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	<title>nachhaltiges Bauen-Archiv - Baukunst</title>
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	<description>Architektur und Ästhetik im gebauten Raum</description>
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	<title>nachhaltiges Bauen-Archiv - Baukunst</title>
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		<title>Werkzeuge zur Bauwende</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Apr 2026 14:22:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[BNatSchG]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Planungstools]]></category>
		<category><![CDATA[DIN 276]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rund achtzig kuratierte Tools für nachhaltiges Bauen, geordnet nach Planungsphasen und Themenfeldern: Die Schweizer Plattform bauwende.tools füllt eine Orientierungslücke, die längst überfällig war.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">baukunst.art</strong>  |  INNOVATION | April 2026</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">bauwende.tools: Digitale Infrastruktur für die Transformation des Bauens</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong><a href="https://bauwende.tools/de" target="_blank" rel="noopener">bauwende.tools</a></strong> ist eine frei zugängliche Plattform, die Werkzeuge, Rechner und Leitfäden für nachhaltiges Bauen entlang aller Planungsphasen bündelt und vom Schweizer Verein Countdown 2030 kuratiert wird. Die Seite versteht sich nicht als weiteres Verzeichnis im Netz, sondern als Navigationshilfe durch ein unübersichtlich gewordenes Ökosystem aus Ökobilanztools, Materialdatenbanken, Bauteilbörsen und Biodiversitätsrechnern. Für Architektinnen und Architekten, die zwischen grauer Energie, Kreislaufwirtschaft und klimaangepasster Freiraumplanung operieren, ist das keine kosmetische Erleichterung, sondern ein methodisches Werkzeug.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Warum braucht es eine kuratierte Tool-Sammlung?</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Zahl digitaler Hilfsmittel im nachhaltigen Bauen wächst schneller als die Fähigkeit der Planungsbüros, sie zu evaluieren. Zwischen kommerziellen BIM-Add-ons, hochschulnaher Forschungssoftware und behördlichen Faktenblättern klafft eine Orientierungslücke, die in der täglichen Projektarbeit selten ehrlich adressiert wird. bauwende.tools schliesst diese Lücke, indem die Plattform rund achtzig Werkzeuge entlang vier Zugängen ordnet: Entdecken (visuell), Suchen (textlich), Planen (zeitachsenbasiert) und Teilen (Crowdsourcing). Besonders der Reiter „Planen&#8220; markiert den eigentlichen konzeptionellen Sprung. Tools werden dort den Planungsphasen 0 bis 6 zugeordnet, die der Systematik des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) folgen und sich weitgehend auf die Leistungsphasen nach § 34 HOAI übertragen lassen. In der Vorprojektphase erscheinen also nicht Bauteilbörsen, die erst im Rückbau relevant werden, sondern Analysekarten und Ökobilanzrechner für frühe Entscheidungen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Welche Werkzeuge sind dort versammelt?</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Themenfelder decken das vollständige Spektrum nachhaltiger Planung ab. Im Bereich Bauphysik und Ökobilanz finden sich Klassiker wie die Rechenhilfe SIA 390/1, das U-Wert-Portal <strong><span class="inlineCardView-content-wrap inlineNodeView" data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="inlineCard" data-prosemirror-node-inline="true"><span class="card" aria-busy="true"><a href="http://ubakus.de/" target="_blank" rel="noopener" data-inline-card="" data-card-data="">http://ubakus.de</a></span></span></strong> und der Gebäude-Klimarechner, der Bestandsinformationen mit unterschiedlichen Sanierungsszenarien verrechnet. Das CBE Clima Tool der University of California, Berkeley liefert standortgenaue Klimadaten für thermischen Komfort und passive Strategien. Für Materialentscheidungen stehen die KBOB-Liste (Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren) mit Ökobilanzdaten im Baubereich, die dänische Materialpyramide und AREMA, der Atlas of Regenerative Materials der ETH Zürich, bereit.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Besonders dicht besetzt ist der Bereich Zirkularität und Wiederverwendung. Neben dem Urban Mining Index, der das Recyclingpotenzial eines Entwurfs quantitativ bewertet, listet die Plattform rund zwanzig Bauteilbörsen und Re-Use-Marktplätze, darunter Salza, useagain, Gruner Re-Use und reMATERIAL. Madaster, als Gebäuderessourcenpass mit Wiederverkaufswert prominent platziert, zeigt, wohin die Reise geht: weg vom Bauwerk als abgeschriebener Kostenposition, hin zum Materiallager mit Restwert. Biodiversitätsplanung erscheint mit BioValues, Bee Finder, dem Portal Animal Aided Design und der Toolbox Siedlungsnatur, also mit Werkzeugen, die bisher in kaum einem Leistungsbild nach § 15 HOAI explizit abgebildet sind und die trotzdem zunehmend über Baugenehmigungen nach § 34 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) entscheiden.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Was bedeutet die Plattform für Büros ausserhalb der Schweiz?</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Geltungsbereich-Filter erlaubt eine Auswahl nach Deutschland, Schweiz oder International. Dennoch ist die Plattform unverkennbar schweizerisch geprägt. Viele Rechner beziehen sich auf KBOB-Datensätze, SIA-Normen oder kantonale Förderkulissen. Für die deutsche Planungspraxis bedeutet das: Ein Grossteil der Logik ist übertragbar, ein Teil der Datengrundlage nicht. Die Rechenhilfe SIA 390/1 etwa funktioniert methodisch wie eine Ökobilanzierung nach DIN EN 15978, arbeitet aber mit anderen Referenzwerten als die ÖKOBAUDAT des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB). Für ein Quartiersprojekt in München taugt bauwende.tools daher als Methodenkompass, nicht als Datenquelle. Für die Logik der Kreislaufwirtschaft, für das Framing von Abriss versus Umbau, für den Umgang mit grauer Energie nach Gebäudeenergiegesetz (GEG) und für das Kostenverständnis nach DIN 276 liefert die Sammlung jedoch unmittelbar anschlussfähige Argumente.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Bemerkenswert ist der Reiter „Teilen&#8220;, der die Plattform als Crowdsourcing-Projekt begreift. Countdown 2030 hat diesen Ansatz bereits mit dem Abriss-Atlas erprobt, einem wachsenden Verzeichnis gefährdeter und abgerissener Bauten. Die Einladung, Werkzeuge vorzuschlagen oder neue gemeinsam zu entwickeln, verschiebt die klassische Rollenverteilung zwischen Plattformbetreiber und Nutzerschaft. Für eine Branche, die ihre Transformationslast bisher stark entlang proprietärer Softwareökosysteme organisiert, ist das kein Detail, sondern ein kulturelles Signal.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Wo zeigt die Plattform ihre Grenzen?</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">bauwende.tools ersetzt keine Leistungsphase und keine Software. Die Sammlung verlinkt auf Tools, bietet selbst aber weder Berechnung noch Dokumentation. Für das konkrete Projekt bedeutet das einen Zwischenschritt, der in knapp bemessenen Honorarbudgets nach HOAI ins Gewicht fällt. Zweitens dominieren freie und halbfreie Werkzeuge, während etablierte BIM-Plug-ins, LCA-Plattformen wie One Click LCA oder eLCA des BMWSB sowie kommerzielle Energieberatungstools nur fragmentarisch vertreten sind. Drittens fehlt ein systematischer Qualitätsvergleich. Zwei Ökobilanzrechner mit unterschiedlichen Systemgrenzen stehen nebeneinander, ohne dass Abweichungen explizit werden. Für Zertifizierungsniveaus nach SNBS, DGNB oder LEED bleibt dieser Vergleich eine separate Aufgabe.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese Grenzen mindern den Nutzen nicht, sie präzisieren ihn. Die Plattform ist kein Werkzeug, sondern ein Werkzeugkasten; sie ist kuratiert, nicht vollständig. Genau darin liegt ihr Wert. In einer Disziplin, die gerade lernt, dass das ökologische Minimum nicht mehr die freiwillige Höchstleistung, sondern die regulatorische Untergrenze wird, wirkt ein strukturierter Überblick wie ein methodisches Gerüst. bauwende.tools stellt dieses Gerüst bereit, ohne die Entscheidung über das konkrete Werkzeug vorwegzunehmen. Das ist weniger, als mancher kommerzieller Anbieter verspricht, und es ist mehr, als die meisten Planerinnen und Planer bisher zur Hand haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Deutschlands erste Fassade aus recyceltem Plastik entsteht im Münchner Werksviertel</title>
		<link>https://baukunst.art/deutschlands-erste-fassade-aus-recyceltem-plastik-entsteht-im-muenchner-werksviertel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Feb 2026 14:19:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Kreislaufwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltiges Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Recycling-Fassade]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Plastik mit Vergangenheit, Gebäude mit Zukunft Das Bürogebäude MONACO im Münchner Werksviertel erhält eine Fassade aus recyceltem Kunststoff. Pretty Plastic aus Amsterdam liefert die Schindeln, MVRDV aus Rotterdam den Entwurf. Ein Pilotprojekt, das zeigt, wohin die Reise gehen kann. Es gibt Materialien, die man kennt, ohne sie je wirklich gesehen zu haben. Fensterrahmen, Regenrinnen, Fallrohre: Sie gehören zum Alltag, bis&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Plastik mit Vergangenheit, Gebäude mit Zukunft</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Bürogebäude MONACO im Münchner Werksviertel erhält eine Fassade aus recyceltem Kunststoff. Pretty Plastic aus Amsterdam liefert die Schindeln, <strong><a href="https://www.mvrdv.com/" target="_blank" rel="noopener">MVRDV aus Rotterdam</a> </strong>den Entwurf. Ein Pilotprojekt, das zeigt, wohin die Reise gehen kann.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Es gibt Materialien, die man kennt, ohne sie je wirklich gesehen zu haben. Fensterrahmen, Regenrinnen, Fallrohre: Sie gehören zum Alltag, bis sie ausgedient haben, und dann verschwinden sie still in der Mülltonne oder, schlimmer noch, im Verbrennungsofen. Das Amsterdamer Unternehmen Pretty Plastic hat sich seit 2017 zur Aufgabe gemacht, genau diesen Moment zu verhindern. Aus geschreddertem PVC-Abfall presst die Firma farbige Fassadenschindeln, die in zwölf Farben und drei Designs erhältlich sind und inzwischen auf Gebäuden in Belgien, Großbritannien, Frankreich und Dänemark zu finden sind. Deutschland war bislang außen vor. Das ändert sich gerade grundlegend.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Im Münchner Werksviertel entsteht aktuell das Bürogebäude MONACO, entworfen vom renommierten Rotterdamer Büro MVRDV. Das Projekt ist nicht groß im klassischen Sinne: Rund 4.500 Quadratmeter Nutzfläche verteilen sich auf sechs Stockwerke. Aber MONACO ist ambitioniert in dem, was es über seine Materialien aussagen will. Ein Drittel der Fassade wird mit 20.000 Plastikschindeln von Pretty Plastic verkleidet, der Rest mit rund 60.000 wiederverwendeten Klinkersteinen aus regionalen Abbruchhallen der 1920er und 1930er Jahre. Spatenstich war im April 2025, die Fertigstellung ist für Mitte 2027 geplant.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Work und Play als architektonisches Prinzip</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">MVRDV teilt das Gebäude konzeptionell in zwei Bereiche: Arbeit und Spiel. Der Arbeitsbereich präsentiert sich als solider sechsgeschossiger Kubus, verkleidet mit dem warmen Rotbraun der recycelten Klinker. Der Spielbereich wächst kaskadenartig nach oben und zur Seite, verkleidet mit den bunten Kunststoffschindeln in Blau- und Lilatönen. Diese Dualität setzt sich im Inneren fort: klassische Büroflächen auf der einen Seite, auf der anderen ein Forum für Vorträge und Ideenaustausch, ein Coworking-Biergarten mit Terrasse sowie Lesezimmer für kontemplativere Tätigkeiten. Das Konzept bezeichnet Rock Capital als &#8222;New Work&#8220;, eine Idee, die nicht neu ist, hier aber raumlich und material konsequent durchgezogen wird.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Verweis auf die TV-Figur Monaco Franze und den legendären Münchner Originalschauplatz ist dabei mehr als Folklore. Sven Thorissen, Direktor des Studio DAS bei MVRDV, formuliert es so: Das Werksviertel ziehe ein internationales Publikum an, das bunte Erscheinungsbild greife die Vergangenheit des Areals als Kunst- und Kulturviertel auf. Wo früher die Pfanni-Fabrik stand, dann der Kunstpark Ost und die Kultfabrik pulsierten, soll jetzt ein Bürogebäude entstehen, das den Geist des Ortes weiterträgt. Das ist ein ehrenwerter Anspruch. Ob er eingelöst wird, hängt nicht zuletzt davon ab, ob die Architektur den Test der Zeit besteht.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Das Material: mehr als ein Nachhaltigkeitsversprechen</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Pretty Plastic wurde von den Architekten Overtreders W und bureau SLA gegründet und verfolgt seit Beginn ein klares Ziel: Plastikmüll in langlebige Baumaterialien zu verwandeln. Die Schindeln bestehen zu 100 Prozent aus aufbereitetem PVC-Abfall, können am Ende ihrer Nutzungsdauer vollständig wiederverwertet werden und erfüllen damit das Cradle-to-Cradle-Prinzip in seiner reinsten Form. Welche Farbe eine Schindel erhält, hängt von den verwendeten Abfallmaterialien ab, was jedem Produkt eine leicht individuelle Note gibt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Beim MONACO werden rund 70 Prozent des bunten Fassadenteils mit <strong><a href="https://www.prettyplastic.nl/" target="_blank" rel="noopener">Pretty-Plastic-Schindeln</a></strong> verkleidet. Der Rest besteht aus Keramikschindeln, die aus brandschutztechnischen Gründen notwendig sind: Wo die Fassade an ein Nachbargebäude grenzt, schreibt das deutsche Baurecht höhere Brandschutzanforderungen vor, denen Kunststoff nicht genügen kann. Genau diese regulatorische Hürde war laut Rock-Capital-Geschäftsführer Andreas Wißmeier eine der größten Herausforderungen des Projekts. Umfangreiche bauliche und brandschutztechnische Kompensationsmaßnahmen machten schließlich eine Ausnahmegenehmigung möglich. Das deutet darauf hin, dass der Weg zur Kreislaufwirtschaft in der deutschen Bauwirtschaft noch erheblicher regulatorischer Anpassungsarbeit bedarf.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ein teures Bekenntnis zur Nachhaltigkeit</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Gesamtinvestition für das MONACO beziffert Wißmeier auf rund 75 Millionen Euro. Die Recyclingfassade sei deutlich teurer als eine konventionelle Konstruktion aus Glas und Stahl, räumt er offen ein. Das ist bemerkenswert ehrlich und zugleich ein strukturelles Problem: Solange nachhaltige Materialien teurer sind als ihre konventionellen Alternativen, bleibt ihre Anwendung auf Bauherrinnen und Bauherren beschränkt, die entweder idealistisch motiviert sind oder sich auf lange Sicht strategische Vorteile erhoffen, etwa durch Zertifizierungen und Reputationsgewinn.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Rock Capital strebt für das MONACO eine LEED-Platin-Zertifizierung an, die höchste Stufe des amerikanischen Nachhaltigkeitssystems. Hinzu kommt die WiredScore-Platin-Zertifizierung für digitale Konnektivität. Im Betrieb sollen intelligente Systeme für Beleuchtung, Heizung und Kühlung den Energieverbrauch minimieren. Fahrradparkplätze, Duschen für Radfahrerinnen und Radfahrer sowie mindestens 20 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge runden das Nachhaltigkeitsbild ab. Vor Baubeginn wurde das Projekt bereits mit dem German Design Award 2025 ausgezeichnet. MONACO ist damit schon jetzt ein Projekt der Superlative auf dem Papier. Ob es das auch als gebautes Haus sein wird, entscheidet sich erst in zwei Jahren.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Standort als Argument</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das MONACO steht in einer Straße, die einen Namen trägt, der kaum passender sein könnte: Helmut-Dietl-Straße, benannt nach dem Münchner Regisseur und geistigen Schöpfer der Monaco-Franze-Figur. Es liegt zwischen den Hochhäusern Atlas und Highrise One, in unmittelbarer Nachbarschaft zu WERK12, dem anderen MVRDV-Gebäude im Werksviertel, das 2021 mit dem Preis des Deutschen Architekturmuseums als Bauwerk des Jahres ausgezeichnet wurde. MVRDV ist damit im Werksviertel kein Unbekannter mehr. Der neue Auftrag ist in gewisser Weise auch eine Bestätigung einer funktionierenden Zusammenarbeit.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Stadtbaurätin Elisabeth Merk bezeichnet das MONACO als stadtbildprägend und hebt die Klinker als Referenz an das industriekulturelle Erbe des Areals hervor. Das ist kein leeres Lob: Das Werksviertel ist tatsächlich ein seltenes Beispiel dafür, wie ein ehemaliges Industrieareal nicht durch Verdrängung, sondern durch schrittweise Verdichtung und Aufwertung neues Leben erhält. Das MONACO fügt diesem Prozess ein Material hinzu, das bisher im deutschen Stadtbild nicht vorkam.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Pilotprojekt mit Signalwirkung</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Dass Pretty Plastic bisher in Deutschland nicht zum Einsatz kam, liegt nicht an mangelnder Qualität der Produkte. Es liegt an der Kombination aus ungewohntem Material, deutschen Brandschutzvorschriften und einer Baubranche, die Innovation strukturell skeptisch gegenübersteht. In den Niederlanden, wo Pretty Plastic gegründet wurde, stehen die bisher größten Projekte des Unternehmens, etwa das nationale Schwimmcenter Tongelreep in Eindhoven mit fast 31.000 Schindeln auf 1.400 Quadratmetern Fassadenfläche. Deutschland entdeckt das Material nun mit einem vergleichsweise kleinen, aber sichtbaren Gebäude.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ob das MONACO Nachahmerinnen und Nachahmer findet, hängt wesentlich davon ab, wie Betrieb und Vermarktung des Gebäudes verlaufen. Wenn sich zeigt, dass die Schindeln wartungsarm und dauerhaft sind, dass die Zertifizierungen helfen, Mieterinnen und Mieter anzuziehen, und dass der Preisaufschlag für die Bauherrschaft langfristig aufgeht, könnte das Projekt tatsächlich einen Markt öffnen. Die Kreislaufwirtschaft braucht Leuchtturmprojekte. Das MONACO hat das Potenzial, eines zu sein. Gebaut werden muss es noch.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
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			</item>
		<item>
		<title>Zwischen Genie und Zerstörung: Was moderne Architekten von den Römern lernen können</title>
