Nur gut gedacht?

Basierend auf der Studie des Umweltbundesamts und der beiliegenden Stellungnahme des Generalkonservators des Denkmalamts Bayern wird deutlich, dass das Spannungsfeld zwischen Denkmalschutz und Klimaschutz durchaus konfliktreich ist, doch auch mit Möglichkeiten zur Synergie behaftet ist.

Die Studie Klimaschutz bei denkmalgeschützten Gebäuden hebt hervor, dass trotz der Bedeutung des Erhalts baukulturellen Erbes, Denkmäler auch zum Klimaschutz beitragen können. Ziel sei es, ein Gleichgewicht zu finden, das sowohl den Denkmalschutz als auch die Anforderungen an den Klimaschutz berücksichtigt. Es wird ein Zielbild vorgeschlagen, das eine energetische Sanierung denkmalgeschützter Gebäude anstrebt, um Energie einzusparen, ohne den kulturellen Wert zu beeinträchtigen.

Mathias Pfeil, der Generalkonservator des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, betont jedoch, dass Denkmäler, die nur 1,4% des Baubestands in Bayern ausmachen, nicht signifikant zur Energieeffizienz beitragen können. Er warnt vor zu großen Eingriffen, die das historische Erbe gefährden könnten. Sein Ansatz plädiert für ein maßvolles Vorgehen, das die speziellen Bedürfnisse von Denkmalen berücksichtigt und nicht durch pauschale rechtliche Vorgaben zur energetischen Optimierung das „Kind mit dem Badewasser ausschüttet“.

Das Hauptargument hier ist, dass trotz der guten Absichten der Bundesinitiative, die Klimaneutralität im Gebäudesektor bis 2045 zu erreichen, eine differenzierte Betrachtung notwendig ist. Die Lösungsansätze der Studie, wie verbesserte Genehmigungspraktiken und die Anpassung der Förderlandschaft, sind Schritte in die richtige Richtung, da sie helfen könnten, die spezifischen Herausforderungen des Denkmalschutzes besser zu integrieren.

Insgesamt spiegelt sich  ein klares Motto wider: „Gut gedacht, aber noch nicht bis zum Ende“. Es zeigt sich die Notwendigkeit, mehr auf die Eigenheiten und den speziellen Wert von denkmalgeschützten Gebäuden einzugehen und maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln, die sowohl den Denkmalschutz als auch den Klimaschutz fördern, ohne einen der beiden Aspekte zu beeinträchtigen.

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