Aus für Kunsthochschule in Burg Giebichenstein

Das prämierte Wettbewerbsprojekt, das die Zusammenführung verschiedener Standorte der Kunsthochschule Burg Giebichenstein vorsah, wird nicht umgesetzt.

Die Absage des Projekts erfolgte aufgrund der beträchtlichen Kosten, die für die Realisierung des Entwurfs angefallen wären.

Das Architekturprojekt, vorgestellt von Burger Rudacs Architekten und FreiRaum Architekten im vergangenen Jahr, beeindruckte mit seinen lichtdurchfluteten Räumen und den Außenwänden aus rötlichem Sichtmauerwerk, was auch das Preisgericht, unter der Leitung von Jórunn Ragnarsdóttir, begeisterte. Es lobte die zu erwartende „anhaltende Schönheit des Gebäudes“.

Bereits seit einiger Zeit deutete der Mitteldeutsche Rundfunk Sachsen-Anhalt (MDR) an, dass es Probleme mit dem Projekt geben könnte. Trotz wiederholter Anfragen an das Finanzministerium des Landes, das für den öffentlichen Bau zuständig ist, gab es keine klaren Antworten. Vor kurzem beendete Ministeriumssprecherin Nancy Eggeling das Warten: „Das Ministerium hat beschlossen, das bisherige Entwurfskonzept nicht weiterzuverfolgen“, sagte sie dem Sender.

Das Ministerium nannte die Kosten als Hauptgrund für diese Entscheidung. Ursprünglich war eine Kostenobergrenze von 31 Millionen Euro festgelegt worden, aber das beteiligte Architekturbüro hatte mit der vorgelegten Planung diese Grenze um fast 100 Prozent überschritten – laut Ministerium. Das Architekturbüro widerspricht diesen Angaben und behauptet, dass die Kosten um 53 Prozent auf etwa 46,8 Millionen Euro gestiegen sind. Die Hochschule selbst kalkuliert die Gesamtbaukosten auf etwa 46 Millionen Euro.

Trotz der Differenzen in den Kostenberechnungen scheint das Finanzministerium entschlossen zu sein: „Es wird eine Neuausschreibung geben, und das weitere Vorgehen wird zwischen den Ressorts und der Hochschule abgestimmt“, erklärte die Ministeriumssprecherin gegenüber dem MDR. Ein genauer Zeitplan wurde jedoch nicht genannt. Diese Entwicklung ist bedauerlich, insbesondere für das Wettbewerbswesen. Projekte, die nach sorgfältiger Prüfung beschlossen werden, sollten nicht leichtfertig aufgegeben werden. Eine solche Vorgehensweise könnte die Glaubwürdigkeit derjenigen, die den Wettbewerb ausloben, beeinträchtigen und dazu führen, dass sich weniger Architekturbüros für zukünftige Projekte interessieren. Dies könnte der Qualität und der Baukultur allgemein schaden.

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