Nachfrageseite ohne Daten: Zur strukturellen Schwäche der europäischen Architektenkammern Redner
Lehrgang – Bauherren gewinnen: KI-gestützte Akquisestrategie für Architekturbüros
Datum 9. Juli bis 30. Juli
Uhrzeit jeweils donnerstags 17 bis 18.30 Uhr
Veranstalter akademie@baukunst.art
Dozentin
Carla Carlotta Stadler
Marketing- und Kommunikationsmanagerin
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wer ein Architekturbüro beauftragt, sucht selten nach Entdeckung. Meist steht ein Name bereits im Raum, über eine Empfehlung, einen Vortrag oder ein gebautes Projekt. Online wird dieser Name dann nicht entdeckt, sondern bestätigt. Genau hier setzt der Lehrgang an. Er versteht Akquise nicht als Werbung, sondern als Verifikationsarbeit: Wie wird ein Büro gefunden, und woran erkennt eine Bauherrschaft, dass es hält, was es zeigt?
In vier Modulen entsteht daraus ein zusammenhängender Plan, von der eigenen Positionierung über die Auffindbarkeit bei Google und in KI-Suchen bis zur proaktiven Darstellung und zur professionellen Präsentation. Die Prinzipien werden an bekannten Büros wie OMA, BIG oder Snøhetta hergeleitet und an einem realen Münchner Büro, oha architekten, konkret durchgespielt, von der Haltung über die Website bis zum einzelnen Projekttext. KI ist dabei durchgehend Werkzeug, nicht Autor: Sie gibt Tempo bei Texten, Struktur und Bildaufbereitung, ersetzt aber weder das fachliche Urteil noch die eigene Haltung. Am Ende steht kein abstraktes Marketingwissen, sondern ein umsetzbarer Akquiseplan für den deutschsprachigen Raum, der mit rund drei Stunden pro Woche auskommt.
Modul 1 – Markt verstehen & Positionierung
Das erste Modul legt die strategische Grundlage und beginnt mit einer unbequemen Erkenntnis: Es gibt keine repräsentative Studie dazu, über welchen Kanal Bauinteressierte ihren Architekten finden. Die Branche handelt auf Basis von Plausibilität und Erfahrungswissen. Anhand belastbarer Daten aus der ACE Sector Study 2024 und der Houzz-Befragung zeigt das Modul, was wirklich belegt ist und wo die Forschungslücke beginnt. Daraus entsteht ein hybrides Suchmodell: von der informellen Erstfindung über die digitale Sondierung bis zur institutionellen Verifikation in den Kammerregistern. Darauf aufbauend werden die vier Handlungsfelder der Akquise behandelt: das gebaute Projekt, Empfehlungsnetzwerke, die digitale Präsenz und die öffentliche Haltung. Den Abschluss bildet die eigene Positionierung. Am Beispiel von OMA, BIG, Herzog & de Meuron und Snøhetta wird deutlich, dass Positionierung keine Zielgruppenformel ist, sondern eine Haltung. Wie sich diese Haltung mit KI als Sparringspartner klären, verdichten und in den eigenen Auftritt übersetzen lässt, üben die Teilnehmenden anhand eines erprobten Prompt-Ablaufs. Wie das Ergebnis aussieht, zeigt das Münchner Büro oha architekten, dessen Leitsatz „Wir denken Räume vom Gefühl her und planen sie von der Struktur aus“ aus genau dieser Klärung hervorgegangen ist. Am Ende steht ein klares Profil der eigenen Stärken, präzise formuliert und sofort einsetzbar.
Modul 2 – Auffindbarkeit
Das zweite Modul widmet sich der Auffindbarkeit und beginnt mit einer Umkehrung der üblichen Annahme: Auffindbarkeit ist keine Werbung, sondern Verifikationsarbeit. Bauherren haben meist schon einen Namen im Kopf und suchen online nach Bestätigung, nicht nach Entdeckung. Daraus folgt das Leitbild der Website als Vertrauensdokument. Am Beispiel von OMA, BIG, Herzog & de Meuron und Snøhetta wird gezeigt, was eine überzeugende Architektur-Website ausmacht: wenige Seitentypen, das Projekt zuerst, keine Claims auf der Startseite. Behandelt werden die Anatomie von Start- und Projektseite sowie die Frage, wie sich die Haltung aus Modul 1 mit KI in präzise Projekttexte übersetzen lässt, ohne in Branchenprosa zu kippen. Diese Schritte werden an einem vollständigen Website-Mockup für oha architekten durchgespielt: eine reduzierte Navigation mit vier Seiten, das Projekt zuerst, der Leitsatz statt werblicher Claims auf der Startseite und drei Projektseiten (S13, HW3, H2+4), die jeweils dem Muster Ausgangslage, Konzept, Besonderheit folgen. So wird vom abstrakten Prinzip bis zur fertigen Seite nachvollziehbar, wie aus einer Haltung eine schlüssige Online-Präsenz wird. Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Sichtbarkeit: vier Systeme im Vergleich, von der organischen Google-Suche über die Google AI Overview und die Zitierung durch LLMs wie ChatGPT, Gemini und Perplexity bis zu bezahlten Anzeigen. SEO und GEO werden konkret an einem Beispielbüro durchgespielt, ergänzt um Keyword-Recherche mit kostenlosen Google-Werkzeugen. Den Abschluss bildet die Umsetzung: Google Business, Analytics und ein 30-Tage-Plan, der bewusst einen Hebel nach dem anderen setzt statt alle gleichzeitig.
