nur Architektinnen und Architekten, sondern Biologinnen und Biologen, Ingenieurinnen und Ingenieure, Physikerinnen und Physiker. Diese bewusste Durchbrechung disziplinärer Grenzen war kein modisches Theoriegebilde, sondern notwendig: Wer verstehen wollte, wie eine Pfahlwurzel Lasten verteilt oder eine Seifenhaut eine minimale Fläche erzeugt, musste über die angestammten Fachdiskurse hinausschauen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ottos Grundüberzeugung war störrisch und heute – paradoxerweise – radikaler denn je: Nachhaltige Architektur ist kein ökologisches Zusatzmodul, sondern Folge konsistenten Denkens. Wer die Natur studiert, indem man sie modelliert, kann sie verstanden und genutzt werden. Dies führt zu wirtschaftlicherem, intelligenteren und verantwortungsvollerem Bauen – nicht später, nicht in einer separaten Vorlesung, sondern von Anfang an.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Das Experimentelle als Kernmethode: Lernen durch das Modell</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Während die klassische Architekturlehre auf der Zeichnung und später der digitalen Simulation aufbaut, setzte Otto auf das physikalische Modell als primäres Erkenntnismittel. Das war keine nostalgische Hinwendung zum Handwerk – das war epistemologisch radikal. Ein Modell, das eine Pfahlwurzel oder eine Seifenhaut nachbildet, offenbart Kräfte und Geometrien, die jede noch so perfekte Zeichnung verbirgt. Studierende erlebten die Logik der Konstruktion nicht nur als Konzept, sondern als physikalische Realität.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die 250 Abbildungen im neuen Prestel-Band dokumentieren diese Modellpraxis eindrucksvoll. Sie zeigen nicht bloß fertige Bauten, sondern den Forschungsprozess – Skizzen, Experimentierstadien, Fehlversuche. Das ist selten in der Architekturdokumentation. Normalerweise sehen wir das Ergebnis. Otto macht den Weg sichtbar.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Schülerinnen und Schüler am IL lernten nicht auswendig, sondern fragten. Sie probierten. Sie scheiterten. Sie wiederholten. Diese Fehlerfreundlichkeit war Otto fundamental wichtig – sie ist auch heute in einer Architekturlehre, die Sicherheit und Zeugnis-Rationalität bevormundet, die größte Seltenheit. Der Preis dieser Methode war Zeit; der Gewinn war Verständnis, das sich in später selbstständig gelösten Aufgaben zeigt.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Partizipation und Selbstbau: Die sozialen Dimensionen der Lehre</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ein weiterer, oft unterschätzter Aspekt von Ottos Vermächtnis liegt in seinen Ökohäusern, die 1987 zur Internationalen Bauausstellung in Berlin entstanden. Diese Wohngruppe folgte nicht nur ökologischen Standards – sie war ein Lehrinstitut in gebauter Form. Die Idee war simpel und genial zugleich: Zukünftige Bewohnerinnen und Bewohner sollten ihre Häuser selbst bauen, unterstützt durch erfahrene Architektinnen und Architekten sowie Ingenieurinnen und Ingenieure.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das war Demokratisierung durch Partizipation. Es forderte Lernende heraus, ihre eigenen Ansprüche – an Material, an Form, an Dauerhaftigkeit – zu hinterfragen. Es machte transparent, dass Bauen nicht eine geheime Kunst ist, sondern nachvollziehbare Wissenschaft. Heute, in Zeiten von Baugruppen und partizipativen Prozessen, erscheint dieses Denken fast vorahnend. Ottos Projekte waren keine Ausnahmen, sondern Prototypen eines anderen Bauens.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die bleibende Lücke: Was die Ausbildung nicht übernommen hat</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Hier ist jedoch kritische Unterscheidung nötig. Ottos Ansätze sind nicht einfach in die zeitgenössische Architekturlehre eingezogen. Das ILEK an der Universität Stuttgart, von Werner Sobek nach Ottos Emeritierung weitergeführt, erhielt und entwickelt Aspekte seiner Methode – die interdisziplinäre Zusammensetzung von Forschungsteams, die Bedeutung von Modellen und Experimenten. Aber die Mehrheit der Architekturstudierenden in Deutschland, Österreich und der Schweiz arbeitet nach wie vor primär digital. Sie entwerfen am Computer. Sie sehen Modelle als Visualisierungswerkzeug, nicht als Erkenntnisapparat.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das ist kein bloßer Stilunterschied. Es bedeutet, dass Generationen von Architektinnen und Architekten ihre Projekte verabschieden – in einen Bauträger, ein Baubüro – ohne zu erleben, wie ihre Ideen funktionieren. Der Abstand zwischen Entwurf und Realität, zwischen studentischer Spekulation und erbautem Wissen, ist größer geworden, nicht kleiner.