		<link>https://baukunst.art/zwischen-genie-und-zerstoerung-was-moderne-architekten-von-den-roemern-lernen-koennen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Jan 2026 16:08:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Experimentelle Archäologie]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltiges Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[römischer Beton]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Römer waren Meister der Bautechnik, doch ihr Erbe ist zwiespältig. Neue Forschungen enthüllen, wie sie die Umwelt ausbeuteten, während ihr selbstheilender Beton heute als Vorbild für nachhaltiges Bauen gilt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ein Wunderbeton, der sich selbst repariert</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">43,4 Meter Durchmesser, fast 1900 Jahre alt, noch immer intakt: Die Kuppel des Pantheons in Rom bleibt ein architektonisches Rätsel. Kein anderes nicht stahlverstärktes Betonbauwerk der Welt erreicht diese Spannweite. Was machten die römischen Baumeister besser als ihre modernen Nachfolger, deren Betonkonstruktionen bereits nach 50 bis 100 Jahren erste Verfallserscheinungen zeigen?</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ein Forscherteam um den MIT-Professor Admir Masic hat das Geheimnis nun endgültig gelüftet. Bei Ausgrabungen einer verschütteten Baustelle in Pompeji fanden die Wissenschaftler Baumaterialien, die seit dem Vesuvausbruch im Jahr 79 unserer Zeitrechnung unberührt lagerten. Der Fund liefert den archäologischen Beweis für das sogenannte Heißmischen: Die Römer vermischten Branntkalk direkt mit Wasser, Vulkanasche und Zuschlagstoffen. Die dabei entstehende exotherme Reaktion erzeugte Kalkklumpen im Beton, die bei Rissbildung mit eindringendem Wasser reagieren und diese selbstständig wieder verschließen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">&#8222;Als ich die Materialien untersuchte, hatte ich das Gefühl, in die Zeit um 79 nach Christus zurückgereist zu sein&#8220;, beschreibt Masic seinen Eindruck. Die Erkenntnisse haben nicht nur historische Bedeutung. Die Betonherstellung verursacht heute rund acht Prozent der globalen CO₂-Emissionen. Ein selbstheilender Beton nach römischem Vorbild könnte Wartungsintervalle verlängern und die Klimabilanz der Baubranche deutlich verbessern.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Experimentelle Archäologie korrigiert Vitruv</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Im Archäologischen Park Xanten am Niederrhein werden seit Jahrzehnten römische Bautechniken im Praxistest erprobt. Der Bauforscher Peter Kienzle leitet dort Rekonstruktionen, die überraschende Erkenntnisse liefern. Die Colonia Ulpia Traiana, um 100 nach Christus von Kaiser Trajan gegründet, ist die einzige römische Großstadt in Deutschland, die nach der Antike nie überbaut wurde. Ihre Fundamente schlummern unberührt unter dem Rasen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Rekonstruktionen widerlegen manche Annahme über den römischen Architekten Vitruv, dessen zehn Bücher &#8222;De architectura&#8220; seit der Renaissance als Standardwerk galten. &#8222;Was wir archäologisch finden, passt nicht so ganz dazu&#8220;, erklärt Kienzle. Vitruv riet etwa vehement von Fachwerk ab, weil es brenne &#8222;wie Fackeln&#8220;. Die archäologischen Befunde zeigen jedoch, dass Fachwerk in den Nordprovinzen eine gängige Bautechnik war. Nicht jeder private Bauherr hatte Zugang zu Ziegeleien oder konnte sich teure Natursteine leisten.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Besonders aufschlussreich war der Nachbau der Herbergsthermen. Nach drei Jahren Bauzeit funktionierte die Anlage zunächst, doch wenige Jahre später bildeten sich Risse im Mauerwerk, Rauch drang in die Innenräume. Die Bauforscher mussten eingestehen: Die Römer hatten etwas besser gemacht. Man installierte schließlich einen Ventilator, den die antiken Baumeister garantiert nicht besaßen. Das Rätsel der thermischen Ausdehnung im Aufheiz- und Auskühlungsprozess beschäftigt Kienzle bis heute.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die dunkle Seite der römischen Baukunst</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Doch hinter den beeindruckenden Bauleistungen verbirgt sich eine andere Geschichte. Die Römer hinterließen Spuren, die noch heute messbar sind, sogar im arktischen Eis. Eisbohrkerne vom Mont Blanc zeigen, dass die atmosphärische Bleikonzentration zwischen dem 3. Jahrhundert vor Christus und dem 2. Jahrhundert nach Christus zeitweise um das Zehnfache anstieg. Während der Pax Romana gelangten insgesamt rund 500.000 Tonnen giftige Bleipartikel in die Atmosphäre. Erst die bleihaltigen Kraftstoffe des 20. Jahrhunderts verursachten eine noch schlimmere Luftverschmutzung.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Blei war für die Römer, was Kunststoff heute ist: ein günstiger, leicht formbarer Werkstoff. In Köln strömten täglich 20 Millionen Liter Wasser über die Eifelwasserleitung in die Stadt, verteilt durch Bleirohre. Für ein 37 Meter langes Rohr benötigte man eine Tonne des Schwermetalls. Der jährliche Bleibedarf des Reiches lag bei 80.000 bis 100.000 Tonnen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Manchen Zeitgenossen war die Gefahr durchaus bewusst. Der Ingenieur Vitruv beschrieb die &#8222;blasse Gesichtsfarbe&#8220; der Arbeiter in Bleihütten. Dennoch änderte sich nichts. Im Schweizer Legionslager Vindonissa türmten sich die Abfälle auf einem 200 Meter langen, bis zu 18 Meter hohen Schutthügel. Die Müllflut enthielt vermutlich genug antiken Unrat, um 20 olympische Schwimmbecken zu füllen.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Industrielle Luftverschmutzung in der Antike</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">In der Eifel entdeckten Archäologinnen und Archäologen ein römisches Werkstattrevier mit bis zu 240 Töpfereien auf nur vier Quadratkilometern. Simulationen der Universität Trier zeigen: Die Brennöfen überschritten heutige Feinstaubgrenzwerte deutlich. Jede Werkstatt produzierte stündlich etwa zehn Gramm Feinstaub und verbrauchte bis zu 120 Kilogramm Holz pro Stunde. Warum errichteten die Römer dieses Industriegebiet ausgerechnet in der dünn besiedelten Eifel statt im nahen Trier? Vermutlich wollte man die Luftverschmutzung von den Bevölkerungszentren fernhalten.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Noch drastischer war der Kahlschlag. Im heutigen Baden-Württemberg wurden nach Schätzungen während der rund 200 Jahre andauernden Römerherrschaft etwa 60 Prozent der Waldfläche vernichtet. Die Thermen von Biriciana, dem heutigen Weißenburg in Bayern, verschlangen jährlich bis zu 1,25 Hektar Wald. Für die Heizungen der rund 600 Wohnhäuser der Zivilstadt Carnuntum im heutigen Österreich errechnete der Archäologe Hannes Lehar einen Holzbedarf von 15,5 Hektar pro Winterhalbjahr.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten. Im Main-Donau-Gebiet zeigen entwurzelte Auewaldeichen im Flusskies, wie häufig die Gewässer während der Römerzeit über die Ufer traten. Der entwaldete Boden konnte den Regen nicht mehr aufsaugen. Erst nach dem Abzug der Römer erholten sich die Auenwälder, doch die Eichen waren dauerhaft verschwunden. Am Murtensee in der Schweiz brauchte das Ökosystem 300 Jahre zur Regeneration.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Lehren für die Gegenwart</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Althistoriker Gian Franco Chiai von der FU Berlin ordnet ein: &#8222;Es kam zu ernsten Umweltschäden, aber nicht auf globaler Ebene wie heute. Dazu fehlte den Römern die entsprechende Technik, und damals lebten einfach viel weniger Menschen.&#8220; Dennoch zeigt die römische Baugeschichte ein Grundmuster, das erschreckend aktuell wirkt: technische Innovation ohne Rücksicht auf ökologische Konsequenzen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Kathrin Jaschke vom Römisch-Germanischen Museum in Köln bremst romantische Vorstellungen von römischer Nachhaltigkeit: &#8222;Sie konnten super Brücken bauen, und die waren natürlich auch dafür gedacht, möglichst lange stehen zu bleiben. Aber es ging ihnen dabei nicht um Nachhaltigkeit. Hätten sie unseren Spannbeton gekannt, hätten sie den mit Sicherheit auch benutzt.&#8220;</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Ironie der Geschichte: Gerade weil den Römern moderne Materialien fehlten, entwickelten sie Technologien, die uns heute als Vorbild für nachhaltiges Bauen dienen könnten. Die Selbstheilungsfähigkeit des Opus caementicium, die Langlebigkeit ihrer Konstruktionen, die Anpassung an lokale Ressourcen in den Provinzen, all das sind Prinzipien, die angesichts der Klimakrise neu bewertet werden müssen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Plinius der Ältere warnte bereits vor 2000 Jahren: &#8222;Wir vergiften auch die Flüsse und die Elemente der Natur und selbst das, was uns leben lässt, die Luft, verderben wir.&#8220; Seine Worte verhallten ungehört. Sein Neffe Plinius der Jüngere ließ als Statthalter einen stinkenden Fluss einfach abdecken, statt ihn zu reinigen. Procul ex oculis, procul ex mente: Aus den Augen, aus dem Sinn. Auch dieses Muster kennen wir nur zu gut.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Fazit: Innovation braucht Verantwortung</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das römische Erbe lehrt uns zweierlei. Erstens: Technische Meisterleistungen können Jahrtausende überdauern, wenn sie auf einem tiefen Verständnis von Materialien und Prozessen beruhen. Zweitens: Ohne Rücksicht auf ökologische Zusammenhänge hinterlässt jede Hochkultur Narben in der Landschaft. Die Römer kannten keine Umweltverträglichkeitsprüfung. Wir haben keine Ausrede mehr.</p>
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		<title>Deutscher Nachhaltigkeitspreis Architektur 2025: Wie die Mehrzweckhalle Ingerkingen das Weiterbauen revolutioniert</title>
		<link>https://baukunst.art/deutscher-nachhaltigkeitspreis-architektur-2025-wie-die-mehrzweckhalle-ingerkingen-das-weiterbauen-revolutioniert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Dec 2025 09:39:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Südwest]]></category>
		<category><![CDATA[Bestandssanierung]]></category>
		<category><![CDATA[Holzbauweise]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltiges Bauen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Mehrzweckhalle Ingerkingen gewinnt den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur 2025. Das Projekt zeigt, wie Bestandserhalt und Innovation zusammenfinden.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Weiterbauen statt Abreißen: Deutscher Nachhaltigkeitspreis geht nach Oberschwaben</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Am 27. November 2025 wurde in der Bundeskunsthalle Bonn eine Entscheidung verkündet, die weit über die üblichen Preiswürdigungen hinausweist. Der 13. Deutsche Nachhaltigkeitspreis Architektur ging an ein Projekt, das auf den ersten Blick unspektakulär erscheint: die sanierte und erweiterte Mehrzweckhalle im oberschwäbischen Ingerkingen, einem Ortsteil der Gemeinde Schemmerhofen südwestlich von Ulm. Doch gerade diese vermeintliche Unscheinbarkeit macht den eigentlichen Reiz und die Tragweite dieser Auszeichnung aus.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Stuttgarter Architekturbüro Atelier Kaiser Shen hat hier demonstriert, was nachhaltiges Bauen im besten Sinne bedeuten kann: nicht das Ersetzen durch Neues, sondern das intelligente Weiterschreiben einer baulichen Geschichte. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis würdigten das Projekt als herausragendes Beispiel für ökologisch wie architektonisch überzeugendes Weiterbauen im Sinne des Gemeinwohls.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ein Dorf und seine Halle</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die ursprüngliche Mehrzweckhalle wurde 1964 nach Plänen der Architekten Pfalzer und Schenk als Schulsporthalle errichtet. Über sechs Jahrzehnte hinweg diente sie als sozialer Mittelpunkt der Gemeinde, wurde mehrfach umgebaut und erweitert. In direkter Nachbarschaft zu Grundschule, Musikerheim und Feuerwehr bildet sie das Herz des Dorflebens. Neben dem Schulsport dient sie Vereinen als Treffpunkt, Veranstaltungs und Trainingsort.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Als 2020 der Wettbewerb ausgeschrieben wurde, ließ die Gemeinde bewusst offen, ob die sanierungsbedürftige Halle erhalten oder einem Neubau weichen sollte. Für Kilian Juraschitz, der seit September 2025 gemeinsam mit Florian Kaiser das Büro leitet und als Kind selbst in dieser Halle am Sportunterricht teilgenommen hatte, war die Entscheidung klar. Das Team entschied sich für eine behutsame Transformation, geleitet vom Bild einer zerbrochenen chinesischen Porzellanschüssel, die nach der Reparatur erst ihre eigentliche Poesie entfaltet.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Konstruktive Innovation als Schlüssel</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Bestandserhalt konnte nur durch ein innovatives Tragwerk realisiert werden. Gemeinsam mit dem Stuttgarter Tragwerksplanungsbüro str.ucture unter der Leitung von Julian Lienhard entwickelte das Team eine Lösung, die technisch und ästhetisch überzeugt. Um den Anforderungen einer zeitgenössischen Einfeldsporthalle zu genügen, wurde die Halle im südlichen und östlichen Bereich rückgebaut und vergrößert. Dabei blieben Fundamente und Bodenplatte, Decken, die massiven Wände im nördlichen Teil sowie der straßenseitige Bühnentrakt erhalten. Insgesamt konnten rund 60 Prozent der Baumasse bewahrt werden.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das eigentlich Innovative ist ein einhüftiger Zweigelenkrahmen aus Brettschichtholz, der auf dem Achsraster der bestehenden Stahlbetonstützen ausgerichtet ist. Durch die Trägergeometrie und die biegesteife Rahmenecke werden etwa 60 Prozent der Vertikal und alle Horizontallasten in die neuen Fundamente im Süden eingeleitet. Die Hallenrahmen geben lediglich 40 Prozent der Vertikallasten und keine Horizontallasten an den Bestand ab. Die geschwungene Form der Binder zeichnet den Momentenverlauf nach und verleiht dem Innenraum eine spielerische Leichtigkeit.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Julian Lienhard beschreibt das Zusammenspiel von Alt und Neu als Win Win Win Situation: Der Überstand des Daches entlastet durch sein Eigengewicht das Feld, ermöglicht eine Querschnittsoptimierung und fungiert gleichzeitig als konstruktiver Holzschutz. Die Auskragung nach Süden schafft zudem eine wettergeschützte Terrasse, die bei gutem Wetter direkt mit der Halle verbunden werden kann.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Materialität und Kreislaufdenken</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Architekten wählten Materialien und Fügungen so, dass ein Großteil der Baustoffe bei einem möglichen Rückbau sortenrein trennbar und in die Kreislaufwirtschaft zurückgeführt werden können. Der Bestand wurde gedämmt und verputzt, während die Aufstockung und Erweiterung eine hinterlüftete Holzfassade aus unbehandelter Fichte erhielten. Der Versatz von rund zwölf Zentimetern zwischen dem dünneren Holzrahmenbau und dem alten Mauerwerk schärft die Plastizität des Bauwerks und macht Alt und Neu ablesbar.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Den Beweis der Vorzüge trennbarer Konstruktionen lieferten die Nutzerinnen und Nutzer selbst. Um Kosten zu sparen, wurde die alte Halle vorab von örtlichen Vereinen ehrenamtlich entkernt. Ausgebaute Sanitärobjekte und die Kücheneinrichtung wurden weiterverkauft, die Leistenschalung der ehemaligen Holzbekleidung fand als Fassade einer nahegelegenen Waldhütte eine zweite Nutzung. Ein eindrucksvolles Beispiel gelebter Kreislaufwirtschaft auf kommunaler Ebene.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Gemeinwohl als architektonische Kategorie</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">DGNB Vizepräsident Martin Haas betonte in seiner Laudatio den identitätsstiftenden Charakter des Projekts. Die Jury beschreibt das Gebäude als Haus ohne Rückseite, das sich nach allen Seiten einladend zur Gemeinde öffnet. Zusammen mit der benachbarten Schule, dem vorgelagerten Festplatz und dem Feuerwehrhaus bildet die Halle das Zentrum des Ortes.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">DGNB Präsident Amandus Samsøe Sattler würdigte das Projekt als Beispiel dafür, dass Architektur nicht laut sein muss, um wirksam zu sein. Die Mehrzweckhalle verbinde technologische Innovation mit gesellschaftlicher Relevanz und schaffe einen Ort, der Menschen stärke und Ressourcen schütze. Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, ergänzte, dass es dem Architekturbüro gelinge, dem Konzept des Weiterbauens ein überzeugendes Gesicht zu geben.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ein posthumer Erfolg</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Preis hat auch eine melancholische Dimension. Guobin Shen, Mitgründer des Büros und maßgeblich am Projekt beteiligt, verstarb im Mai 2024 im Alter von nur 40 Jahren bei einem Kletterunfall. Der 1984 in Zhejiang geborene Architekt hatte 2017 gemeinsam mit seinem Studienfreund Florian Kaiser das Atelier Kaiser Shen gegründet. Ihre Philosophie des Weiterbauens, des Schaffens unfertiger Häuser, die von den Nutzenden weitergeschrieben werden können, prägte auch dieses Projekt. Die Auszeichnung in Bonn ist somit auch eine posthume Würdigung seines Schaffens.</p>
<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Vorbild für eine Transformation</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Deutschland verfügt über Tausende ähnlicher Mehrzweckhallen aus den Nachkriegsjahrzehnten, die vor vergleichbaren Entscheidungen stehen. Die Mehrzweckhalle Ingerkingen zeigt, dass Sanierung und Erweiterung nicht nur ökologisch sinnvoller, sondern auch wirtschaftlich günstiger sein können als ein Neubau. Die Jury hob hervor, dass das Projekt zu einem Vorbild für ähnliche Sanierungsaufgaben in ganz Deutschland werden könnte.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Dass der Preis erstmals im Rahmen des neuen Forums Nachhaltige Architektur verliehen wurde, unterstreicht den programmatischen Anspruch. Die DGNB und die Architektenkammer Nordrhein Westfalen wollen mit diesem Format gezielt Planende erreichen, die Nachhaltigkeit und Klimaschutz konsequent umsetzen möchten. Das Siegerprojekt aus dem oberschwäbischen Ingerkingen liefert dafür die beste Blaupause: unaufgeregt, präzise und zutiefst menschlich.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/deutscher-nachhaltigkeitspreis-architektur-2025-wie-die-mehrzweckhalle-ingerkingen-das-weiterbauen-revolutioniert/">Deutscher Nachhaltigkeitspreis Architektur 2025: Wie die Mehrzweckhalle Ingerkingen das Weiterbauen revolutioniert</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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		<title>Die Rückkehr zum Wesentlichen: Warum Venedigs neue Biennale Kuratoren an die Vergänglichkeit glauben</title>
