So schafft ein Gesetz Anreize zum Abriss von Wohngebäuden

Der seit 1994 eingeführte Richtwert für Neuvermietungen von Altbauwohnungen steht aktuell in der Kritik, da er in seiner aktuellen Form Österreichs Klimaziele torpediert. Diese Gesetzgebung schafft indirekt Anreize für den Abriss von Altbauten.

Wie bereits in der Presse am 09.02.2023 berichtet wurde, fordern die Kammern der Ziviltechniker:innen dringende Maßnahmen, um diesem Trend entgegenzuwirken.

Die Auswirkungen des Richtwertgesetzes sind bedenklich. Da die Mieten für Altbauwohnungen begrenzt sind, besteht für Eigentümer:innen ein geringerer Anreiz, in die Sanierung und Modernisierung dieser Gebäude zu investieren. Dies führt dazu, dass viele Altbauten vernachlässigt werden und sich in einem schlechten Zustand befinden. Gleichzeitig eröffnet die Gesetzgebung die Möglichkeit, Altbauten abzureißen und durch Neubauten zu ersetzen, die nicht den Richtwerten unterliegen.

Diese Situation steht im Widerspruch zu den Klimazielen Österreichs. Der Erhalt und die Sanierung von Altbauten sind wichtige Schritte zur Reduzierung des Energieverbrauchs und zur Förderung der Nachhaltigkeit im Wohnungsbau. Durch den Abriss von Altbauten geht nicht nur wertvolles historisches Erbe verloren, sondern es entstehen auch neue Gebäude mit einem höheren Energieverbrauch und einer höheren Umweltbelastung.

Die Kammern der Ziviltechniker:innen appellieren daher an die Regierung, sofortige Maßnahmen zu ergreifen, um diesem Trend entgegenzuwirken. Es wird gefordert, dass Anreize für die Sanierung und Modernisierung von Altbauten geschaffen werden, um den Erhalt dieser wichtigen Gebäude zu fördern. Gleichzeitig sollten alternative Lösungen gefunden werden, um bezahlbaren Wohnraum zu gewährleisten, ohne dabei den Erhalt von Altbauten zu gefährden.

Es ist entscheidend, dass die Gesetzgebung überdacht und angepasst wird, um den Zielen des Klimaschutzes und dem Erhalt des historischen Erbes gerecht zu werden. Nur durch eine ausgewogene und nachhaltige Wohnungspolitik kann Österreich seine Klimaziele erreichen und gleichzeitig den Wert und Charme seiner Altbauten bewahren. mehr

zum thema

Rechtliche Aspekte zum Gebäudetyp-E

Ziel des Gebäudetyp-E ist es, die übermäßige Regulierung einzudämmen. Die Idee besteht darin, dass Planer und Bauherren sich darauf einigen können, lediglich die Schutzziele der Bauvorschriften zu erfüllen. Das wirft rechtliche Fragen auf.

Das Ende des Heizungsstreits und dessen Folgen

Die Ampelkoalition hat einen Kompromiss im Heizungsstreit erzielt, der verschiedene Aspekte des Heizungssystems berücksichtigt. Dieser Kompromiss ist das Ergebnis langer Diskussionen und Verhandlungen. Hier ist ein Überblick über die Vereinbarungen.

Der „Bau-Turbo“

Wegfall der Stellplatzpflicht bei Umbauten, Typengenehmigung für serielles Bauen und Baugenehmigungen in drei Monaten. Das klingt gut, aber was ist davon zu halten?