Moderne Tempel

Wie Konsum und Technologie unsere neuen Kirchen werden

Der Essay „Warum wir uns profane Kirchen bauen“ von Markus Böhm untersucht die Suche nach Sinn und Spiritualität in der modernen Gesellschaft, oft jenseits traditioneller religiöser Strukturen. Ein zentrales Thema ist die Verlagerung spiritueller Bedürfnisse auf materielle Objekte und Marken, die als neue „Kirchen“ fungieren.

Böhm zeigt auf, dass Marken wie Apple eine nahezu religiöse Verehrung erfahren, vergleichbar mit traditionellen Kirchen. Diese profanen Kirchen bieten Gemeinschaft und Identität, ähnlich wie es früher religiöse Institutionen taten. Diese Entwicklung wird durch den Rückgang des traditionellen Glaubens in westlichen Gesellschaften und die zunehmende Bedeutung des Kapitalismus begünstigt.

Die Sehnsucht nach Spiritualität manifestiert sich in verschiedenen modernen Phänomenen wie Wellness, Yoga und Technologie. Besonders interessant ist die Rolle der Künstlichen Intelligenz, die sowohl als Heilsbringer als auch als Bedrohung gesehen wird. Der Vatikan hat sogar einen KI-Spezialisten ernannt, was die Schnittstelle zwischen moderner Technologie und traditioneller Religion unterstreicht.

Böhm zieht Parallelen zwischen der spirituellen Leere, die nach dem Niedergang traditioneller Religionen entsteht, und der neuen Art von Spiritualität, die in Konsum und Lifestyle gefunden wird. Ein Beispiel dafür ist China, wo die Zerstörung traditioneller Werte durch die Kulturrevolution zu einem Vakuum führte, das nun von Luxusmarken gefüllt wird.

Zusammengefasst beschreibt Böhm, wie die moderne Gesellschaft sich ihre eigenen, profanen Kirchen baut, in denen das Seelenheil in materiellen Dingen und Konsum gesucht wird. Diese neuen Formen der Spiritualität erfüllen das Bedürfnis nach Sinn und Gemeinschaft, das früher von traditionellen religiösen Institutionen gestillt wurde. mehr…

zum thema

Ein Zumthor lebt Baukunst

Peter Zumthor wird nächste Woche beim Festival Wien Modern seinen 80. Geburtstag feiern und sprach im Vorfeld über innovative Neubauprojekte und seine Beziehung zur Musik.

Rechtliche Aspekte zum Gebäudetyp-E

Ziel des Gebäudetyp-E ist es, die übermäßige Regulierung einzudämmen. Die Idee besteht darin, dass Planer und Bauherren sich darauf einigen können, lediglich die Schutzziele der Bauvorschriften zu erfüllen. Das wirft rechtliche Fragen auf.

Der „Bau-Turbo“

Wegfall der Stellplatzpflicht bei Umbauten, Typengenehmigung für serielles Bauen und Baugenehmigungen in drei Monaten. Das klingt gut, aber was ist davon zu halten?