		<link>https://baukunst.art/die-rueckkehr-zum-wesentlichen-warum-venedigs-neue-biennale-kuratoren-an-die-vergaenglichkeit-glauben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Dec 2025 11:08:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Inspiration]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[#Zukunftarchitektur]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturbiennale Venedig]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltiges Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Wang Shu]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das chinesische Architekturduo Wang Shu und Lu Wenyu übernimmt die Kuratierung der 20. Architekturbiennale in Venedig und kündigt eine radikale Abkehr von Spektakel und Kommerz an.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Venedig 2027: Chinesisches Architektenduo erklärt Tech Biennale den Krieg</h1>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Nur drei Tage nach dem Ende der von Carlo Ratti verantworteten Ausgabe verkündete die Biennale von Venedig die Namen der Kuratorinnen und Kuratoren für 2027: Wang Shu und Lu Wenyu, Gründer des Amateur Architecture Studio in Hangzhou, werden die 20. Internationale Architekturausstellung leiten. Die Ernennung markiert einen programmatischen Wendepunkt, der die Architekturdebatte auf ihre Grundlagen zurückführen könnte.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Wahl fällt in eine Zeit, in der die Architekturbiennale nach Orientierung sucht. Lesley Lokkos politisch aufgeladene Ausgabe 2023 und Carlo Rattis technologieaffiner Ansatz 2025 mit dem Titel „Intelligens“ haben unterschiedliche Akzente gesetzt, von manchen Kritikerinnen und Kritikern als „Silicon Valley Fiebertraum“ beschrieben. Wang Shu und Lu Wenyu versprechen nun eine Rückbesinnung auf genuin architektonische Fragen, auf Handwerk, Material und Ort.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Die Poetik des Recyclings</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">1997 gründeten Wang Shu und Lu Wenyu ihr gemeinsames Büro in Hangzhou. Der Name „Amateur Architecture Studio“ ist Programm: Er verweist auf eine bewusste Distanz zum professionellen Betrieb, auf eine Haltung, die Architektur nicht als Dienstleistung, sondern als kulturelle Praxis begreift. Ihre Arbeit verbindet traditionelles chinesisches Handwerk mit zeitgenössischen Fragestellungen, lokale Bautechniken mit einer Kritik an der kompromisslosen Modernisierung, die in China ganze Stadtviertel dem Erdboden gleichgemacht hat.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Historische Museum in Ningbo, 2008 fertiggestellt, verkörpert diese Philosophie exemplarisch. Für die Fassade des wuchtigen Baukörpers verwendeten Wang und Lu Abbruchmaterialien aus den umliegenden Dörfern, die der Neubebauung weichen mussten: Ziegel, Dachziegel, teils über tausend Jahre alt, zusammengefügt in der traditionellen Wapan Technik. „Überall findet man Ruinen von abgerissenen Gebäuden“, berichtet Wang Shu. „Aber überall gibt es auch Materialien, schöne Materialien.“ Die Fassade des Museums wird so zum Gedächtnisspeicher, zum materiellen Archiv einer verschwindenden Kultur.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Zwischen Tradition und Experiment</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Xiangshan Campus der China Academy of Art in Hangzhou, das zweite Hauptwerk des Studios, zeigt eine andere Facette ihrer Arbeit. Der zwischen 2002 und 2007 realisierte Komplex aus 22 unterschiedlich gestalteten Gebäuden verbindet Stampflehm, Bambus und recycelte Ziegel mit gewagten Dachlandschaften. Wang Shu rettete über zwei Millionen Ziegel von abgerissenen Häusern für die Dächer. Lokale Handwerker setzten traditionelle Techniken ein, die sonst bei der Anlage von Teefeldern verwendet werden. Die Architektur wächst aus dem Ort heraus, anstatt ihm aufgezwungen zu werden.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">2012 erhielt Wang Shu als erster Chinese den Pritzker Preis. Dass seine Partnerin und Ehefrau Lu Wenyu damals nicht mit ausgezeichnet wurde, sorgte für Kritik. Die Biennale Ernennung korrigiert dieses Ungleichgewicht: Beide werden als gleichberechtigte künstlerische Leiter geführt. Lu Wenyu, Direktorin des Zentrums für nachhaltiges Bauen an der China Academy of Art, war zuletzt Juryvorsitzende des RIBA International Prize 2024.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Der Tod der Architektur</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">In ihrer Antrittsrede formulierten Wang Shu und Lu Wenyu eine scharfe Diagnose: „In der heutigen Welt sind die schnellen und vielfältigen Veränderungen in der Architektur mehr ein oberflächliches Phänomen, das Ergebnis übermäßiger Konzeptualisierung oder ausgeprägter Kommerzialisierung.“ Konzeptuelle Experimente, ins Extrem getrieben, verlieren den Bezug zur Realität. Überkommerzialisierung erzeugt nur Kurzlebiges und Populäres. „Es wird zum Tod der Architektur führen.“</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese Worte lesen sich wie eine direkte Antwort auf Rattis 750 Teilnehmerinnen und Teilnehmer starke Technologieschau. Während „Intelligens“ Roboterhunde, Drohnen und Monddatenzentren präsentierte, setzen Wang und Lu auf „ein einfaches und wahres Konzept und eine Methode der Architektur“, verwurzelt in Ort, Materialgeschichte und Kontinuität.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ein versöhnlicher Ansatz</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Biennale von Venedig sind beide seit langem verbunden. 2006 stellten sie im Chinesischen Pavillon aus. 2010 erhielten sie für ihre Installation „Decay of a Dome“ unter Kazuyo Sejima eine Besondere Erwähnung. 2016 waren sie bei Alejandro Aravena in der Hauptausstellung vertreten. Diese Erfahrung, kombiniert mit ihrer Lehrpraxis, verspricht eine kuratorisch durchdachte Ausstellung.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Biennale Präsident Pietrangelo Buttafuoco betonte ihre „in der Erinnerung an Orte und im Wissen um Bauprozesse tief verwurzelte Vision“ als „wesentliche Stimme in der internationalen Debatte über Architektur und über die Bedeutung des Bewohnens der Räume dieser Welt“. Ob die Biennale 2027 diese Erwartungen erfüllen kann, wird sich zeigen. Die Voraussetzungen für eine Architekturausstellung, die das Bauen wieder vom Material, vom Handwerk, vom konkreten Ort her denkt, sind jedenfalls gegeben.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die 20. Architekturbiennale in Venedig wird vom 8. Mai bis zum 21. November 2027 zu sehen sein.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
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			</item>
		<item>
		<title>Der Fensterladen: Eine verlorene Kunst des Schattens?</title>
		<link>https://baukunst.art/der-fensterladen-eine-verlorene-kunst-des-schattens/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Sep 2025 13:03:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaarchitektur]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltiges Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnenschutz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=13427</guid>

					<description><![CDATA[<p> Mitteleuropa schwitzt sich durch den Klimawandel – und ignoriert dabei die simpelste Lösung, die seit Jahrhunderten funktioniert: außenliegende Fensterläden als natürliche Klimaregulierung.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Der blinde Fleck der zeitgenössischen Architektur</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die mitteleuropäische Baukultur hat sich von einer fundamentalen Weisheit verabschiedet. Während in Triest, Verona oder Marseille Fensterläden selbstverständlich zur Fassade gehören, glaubt man nördlich der Alpen immer noch, mit innenliegenden Jalousien und energiefressenden Klimaanlagen die Hitze bekämpfen zu können. Ein fataler Irrtum, der sich jeden Sommer rächt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Physik ist eindeutig: Sonnenschutz funktioniert nur effektiv, wenn er die Wärme bereits vor der Glasscheibe abfängt. Fensterläden reduzieren die Aufheizung um bis zu 75 Prozent – innenliegende Systeme schaffen bestenfalls 25 Prozent. Diese Zahlen kenne ich nicht aus Lehrbüchern, sondern aus unzähligen Messungen in realisierten Projekten. Trotzdem dominieren in deutschen und österreichischen Neubauten glatte, schattenlose Glasfassaden, als hätten Architektinnen und Architekten kollektiv vergessen, dass die Sonne existiert.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Das Märchen von der modernen Ästhetik</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Argumente gegen Fensterläden höre ich seit Jahren: zu altmodisch, zu wartungsintensiv, störend für die puristische Fassadengestaltung. Dabei offenbart sich hier ein erschreckender Mangel an gestalterischer Kreativität. Fensterläden sind keine nostalgischen Relikte, sondern hochfunktionale Bauelemente, die längst zeitgemäß interpretiert werden können. Schiebeläden aus perforiertem Metall, faltbare Lamellensysteme aus Holz oder textile Screens – die Möglichkeiten sind endlos.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Besonders absurd wird die Diskussion, wenn Bauträgerinnen und Bauträger millionenteure Fassadenbegrünungen als Klimaschutz verkaufen, aber simple Klappläden als unzumutbar abtun. Eine vertikale Grünfassade kostet pro Quadratmeter das Zehnfache eines hochwertigen Fensterladens und benötigt jahrelange Pflege, bis sie wirksam beschattet. Die Prioritäten der Branche sind vollkommen verrutscht.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Die vergessene Multifunktionalität</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Fensterläden können mehr als nur Schatten spenden. Sie regulieren Privatsphäre, reduzieren Straßenlärm, schützen vor Sturm und Hagel, verbessern die Sicherheit und ermöglichen nachts vollständige Verdunkelung. In meiner Praxis habe ich erlebt, wie Bewohnerinnen und Bewohner nach dem nachträglichen Einbau von Fensterläden ihre Schlafqualität dramatisch verbesserten und die Energiekosten um ein Drittel senkten.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die mediterrane Architektur macht es vor: Dort sind Fensterläden integraler Bestandteil des klimagerechten Bauens. Sie schaffen Zwischenzonen zwischen Innen und Außen, ermöglichen dosierte Belichtung und Belüftung. Ein Prinzip, das bereits die arabische Architektur mit ihren Mashrabiyas perfektionierte – hölzerne Gitterwerke, die Licht filtern, Luft zirkulieren lassen und gleichzeitig Privatsphäre wahren.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Die Technologie-Verliebtheit als Irrweg</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Stattdessen setzen Planerinnen und Planer auf High-Tech-Lösungen: elektrochrome Gläser für 1.000 Euro pro Quadratmeter, automatisierte Raffstores mit anfälliger Sensorik, smarte Verschattungssysteme mit App-Steuerung. Nach zwei Jahrzehnten Beobachtung solcher Systeme kann ich sagen: Die Hälfte funktioniert nach fünf Jahren nicht mehr ordnungsgemäß. Ein simpler Fensterladen hingegen hält bei minimaler Wartung 50 Jahre und länger.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese Technologie-Fixierung offenbart ein grundsätzliches Missverständnis nachhaltiger Architektur. Nachhaltigkeit bedeutet nicht, möglichst viele technische Gadgets in ein Gebäude zu packen, sondern robuste, einfache Lösungen zu finden, die ohne Strom und Elektronik funktionieren. Ein Fensterladen ist passiver Sonnenschutz in Reinform – keine Energie, keine Steuerung, keine Ausfälle.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Das Versagen der Ausbildung</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Wurzel des Problems liegt bereits in der Architekturausbildung. Klimagerechtes Bauen wird als technisches Spezialgebiet behandelt, nicht als Grundprinzip jeden Entwurfs. Studierende lernen, spektakuläre Renderings zu produzieren, aber nicht, wie sich ein Gebäude im Hochsommer verhält. Sie können parametrische Fassaden programmieren, wissen aber nicht, warum in der Provence die Fenster nach Norden klein und nach Süden groß sind – immer mit tiefen Laibungen und Läden.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">In meinen Gastvorträgen stelle ich regelmäßig die Frage: Wer hat schon einmal in einem Raum mit funktionierenden Fensterläden gewohnt? Selten melden sich mehr als zehn Prozent. Wie sollen diese jungen Architektinnen und Architekten etwas entwerfen, dessen Qualität sie nie erlebt haben?</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Die ökonomische Kurzsichtigkeit</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Hauptargument gegen außenliegenden Sonnenschutz sind immer die Kosten. Dabei rechnet niemand ehrlich: Ein hochwertiger Klappladen kostet etwa 400 Euro pro Quadratmeter Fensterfläche. Die Alternative – eine leistungsstarke Klimaanlage plus höhere Energiekosten über die Lebensdauer – liegt beim Dreifachen. Ganz zu schweigen von den gesellschaftlichen Kosten durch Urban Heat Islands und Stromspitzen an Hitzetagen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Besonders perfide: In Förderrichtlinien für energieeffizientes Bauen werden Fensterläden oft nicht als förderwürdig eingestuft, während technische Beschattungssysteme bezuschusst werden. Eine Politik, die Low-Tech bestraft und High-Tech belohnt – mit fatalen Folgen für Baukultur und Klima.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Zeit für eine Renaissance</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Es ist Zeit für eine Renaissance der Fensterläden – nicht als romantische Nostalgie, sondern als intelligente Antwort auf die Klimakrise. Moderne Interpretationen zeigen längst, wie sich traditionelle Funktion und zeitgenössische Ästhetik verbinden lassen. Perforierte Aluminiumläden des Architekten Jean Nouvel am Institut du Monde Arabe in Paris, die beweglichen Holzlamellen von Herzog &amp; de Meuron oder die textilen Screens von Lacaton &amp; Vassal beweisen: Außenliegender Sonnenschutz kann Architektur bereichern, nicht behindern.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Auch aus Berufserfahrung bin ich überzeugt: Die Zukunft gehört nicht den stromfressenden Glaspalästen mit Vollklimatisierung, sondern einer Architektur, die mit einfachen, robusten Mitteln auf das Klima reagiert. Fensterläden sind dabei kein Rückschritt, sondern ein Schritt nach vorn – zurück zu einer Baukultur, die Funktionalität und Nachhaltigkeit über kurzlebige Effekthascherei stellt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">
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		<title>Baustoffwende zwischen Klimaschutz und Rohstoffkrise</title>
		<link>https://baukunst.art/baustoffwende-zwischen-klimaschutz-und-rohstoffkrise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Sep 2025 08:36:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Baustoffe]]></category>
		<category><![CDATA[CO₂-Speicherung]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltiges Bauen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=13401</guid>

					<description><![CDATA[<p>Innovative Baustoffe könnten das Klima retten – doch Materialknappheit und schleppende Umsetzung bremsen die Revolution.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Baustoffinnovation zwischen Vision und Wirklichkeit</strong></h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Bauwirtschaft steht vor einer der größten Transformationen ihrer Geschichte. Neue Technologien versprechen, Gebäude nicht nur nachhaltiger, sondern zu <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">aktiven Klimaschützern</strong> zu machen. Gleichzeitig geraten etablierte Rohstoffquellen unter Druck. Zwischen <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Forschungslabor</strong> und <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Baustelle</strong> entscheidet sich, ob der Traum vom grünen Bauen Realität wird.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Beton als aktiver CO₂-Speicher – die Technologie von morgen</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Beton ist heute der Klimasünder Nummer eins der Baubranche: Weltweit werden jährlich rund <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">30 Milliarden Tonnen</strong>verbaut, bei deren Herstellung enorme Mengen Kohlendioxid freigesetzt werden. Forschende der ETH Zürich arbeiten an einem radikalen Ansatz: Beton, dem <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Kohlenstoffgranulat</strong> zugesetzt wird. Dieses Granulat wird aus CO₂ gewonnen, das direkt aus der Luft abgeschieden wird. Der Prozess ist komplex. In einem ersten Schritt wird Kohlendioxid mit grünem Wasserstoff zu Methan umgewandelt, anschließend in festen Kohlenstoff gespalten und schließlich als Granulat dem Beton beigemischt. Ergebnis: Ein Material, das <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">mehr CO₂ speichert</strong>, als es bei der Zementproduktion verursacht. Die Chancen sind gewaltig – aber die Hürden ebenso. Für die Herstellung des Kohlenstoffgranulats sind große Mengen erneuerbarer Energie nötig, die erst nach der Energiewende im Überfluss vorhanden sein werden. Außerdem muss der Bauschutt nach dem Abriss <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">dauerhaft deponiert</strong> werden, um das gespeicherte CO₂ nicht wieder freizusetzen. In einer Welt mit knappen Deponieressourcen ist das ein ungelöstes Problem.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Holz und Bambus – traditionelle Baustoffe mit Zukunftspotenzial</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Holz bleibt ein Eckpfeiler nachhaltigen Bauens. Fachwerkhäuser beweisen seit Jahrhunderten, dass Holz CO₂ langfristig binden kann. Forschungen des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung zeigen: Würde der Holzanteil in Neubauten weltweit massiv steigen, könnten bis 2100 mehr als <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">100 Milliarden Tonnen CO₂</strong> gebunden werden. Doch Holz ist nicht unbegrenzt verfügbar. Klimawandel, Schädlingsbefall und Übernutzung bedrohen Wälder. Ohne konsequentes <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Waldmanagement</strong> und Wiederaufforstung droht ein Rohstoffengpass, der das Potenzial von Holz als Klimaretter einschränkt. Ähnliches gilt für Bambus, der vor allem in Asien eine zentrale Rolle spielt.