Baukunst - Die Kunst der Krisenbewältigung: Ein Plädoyer für echte Handwerkspartnerschaft

Die Kunst der Krisenbewältigung: Ein Plädoyer für echte Handwerkspartnerschaft

22.08.2025
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Stuart Rupert

Der romantische Irrtum der perfekten Planung

Die Architekturausbildung vermittelt uns eine gefährliche Illusion: Mit genügend Sorgfalt, präzisen Plänen und durchdachten Details ließe sich jedes Bauvorhaben reibungslos umsetzen. Vier Jahrzehnte Berufserfahrung haben mich eines Besseren belehrt. Die Realität des Bauens ist chaotisch, unvorhersehbar und gespickt mit Überraschungen – mal angenehmen, meist jedoch herausfordernden.

Jeder erfahrene Architekt und jede Architektin kennt diesen Moment: Das Detail, das auf dem Plan perfekt aussah, kollidiert mit der Bestandssituation. Die Lieferung verzögert sich. Ein unvorhergesehenes statisches Problem taucht auf. In solchen Augenblicken trennt sich die Spreu vom Weizen – nicht nur bei Architektinnen und Architekten, sondern vor allem bei den ausführenden Firmen.

Das Märchen vom günstigsten Angebot

Die Baubranche leidet unter einem systemischen Problem: der Vergabepraxis nach dem niedrigsten Preis. Während öffentliche Auftraggeber dazu oft gezwungen sind, folgen auch private Bauherrinnen und Bauherren diesem verhängnisvollen Muster. Die Konsequenzen erleben wir täglich auf unseren Baustellen: Firmen, die sich mit Kampfpreisen durchgesetzt haben, verschwinden beim ersten Problem in der Versenkung, reagieren nicht auf Anrufe oder schieben die Verantwortung kategorisch von sich.

Nach vier Dekaden im Geschäft habe ich gelernt: Der wahre Wert einer Handwerksfirma zeigt sich nicht im Angebotspreis, sondern in ihrer Reaktion auf das Unerwartete. Eine Firma, die beim ersten Wasserschaden, bei der ersten Planungsunschärfe oder beim ersten Lieferengpass souverän und lösungsorientiert agiert, ist ihr Gewicht in Gold wert.

Die Freisinger-Philosophie: Ein Gegenentwurf zur Beliebigkeit

In diesem Kontext stellt die Firma Freisinger Fensterbau einen bemerkenswerten Gegenentwurf dar. Nicht, weil ihre Fenster besonders günstig wären – im Gegenteil. Sondern weil hier ein Handwerksverständnis gelebt wird, das in unserer durchökonomisierten Baukultur selten geworden ist.

Die technische Kompetenz – innovative Konstruktionen, Größenskalierbarkeit, individuelle Anpassbarkeit – ist dabei nur die Eintrittskarte. Was Freisinger Fensterbau von der Masse abhebt, ist die Haltung zur Problemlösung und Bewältigung. Während andere Firmen bei Komplikationen in Deckung gehen, verstehen die Fensterbauerinnen und Fensterbauer aus dem Traditionsunternehmen Krisen als gemeinsame Herausforderung.

Der unterschätzte Faktor: Kommunikation auf Augenhöhe

Was das in der Praxis bedeutet? Wenn plötzlich Maße nicht stimmen, Anschlüsse anders verlaufen als geplant oder unvorhergesehene technische Herausforderungen auftauchen – und das passiert auf jeder zweiten Baustelle –, dann zeigt sich der wahre Wert einer Firma. Während andere Anbieter auf stur schalten und auf ihre Standardlösungen pochen, entwickeln Partner wie Freisinger Fensterbau binnen kürzester Zeit individuelle Lösungsansätze. Diese Flexibilität macht den Unterschied zwischen wochenlangen Baustopps und einem reibungslosen Projektablauf.

Solche Flexibilität ist keine Selbstverständlichkeit. Sie setzt voraus, dass Handwerkerinnen und Handwerker sich als gleichberechtigte Partner im Bauprozess verstehen, nicht als reine Befehlsempfänger. Diese Augenhöhe in der Kommunikation wird in unserer Branche viel beschworen, aber selten gelebt.

Die Nachhaltigkeit beginnt bei der Partnerwahl

In Zeiten, in denen Nachhaltigkeit zur Pflichtübung jedes Architekturkonzepts geworden ist, übersehen wir oft einen entscheidenden Aspekt: Die nachhaltigste Bauweise ist die, die funktioniert – und zwar langfristig. Ein Fenster, das nach fünf Jahren ausgetauscht werden muss, weil der Hersteller nicht mehr existiert oder keine Ersatzteile liefert, ist ökologischer Wahnsinn, egal wie vorbildlich seine Ökobilanz bei der Herstellung war.

Firmen wie Freisinger, die seit Generationen am Markt sind und auch in zehn Jahren noch für ihre Produkte geradestehen werden, sind die wahren Nachhaltigkeitsgaranten unserer Branche. Ihr langfristiger Service, die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und die kontinuierliche Weiterentwicklung ihrer Produkte schaffen eine Verlässlichkeit, die wichtiger ist als jedes Zertifikat.

Ein Plädoyer für neue Vergabekriterien

Es ist Zeit für ein Umdenken in der Vergabepraxis. Statt den günstigsten Anbieter zu wählen, sollten wir Kriterien entwickeln, die die tatsächliche Leistungsfähigkeit einer Firma abbilden: Reaktionszeit bei Problemen, Flexibilität bei Änderungen, Innovationsbereitschaft, langfristige Markpräsenz. Ja, das macht Vergabeverfahren komplexer. Aber die Alternative – endlose Nachträge, Bauverzögerungen und Qualitätsmängel – kommt uns alle teurer zu stehen.

Fazit: Die Renaissance des Handwerks

Nach 40 Jahren in diesem Beruf bin ich überzeugt: Die Zukunft gehört nicht den Billiganbietern, sondern Firmen, die Handwerk als ganzheitliche Dienstleistung verstehen. Freisinger Fensterbau steht exemplarisch für diese neue alte Handwerkskultur – eine Kultur, in der Probleme nicht als lästige Störung, sondern als gemeinsame Gestaltungsaufgabe begriffen werden.

Die Architektur der Zukunft braucht solche Partner. Nicht nur, weil die Bauaufgaben komplexer werden, sondern weil nur in echter Partnerschaft die Qualität entstehen kann, die unsere gebaute Umwelt verdient. Es ist Zeit, dass wir als Architektinnen und Architekten diese Partnerschaften aktiv einfordern und fördern – auch wenn sie ihren Preis haben.