Modul 3 – Proaktive Darstellung
Im dritten Modul geht es um die aktive Außendarstellung. Leitgedanke ist, dass Social Media kein Akquisekanal im engeren Sinn ist, sondern eine öffentliche Werkstatt: Wer zeigt, wie er arbeitet, wird empfohlen und verifiziert. Reichweite ist dabei Mittel, nicht Ziel. Statt sechs Plattformen halbherzig zu bespielen, vermittelt der Lehrgang die Zwei-Plattform-Regel: LinkedIn für die fachliche Verifikation, Instagram für die Werkstatt, ergänzt um einen Newsletter pro Quartal als algorithmusunabhängigen Draht ins eigene Netzwerk. Pinterest, Houzz, Facebook und TikTok werden entlang von drei Fragen (Reichweite, Funktion, Aufwand) eingeordnet und bewusst nachrangig behandelt. Anhand von drei realen DACH-Büros, querkraft in Wien, Sigurd Larsen in Berlin und Florian Nagler in München, wird gezeigt, wie Büromarke, Personal Brand und der bewusste Verzicht auf Social Media jeweils funktionieren und was davon übertragbar ist. Ein eigener Block widmet sich dem unterschätzten Public Talk: Vorträge, Kammertermine, Hochschulkritik und Fach-Podcasts sind Bühnen, die andere für Sie bauen und die zugleich verifizieren. Aus einem einzigen Vortrag lassen sich sechs Veröffentlichungen über vier Wochen ableiten. Den Abschluss bildet ein konkreter 90-Tage-Plan mit rund 3,5 Stunden Aufwand pro Woche, inklusive einsatzfertiger KI-Prompts für Captions und Texte.
Modul 4 – Präsentation & Planung
Das vierte Modul baut nichts Neues, es bringt zusammen, was die ersten drei geliefert haben. Es führt zwei Stränge. Der erste ist die Präsentation mit KI: eine Methode, die für drei Anlässe gleich funktioniert, die Bauherrenpräsentation, den Fachvortrag und den Wettbewerbs-Pitch. Jede Präsentation folgt fünf Teilen, Anlass, Haltung, Projekt, Beweis und Frage. Ein vierstufiger Workflow zeigt, wie aus einem selbst geschriebenen Briefing in rund 90 Minuten eine vollständige Foliengliederung entsteht. Tools wie Claude, Gamma und Canva AI werden dabei nach Stärke und Schwäche eingeordnet, nicht beworben. Der zweite Strang ist ein konkreter Plan über 180 Tage, gegliedert wie ein Projekt in vier Phasen: Aufräumen, Aufbauen, Veröffentlichen und Pflegen. Drei Stunden pro Woche reichen, wenn die Reihenfolge stimmt. Eine KI-Tool-Matrix ordnet die gängigen Werkzeuge nach einer einzigen Frage: Belegen sie die eigene Substanz oder simulieren sie nur Akquise? Am Ende steht kein abstraktes Marketingwissen, sondern ein Plan, der im Büroalltag ohne zusätzlichen Druck weiterläuft.
Dozenten
Carla Carlotta Stadler
Stuart Stadler
Ziel
Ein eigener, umsetzbarer Plan für die Akquise
Jeweils donnerstags, 17:00–18:30 Uhr, online. Vier Module, die sich sofort in Ihrem nächsten Projekt bezahlt machen.
Preis: 400 € zzgl. MwSt. – Mitglieder des Baukunst Fördervereins zahlen nur 360 €.
Nutzen
8 Fortbildungspunkte, anerkannt von der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen.
Mitglieder aller deutschen Architektenkammern können diese Punkte in der Regel anrechnen lassen, sofern ihre Kammer die Muster-Fortbildungsordnung der Bundesarchitektenkammer (BAK) umgesetzt hat oder eine gleichwertige Regelung zur gegenseitigen Anerkennung besteht. Bitte prüfen Sie dies vorab bei Ihrer zuständigen Kammer.
Datum, Uhrzeit, Ort
9. Juli 2026, 17.00 – 18.30 Uhr, online: Modul 1 »Markt verstehen & Positionierung«
16. Juli 2026, 17.00 – 18.30 Uhr, online: Modul 2 »Auffindbarkeit«
23. Juli 2026, 17.00 – 18.30 Uhr, online: Modul 3 »Proaktive Darstellung«
30. Juli 2026, 17.00 – 18.00 Uhr, online: Modul 4: »Präsentation & Planung«
Procedere
Nach Ihrer Anmeldung erhalten Sie innerhalb weniger Tage eine Rechnung. Die Zugangsdaten für die Lehrveranstaltung gibt es vor dem ersten Termin per E-Mail.
Nach jedem Modul erhalten Sie die entsprechenden Präsentationsfolien, einen Link zur Aufzeichnung sowie – nach dem letzten Modul – eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung per E-Mail. Diese sowie ein Zertifikat werden mit den in der Anmeldung hinterlegten Daten ausgestellt.
Allgemeines
Die Teilnahme ist ganz einfach von überall aus ohne App am Computer mit WLAN möglich. Während des Seminars gibt es eine Chatfunktion. Mikrofon und Kamera sind nicht unbedingt notwendig aber erwünscht.
Sie haben den Überblick – jetzt kommt die Anwendung. Wir freuen uns, Sie dabei zu haben.
Herzliche Grüße
Stuart Stadler
Baukunst Akademie
akademie@baukunst.art