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Kreislaufwirtschaft: Der geschlossene Materialkreislauf</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Neben neuen Materialien setzen viele Forschende auf <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">radikale Kreislaufstrategien</strong>. Der Traum: Zement und Zuschläge wie Sand und Kies werden am Ende des Lebenszyklus vollständig recycelt. Erste Pilotanlagen zeigen, dass dies technisch machbar ist. Sollte es gelingen, könnte die Bauindustrie ihren <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Rohstoffbedarf drastisch senken</strong>. Oliver Blask von der Technischen Hochschule Ingolstadt denkt noch weiter. Für ihn beginnt Nachhaltigkeit bei der Planung: „Am besten entsteht Bauschutt erst gar nicht.“ Das bedeutet: Langlebige Materialien, modulare Grundrisse und flexible Nutzungskonzepte. Ein Parkhaus könnte dann Jahrzehnte später zu einem Büro oder einer Wohnung werden – ohne Abriss und Neubau.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Die Krise der Sekundärrohstoffe</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Parallel zu diesen visionären Ansätzen schrumpft das Angebot an <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">industriellen Nebenprodukten</strong>, die bisher als günstige Rohstoffe dienten. Flugasche aus Kohlekraftwerken, Schlacke aus Hochöfen, Rea-Gips aus der Rauchgasentschwefelung – allesamt Materialien, die Zement und Beton teilweise ersetzten – verschwinden. Eine Studie des Leibniz-Instituts RWI prognostiziert: Bis 2040 wird Rea-Gips ganz wegfallen, Flugasche sich halbieren und auch Schlacke um zwei Drittel zurückgehen. Das bedeutet: <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Mehr Primärrohstoffe</strong> wie Sand, Kies und Kalkstein werden gebraucht – mit ökologischen und gesellschaftlichen Konflikten um Abbauflächen und Genehmigungen.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Digitalisierung und KI: Von der Forschung in die Praxis</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Technologische Durchbrüche entstehen nicht nur bei den Materialien selbst. Digitale Werkzeuge wie <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Building Information Modeling (BIM)</strong> und <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Künstliche Intelligenz</strong> optimieren Materialeinsatz, Bauabläufe und Wartung. KI-gestützte Analysen können vorhersagen, wo Material gespart oder wiederverwendet werden kann. In Forschungsprojekten entstehen bereits <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">digitale Zwillinge</strong> ganzer Gebäude, die über Jahrzehnte Daten sammeln. Diese Systeme ermöglichen vorausschauende Instandhaltung und reduzieren unnötigen Abriss.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Verändertes Bauen reduziert den Materialbedarf</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ein weiterer Trend wirkt der Rohstoffkrise entgegen: <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Bauen im Bestand</strong>. Immer häufiger werden bestehende Gebäude aufgestockt, umgebaut oder saniert, statt sie abzureißen. Im Wohnungsbau verschiebt sich der Fokus von Einfamilienhäusern hin zu <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Mehrfamilienhäusern</strong>, die pro Wohnung weniger Material benötigen. Auch im Infrastrukturbereich gilt zunehmend: <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Erhalt vor Neubau</strong>.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Fazit: Der Wettlauf gegen die Zeit</strong></h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die grüne Baustoffrevolution ist <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">nicht am Ende</strong>, sondern steht am Anfang – und zugleich am Scheideweg. Innovationen wie CO₂-speichernder Beton, Kreislaufwirtschaft und digitale Steuerung könnten die Branche grundlegend verändern. Doch Rohstoffknappheit, Energiebedarf und politische Hürden drohen, diesen Fortschritt auszubremsen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die nächsten zehn Jahre werden entscheiden, ob Bauen ein <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Werkzeug zur Klimarettung</strong> wird – oder ob die Branche im Beton der Vergangenheit stecken bleibt.</p>
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		<title>Klimarettung aus der Baugrube: Warum Niederösterreich umdenkt</title>
		<link>https://baukunst.art/klimarettung-aus-der-baugrube-warum-niederoesterreich-umdenkt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Jul 2025 14:23:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltiges Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Niederösterreich]]></category>
		<category><![CDATA[Stampflehm]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=12937</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im Weinviertel zeigt die Windkraft Simonsfeld AG, wie aus Baugrubenaushub preisgekrönte Architektur wird: 1000 Punkte beim Klimaaktiv-Gold für nachhaltigen Gewerbebau.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Wie die Windkraft Simonsfeld AG in Ernstbrunn neue Maßstäbe für nachhaltiges Bauen setzt</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Im Weinviertel, wo sich Windräder wie moderne Mühlen über sanfte Hügel erheben, entstand ein Gebäude, das mehr ist als nur eine Firmenzentrale. Die Erweiterung der Windkraft Simonsfeld AG in Ernstbrunn demonstriert, wie regionale Baukultur und höchste Nachhaltigkeitsstandards eine symbiotische Verbindung eingehen können. Mit 1000 von 1000 möglichen Punkten beim Klimaaktiv-Gold-Standard setzt das Projekt neue Maßstäbe – nicht nur für Niederösterreich.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Lehm aus der Baugrube: Regionale Ressourcen neu gedacht</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Was andere Bauherren als Aushub entsorgen, verwandelte das Team um <strong><a href="https://www.juritroy.com/" target="_blank" rel="noopener">juri troy architects</a> </strong>in einen zentralen Baustoff. Der gewonnene Stampflehm prägt nicht nur die Ästhetik des Erweiterungsbaus, sondern verkörpert eine radikal regionale Herangehensweise an nachhaltiges Bauen. Diese Entscheidung steht exemplarisch für eine neue Generation von Projekten, die lokale Ressourcen nicht als Limitierung, sondern als gestalterische Chance begreifen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Verwendung des vor Ort gewonnenen Lehms reduziert Transportwege auf ein Minimum und schafft gleichzeitig ein Raumklima, das seinesgleichen sucht. Die hygroskopischen Eigenschaften des Materials regulieren die Luftfeuchtigkeit natürlich und tragen zur außergewöhnlichen Behaglichkeit bei, die das Gebäude auszeichnet.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Niederösterreichische Baukultur im Wandel</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Projekt fügt sich nahtlos in die aktuelle Transformation der niederösterreichischen Baulandschaft ein. Während das Bundesland traditionell für seine Einfamilienhaussiedlungen bekannt war, zeigen Projekte wie die Windkraft-Zentrale einen Paradigmenwechsel. Die Landesbauordnung Niederösterreich, die in den vergangenen Jahren mehrfach novelliert wurde, schafft zunehmend Raum für innovative Ansätze im gewerblichen Bereich.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Besonders bemerkenswert ist die Integration des Bestandsgebäudes. Anstatt tabula rasa zu machen, entwickelten die Architekten eine Strategie des Weiterbauens, die sowohl ökonomisch als auch ökologisch überzeugt. Das neu geschaffene Atrium wird zum sozialen Herzstück und verbindet Alt und Neu zu einer räumlichen Einheit.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Green Jobs brauchen grüne Architektur</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Windkraft Simonsfeld AG gehört zu jenen niederösterreichischen Unternehmen, die die Energiewende aktiv vorantreiben. Mit über 80 Windkraftanlagen produziert das Unternehmen sauberen Strom für rund 160.000 Haushalte. Dass ausgerechnet ein solcher Pionier der Erneuerbaren Energien auch bei der eigenen Firmenzentrale kompromisslos auf Nachhaltigkeit setzt, sendet ein starkes Signal.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren von einem Arbeitsumfeld, das die Unternehmenswerte nicht nur predigt, sondern räumlich erfahrbar macht. Tageslichtdurchflutete Arbeitsplätze, natürliche Materialien und ein ausgeklügeltes Lüftungskonzept schaffen Bedingungen, die weit über die gesetzlichen Mindeststandards hinausgehen.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Regionale Netzwerke als Erfolgsfaktor</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Realisierung des Projekts zeigt exemplarisch die Stärke regionaler Netzwerke in Niederösterreich. Die Zusammenarbeit zwischen dem Projektentwickler M.O.O.CON GmbH, den Architekten und lokalen Handwerksbetrieben funktionierte reibungslos. Besonders bei der Verarbeitung des Stampflehms war regionales Know-how gefragt – eine Expertise, die in Niederösterreich durch Initiativen wie das Netzwerk Lehm kontinuierlich ausgebaut wird.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese Vernetzung spiegelt einen größeren Trend wider: Niederösterreich positioniert sich zunehmend als Kompetenzregion für nachhaltiges Bauen. Die Unterstützung durch Landesförderungen und die aktive Rolle der Energieberatung NÖ schaffen ein Umfeld, in dem ambitionierte Projekte gedeihen können.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Weinviertel als Laboratorium der Energiewende</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Weinviertel, traditionell geprägt von Landwirtschaft und Weinbau, wandelt sich zur Modellregion für erneuerbare Energien. Die Windkraft spielt dabei eine zentrale Rolle – nicht nur als Energielieferant, sondern auch als Wirtschaftsfaktor. Die architektonische Qualität der Simonsfeld-Zentrale zeigt, dass dieser Wandel auch baukulturellen Mehrwert schaffen kann.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die regionale Verankerung des Projekts geht über die Materialwahl hinaus. Das Gebäude reagiert auf die klimatischen Bedingungen des Weinviertels mit seinen heißen Sommern und kalten Wintern. Die massive Stampflehmbauweise wirkt als thermischer Puffer und reduziert den Energiebedarf für Heizung und Kühlung erheblich.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Gleichzeitig fordert das Projekt traditionelle Vorstellungen von Weinviertler Baukultur heraus. Zwischen den für die Region typischen Vierkanthöfen und Kellergassen wirkt die selbstbewusste Öko-Architektur wie ein Statement. Diese architektonische Positionierung ist durchaus gewollt: Als Unternehmen, das die Energiewende vorantreibt, will die Windkraft Simonsfeld auch baulich Zeichen setzen. Dass dies nicht überall auf ungeteilte Zustimmung stößt, liegt in der Natur solcher Transformationsprozesse.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Vorbild mit Strahlkraft – aber nicht ohne Diskussion</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Auszeichnung in der Kategorie Gewerbe unterstreicht die Vorbildfunktion des Projekts. Während in vielen Regionen Österreichs noch über die Vereinbarkeit von Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit diskutiert wird, liefert Ernstbrunn den praktischen Beweis. Die Investition in höchste ökologische Standards zahlt sich über den gesamten Lebenszyklus aus – sowohl in der Betriebskostenbilanz als auch in der Mitarbeiterzufriedenheit.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Doch wie bei jedem ambitionierten Bauprojekt gibt es auch hier Licht und Schatten. Nicht alle Beobachter sind von der architektonischen Lösung restlos überzeugt. Die radikale Materialwahl und die kompromisslose Nachhaltigkeitsstrategie polarisieren durchaus. Manche Kritiker sehen in der demonstrativen Öko-Architektur eine zu starke Selbstinszenierung, andere vermissen eine subtilere Integration in den dörflichen Kontext von Ernstbrunn. Diese Diskussion ist jedoch Teil eines wichtigen Dialogs über die Zukunft des Bauens – gerade im ländlichen Raum.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Für die niederösterreichische Architekturszene markiert das Projekt trotz oder gerade wegen dieser Kontroversen einen wichtigen Meilenstein. Es zeigt, dass regionale Identität und internationale Standards keine Gegensätze sein müssen. Die konsequente Verwendung lokaler Ressourcen, gepaart mit innovativer Planung, schafft eine Architektur, die sowohl verwurzelt als auch zukunftsweisend ist – und genau deshalb zur Diskussion anregt.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ausblick: Niederösterreich baut um</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Windkraft Simonsfeld AG hat mit ihrer Firmenzentrale einen neuen Standard gesetzt. Für andere Unternehmen in der Region wird es schwer, hinter dieses Niveau zurückzufallen. Das ist auch gut so: Niederösterreich braucht mehr Projekte dieser Qualität, um seine ambitionierten Klimaziele zu erreichen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Landesregierung hat erkannt, dass nachhaltiges Bauen ein Standortfaktor ist. Mit gezielten Förderungen und einer progressiven Bauordnung schafft sie Rahmenbedingungen, die Leuchtturmprojekte ermöglichen. Die Herausforderung besteht nun darin, diese Exzellenz in die Breite zu tragen – von Ernstbrunn ins gesamte Bundesland.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Als Stuttgart sich selbst zerstörte &#8211; Eine Stadt lernt aus ihren Fehlern</title>
		<link>https://baukunst.art/als-stuttgart-sich-selbst-zerstoerte-eine-stadt-lernt-aus-ihren-fehlern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Jul 2025 12:57:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Südwest]]></category>
		<category><![CDATA[Bestandssanierung]]></category>
		<category><![CDATA[Graue Energie]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltiges Bauen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Stuttgarts Abrissgeschichte als Mahnung: Neue Ausstellung zeigt, wie wir vom Tabula-Rasa-Denken zum reflektierten Umgang mit Baubestand kommen. Ein Paradigmenwechsel mit Vorbildcharakter.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []">Abrisskultur im Wandel: Vom Tabula Rasa zum reflektierten Umgang mit Bestand</h1>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Stuttgart als Brennglas einer nationalen Debatte</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Architekturgalerie am Weißenhof zeigt mit &#8222;Abriss 2.0 – umweltgerecht&#8220; mehr als eine fotografische Dokumentation. Wilfried Dechaus Vorher-Nachher-Gegenüberstellungen sind ein schmerzhafter Spiegel unserer Baukultur. Was 2016 mit &#8222;Stuttgart reißt sich ab&#8220; begann, findet nun seine konsequente Fortsetzung – und offenbart dabei einen fundamentalen Wandel im Umgang mit bestehender Bausubstanz.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Graue Energie als neue Währung</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Zeiten, in denen Architekten und Architektinnen ihre Entwürfe auf der grünen Wiese oder nach Totalabriss planen konnten, neigen sich dem Ende zu. Der Begriff der grauen Energie hat sich vom Nischenbegriff zum zentralen Planungsparameter entwickelt. In Baden-Württemberg, wo die Landesbauordnung bereits verschärfte Anforderungen an den Ressourcenschutz stellt, zeigt sich dieser Paradigmenwechsel besonders deutlich. Ein durchschnittliches Bürogebäude der 1970er Jahre verkörpert etwa 500 bis 800 Kilogramm CO₂-Äquivalent pro Quadratmeter – Energie, die bei einem Abriss unwiederbringlich verloren geht.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Stuttgarter Beispiele aus Dechaus Ausstellung illustrieren dieses Dilemma eindrücklich. Wo einst solide Nachkriegsbauten standen, erheben sich heute Neubauten, die zwar energieeffizienter im Betrieb sein mögen, deren Erstellung jedoch Jahrzehnte an CO₂-Einsparungen zunichtemacht. Die Rechnung ist simpel: Ein Neubau muss 50 bis 80 Jahre betrieben werden, um die bei seiner Errichtung verursachten Emissionen durch verbesserte Energieeffizienz zu kompensieren.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Regionale Besonderheiten prägen die Abrisspraxis</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Baden-Württemberg steht exemplarisch für ein Bundesland im Spannungsfeld zwischen Wachstumsdruck und Nachhaltigkeitszielen. Die Landeshauptstadt Stuttgart, eingekesselt in ihrer Tallage, kann nicht in die Fläche wachsen. Der Druck auf den Bestand ist enorm. Gleichzeitig hat das Land mit der Novellierung der Landesbauordnung 2023 die Weichen für eine ressourcenschonendere Bauwirtschaft gestellt. Die verpflichtende Prüfung von Umbau- und Sanierungsalternativen vor jedem Abrissantrag ist mehr als eine bürokratische Hürde – sie manifestiert einen Kulturwandel.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Besonders bemerkenswert sind die regionalen Unterschiede in der Umsetzung. Während Freiburg mit seinem &#8222;Leitfaden Bauen im Bestand&#8220; Vorreiter ist und systematisch Bestandsgebäude auf Transformationspotenziale untersucht, agieren kleinere Kommunen im ländlichen Raum oft noch nach alten Mustern. Die Gründe sind vielschichtig: fehlende Fachkompetenz in den Bauämtern, Investorendruck und nicht zuletzt eine tief verwurzelte Skepsis gegenüber &#8222;alter Bausubstanz&#8220;.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Handwerk und Industrie in der Transformation</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Wandel zur Bestandserhaltung fordert das regionale Baugewerbe heraus. Abbruchunternehmen müssen zu Rückbauexperten werden, Handwerkerinnen und Handwerker benötigen Kompetenzen im Umgang mit historischen Baumaterialien und -techniken. In Stuttgart hat sich ein Netzwerk aus spezialisierten Betrieben gebildet, die sich auf die behutsame Demontage und Wiederverwendung von Bauteilen spezialisiert haben. Ein Schreinermeister aus Esslingen berichtet von der Renaissance traditioneller Verbindungstechniken: &#8222;Plötzlich ist das Wissen meines Großvaters wieder gefragt.&#8220;</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Baustoffindustrie reagiert mit innovativen Recyclingkonzepten. In Göppingen entsteht derzeit eine Pilotanlage für die sortenreine Trennung von Abbruchmaterialien. Mittels KI-gestützter Bilderkennnung werden Ziegel, Betonteile und sogar Dämmstoffe so aufbereitet, dass sie als hochwertige Sekundärrohstoffe wieder in den Kreislauf gelangen.