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Interdisziplinarität als Auftrag, nicht als Modeerscheinung</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das interdisziplinäre Arbeiten, das Otto vorgelebt hat, ist heute allgegenwärtig als Schlagwort – und zugleich marginalisiert in seiner praktischen Umsetzung. Jedes Lehrprogramm rühmt sich seiner innovativen Kooperationen zwischen Architektur, Engineering und Design. Aber echte Interdisziplinarität, bei der nicht nur die Ergebnisse kombiniert, sondern die Methoden, die Fragen, die Grundhaltungen durchmischt werden, ist anspruchsvoll. Sie kostet Zeit. Sie verlangt gegenseitiges Vertrauen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ottos Forderung, dass Architektur und Bauingenieurwesen nicht zwei Fachrichtungen sind, sondern eine geteilte Verantwortung, bleibt unerfüllt. Die meisten Institute trennen sie streng. Die Folge ist ein kultureller Bruch: Architektinnen und Architekten sehen sich als Kulturträger, Ingenieurinnen und Ingenieure als Techniker. Ottos Generation hätte das als Verlust betrachtet.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Von Stuttgart in die Welt – und zurück</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Was bleibt? Das ILEK erforscht weiterhin Formfindung, Leichtbau und nachhaltige Konstruktion. International wirkt Ottos Denken nach in einer ganzen Generation von Architekten und Architektinnen, die seine Bücher lesen und seine Modelle studieren. Doch es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen der Rezeption einer Idee und ihrer Institutionalisierung.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ottos Vermächtnis ist paradox: Seine Kritik am Standard – an der unnötigen Rohstoffverschwendung, am Ignorieren von Naturprinzipien, am Rückzug von ethischen Fragen aus dem Entwurf – wird heute, Jahrzehnte später, als Prophezeiung wahrgenommen. Gleichzeitig wurden Teile seines Werks trivialisiert. Biomorphe Formen sind Mode geworden. Nachhaltigkeit ist ein Marketing-Etikett. Die Bedeutung der genauen Beobachtung und des physikalischen Experimentierens hingegen ist unter einem Berg von Parametern und Simulationen begraben.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ausblick: Was eine zeitgenössische Pädagogik von Otto lernen könnte</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Eine Architekturlehre, die Ottos Ansätze heute neu durchdenkt, müsste mehrschichtig arbeiten. Erstens: Den Entwurfsprozess wieder stärker an das Gebäude rückbinden – nicht nur als Visualisierung, sondern durch Vor-Ort-Recherche, Materialstudium und Prototyping. Studentische Projekte sollten nicht in der Fiktionalität enden, sondern wo möglich, realisiert werden.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Zweitens: Interdisziplinäre Teams nicht als Nebensache, sondern als Normalfall etablieren. Das bedeutet, strukturelle Hürden zwischen Fachrichtungen abzubauen und Prüfungsordnungen so zu gestalten, dass echte Zusammenarbeit möglich wird.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Drittens: Den Fehler und das Scheitern als Lernmomente normalisieren. Das braucht eine kulturelle Verschiebung in einer Profession, die Vollkommenheit und Zeugnis-Rationalität bevormundet.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Viertens: Partizipative und soziale Dimensionen des Bauens von Anfang an als zentrales Thema behandeln, nicht als ethisches Zusatzmodul.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">FAZIT: DAS BUCH ALS SPIEGEL</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das neue Prestel-Buch ist weit mehr als eine Jubiläumsschrift. Es ist ein Weckruf. Es dokumentiert, dass die architektonische Ausbildung von Frei Ottos Fragen nicht absehen kann – Fragen, die heute, in Zeiten der Klimakrise und der Rohstoffknappheit, dringlicher sind denn je. Ottos Antworten werden nicht einfach kopiert. Sie sind zu komplex, zu individuell, zu an seine Zeit gebunden. Aber seine Methode – Experiment, Fehler, Interdisziplinarität, Partizipation – ist zeitlos. Sie müssen nur wieder ernst genommen werden.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">BUCHINFO</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Frei Otto – Bauen mit der Natur<br data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="hardBreak" data-prosemirror-node-inline="true" />Herausgeber: </strong>Joaquín Medina Warmburg und Anna-Maria Meister<br data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="hardBreak" data-prosemirror-node-inline="true" /><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Verlag: </strong><a href="https://www.penguin.de/buecher/frei-otto/buch/9783791377490" target="_blank" rel="noopener">Prestel</a><br data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="hardBreak" data-prosemirror-node-inline="true" /><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Preis: </strong>€ 62,95<br data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="hardBreak" data-prosemirror-node-inline="true" /><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Umfang: </strong>256 Seiten<br data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="hardBreak" data-prosemirror-node-inline="true" /><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Abbildungen: </strong>250 Abbildungen von Bauten, Skizzen, Modellen und der Arbeit</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
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		<title>Architektur studieren in Braunschweig</title>
