Landschaftsarchitektur schafft Resilienz

Nachhaltige Landschaftsarchitektur gewinnt als Gestalterin und Retterin städtischer Räume in Zeiten des Klimawandels und zunehmender Urbanisierung immer mehr an Bedeutung. Architekten und Architektinnen, Stadtplanerinnen und Stadtplaner setzen vermehrt auf innovative Konzepte, die nicht nur ästhetisch ansprechend sind, sondern auch ökologische und soziale Funktionen erfüllen.

Die Integration von grüner Infrastruktur in das urbane Gefüge bildet das Rückgrat nachhaltiger Landschaftsarchitektur. Begrünte Dächer, Fassaden und Straßenzüge fungieren als natürliche Klimaanlagen, reduzieren den Wärmeinseleffekt und verbessern die Luftqualität. Ein Paradebeispiel hierfür ist das Bosco Verticale in Mailand, ein vertikaler Wald, der auf zwei Hochhäusern wächst und jährlich etwa 30 Tonnen CO2 absorbiert.

Innovative Wassermanagementsysteme spielen eine Schlüsselrolle bei der Anpassung an den Klimawandel. Schwammstädte, ein Konzept aus China, nutzen permeable Oberflächen und unterirdische Speichersysteme, um Regenwasser aufzufangen und zu filtern. In Berlin hat die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz das Projekt „Stadtspree“ initiiert, bei dem Regenwasser in naturnahen Filteranlagen gereinigt und der Spree zugeführt wird.

Die Förderung der Artenvielfalt in Städten ist ein weiterer Schwerpunkt nachhaltiger Landschaftsarchitektur. Wildblumenwiesen, Insektenhotels und naturnahe Pflanzungen schaffen Lebensräume für Flora und Fauna. Der High Line Park in New York, eine ehemalige Hochbahntrasse, die in einen linearen Park umgewandelt wurde, beherbergt heute über 500 Pflanzenarten und zahlreiche Tierarten.

Die Digitalisierung hält auch in der Landschaftsarchitektur Einzug. Sensoren und künstliche Intelligenz optimieren die Bewässerung und Pflege von Grünflächen. In Kopenhagen nutzt der Tivoli-Garten ein KI-gesteuertes System, das den Wasserbedarf der Pflanzen präzise ermittelt und so den Wasserverbrauch um 50 Prozent reduziert.

Nachhaltige Landschaftsarchitektur berücksichtigt auch soziale Aspekte. Gemeinschaftsgärten, multifunktionale Parks und grüne Korridore fördern die Interaktion und das Wohlbefinden der Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner. Das Projekt „Grünes Band“ in Leipzig verbindet ehemalige Braunkohletagebaue zu einem weitläufigen Naherholungsgebiet und schafft so neue Perspektiven für die Region.

Trotz vielversprechender Ansätze steht die nachhaltige Landschaftsarchitektur vor Herausforderungen. Flächenkonkurrenz, begrenzte finanzielle Mittel und mangelnde politische Unterstützung erschweren oft die Umsetzung ambitionierter Projekte. Hier sind kreative Finanzierungsmodelle und interdisziplinäre Zusammenarbeit gefragt. Public-Private-Partnerships, wie beim Klyde Warren Park in Dallas, können als Vorbild dienen.

Die Zukunft der nachhaltigen Landschaftsarchitektur liegt in der Symbiose von Natur und Technologie. Vertikale Farmen, schwimmende Gärten und biobasierte Baumaterialien werden das Stadtbild prägen. Pilotprojekte wie die Eco-Floating Box in Rotterdam zeigen, wie schwimmende Grünflächen Städte an steigende Meeresspiegel anpassen können.

Nachhaltige Landschaftsarchitektur erweist sich als vielseitige Krisenmanagerin für urbane Räume. Sie bietet Lösungen für klimatische, ökologische und soziale Herausforderungen und gestaltet lebenswerte Städte für die Zukunft. Es liegt an Architektinnen und Architekten, Planerinnen und Planern sowie politischen Entscheidungsträgern, dieses Potenzial zu nutzen und mutige Schritte in Richtung grüner, resilienter Städte zu gehen.

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