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Planungskultur im Umbruch</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Architektenkammer Baden-Württemberg hat die Zeichen der Zeit erkannt. Fort- und Weiterbildungen zum Bauen im Bestand sind ausgebucht, junge Kolleginnen und Kollegen spezialisieren sich auf Bestandstransformation. Ein Stuttgarter Büro hat sich sogar auf &#8222;Abrissverhinderung&#8220; spezialisiert – sie entwickeln für Eigentümer Konzepte, wie vermeintlich abbruchreife Gebäude wirtschaftlich saniert werden können.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese neue Generation von Planern denkt in Lebenszyklen statt in Einzelprojekten. Sie kalkulieren mit CO₂-Budgets wie frühere Generationen mit Kostenrahmen. Ein junger Architekt aus Tübingen formuliert es so: &#8222;Für uns ist der kreativste Entwurf der, der mit dem Minimum an neuem Material das Maximum an räumlicher Qualität schafft.&#8220;</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Förderkulisse als Steuerungsinstrument</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Das Land Baden-Württemberg hat seine Förderprogramme konsequent auf Bestandssanierung ausgerichtet. Die &#8222;Kombi-Förderung Wohnen und Klima&#8220; bevorzugt explizit Sanierungsprojekte gegenüber Neubauten. Kommunen erhalten Zuschüsse für Machbarkeitsstudien zur Bestandstransformation. Diese finanzielle Lenkungswirkung zeigt Erfolge: 2024 wurden erstmals mehr Baugenehmigungen für Sanierungen als für Neubauten nach Abriss erteilt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Besonders erfolgreich ist das Modellprojekt &#8222;Graue Energie sichtbar machen&#8220; in Mannheim. Hier müssen Bauherren bei Abrissanträgen eine Ökobilanz vorlegen, die den CO₂-Fußabdruck von Abriss und Neubau dem einer Sanierung gegenüberstellt. Die Transparenz hat zu einem Umdenken geführt – viele Investorinnen und Investoren entscheiden sich nach Kenntnis der Zahlen für den Erhalt.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Konflikte und Widerstände</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Paradigmenwechsel verläuft nicht konfliktfrei. Bauträger beklagen höhere Planungskosten und längere Genehmigungsverfahren. Mieterinitiativen fürchten Gentrifizierung durch hochwertige Sanierungen. Denkmalschützerinnen und Klimaaktivisten finden sich in ungewohnten Allianzen wieder, während Wohnungsbaugesellschaften vor den Herausforderungen der energetischen Ertüchtigung von Plattenbauten stehen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Ein Beispiel aus Heilbronn illustriert das Dilemma: Ein Wohnblock aus den 1960er Jahren sollte einer verdichteten Neubebauung weichen. Die Bestandsmieter wehrten sich, Klimaschützer rechneten vor, Investoren drohten mit Rückzug. Am Ende stand ein Kompromiss: Teilerhalt mit Aufstockung, energetische Sanierung und sozialverträgliche Mietgestaltung. Der Prozess dauerte drei Jahre – für alle Beteiligten eine Geduldsprobe.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ausblick: Die lernende Stadt</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Wilfried Dechaus Ausstellung dokumentiert nicht nur vergangene Fehler, sondern weist den Weg in eine reflektiertere Zukunft. Stuttgart, die Stadt, die sich einst selbst abriss, könnte zur Modellstadt für intelligente Bestandsentwicklung werden. Die Werkzeuge sind vorhanden: digitale Gebäudeanalysen ermöglichen präzise Zustandsbewertungen, Building Information Modeling (BIM) erleichtert die Planung im Bestand, zirkuläre Geschäftsmodelle machen Bauteilwiederverwendung wirtschaftlich.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der kulturelle Wandel ist der entscheidende Faktor. Wenn Baukultur nicht mehr nur das spektakuläre Neue feiert, sondern die intelligente Transformation des Bestehenden würdigt, haben wir einen wichtigen Schritt getan. Die nächste Generation von Architektinnen und Bauherren wird hoffentlich nicht mehr fragen: &#8222;Was können wir abreißen?&#8220;, sondern: &#8222;Was können wir bewahren und verbessern?&#8220;</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Ausstellung am Weißenhof ist mehr als eine Retrospektive – sie ist ein Weckruf und zugleich ein Hoffnungsschimmer. Wenn wir aus den dokumentierten Verlusten lernen, kann aus &#8222;Stuttgart reißt sich ab&#8220; ein &#8222;Stuttgart baut sich um&#8220; werden. Die Voraussetzungen dafür sind besser denn je.</p>
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		<title>Die Sonnen-Verschwörung</title>
		<link>https://baukunst.art/die-sonnen-verschwoerung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jun 2025 08:30:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Premium]]></category>
		<category><![CDATA[Lichtarchitektur]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltiges Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Solartechnik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Liebe Kollegin, lieber Kollege, am 21. Juni 2025 um 4:42 Uhr deutscher Zeit erreichte die Sonne ihren höchsten Stand über der Nordhalbkugel – die Sommersonnenwende markiert nicht nur den längsten Tag des Jahres, sondern auch einen Moment der Reflexion über die jahrtausendealte Beziehung zwischen Architektur und Himmelsmechanik. In einer Zeit, da unsere Architekturbüros vor der gewaltigen Aufgabe stehen, unsere Gebäudebestand&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Liebe Kollegin, lieber Kollege,</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">am 21. Juni 2025 um 4:42 Uhr deutscher Zeit erreichte die Sonne ihren höchsten Stand über der Nordhalbkugel – die Sommersonnenwende markiert nicht nur den längsten Tag des Jahres, sondern auch einen Moment der Reflexion über die jahrtausendealte Beziehung zwischen Architektur und Himmelsmechanik. In einer Zeit, da unsere Architekturbüros vor der gewaltigen Aufgabe stehen, unsere Gebäudebestand schnellstmöglich klimaneutral zu bekommen, lohnt der Blick zurück zu jenen steinzeitlichen Baumeistern, die bereits vor 5.000 Jahren Newgrange und Stonehenge präzise nach astronomischen Koordinaten ausrichteten.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Von megalithischen Sonnenkalendern zur smarten Gebäudehülle</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die irische Grabanlage Newgrange, älter als die Pyramiden von Gizeh, demonstriert eine Präzision, die moderne Lichtplaner in Ehrfurcht versetzen könnte: Zur Wintersonnenwende flutet für exakt 17 Minuten ein Sonnenstrahl die 19 Meter lange Kammer und illuminiert die Spiralgravuren der Rückwand. Was unseren neolithischen Kollegen vor fünf Jahrtausenden gelang, ist nichts Geringeres als die perfekte Inszenierung von Tageslicht als emotionales und spirituelles Gestaltungsmittel.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Stonehenge, dieser steinerne Sonnenkalender auf der Ebene von Salisbury, beweist, dass bereits die Jungsteinzeit komplexe geometrische Kenntnisse besaß – 2.000 Jahre bevor die Griechen den Begriff Mathematik definierten. Der Heel Stone rahmt bis heute punktgenau den Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende ein, während die 30 Sarsen-Steine des äußeren Kreises als präzises Kalendersystem funktionierten. Jeder Stein repräsentierte einen Tag innerhalb eines Monats, unterteilt in drei Zehntage-Wochen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Doch es ist das Pantheon in Rom, mein liebstes Bauwerk, das die vollendete Poesie solarer Architektur verkörpert. Hadrians Meisterwerk von 126 n. Chr. mit seinem neun Meter großen Oculus inszeniert das perfekte Theater des Lichts: Zur Sommersonnenwende zwischen 12 und 13 Uhr trifft das Sonnenlicht als runde, knapp neun Meter breite Scheibe exakt auf den Marmorboden der Rotunde. Kaiser und Götter scheinen in diesem Moment eins zu werden mit dem himmlischen Feuer. Wenn ich dort stehe, während der Lichtkreis langsam über den Kassettenboden wandert, verstehe ich, was Percy Bysshe Shelley meinte, als er das Pantheon als &#8222;das sichtbare Bild des Universums&#8220; bezeichnete.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese steinzeitlichen Bauwerke lehren uns eine fundamentale Wahrheit: Architektur war niemals nur Schutz vor den Elementen, sondern stets Dialog mit dem Kosmos.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Baukunst im Lichtzeitalter</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Während unsere Vorfahren Stonehenge errichteten, um den Rhythmus der Jahreszeiten abzulesen, stehen deutsche Architektinnen und Architekten heute vor der Herausforderung, Gebäude zu entwerfen, die sowohl energetisch als auch emotional mit der Sonne kommunizieren. Die Schweizer Norm SN EN 17037 &#8222;Tageslicht in Gebäuden&#8220; definiert erstmals europaweit Standards für vier Kriterien: Tageslichtversorgung, Ausblick, Sonnenlicht-Exposition und Blendschutz.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese normative Entwicklung ist mehr als bürokratische Pflichtübung – sie markiert den Paradigmenwechsel von der funktionalen zur atmosphärischen Architektur. Während frühere Generationen Kunstlicht als Ersatz für unzureichendes Tageslicht betrachteten, verstehen wir heute: Natürliches Licht ist nicht substituierbar. Es reguliert unseren Hormonhaushalt, steuert den zirkadianen Rhythmus und beeinflusst Produktivität sowie Wohlbefinden fundamental.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der <a href="https://www.sev-bayern.de/wp-content/uploads/2025/05/Ergebnis_SeV_Architekturpreis2024.pdf" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">Architekturpreis Gebäudeintegrierte Solartechnik 2024</a> zeigt exemplarisch, wie zeitgenössische Büros diese Herausforderung annehmen: Das prämierte Regensburger Wohnhochhaus vereint fassadenintegrierte Photovoltaik mit champagnerfarbener Bedruckung zu einer Einheit aus Energiegewinnung und ästhetischer Vollendung. Hier wird die Fassade zum aktiven Bauteil, das Sonnenlicht nicht nur hereinlässt, sondern erntet.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Zwischen Tageslichtarchitektur und Energiewende</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Kleine und mittlere Büros stehen dabei vor besonderen Herausforderungen: Während Großprojekte eigene Lichtplaner beschäftigen können, müssen sich Praktikerinnen und Praktiker in kleineren Teams das komplexe Zusammenspiel aus Sonnenverlauf, Gebäudeausrichtung und Fassadengestaltung selbst erschließen. Tools wie <a href="https://shadowmap.org/de/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">Shadowmap</a> ermöglichen heute interaktive 3D-Sonnenlicht-Simulationen für jeden Standort, jede Zeit und jedes Datum – eine Demokratisierung der Lichtplanung, die noch vor wenigen Jahren undenkbar war.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Ausrichtung zur Sonne wird dabei zur strategischen Grundentscheidung: Südfassaden erzielen in Deutschland im Winter maximale solare Wärmegewinne und lassen sich im Sommer am leichtesten gegen Überhitzung schützen. Ost- und Westfenster empfangen 60 Prozent, Nordfenster immerhin noch 40 Prozent der nutzbaren Solareinstrahlung einer nach Süden gerichteten Verglasung.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Doch Orientierung allein genügt nicht. Die Materialität der raumseitigen Massen entscheidet über die Speicherfähigkeit eingestrahlter Sonnenenergie. Je höher die thermische Masse der umschließenden Bauteile, desto größer der nutzbare Anteil der solaren Strahlung. Hier zeigt sich, dass zeitgemäße Lichtarchitektur konstruktives Denken vom Detail bis zum städtebaulichen Kontext erfordert.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Internationale Perspektiven und europäische Eigenarten</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Während skandinavische Länder die Sommersonnenwende mit ausgelassenen Mittsommerfesten zelebrieren, behandelt der deutschsprachige Raum dieses astronomische Ereignis eher nüchtern. Dabei könnte gerade die Sommersonnenwende als Inspirationsquelle für eine neue Sonnenbewusstheit in der Baukultur dienen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Projekte wie das <a href="https://www.intersolar.de/news/architekturpreis-bipv-2022/aue-basel" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">Basler Amt für Umwelt und Energie</a>, ausgezeichnet mit dem Architekturpreis Gebäudeintegrierte Solartechnik 2022, zeigen den Weg: Erstmals wurden hier 3D-Schmelzglasmodule mit gewollten Unebenheiten für die Photovoltaikfassade entwickelt. Diese Innovation demonstriert, wie technische Notwendigkeit zu ästhetischer Innovation werden kann.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Im deutschsprachigen Raum entstehen zunehmend Projekte, die passive und aktive Solarenergienutzung intelligent verknüpfen. Die <a href="https://www.caimmo.com/en/portfolio/project/europacity-1/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">Europacity Berlin </a>kombiniert grüne Dächer mit fortschrittlicher Solartechnik und erreicht dabei den energieeffizienten KfW 55 Standard. Solche Entwicklungen weisen den Weg zu einer Architektur, die Sonnenlicht nicht nur nutzt, sondern zelebriert.</p>
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ausblick: Die Zukunft gehört den Sonnenfängern</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Der Nachhaltigkeitspreis Architektur 2025 wird zeigen, wie unsere Büros die Herausforderung der Sonnenwende annehmen. Erste Trends deuten auf eine Renaissance der Lichtarchitektur hin: von transparenten Photovoltaikfolien bis zu intelligenten Verschattungssystemen, die automatisch auf Sonnenstände reagieren.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Zukunft gehört jenen Architektinnen und Architekten, die das Sonnenlicht nicht als gegebene Randbedingung betrachten, sondern als aktiven Gestaltungspartner verstehen. In einer Zeit, da Gebäude mehr Energie erzeugen als verbrauchen müssen, wird die Sonne zur Co-Architektin.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Wie unsere steinzeitlichen Kollegen in <a href="https://www.newgrange.com/" target="_blank" rel="noopener" data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="link">Newgrange</a> und Stonehenge können auch wir Bauwerke schaffen, die mit dem Himmel kommunizieren. Der Unterschied: Während jene den Sonnenlauf ablasen, können wir ihn ernten.</p>
<p class="whitespace-normal break-words">Wenn Sie das nächste Mal zur Sommersonnenwende unter dem Oculus des Pantheons stehen und den Lichtkreis über den Marmorboden wandern sehen, denken Sie daran: Hadrian hat vor 1.900 Jahren vorgemacht, was wir heute immer wieder erlernen müssen – Architektur als Poesie des Lichts.</p>
<p class="whitespace-normal break-words">Wie unsere steinzeitlichen und römischen Kollegen können auch wir Bauwerke schaffen, die mit dem Himmel kommunizieren. Der Unterschied: Während jene den Sonnenlauf ablasen, können wir ihn ernten. Während sie die Götter ehrten, retten wir das Klima.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">In diesem Sinne wünsche ich allen Kolleginnen und Kollegen eine inspirierende Sommersonnenwende 2025 – möge sie Sie daran erinnern, dass Architektur im Dialog mit der Sonne ihre schönsten Seiten zeigt.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Mit sonnigen Grüßen</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Stuart Stadler<br data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="hardBreak" data-prosemirror-node-inline="true" />Architekt</p>
<hr data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="rule" data-prosemirror-node-block="true" />
<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Social Media Ergänzung</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Einleitung (200 Zeichen):</strong> Am längsten Tag des Jahres zeigt sich: Architektur war schon immer Dialog mit der Sonne. Von Stonehenge zur Solarfassade – eine Zeitreise durch 5000 Jahre Lichtarchitektur.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">3 Tags:</strong> Lichtarchitektur, Nachhaltiges Bauen, Solartechnik</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Social Media Posts:</strong></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Twitter (178 Zeichen):</strong> <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f31e.png" alt="🌞" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Sommersonnenwende 2025: Von Stonehenge zur Solarfassade &#8211; 5000 Jahre Dialog zwischen Architektur &amp; Sonne. Steinzeit-Baumeister als Vorbilder für die Klimawende? <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f3d7.png" alt="🏗" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2728.png" alt="✨" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> #baukunstart #initiativebaukunst #lichtarchitektur</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">LinkedIn (297 Zeichen):</strong> Am längsten Tag des Jahres: Deutsche Architekturbüros können von 5000 Jahre alter Steinzeit-Expertise lernen! <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f305.png" alt="🌅" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Newgrange &amp; Stonehenge beweisen &#8211; präzise Sonnenwende-Architektur ist keine moderne Erfindung. Unser Newsletter zeigt, wie. <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f3d7.png" alt="🏗" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> #baukunstart #initiativebaukunst #nachhaltigkeit #solartechnik #steinzeitarchitektur #lichtplanung</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">REPOST-Text:</strong> Liebe Kolleginnen und Kollegen, dieser Beitrag zeigt eindrucksvoll, wie zeitlos gute Lichtarchitektur ist. Schon unsere steinzeitlichen Vorfahren verstanden die Sonne als Gestaltungspartnerin. Eine Inspiration für unsere heutigen Herausforderungen der Klimawende am Bau!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/die-sonnen-verschwoerung/">Die Sonnen-Verschwörung</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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		<title>Mathe macht Architektur sexy – Warum neue Kachelformen nachhaltiger sein könnten</title>
		<link>https://baukunst.art/mathe-macht-architektur-sexy-warum-neue-kachelformen-nachhaltiger-sein-koennten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Mar 2025 09:55:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturinnovation]]></category>
		<category><![CDATA[Mathematische Kacheln]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltiges Bauen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=11975</guid>