		<link>https://baukunst.art/architektur-studieren-in-braunschweig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Sep 2025 08:35:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Niedersachsen & Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturstudium]]></category>
		<category><![CDATA[Baukultur]]></category>
		<category><![CDATA[Braunschweig]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwischen Fachwerk und Forschung: Warum Braunschweig für Architekturstudierende ein unterschätzter Studienort ist – und welche regionalen Besonderheiten ihn so besonders machen.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Architektur studieren in Braunschweig – eine unterschätzte Chance</h3>
<p>Braunschweig gilt nicht als klassische Studentenmetropole. Wer Architektur studieren möchte, denkt zuerst an Berlin, München oder Stuttgart. Doch die Löwenstadt überrascht – nicht nur mit ihrer lebendigen Hochschullandschaft, sondern auch mit einer facettenreichen Baukultur, die historische Schichten und zeitgenössische Impulse miteinander verwebt. Die Studentin Carla erinnert sich an ihre ersten Tage in Braunschweig: „Alle, die mich besuchen, sind überrascht, wie schön die Stadt ist.“ Zwischen mittelalterlichen Fachwerkhäusern, grünen Parkanlagen und modernen Institutsgebäuden hat sie einen Ort gefunden, der mehr zu bieten hat als man auf den ersten Blick vermutet.</p>
<h3>Eine Hochschule mit Profil</h3>
<p>Die Technische Universität Braunschweig (TU Braunschweig) ist die älteste technische Universität Deutschlands. Ihr Institut für Architektur und Städtebau genießt einen hervorragenden Ruf – insbesondere durch seine praxisorientierte Ausbildung. Die Lehre legt Wert auf interdisziplinäre Zusammenarbeit: Studierende arbeiten nicht nur an Entwurfsprojekten, sondern setzen sich auch mit Themen wie Nachhaltigkeit, denkmalgerechter Sanierung und klimafreundlicher Stadtentwicklung auseinander. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Holzbau-Forschung, passend zur niedersächsischen Bautradition, die seit Jahrhunderten auf regionale Materialien und Handwerkskunst setzt. Damit bildet Braunschweig Architektinnen und Architekten aus, die sowohl gestalterisch als auch technisch versiert sind.</p>
<h3>Regionale Besonderheiten: Baukultur zwischen Tradition und Zukunft</h3>
<p>Braunschweig liegt in einer Region, die architektonisch geprägt ist von mittelalterlicher Fachwerkarchitektur, Industriebauten der Gründerzeit und den Aufbaujahren der Nachkriegsmoderne. In unmittelbarer Nähe befinden sich historische Orte wie Wolfenbüttel oder die UNESCO-Weltkulturerbestätte Goslar, die den Studierenden Einblicke in den Erhalt und die Restaurierung historischer Substanz bieten. Gleichzeitig fordern aktuelle Herausforderungen wie Wohnraummangel und Energieeffizienz zeitgemäße Antworten – Themen, die an der TU intensiv erforscht und diskutiert werden. Die niedersächsische Bauordnung setzt hierbei eigene Akzente, insbesondere in den Bereichen Klimaschutz, barrierefreies Bauen und Holzbau, was den Studierenden praxisnah vermittelt wird.</p>
<h3>Stadt mit menschlichem Maßstab</h3>
<p>Braunschweig punktet mit kurzen Wegen: Viele Hochschulgebäude liegen in fußläufiger Distanz zur Innenstadt. Cafés, kleine Galerien und grüne Plätze schaffen eine angenehme Alltagskultur. Im Gegensatz zu Metropolen wie Berlin oder Hamburg sind die Lebenshaltungskosten moderat, was das Studium finanziell entspannter macht. Gleichzeitig bietet die Stadt genügend kulturelle Impulse – vom Staatstheater bis zur alternativen Kunstszene im Westlichen Ringgebiet. Diese Mischung macht Braunschweig zu einem idealen Ort, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: das eigene Studium und den kreativen Prozess des Entwerfens.</p>
<h3>Netzwerke und Chancen<br />
Ein starkes Plus für Braunschweig sind die regionalen Netzwerke:</h3>
<p>Architektenkammer Niedersachsen mit Sitz in Hannover bietet Seminare, Mentoringprogramme und Wettbewerbe.<br />
Lokale Gestaltungsbeiräte ermöglichen Studierenden frühzeitige Einblicke in reale Planungsprozesse.<br />
Kooperationen mit der Holzbau-Forschung in Göttingen und dem Fraunhofer-Institut stärken die wissenschaftliche Anbindung.<br />
Braunschweig ist zudem Teil der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg, wodurch Praktika und Berufseinstieg in einem breiten regionalen Umfeld erleichtert werden.</p>
<h3>Fazit: Ein Ort für Entfaltung</h3>
<p>Wer Architektur in Braunschweig studiert, findet ein Umfeld, das Praxisnähe, Forschung und Baukultur auf besondere Weise vereint. Die Stadt mag auf den ersten Blick unscheinbar wirken – doch wer genauer hinschaut, entdeckt ein lebendiges Labor für Architektur, das Tradition und Zukunft miteinander verbindet. Für Studierende, die eine fundierte Ausbildung suchen und zugleich regional verwurzelt arbeiten möchten, ist Braunschweig nicht nur eine Alternative, sondern ein echter Geheimtipp.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/architektur-studieren-in-braunschweig/">Architektur studieren in Braunschweig</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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