Baukunst als Wert

Nachhaltige Investition in die Zukunft einer Gesellschaft

Ein funktional gebautes Krankenhaus kann Leben retten. Doch was passiert, wenn Architektur nur noch den Zweck im Auge behält und Ästhetik vernachlässigt? Die Debatten um hochwertige Architektur wie “Stuttgart21” oder der “Elbtower” zeigen, wie wichtig die Balance zwischen Sparsamkeit und Qualität ist. Denn eine Demokratie, die nur funktional baut, verarmt nicht nur ästhetisch, sondern auch nachhaltig. Ein Beispiel für gelungene Architektur, das trotz Kritik an öffentlichen Bauten hervorzuheben ist, ist das Sudetendeutsche Museum in München. Dieses Bauwerk wurde von pmp Architekten entworfen Die Kollegen legen Wert auf hochwertige Materialien und eine behutsame, zeitgenössische Weiterentwicklung von Architektur.

Der Wert von Baukunst

Architektur prägt unseren öffentlichen Raum und damit unser Gemeinschaftsgefühl und unsere Identität. Bedeutende öffentliche Bauten wie Nationaldenkmäler, Regierungsgebäude und Krankenhäuser sind immer auch Ausdruck gesellschaftlicher Werte. Sie dienen nicht nur funktionalen Zwecken, sondern sind Symbole des kulturellen und sozialen Kapitals einer Gesellschaft.

Qualitativ hochwertige Architektur hat nachhaltigen Mehrwert. Sie schafft Räume, die inspirieren, die Menschen zusammenbringen und die eine nachhaltige Nutzung fördern. Das schließt den Erhalt und die Wertsteigerung der Bauten über Generationen hinweg ein. Investitionen in Baukunst sind daher Investitionen in die Zukunft – sie fördern nicht nur die kulturelle, sondern auch die ökologische Nachhaltigkeit.

Symbiose von Auftraggeber und Architekt

Wie in jeder demokratischen Interaktion ist auch bei Bauprojekten eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe essenziell. Wenn öffentliche Auftraggeber und Architekten ihre jeweilige Verantwortung ernst nehmen und sich gegenseitig fordern, entsteht Architektur, die sowohl funktional als auch ästhetisch und nachhaltig ist. Der Architekt bringt seine Vision und Expertise ein, während der öffentliche Auftraggeber die Bedürfnisse und Werte der Gesellschaft repräsentiert.

Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kosteneffizienz und Qualität ist dabei entscheidend. Dies zeigt sich besonders in der Schweiz, wo komplexe und langwierige Bauprozesse die partizipative und konsensorientierte Demokratie spiegeln. Hier wird durch die Beteiligung vieler Interessengruppen ein Konsens erreicht, der sowohl funktionale als auch ästhetische und nachhaltige Ansprüche erfüllt.

Der öffentliche Raum als demokratischer Raum

Eine verarmte Demokratie erkennt man an ihren öffentlichen Räumen. Viele städtische Bereiche, die als öffentlich gelten, sind heute leer und bedeutungslos. Hochwertige Architektur kann diese Räume jedoch neu beleben und ihre Nutzung nachhaltig sichern. Sie schafft Orte, die Identität stiften, Gemeinschaft fördern und die Umwelt schonen.

Baukunst als nachhaltige Investition

Architektur ist nicht nur eine Frage des Geschmacks oder des Budgets, sondern eine Frage der Werte und der Nachhaltigkeit. Eine Demokratie, die sich auf funktionale Bauten beschränkt, verpasst die Chance, ihre Werte im öffentlichen Raum sichtbar zu machen und nachhaltig zu agieren. Öffentliche Gebäude sollten daher nicht nur zweckmäßig, sondern auch inspirierend und umweltfreundlich sein.

Indem der Staat hochwertige Architektur fördert, investiert er in die Zukunft seiner Bürger, in das Erleben und Erfahren gemeinschaftlicher Werte und in die nachhaltige Entwicklung des öffentlichen Raumes. Hochwertige Architektur kann und sollte also ein integraler Bestandteil einer lebendigen, nachhaltigen Demokratie sein. Sie ist eine Investition in die kulturelle, soziale und ökologische Zukunft unserer Gesellschaft.

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