					<description><![CDATA[<p>Neue mathematische Kachelformen revolutionieren das Flächendesign: Welche architektonischen Potenziale stecken hinter den aperiodischen Mustern?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/mathe-macht-architektur-sexy-warum-neue-kachelformen-nachhaltiger-sein-koennten/">Mathe macht Architektur sexy – Warum neue Kachelformen nachhaltiger sein könnten</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="0 0 []">Die Schönheit der Unregelmäßigkeit – Mathematische Kachelformen als neue Impulse für die Architektur</h2>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Architektur und Mathematik verbindet seit Jahrhunderten eine enge Beziehung, geprägt von der Suche nach Harmonie, Symmetrie und Funktionalität. Doch nun könnte ein bahnbrechender mathematischer Fund die Spielregeln des Designs nachhaltig verändern: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entdeckten jüngst eine neue Klasse von <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">aperiodischen Kachelmustern</strong>, sogenannte „Spectres“, deren Eigenschaften völlig neue Möglichkeiten für die Gestaltung und Nutzung von Oberflächen eröffnen.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Aperiodische Muster – Ordnung im vermeintlichen Chaos</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Bisher basierten bekannte Kachelmuster vor allem auf wiederholenden, regelmäßigen Formen wie Quadraten oder Hexagonen. Der entscheidende Unterschied der neu entdeckten Kachelformen liegt in ihrer <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Aperiodizität</strong>. Im Gegensatz zu herkömmlichen Mustern wiederholen sich diese Kachelformen niemals periodisch, obwohl sie eine Fläche vollständig bedecken können. Man stelle sich vor, man versucht, eine riesige Halle mit Fliesen zu verlegen, deren Muster sich nie exakt wiederholt – das Ergebnis wäre einzigartig, überraschend und dennoch vollkommen funktional.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Diese <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">mathematische Innovation</strong> stammt aus aktuellen Forschungen, unter anderem beschrieben im renommierten Journal „PNAS Nexus“. „Spectres“ eröffnen völlig neue Wege, wie Oberflächen wahrgenommen und gestaltet werden können. Ähnlich einem Musikstück, das keine wiederkehrenden Melodien aufweist und dennoch harmonisch klingt, entfalten aperiodische Kachelmuster eine Ästhetik, die gleichermaßen irritiert und fasziniert.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true"></h3>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Potenziale und Herausforderungen im architektonischen Einsatz</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Für Architektinnen und Architekten eröffnet die Integration solcher <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Kachelmuster</strong> ein breites Spektrum neuer Gestaltungsmöglichkeiten. Fassaden könnten durch ihre Unregelmäßigkeit visuell aufgewertet, Böden in öffentlichen Gebäuden wie Museen, Flughäfen oder Bibliotheken könnten durch individuelle Muster einzigartig gemacht werden. Die Implementierung solch komplexer Strukturen könnte zudem digitale Fertigungstechniken wie 3D-Druck maßgeblich vorantreiben.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Allerdings liegen in der Praxis auch einige Herausforderungen. Die Herstellung dieser komplexen Muster bedarf präziser Planung und moderner Fertigungstechnologien. Im Gegensatz zu standardisierten Bauteilen verlangt die Umsetzung von <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">aperiodischen Flächen</strong> eine computergestützte Planung bis ins kleinste Detail. Zudem gilt es, Architektinnen und Architekten sowie ausführende Gewerke speziell zu schulen, um ein tieferes Verständnis der zugrundeliegenden mathematischen Prinzipien zu vermitteln.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ein nachhaltiger Beitrag zur gebauten Umwelt</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Jenseits ästhetischer Aspekte könnten diese neuen Kachelformen auch funktional überzeugen. Durch ihre natürliche Fähigkeit, Flächen ohne Abfallstücke auszulegen, tragen sie zum Ressourcen schonenden Bauen bei. Im Kontext des nachhaltigen Bauens könnten diese <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">mathematischen Innovationen</strong> eine zentrale Rolle spielen: Weniger Verschnitt bedeutet weniger Materialverbrauch, weniger Abfall, geringere Kosten und somit ein nachhaltigeres Bauwesen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die historische Parallele hierzu sind etwa die maurischen Muster der Alhambra, deren unendliche Variationen schon seit Jahrhunderten faszinieren. Nun hat die moderne Mathematik dieser Tradition eine völlig neue Dimension eröffnet – eine Verbindung zwischen Tradition und Innovation, zwischen Ästhetik und Funktionalität.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Ein kritischer Blick auf die neue Vielfalt</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Neben aller Begeisterung darf jedoch eine kritische Betrachtung nicht fehlen. Die Übertragung theoretischer Muster auf praktische architektonische Lösungen verlangt intensive Forschungsarbeit. Auch besteht die Gefahr, dass solche Muster zum Selbstzweck geraten, ohne dabei eine konstruktive Rolle im Gesamtkonzept eines Gebäudes einzunehmen. Hier sind kluge architektonische Konzepte gefragt, die mathematische Brillanz sinnvoll mit architektonischem Mehrwert verknüpfen.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Gleichzeitig könnte die Komplexität der Muster in manchen Fällen zu visueller Überforderung führen. Die Dosierung wird entscheidend sein – denn nicht jedes Bauwerk profitiert von der visuellen Dominanz eines solchen Musters.</p>
<h3 data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="heading" data-prosemirror-node-block="true">Fazit: Innovation trifft Inspiration</h3>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Die Entdeckung neuer <strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">mathematischer Kachelformen</strong> markiert zweifellos einen Meilenstein für die Architektur der Zukunft. Sie verbindet eine tiefe mathematische Ästhetik mit praktischen und nachhaltigen Anwendungen. In den Händen kreativer Architektinnen und Architekten könnten „Spectres“ zur Basis für Bauwerke werden, die nicht nur optisch faszinieren, sondern auch eine klare Antwort auf aktuelle gesellschaftliche Forderungen nach Nachhaltigkeit und individueller Gestaltung bieten. Der Weg dahin verlangt Mut zur Innovation und ein sensibles Verständnis für das Gleichgewicht zwischen Komplexität und Klarheit – ein anspruchsvoller, aber inspirierender Auftrag für die Architektur unserer Zeit.</p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true">Mehr&#8230;Fachjournal <em><a href="https://academic.oup.com/pnasnexus/article/3/9/pgae311/7754698?login=false" target="_blank" rel="noopener">PNAS Nexus</a></em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/mathe-macht-architektur-sexy-warum-neue-kachelformen-nachhaltiger-sein-koennten/">Mathe macht Architektur sexy – Warum neue Kachelformen nachhaltiger sein könnten</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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		<title>Die Strohmänner von Erbsen &#8211; Wie ein Dorf die Baubranche revolutioniert</title>
		<link>https://baukunst.art/die-strohmaenner-von-erbsen-wie-ein-dorf-die-baubranche-revolutioniert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Dec 2024 15:32:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Niedersachsen & Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Dorfentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltiges Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Strohballenbau]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=11579</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im niedersächsischen Erbsen entsteht ein Dorfgemeinschaftshaus der besonderen Art: Statt auf Beton setzt die Gemeinde auf Strohballen als tragendes Element - ein Pionierprojekt mit Vorbildcharakter.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/die-strohmaenner-von-erbsen-wie-ein-dorf-die-baubranche-revolutioniert/">Die Strohmänner von Erbsen &#8211; Wie ein Dorf die Baubranche revolutioniert</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Wer durch das niedersächsische Dorf Erbsen fährt, traut seinen Augen kaum: Mitten im 400-Seelen-Ort wächst ein Gebäude empor, das die <strong>traditionelle Baukunst</strong> radikal neu interpretiert. Das entstehende <strong>Dorfgemeinschaftshaus</strong> trägt sein Dach auf reinen Strohballen &#8211; ohne zusätzliche Stützen. Ein mutiges Statement in Zeiten explodierender Baukosten und verschärfter Klimaziele.</p>
<h2>Revolutionäre <strong>Bauweise</strong> mit Geschichte</h2>
<p>&#8222;Das ist so dauerhaft, dass wir mit einer Lebensdauer von 100 Jahren oder mehr rechnen&#8220;, erklärt <strong>Architektin</strong> Anna Dienberg selbstbewusst. Die innovative Planerin kam während ihres Studiums in Österreich mit der <strong>Strohballentechnik</strong>in Berührung. Was auf den ersten Blick experimentell wirkt, basiert auf durchdachter <strong>Ingenieurskunst</strong>: Die großen Strohquader werden präzise übereinandergestapelt und tragen das ebenfalls strohgedämmte Dach &#8211; Fachleute sprechen von <strong>lasttragender Bauweise</strong>.</p>
<h2>Mehr als nur <strong>ökologisches Bauen</strong></h2>
<p>Die <strong>Bauphysik</strong> spricht eine klare Sprache: Mit einer <strong>Wärmeleitfähigkeit</strong> von 0,049 W/(m*K) übertrifft das <strong>Strohballenhaus</strong> sogar die Dämmwerte eines Passivhauses. &#8222;Eine Tonne Stroh bindet 1,5 Tonnen CO₂&#8220;, erläutert Dr.-Ing. Stefan Helbig von der Bauhaus-Universität Weimar. Bei 60 verbauten Großballen à 370 Kilogramm speichert allein das Erbsener Projekt 33 Tonnen CO₂ &#8211; vergleichbar mit dem Ausstoß eines PKW über 150.000 Kilometer.</p>
<h2>Vorurteile und <strong>technische Herausforderungen</strong></h2>
<p>&#8222;Was ist bei Feuer? Was ist mit Mäusen und Schimmel?&#8220; &#8211; Diese Fragen begegnen Dienberg häufig. Ihre Antworten überzeugen: Das stark komprimierte Stroh, vergleichbar mit einem zusammengepressten Telefonbuch, ist schwer entflammbar. Der mehrschichtige Aufbau mit Lehm- und Kalkputz erreicht die <strong>Brandschutzklasse</strong> F90. Die dichte Packung verhindert zudem Schädlingsbefall.</p>
<h2><strong>Genehmigungsverfahren</strong> als Hürde</h2>
<p>Da diese <strong>Bautechnik</strong> noch nicht standardisiert ist, musste der Bauantrag bis zur obersten Baubehörde. Der Gemeinderat des Fleckens Adelebsen bewies mit zehn Ja-Stimmen und sechs Enthaltungen Mut zur Innovation. &#8222;Als öffentliche Einrichtung können wir mit gutem Beispiel vorangehen&#8220;, betont Ortsbürgermeister Christof Schmidt.</p>
<h2><strong>Nachhaltiges Potenzial</strong></h2>
<p>Die Zahlen beeindrucken: Deutschlandweit stehen jährlich sieben Millionen Tonnen ungenutztes Stroh zur Verfügung. Theoretisch ließen sich damit 140.000 <strong>Strohballenhäuser</strong> errichten &#8211; ein gewaltiges Potential für die <strong>Bauwende</strong>. Der Baustoff wächst jährlich nach, ist regional verfügbar und schafft ein ausgezeichnetes Raumklima.</p>
<h2>Fazit: Mehr als ein <strong>Experimentalbau</strong></h2>
<p>Das Erbsener <strong>Dorfgemeinschaftshaus</strong> demonstriert eindrucksvoll, wie zukunftsfähiges Bauen aussehen kann. Es vereint <strong>traditionelles Handwerk</strong> mit modernen <strong>Nachhaltigkeitsanforderungen</strong> und beweist: <strong>Innovatives Bauen</strong> muss weder kompliziert noch teuer sein. In Zeiten des Klimawandels und knapper Ressourcen könnte dieses unscheinbare Dorf in Niedersachsen der <strong>Baubranche</strong> den Weg in eine nachhaltigere Zukunft weisen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/die-strohmaenner-von-erbsen-wie-ein-dorf-die-baubranche-revolutioniert/">Die Strohmänner von Erbsen &#8211; Wie ein Dorf die Baubranche revolutioniert</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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		<item>
		<title>Innovation und Resilienz in der Architektur</title>
		<link>https://baukunst.art/innovation-und-resilienz-in-der-architektur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Dec 2024 17:02:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[#Zukunftarchitektur]]></category>
		<category><![CDATA[HOAI Reform]]></category>
		<category><![CDATA[Innovative Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltiges Bauen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=11549</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mit Blick auf das neue Jahr möchten wir unter dem Motto „#ZukunftArchitektur" unsere Plattform für Dialog und Engagement ausbauen. Als Teil dieser Initiative planen wir die Veröffentlichung eines offenen Briefes an die Architektenkammern und Berufsverbände.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/innovation-und-resilienz-in-der-architektur/">Innovation und Resilienz in der Architektur</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-pm-slice="0 0 []">Liebe Kollegin, Lieber Kollege,</p>
<p>das Jahresende bietet traditionell Raum für Rückblicke und neue Perspektiven. Auch 2024 hat in der <strong>Architektur</strong>spannende Entwicklungen und Herausforderungen gebracht, die zeigen, wie sehr unsere Branche von <strong>Innovation</strong> und <strong>Resilienz</strong> geprägt ist.</p>
<p>Ein prägnantes Beispiel für die Spannungen zwischen Vision und Realität ist der <a href="https://baukunst.art/von-der-vision-zur-ernuechterung-das-ende-des-gebaeudetyps-e/"><strong>Gebäudetyp E</strong></a>. Diese ambitionierte Initiative, <strong>kostengünstiges</strong> und <strong>effizientes</strong> Bauen zu fördern, scheiterte an rechtlichen Hürden. Der <strong>Bundesgerichtshof</strong>erklärte den Entwurf für unvereinbar mit dem Demokratieprinzip, da die geplante Abkehr von <strong>DIN-Normen</strong> ein rechtliches Vakuum geschaffen hätte. Diese Entscheidung unterstreicht, dass selbst die mutigsten Ideen klare und stabile Grundlagen benötigen, um Bestand zu haben. <strong>Qualität</strong> und <strong>Sicherheit</strong> bleiben die unverzichtbaren Eckpfeiler unserer Arbeit.</p>
<p>Zukunftsweisend ist der Fortschritt im Bereich <a href="https://baukunst.art/die-gruene-revolution-der-baukunst-wie-54-prozent-oekostrom-die-deutsche-architektur-transformieren/"><strong>nachhaltiger Energien</strong></a>. Der Rekordanteil von <strong>54 Prozent</strong> erneuerbarer Energien im deutschen Stromverbrauch hat einen Paradigmenwechsel in der Architektur angestoßen. <strong>Photovoltaik</strong> und <strong>Windenergie</strong> sind nicht mehr nur technische Ergänzungen, sondern zentrale Elemente moderner Baukonzepte. Für Architektinnen und Architekten bedeutet dies eine spannende Herausforderung, technische <strong>Effizienz</strong> und ästhetische Ansprüche in Einklang zu bringen.</p>
<p>Die Diskussion um die <strong><a href="https://baukunst.art/europaeisches-urteil-und-politischer-stillstand-die-hoai-auf-wackeligen-beinen/">Honorarordnung für Architektinnen und Architekten</a> (HOAI)</strong> hat die Branche in diesem Jahr stark geprägt. <a href="https://baukunst.art/zwischen-tradition-und-wandel-das-ende-der-hoai-aera/">Der Rückgang der nach HOAI abgerechneten Projekte</a> und die <a href="https://baukunst.art/architektur-in-der-zwickmuehle-herausforderungen-und-chancen-fuer-2025/">stagnierende Auftragslage </a> setzen besonders kleinere Büros unter Druck. Diese Entwicklung erfordert neue Denkweisen und einen mutigen Blick nach vorn. <strong>Flexibilität</strong> und <strong>Kreativität</strong> sind hier die Schlüssel, um den Wert unserer Arbeit deutlich zu machen und gleichzeitig die hohen Qualitätsstandards zu bewahren.</p>
<p>Mit Blick auf das neue Jahr möchten wir unter dem Motto <strong>„#<a href="https://baukunst.art/?s=%23zukunftarchitektur">ZukunftArchitektur</a>&#8222;</strong> unsere Plattform für Dialog und Engagement ausbauen. Als Teil dieser Initiative planen wir die Veröffentlichung eines <strong>offenen Briefes</strong> an die <strong>Architektenkammern</strong> und <strong>Berufsverbände</strong>, um die drängenden Herausforderungen unserer Branche anzugehen. Insbesondere die Auswirkungen des Wegfalls verbindlicher <strong>Mindestsätze</strong> in der HOAI erfordern eine Reform, die nicht nur rechtssicher ist, sondern Architektinnen und Ingenieuren auch faire und transparente Honorare garantiert.</p>
<p>Wir laden alle Interessierten herzlich ein, sich an der Entstehung dieses offenen Briefes zu beteiligen. Am Anfang Januar bieten wir die Möglichkeit, in einem <a href="mailto:zukunftarchitektur@baukunst.art?subject=%23ZukunftArchitektur%20-%20Ihre%20Stimme%20z%C3%A4hlt&amp;body=Liebes%20Baukunst-Team%2C%0A%0Agerne%20nehme%20ich%20an%20dem%20Video-Call%20via%20Zoom%20teil.%0A%0ABitte%20senden%20Sie%20mir%20eine%20Einladung%20per%20Mail%20zu.%0A%0AMeine%20Kontaktdaten%20sind%3A%0A%0A%0A%0A"><strong>interaktiven Videocall</strong></a> gemeinsam die finalen Inhalte zu erarbeiten und unsere gemeinsamen Anliegen zu formulieren. Diese Aktion soll ein starkes Signal senden: Veränderung braucht aktives Mitwirken – und jede Stimme zählt.</p>
<p>Der Jahreswechsel ist die Zeit, um neue Wege zu beschreiten und Chancen zu ergreifen. Lassen Sie uns diese Gelegenheit nutzen, um die Zukunft unserer Architekturbranche aktiv mitzugestalten. Denn nur durch <strong>Engagement</strong> schaffen wir Perspektiven für morgen. In diesem Sinne wünschen wir ein erfolgreiches und inspirierendes Jahr 2025!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Herzlichst Ihr</p>
<p>Stuart Stadler<br />
Architekt</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/innovation-und-resilienz-in-der-architektur/">Innovation und Resilienz in der Architektur</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Papier-Revolution: Wie ein Discounter zum Kunsttempel wird</title>
		<link>https://baukunst.art/die-papier-revolution-wie-ein-discounter-zum-kunsttempel-wird/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Nov 2024 17:33:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Inspiration]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur-Transformation]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturelles Erbe]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltiges Bauen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=11338</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein ehemaliger Aldi-Markt in Nordjütland erfährt eine spektakuläre Metamorphose: Das Architekturbüro BIG verwandelt den schlichten Zweckbau in ein atemberaubendes Museum für Papierkunst.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/die-papier-revolution-wie-ein-discounter-zum-kunsttempel-wird/">Die Papier-Revolution: Wie ein Discounter zum Kunsttempel wird</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Von der <strong>Tiefkühltruhe</strong> zur <strong>Kunstgalerie</strong></p>
<p>Die Geschichte klingt zunächst wie ein architektonischer Scherz: Ein ehemaliger <strong>Aldi-Supermarkt</strong> soll zum führenden <strong>Museum für Papierkunst</strong> in Skandinavien werden. Doch was auf den ersten Blick absurd erscheint, entwickelt sich unter der Regie des renommierten Architekturbüros <strong>Bjarke Ingels Group (BIG)</strong> zu einem der faszinierendsten <strong>Transformationsprojekte</strong> Dänemarks.</p>
<p><strong>Origami</strong> trifft auf <strong>Einzelhandelsarchitektur</strong></p>
<p>Das bestehende 900-Quadratmeter-Gebäude wird durch eine spektakuläre <strong>Dachkonstruktion</strong> veredelt, die wie ein überdimensionales gefaltetes Papierblatt über dem ehemaligen Discounter schwebt. Diese <strong>architektonische Geste</strong>verbindet Alt und Neu in einer überraschend harmonischen Synthese. Die Erweiterung auf 2.300 Quadratmeter schafft Raum für <strong>Ausstellungsflächen</strong>, <strong>Werkstätten</strong> und <strong>Veranstaltungsräume</strong>.</p>
<p><strong>Kulturelles Erbe</strong> in neuem Gewand</p>
<p>Die <strong>Papierkunst</strong> ist tief in der dänischen Kultur verwurzelt. Von den gefalteten Lampenschirmen des Designklassikers <strong>Le Klint</strong> bis zu den filigranen Scherenschnitten von <strong>H.C. Andersen</strong> &#8211; das Material Papier prägt das skandinavische <strong>Kunsthandwerk</strong> seit Generationen. Die Gründerin <strong>Bit Vejle</strong> hat 2018 mit dem Museum einen Ort geschaffen, der diese Tradition bewahrt und neu interpretiert.</p>
<p><strong>Nachhaltige</strong> Metamorphose</p>
<p>Die <strong>Transformation</strong> geht weit über kosmetische Änderungen hinaus. Das Projekt strebt eine <strong>DGNB-Gold-</strong> oder <strong>Platinzertifizierung</strong> an. Die Außenwände werden mit <strong>akustisch wirksamen Paneelen</strong> versehen, die von der <strong>Origami-Kunst</strong> inspiriert sind. Im Innenraum schaffen <strong>Holzverkleidungen</strong> eine Verbindung zum Rohstoff Papier. Ein System von Außenwegen, gesäumt von heimischer Flora, lädt zum Erkunden ein.</p>
<p><strong>Innovation</strong> durch Reduktion</p>
<p>Der Clou des Entwurfs liegt in seiner Einfachheit. <strong>BIG-Partner David Zahle</strong> beschreibt das Konzept als &#8222;ein einzelnes Blatt Papier, das sich über den Bestand legt&#8220;. <strong>Bjarke Ingels</strong> ergänzt: &#8222;Durch die Behandlung der Dachfläche als gefaltetes Papier werden bestehende und neue Funktionen in einer einzigen vereinenden Geste zusammengeführt.&#8220; Diese Reduktion auf das Wesentliche erzeugt eine starke architektonische Aussage.</p>
<p>Zukunftsweisende <strong>Perspektiven</strong></p>
<p>Das Projekt zeigt exemplarisch, wie sich obsolete <strong>Einzelhandelsimmobilien</strong> kreativ umnutzen lassen. In Zeiten des zunehmenden Online-Handels und leerstehender Geschäftsflächen weist diese <strong>Transformation</strong> einen innovativen Weg in die Zukunft. Die erwartete Verdoppelung der Besucherzahlen unterstreicht das Potenzial solcher Konversionen.</p>
<p>Die <strong>Metamorphose</strong> des ehemaligen Supermarkts symbolisiert einen größeren Wandel: von der <strong>Konsumgesellschaft</strong> zur <strong>Kulturgesellschaft</strong>, vom schnellen Einkauf zum contemplativen Kunsterlebnis. Was als simpler Zweckbau begann, wird zum architektonischen Manifest für die Kraft der Transformation &#8211; gefaltet wie ein Blatt Papier, aber von bleibender Bedeutung für die kulturelle Landschaft Dänemarks.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/die-papier-revolution-wie-ein-discounter-zum-kunsttempel-wird/">Die Papier-Revolution: Wie ein Discounter zum Kunsttempel wird</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Durchsichtig nachhaltig: Diese Glas-Klötze sind härter als Beton</title>
		<link>https://baukunst.art/durchsichtig-nachhaltig-diese-glas-kloetze-sind-haerter-als-beton/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Nov 2024 21:07:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturinnovation]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltiges Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Recycling-Revolution]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Revolutionäre Entwicklung am MIT: Ingenieure erschaffen stabile Glasbausteine aus Recyclingmaterial. Die LEGO-ähnlichen Bauelemente könnten die nachhaltige Alternative zu Beton werden.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Baubranche steht vor einem faszinierenden Wendepunkt: Was klingt wie Science-Fiction, wird am renommierten <strong>Massachusetts Institute of Technology (MIT)</strong> bereits Realität. Forscherinnen und Forscher haben eine bahnbrechende Technologie entwickelt, die <strong>Glasbausteine</strong> mittels <strong>3D-Druck</strong> herstellt – und das mit erstaunlichen Eigenschaften.</p>
<h2>Revolution aus recyceltem Glas</h2>
<p>Die Innovation beginnt beim Material selbst: Alte Glasflaschen erhalten ein zweites Leben als hochwertige Bausubstanz. Das Team um Professorin Kaitlyn Becker nutzt die nahezu unbegrenzte <strong>Recyclingfähigkeit</strong> von Glas, um daraus Bausteine zu formen, die in ihrer <strong>Belastbarkeit</strong> mit Beton konkurrieren können. &#8222;Glas ist vollständig recycelbar. Wir können es in neue Formen drucken, wiederverwenden und so den Bauprozess nachhaltiger gestalten&#8220;, erklärt die Maschinenbau-Expertin.</p>
<h2>Vom Abfall zum Architekturwunder</h2>
<p>Der Herstellungsprozess vereint traditionelles Handwerk mit Hightech: In einem speziell entwickelten <strong>3D-Drucker</strong> des MIT-Spin-offs Evenline wird das aufbereitete Glas Schicht für Schicht zu präzisen Bausteinen geformt. Das Besondere: Die Elemente fügen sich wie überdimensionale LEGO-Steine zusammen – ein Konzept, das Michael Stern, Gründer von Evenline, als architektonischen Durchbruch bezeichnet: &#8222;Mit dem 3D-Druck eröffnen wir neue gestalterische Freiheiten, die bisher undenkbar waren.&#8220;</p>
<h2>Stabilität trifft auf Nachhaltigkeit</h2>
<p>Die mechanischen Tests überraschen selbst erfahrene Bauingenieurinnen und -ingenieure: Die Glasbausteine halten Druckbelastungen stand, die mit denen von Betonkonstruktionen vergleichbar sind. Dabei bieten sie zusätzliche Vorteile: Sie sind lichtdurchlässig, energieeffizient und vor allem wiederverwertbar. Das Konzept des <strong>zirkulären Bauens</strong> erhält damit eine völlig neue Dimension.</p>
<h2>Architektonische Flexibilität neu gedacht</h2>
<p>Die <strong>Modularität</strong> der Bausteine revolutioniert auch den Bauprozess selbst. Gebäude lassen sich nicht nur schneller errichten, sondern auch komplett demontieren und neu konfigurieren. Diese <strong>Wiederverwertbarkeit</strong> reduziert nicht nur Bauabfälle, sondern ermöglicht auch flexible Anpassungen an sich ändernde Nutzungsanforderungen.</p>
<h2>Perspektiven für die Zukunft</h2>
<p>Die <strong>Innovation</strong> aus dem MIT könnte den Wendepunkt zu einer nachhaltigeren Bauindustrie markieren. Die Kombination aus <strong>Ressourcenschonung</strong>, <strong>Energieeffizienz</strong> und architektonischer Flexibilität bietet Lösungen für zentrale Herausforderungen des modernen Bauens. Erste Pilotprojekte zeigen bereits das enorme Potential dieser Technologie.</p>
<p>Dennoch bleiben Fragen offen: Wie entwickeln sich die Produktionskosten bei einer Skalierung? Welche baurechtlichen Anpassungen sind erforderlich? Die Antworten darauf werden die weitere Entwicklung dieser vielversprechenden Technologie maßgeblich beeinflussen.</p>
<h2>Fazit: Transparente Zukunft</h2>
<p>Die <strong>MIT-Technologie</strong> vereint ästhetische, ökologische und funktionale Aspekte auf beeindruckende Weise. Sie zeigt exemplarisch, wie traditionelle Materialien durch innovative Fertigungsmethoden neue Eigenschaften entwickeln können. Die transparenten Bausteine könnten damit nicht nur die Art und Weise verändern, wie wir bauen, sondern auch, wie wir über die Nachhaltigkeit von Gebäuden denken.</p>
<p>In einer Zeit, in der die Bauindustrie nach umweltfreundlichen Alternativen sucht, könnten diese recycelten Glasbausteine den Weg in eine transparentere und nachhaltigere Zukunft weisen. Die Revolution im Bauwesen beginnt möglicherweise nicht mit einem Paukenschlag, sondern mit dem leisen Surren eines 3D-Druckers, der Glas in architektonische Wunder verwandelt.</p>
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		<title>Zwischen Vision und Wirklichkeit: Ein Frankfurter Experiment revolutioniert den sozialen Wohnungsbau</title>
		<link>https://baukunst.art/zwischen-vision-und-wirklichkeit-ein-frankfurter-experiment-revolutioniert-den-sozialen-wohnungsbau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Oct 2024 20:51:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hessen]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Experimentelle Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltiges Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Transformation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Herzen Frankfurts entsteht ein revolutionäres Bauprojekt: Studierende entwickeln unter der Leitung von Niklas Maak ein experimentelles Gebäude, das neue Maßstäbe für nachhaltiges Wohnen setzt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<h1>Niklas Maak und das Frankfurter Modell: Ein Leuchtturm für die Zukunft des urbanen Wohnens</h1>
<h2>Die Vision eines anderen Bauens</h2>
<p>In Zeiten explodierender <strong>Mietpreise</strong> und wachsender <strong>Wohnungsnot</strong> braucht es radikale Ideen. Der <strong>Architekturkritiker</strong>und <strong>Gastprofessor</strong> Niklas Maak hat gemeinsam mit Studierenden der <strong>Städelschule</strong> und der <strong>Frankfurt University of Applied Sciences</strong> eine solche entwickelt: Den &#8222;<strong>Frankfurt Prototype</strong>&#8220; – ein experimentelles Gebäude, das ab Oktober 2024 im Innenhof des <strong>Senckenberg Museums</strong> zu bestaunen sein wird.</p>
<h2>Mehr als nur ein Gebäude</h2>
<p>Was auf den ersten Blick wie ein gewagtes Studentenprojekt erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als durchdachtes <strong>Zukunftsmodell</strong>. Das dreistöckige Gebäude vereint eine öffentliche <strong>Markthalle</strong> im Erdgeschoss mit flexiblen <strong>Wohn- und Arbeitsräumen</strong> in den oberen Etagen. Besonders bemerkenswert: Die Konstruktion besteht fast ausschließlich aus <strong>wiederverwendeten Materialien</strong> – gebrauchtes Schalungsholz trifft auf recycelten Stahl.</p>
<h2>Innovation durch Interdisziplinarität</h2>
<p>Die Stärke des Projekts liegt in der Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen. Ingenieurinnen und Architekten von renommierten Büros wie <strong>Arup Engineering</strong> und <strong>Barkow Leibinger</strong> begleiteten die Studierenden bei der Umsetzung. Forschende der <strong>Senckenberg Gesellschaft</strong> brachten ihre Expertise für <strong>biodiversitätsfreundliches Bauen</strong> ein.</p>
<h2>Soziale Komponente als Herzstück</h2>
<p>Der &#8222;Frankfurt Prototype&#8220; versteht sich als <strong>Begegnungsort</strong>. Die Markthalle im Erdgeschoss fungiert als &#8222;öffentliches Wohnzimmer&#8220; – hier können Theateraufführungen stattfinden, Filme gezeigt oder lokale Produkte verkauft werden. In den oberen Etagen ziehen die Arbeitsräume des <strong>Center for Contemporary Arts Afghanistan</strong> ein – ein Statement für kulturellen Austausch und Integration.</p>
<h2>Nachhaltigkeit neu gedacht</h2>
<p>Das Projekt zeigt exemplarisch, wie <strong>nachhaltiges Bauen</strong> aussehen kann. Die verwendeten Materialien stammen aus dem Kreislauf der Stadt: Schalungsholz, das normalerweise entsorgt wird, erhält ein zweites Leben. Die modulare Bauweise ermöglicht flexible Nutzungsänderungen – ein wichtiger Aspekt für die <strong>Stadtentwicklung</strong> der Zukunft.</p>
<h2>Kritische Würdigung</h2>
<p>Der &#8222;Frankfurt Prototype&#8220; ist mehr als ein <strong>Experimentalbau</strong>. Er stellt wichtige Fragen: Wie viel Raum brauchen wir zum Leben? Wie können wir <strong>Stadt und Natur</strong> versöhnen? Wie lässt sich bezahlbarer Wohnraum schaffen? Die Antworten mögen nicht perfekt sein, aber sie weisen in die richtige Richtung.</p>
<h2>Ausblick und Bedeutung</h2>
<p>Unter der Schirmherrschaft von Frankfurts <strong>Oberbürgermeister</strong> Mike Josef wird das Projekt für drei Monate zum <strong>Reallabor</strong> für zukunftsfähiges Bauen. Es zeigt: <strong>Innovation</strong> entsteht dort, wo man gewohnte Pfade verlässt und neue Wege beschreitet. Der &#8222;Frankfurt Prototype&#8220; könnte zum Vorbild werden – für eine <strong>Architektur</strong>, die sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltig ist.</p>
<p>Die Studierenden der Städelschule und ihre Partner haben nicht weniger geschaffen als einen <strong>Prototyp</strong> für die Zukunft des urbanen Zusammenlebens. Ob sich ihre Visionen in der Realität bewähren, wird die Zeit zeigen. Eines aber ist gewiss: Der Mut zu experimentieren und neue Wege zu gehen, war selten so wichtig wie heute. <a href="https://www.senckenberg.de/de/pressemeldungen/pm-the-frankfurt-prototype/" target="_blank" rel="noopener">mehr&#8230;</a></p>
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		<title>Brüssels neuer Baumeister: Kann ein Däne Europas Wohnungskrise lösen?</title>
		<link>https://baukunst.art/bruessels-neuer-baumeister-kann-ein-daene-europas-wohnungskrise-loesen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Oct 2024 15:24:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Energiewende]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltiges Bauen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die EU schafft einen neuen Kommissarsposten für Energie und Wohnen. Welche Auswirkungen hat dies auf Architektur und Stadtplanung? Ein Blick auf Chancen und Herausforderungen.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein neuer Schlüsselspieler auf Europas Baustellenkarte</strong></p>
<p>Die <strong>Europäische Union</strong> hat einen bedeutsamen Schritt in Richtung einer integrierten Wohnungs- und Energiepolitik unternommen. Mit der Ernennung von <strong>Dan Jørgensen</strong> zum ersten <strong>EU-Kommissar für Energie und Wohnen</strong> setzt Brüssel ein klares Zeichen: Die Zukunft des Wohnens und der Energieversorgung soll Hand in Hand gehen.</p>
<p><strong>Vom Klimaschützer zum Wohnungsgestalter</strong></p>
<p>Jørgensen bringt eine beeindruckende Erfolgsbilanz mit. Als ehemaliger Minister für <strong>Klima</strong>, <strong>Energie</strong> und <strong>Versorgung</strong> in Dänemark hat er sich einen Namen als entschlossener Verfechter der <strong>Energiewende</strong> gemacht. Sein Verbot des Öl- und Gasabbaus in der dänischen Nordsee nach 2050 und die Festlegung ehrgeiziger CO₂-Reduktionsziele zeugen von seiner Entschlossenheit, den <strong>Klimawandel</strong> anzugehen.</p>
<p><strong>Neue Perspektiven für Europas Bausektor</strong></p>
<p>Die Schaffung dieses Postens könnte ein Wendepunkt für die <strong>europäische Architektur</strong> und <strong>Stadtplanung</strong> sein. Jørgensens Aufgabe wird es sein, &#8222;alle Aspekte des Themas, von der <strong>Energieeffizienz</strong> über Investitionen bis hin zum Bauwesen&#8220; zu berücksichtigen. Dies verspricht eine ganzheitliche Herangehensweise an die Herausforderungen des modernen Wohnungsbaus.</p>
<p><strong>Energieeffizienz im Fokus</strong></p>
<p>Ein Schwerpunkt wird zweifellos die <strong>Verbesserung der Energieeffizienz</strong> in Gebäuden sein. Als Architekten wissen wir, dass der Gebäudesektor einen erheblichen Anteil am Energieverbrauch und den CO₂-Emissionen hat. Jørgensens Erfahrung in der Klimapolitik könnte hier zu innovativen Lösungen führen, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll sind.</p>
<p><strong>Soziale Gerechtigkeit im Wohnungsbau</strong></p>
<p>Als Sozialdemokrat wird Jørgensen voraussichtlich auch <strong>soziale Aspekte</strong> in den Vordergrund rücken. Dies könnte bedeuten, dass <strong>bezahlbarer Wohnraum</strong> und die Bekämpfung von <strong>Energiearmut</strong> zu Kernthemen seiner Agenda werden. Für Architektinnen und Architekten eröffnet dies spannende Möglichkeiten, sozial gerechte und zugleich nachhaltige Wohnkonzepte zu entwickeln.</p>
<p><strong>Herausforderungen und Chancen</strong></p>
<p>Die Aufgabe, die vor Jørgensen liegt, ist gewaltig. Die <strong>EU-Mitgliedsstaaten</strong> haben unterschiedliche Bautraditionen, Klimabedingungen und wirtschaftliche Voraussetzungen. Eine einheitliche Politik zu entwickeln, die all diese Faktoren berücksichtigt, gleicht der Quadratur des Kreises.</p>
<p>Dennoch bietet diese neue Position auch enorme Chancen. Ein koordinierter Ansatz könnte:</p>
<ol class="ak-ol" start="1">
<li>Die <strong>Forschung und Entwicklung</strong> im Bereich nachhaltiger Bautechnologien vorantreiben.</li>
<li><strong>Einheitliche Standards</strong> für energieeffizientes Bauen in der EU schaffen.</li>
<li><strong>Grenzüberschreitende Projekte</strong> fördern, die Best Practices austauschen.</li>
<li><strong>Investitionen</strong> in innovative Wohnkonzepte anregen.</li>
</ol>
<p><strong>Impulse für die Architekturbranche</strong></p>
<p>Für uns Architektinnen und Architekten könnte diese Entwicklung ein Katalysator für kreative Lösungen sein. Die Verbindung von <strong>Energiepolitik</strong> und <strong>Wohnungsbau</strong> auf EU-Ebene wird voraussichtlich neue Anforderungen an unsere Entwürfe stellen. Gleichzeitig eröffnet sie Möglichkeiten, <strong>Nachhaltigkeit</strong>, <strong>Ästhetik</strong> und <strong>Funktionalität</strong> auf innovative Weise zu verbinden.</p>
<p><strong>Kritische Betrachtung</strong></p>
<p>Bei aller Euphorie ist jedoch auch ein kritischer Blick angebracht. Die <strong>Zentralisierung</strong> von Wohnungspolitik auf EU-Ebene birgt die Gefahr, lokale Besonderheiten zu vernachlässigen. Zudem stellt sich die Frage, wie viel Einfluss ein einzelner Kommissar tatsächlich auf die komplexen Wohnungsmärkte der Mitgliedsstaaten haben kann.</p>
<p><strong>Fazit: Ein Schritt in die richtige Richtung?</strong></p>
<p>Die Ernennung Jørgensens zum EU-Kommissar für Energie und Wohnen ist zweifellos ein mutiger Schritt. Sie signalisiert, dass die EU die <strong>Wohnungsfrage</strong> als zentrales Thema für die Zukunft Europas erkannt hat. Für uns als Architektinnen und Architekten bedeutet dies, dass wir uns auf neue Rahmenbedingungen und Chancen einstellen müssen.</p>
<p>Die Verbindung von <strong>Klimaschutz</strong>, <strong>Energieeffizienz</strong> und <strong>Wohnungspolitik</strong> auf höchster EU-Ebene könnte der Startschuss für eine neue Ära des nachhaltigen Bauens in Europa sein. Ob dieser Ansatz Früchte trägt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Eines ist jedoch sicher: Die Architekturbranche wird eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung dieser ambitionierten Ziele spielen.</p>
<p>Als Fachleute sind wir nun gefordert, diesen Prozess kritisch zu begleiten, konstruktiv mitzugestalten und innovative Lösungen zu entwickeln, die den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden.</p>
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		<title>Sanierungsstau als Chance: Wie wir unsere sozialen Bauten neu erfinden können</title>
		<link>https://baukunst.art/sanierungsstau-als-chance-wie-wir-unsere-sozialen-bauten-neu-erfinden-koennen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Sep 2024 16:07:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltiges Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Sanierungsstau]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Infrastruktur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Marode Schulen, geschlossene Schwimmbäder: Deutschlands soziale Infrastruktur bröckelt. Doch in der Krise liegt auch eine Chance für innovative Konzepte und nachhaltige Lösungen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/sanierungsstau-als-chance-wie-wir-unsere-sozialen-bauten-neu-erfinden-koennen/">Sanierungsstau als Chance: Wie wir unsere sozialen Bauten neu erfinden können</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4><strong>Soziale Infrastrukturen</strong>: Das vernachlässigte <strong>Fundament</strong> unserer Gesellschaft</h4>
<p>In Deutschlands Städten und Gemeinden bröckelt das Fundament des <strong>sozialen Zusammenhalts</strong> – und zwar ganz buchstäblich. Schulen mit undichten Dächern, Schwimmbäder, die aus Kostengründen schließen müssen, und Universitätsgebäude, die eher an Bauruinen als an Tempel der Weisheit erinnern: Der <strong>Sanierungsstau</strong> bei sozialen Infrastrukturen hat alarmierende Ausmaße angenommen. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff, und warum ist er so entscheidend für unsere Gesellschaft?</p>
<p>Das <strong>Rückgrat des öffentlichen Lebens</strong></p>
<p>Soziale Infrastrukturen sind weit mehr als nur Gebäude. Sie sind die physische Manifestation unserer <strong>gesellschaftlichen Werte</strong> und Prioritäten. Von der Kindertagesstätte über Schulen und Universitäten bis hin zu Krankenhäusern, Pflegeheimen und Kultureinrichtungen – diese Orte prägen unser tägliches Leben und bilden das Rückgrat unserer Gemeinschaften. Sie sind <strong>Räume der Begegnung</strong>, des Lernens und der gegenseitigen Unterstützung. Kurzum: Sie sind die Bühne, auf der sich das Schauspiel unserer <strong>Demokratie</strong> täglich neu entfaltet.</p>
<p>Der <strong>Elefant im Klassenzimmer</strong>: Der Sanierungsstau</p>
<p>Doch dieses Rückgrat droht zu brechen. Laut dem <strong>KfW-Kommunalpanel 2024</strong> beläuft sich allein der Investitionsrückstand bei Schulen auf schwindelerregende 54,8 Milliarden Euro. Diese Zahl ist mehr als nur eine statistische Größe – sie spiegelt sich in kaputten Schultoiletten, geschlossenen Turnhallen und veralteter technischer Ausstattung wider. Der Sanierungsstau ist der sprichwörtliche Elefant im Klassenzimmer, der nicht nur die Lernbedingungen beeinträchtigt, sondern auch das <strong>Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger</strong> in die Handlungsfähigkeit von Politik und Verwaltung untergräbt.</p>
<p>Zwischen <strong>Abriss und Aufbruch</strong></p>
<p>Angesichts des massiven Sanierungsbedarfs sehen viele Kommunen nur noch einen Ausweg: Abriss und Neubau. Doch ist dies wirklich der Königsweg? Zwei Beispiele zeigen, dass es auch anders gehen kann. In <strong>Dortmund</strong> konnte durch eine bundesweit beachtete Petition der Abriss der historischen Kreuzschule verhindert werden. Stattdessen erhält sie nun einen Erweiterungsbau – ein Kompromiss, der Geschichte bewahrt und gleichzeitig moderne Anforderungen erfüllt.</p>
<p>Weniger Glück hatte bislang die Realschule im bayerischen <strong>Vilsbiburg</strong>. Der <strong>brutalistische Bau</strong> der 1960er Jahre, dessen offene Aula geradezu prädestiniert für zeitgemäße pädagogische Konzepte ist, steht trotz des Protests von Architekturverbänden vor dem Abriss. Ein fataler Fehler, wie ich aus meiner 40-jährigen Erfahrung als Architekt sagen kann. Denn gerade diese Bauten der Nachkriegsmoderne bieten oft <strong>flexible Grundrisse</strong>, die sich hervorragend an neue Nutzungsanforderungen anpassen lassen.</p>
<p>Die <strong>goldene Energie</strong> der Bestandsbauten</p>
<p>Der reflexartige Griff zur Abrissbirne verkennt einen entscheidenden Aspekt: den Wert der &#8222;<strong>grauen Energie</strong>&#8222;, die in Bestandsbauten steckt. Jedes Gebäude, das erhalten bleibt, spart nicht nur Ressourcen und CO2-Emissionen, sondern bewahrt auch ein Stück gebaute Geschichte. Es geht darum, die vorhandene Substanz wertzuschätzen und kreativ weiterzuentwickeln. Dieser Ansatz erfordert zwar oft mehr Phantasie und planerisches Geschick, führt aber zu <strong>nachhaltigeren</strong> und oft auch spannenderen Lösungen.</p>
<p><strong>Neue Konzepte</strong> für alte Mauern</p>
<p>Die Herausforderungen sind vielfältig: <strong>Energetische Sanierung</strong>, <strong>Klimaanpassung</strong>, neue pädagogische Konzepte, <strong>Inklusion</strong> und <strong>Digitalisierung</strong> – all das muss unter einen Hut gebracht werden. Doch gerade darin liegt eine große Chance. Statt stereotyper Neubauten können durch kluge Umbauten und Erweiterungen einzigartige <strong>Lernlandschaften</strong>entstehen, die Tradition und Innovation verbinden.</p>
<p>Ein Beispiel: In einer Grundschule in Hannover wurde aus einem tristen Betonbau der 1970er Jahre ein lebendiger Lernort. Durch den Einbau von Oberlichtern, flexiblen Raumteilern und einer ausgeklügelten Akustik entstand eine Umgebung, die sowohl konzentriertes Arbeiten als auch offenen Austausch fördert. Die Schülerinnen und Schüler erleben hier täglich, wie aus &#8222;alt&#8220; &#8222;neu&#8220; werden kann – eine Lektion in Sachen <strong>Nachhaltigkeit</strong>, die kein Schulbuch vermitteln könnte.</p>
<p><strong>Investition in die Zukunft</strong></p>
<p>Die Sanierung und Transformation sozialer Infrastrukturen ist mehr als eine bauliche Aufgabe – sie ist eine Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt und in die <strong>Zukunftsfähigkeit</strong> unseres Landes. Jeder Euro, der in die Modernisierung einer Schule oder eines Krankenhauses fließt, zahlt sich mehrfach aus: in Form besserer Bildungs- und Gesundheitsversorgung, aber auch als sichtbares Zeichen dafür, dass der Staat seine Verantwortung für das <strong>Gemeinwohl</strong>ernst nimmt.</p>
<p>Fazit: Eine Frage der <strong>Prioritäten</strong></p>
<p>Der Sanierungsstau bei sozialen Infrastrukturen ist keine Naturkatastrophe, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen – oder besser: Nicht-Entscheidungen. Es ist höchste Zeit, die Prioritäten neu zu setzen. Statt kurzfristiger Sparmaßnahmen braucht es eine <strong>langfristige Strategie</strong>, die den Wert sozialer Infrastrukturen als Grundlage unseres Zusammenlebens anerkennt.</p>
<p>Dabei geht es nicht nur um Geld, sondern auch um einen <strong>Perspektivwechsel</strong>: Weg von der Wegwerfmentalität, hin zu einer <strong>Kultur des Erhaltens</strong> und Weiterentwickelns. Nur so können wir Orte schaffen, die nicht nur funktional sind, sondern auch <strong>Identität</strong> stiften und Menschen zusammenbringen. Denn letztlich sind es diese Orte, an denen sich entscheidet, ob unsere Gesellschaft zusammenwächst oder auseinanderdriftet. Es liegt an uns Architektinnen und Architekten, Planerinnen und Planern, aber auch an jeder Bürgerin und jedem Bürger, dieses bauliche Rückgrat unserer Demokratie zu stärken – Stein für Stein, Idee für Idee.</p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>MEGA-BOGEN AUS SCHROTT-ALU! Augsburgs neues Super-Büro</title>
		<link>https://baukunst.art/mega-bogen-aus-schrott-alu-augsburgs-neues-super-buero/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Aug 2024 08:26:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Regional]]></category>
		<category><![CDATA[Innovationsförderung]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltiges Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Resiliente Stadtentwicklung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baukunst.art/?p=10825</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Innovationsbogen in Augsburg vereint nachhaltige Architektur mit Wirtschaftsförderung. Das bogenförmige Gebäude aus recyceltem Aluminium ist Herzstück eines zukunftsweisenden Innovationsparks.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/mega-bogen-aus-schrott-alu-augsburgs-neues-super-buero/">MEGA-BOGEN AUS SCHROTT-ALU! Augsburgs neues Super-Büro</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-pm-slice="1 1 []"><strong>Innovationsbogen</strong> Augsburg: <strong>Zukunftsweisende Architektur</strong> im Dienst der <strong>Nachhaltigkeit</strong></p>
<p>Der <strong>Innovationsbogen</strong> in Augsburg ist mehr als nur ein Gebäude. Er verkörpert die <strong>Vision</strong> einer <strong>nachhaltigen</strong> und <strong>innovativen Zukunft</strong> für die <strong>Wirtschaftsregion</strong>. Das von den renommierten <strong>Hadi Teherani Architects</strong> entworfene <strong>Bauwerk</strong> besticht durch seine einzigartige <strong>bogenförmige Struktur</strong> und setzt neue Maßstäbe in Sachen <strong>Ressourceneffizienz</strong>.</p>
<p>Die <strong>Architektur</strong> des Innovationsbogens ist beeindruckend. Mit einer Länge von 147 Metern und einer Breite von 34,5 Metern fügt sich das Gebäude harmonisch in die ansteigende Landschaft ein. Seine Form erinnert an ein <strong>Kreissegment</strong>und symbolisiert einen <strong>Sonnenaufgang</strong> &#8211; ein passendes Bild für den Aufbruch in eine innovative Zukunft.</p>
<p>Besonders hervorzuheben ist die <strong>Fassade</strong> des Gebäudes. Sie besteht zu 100 Prozent aus <strong>recyceltem Aluminium</strong> &#8211; eine <strong>Weltpremiere</strong> in der Architektur. Diese Entscheidung trägt erheblich zur <strong>Reduzierung der CO2-Emissionen</strong> bei und unterstreicht den <strong>Nachhaltigkeitsgedanken</strong> des Projekts. Architektin Sarah Müller lobt diesen Ansatz: &#8222;Die Verwendung von recyceltem Aluminium in diesem Umfang ist <strong>wegweisend</strong>. Sie zeigt, dass nachhaltiges Bauen und ästhetische Ansprüche keinen Widerspruch darstellen müssen.&#8220;</p>
<p>Die <strong>Dachbegrünung</strong> des Innovationsbogens ist ein weiteres Highlight. Eine Vielzahl von Gräsern und Kräutern &#8211; insgesamt 150 verschiedene Arten &#8211; schmücken das Dach. Diese <strong>grüne Oase</strong> trägt nicht nur zur natürlichen Kühlung des Gebäudes im Sommer bei, sondern fördert auch die <strong>Artenvielfalt</strong> in der urbanen Umgebung.</p>
<p>Mit einer Gesamtfläche von 15.000 Quadratmetern bietet der Innovationsbogen <strong>flexible Bürokonzepte</strong>. Von Einzelbüros bis hin zu <strong>Open-Space-Lösungen</strong> können unterschiedlichste Arbeitsumgebungen realisiert werden. Großzügige <strong>Dachterrassen</strong> und <strong>Freiraumzonen</strong> fördern den Austausch zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und schaffen eine angenehme Arbeitsatmosphäre.</p>
<p>Die <strong>Lage</strong> des Innovationsbogens ist strategisch klug gewählt. In unmittelbarer Nähe zur <strong>Universität Augsburg</strong> und zahlreichen <strong>Forschungseinrichtungen</strong> gelegen, fördert er den Austausch zwischen <strong>Wissenschaft</strong>, <strong>Forschung</strong> und <strong>Wirtschaft</strong>. Diese Vernetzung ist entscheidend für die <strong>Zukunftsfähigkeit</strong> der Region.</p>
<p>Die <strong>Verkehrsanbindung</strong> wurde ebenfalls durchdacht gestaltet. Die Nähe zur B17, eine Tiefgarage und zwei Straßenbahnhaltestellen gewährleisten eine hervorragende Erreichbarkeit. Zudem stehen 70 <strong>E-Ladestationen</strong> und 220 <strong>Fahrradstellplätze</strong> zur Verfügung &#8211; ein klares Bekenntnis zu <strong>nachhaltiger Mobilität</strong>.</p>
<p>Der Innovationsbogen ist Teil des größeren <strong>WALTER Innovation Campus</strong>, entwickelt von der <strong>WALTER Beteiligungen und Immobilien AG</strong>. Jürgen Kolper, Vorstand des Unternehmens, betont die Bedeutung des Projekts: &#8222;Mit dem Innovationsbogen schaffen wir nicht nur Arbeitsplätze, sondern einen Ort, der <strong>Innovationen</strong> fördert und die Region stärkt.&#8220;</p>
<p>Die <strong>Mietstruktur</strong> des Gebäudes spiegelt die Vielfalt der Augsburger Wirtschaft wider. Von <strong>Start-ups</strong> im Bereich Robotik über internationale Marketingagenturen bis hin zu etablierten Rechtsanwaltskanzleien finden hier unterschiedlichste Unternehmen ein neues Zuhause. Quirin Ullmann, Partner bei Scheidle &amp; Partner, einer der ersten Mieter, hebt die Vorteile des neuen Standorts hervor: &#8222;Die modernen Büroflächen und der Fokus auf Nachhaltigkeit helfen uns, qualifizierte <strong>Nachwuchskräfte</strong> zu gewinnen und zu halten.&#8220;</p>
<p>Der Innovationsbogen ist jedoch nur ein Teil eines größeren Ganzen. Gegenüber befindet sich der &#8222;<strong>Technology Campus</strong>&#8222;, wo auf etwa 100.000 Quadratmetern Werkshallen zur Verfügung stehen. Hier soll produziert werden, was im Innovationspark entwickelt wird. Diese räumliche Nähe von <strong>Forschung</strong> und <strong>Produktion</strong> ist ein weiterer Baustein in der Strategie, die <strong>Wettbewerbsfähigkeit</strong> der Region zu sichern.</p>
<p>Andreas Thiel, Geschäftsführer der <strong>Regio Augsburg Wirtschaft GmbH</strong>, sieht im Innovationsbogen einen wichtigen Meilenstein: &#8222;Das Gebäude hat eine <strong>Magnetwirkung</strong>. Je mehr innovative Unternehmen sich hier ansiedeln, desto mehr werden folgen. Wir schaffen die Bedingungen, um dem Zufall nachzuhelfen und Vernetzung zu fördern.&#8220;</p>
<p>Der Innovationsbogen in Augsburg ist mehr als die Summe seiner architektonischen Merkmale. Er ist ein <strong>Symbol</strong> für den Aufbruch in eine nachhaltige und innovative Zukunft. Mit seiner einzigartigen Gestaltung, dem Fokus auf <strong>Ressourceneffizienz</strong> und der Förderung von <strong>Synergien</strong> zwischen verschiedenen Wirtschaftsakteuren setzt er neue Maßstäbe in der Architektur und Stadtentwicklung. Er zeigt eindrucksvoll, wie <strong>Ästhetik</strong>, <strong>Funktionalität</strong> und <strong>Nachhaltigkeit</strong> in Einklang gebracht werden können, um einen Mehrwert für die gesamte Region zu schaffen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baukunst.art/mega-bogen-aus-schrott-alu-augsburgs-neues-super-buero/">MEGA-BOGEN AUS SCHROTT-ALU! Augsburgs neues Super-Büro</a> erschien zuerst auf <a href="https://baukunst.art">Baukunst</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kreative Impulse gegen Materialverschwendung</title>
		<link>https://baukunst.art/kreative-impulse-gegen-materialverschwendung/</link>
		
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		<pubDate>Sun, 25 Jun 2023 08:30:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlungen]]></category>
		<category><![CDATA[Premium]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltiges Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ressourcenverbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Dokumentationsserie "Nachhaltige Architektur" des Fernsehsenders Arte ist eine faszinierende und informative Reise in die Welt des ökologischen Bauens.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Dokumentationsserie &#8222;Nachhaltige Architektur&#8220; des Fernsehsenders Arte ist eine faszinierende und informative Reise in die Welt des ökologischen Bauens.</p>
<p>Mit beeindruckenden visuellen Aufnahmen und fundierten Fachkenntnissen verschiedener namhafter Architekturbüros gibt die Serie einen umfassenden Einblick in die fortschrittlichen Technologien und innovativen Ansätze, die heute im Bereich des nachhaltigen Bauens zum Einsatz kommen.</p>
<p>Die Dokumentation präsentiert eine Vielzahl von Projekten und Architekturen, die den Prinzipien der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes folgen. Vom energieeffizienten Passivhaus bis hin zu spektakulären grünen Wolkenkratzern werden verschiedene Bauweisen und Materialien vorgestellt, die eine minimale Umweltauswirkung haben und gleichzeitig den Komfort und die Lebensqualität der Bewohner verbessern.</p>
<p>Ein Schwerpunkt der Serie ist die Verwendung nachhaltiger Baumaterialien. Es werden Bauprojekte gezeigt, bei denen recycelte Materialien, wie beispielsweise recyceltes Holz oder Beton, verwendet werden, um den Ressourcenverbrauch zu verringern und Abfälle zu minimieren. Zudem werden ökologische Baustoffe, wie Lehm oder Hanf, vorgestellt, die eine gesunde Raumluftqualität fördern und zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes beitragen.</p>
<p>Die Dokuserie beleuchtet auch die sozialen Aspekte des nachhaltigen Bauens. Sie zeigt Projekte, die eine nachhaltige Stadtplanung und -entwicklung fördern und die Bedürfnisse der Gemeinschaft berücksichtigen. Von Wohngebäuden mit gemeinschaftlichen Gärten bis hin zu nachhaltigen Sozialwohnungen wird gezeigt, wie nachhaltiges Bauen soziale Gerechtigkeit und eine bessere Lebensqualität für alle ermöglichen kann. <a href="https://www.arte.tv/de/videos/106172-001-A/nachhaltige-architektur/" target="_blank" rel="noopener">mehr</a></p>
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		<title>Frankreich erlässt Gesetz für nachhaltiges Bauen</title>
		<link>https://baukunst.art/frankreich-erlaesst-gesetz-fuer-nachhaltiges-bauen/</link>
		
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		<pubDate>Mon, 10 Feb 2020 21:57:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Im Gegensatz zu US Präsident Trump, der nur noch&#160;im&#160;Kolonialstil bauen lassen will&#8230;&#160;bauen lassen will&#8230;, erlässt die französische Regierung Vorschriften bei Nachhaltigkeit und Klimaschutz.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu US Präsident Trump, der nur noch&nbsp;im&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.dwell.com/article/making-federal-buildings-beautiful-again-president-trump-executive-order-fffb1df2" target="_blank">Kolonialstil bauen lassen will&#8230;</a>&nbsp;bauen lassen will&#8230;, erlässt die französische Regierung Vorschriften bei Nachhaltigkeit und Klimaschutz.</p>
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