Vom Getreidespeicher zum Kunsttempel

Kunstsilo in Norwegen

Die Kunstsilo-Galerie hat ihre Türen im Süden Norwegens geöffnet und bietet eine beeindruckende Transformation eines Getreidesilos aus den 1930er Jahren. Dank der kreativen Vision der Architekturbüros Mestres Wåge Arquitectes, BAX und Mendoza Partida, ist das ehemalige Kornlager auf der Odderøya-Halbinsel in Kristiansand nun das Zuhause der weltweit größten privaten Sammlung moderner nordischer Kunst mit über 5.500 Werken.

Die Verwandlung eines Funktionalismus-Klassikers

Die ursprüngliche Struktur des Silos, entworfen von den norwegischen Funktionalismus-Architekten Arne Korsmo und Sverre Aasland, bleibt im neuen Design zentral erhalten. Die 30 Silos, die einst 15.000 Tonnen Getreide fassten, stehen nun im Mittelpunkt der architektonischen Gestaltung. Das Innere des 37 Meter hohen Gebäudes wurde ausgehöhlt, um ein beeindruckendes, basilikaartiges Atrium zu schaffen, das sich über 21 Meter in die Höhe erstreckt.

Ein Raum für Kunst

Die Kunstsilo umfasst 25 Galerien auf drei Etagen, die zusammen 3.300 Quadratmeter umfassen. Diese Räume, die Werke von über 300 Künstlern aus Finnland, Dänemark, Island, Schweden und Norwegen beherbergen, sind unterschiedlich gestaltet und durch eine zurückhaltende, „weiße Kasten“-Ästhetik vereint, die die Kunstwerke in den Vordergrund stellt.

Kontrast zwischen Alt und Neu

Ein entscheidendes Merkmal des Designs ist der bewusste Kontrast zwischen dem rohen Beton der alten Silos und den modernen Ergänzungen. Durch kleine Öffnungen in den Wänden der Silos und der äußeren Fassade wird der industrielle Charakter des Gebäudes bewahrt und gleichzeitig in einen einladenden öffentlichen Raum verwandelt.

Ein Ort für die Gemeinschaft

Neben den Ausstellungsflächen beherbergt die Kunstsilo auch Konservierungsbereiche, Büros und eine „Kulturschule“ für lokale Kinder. Ein digitales Galerieerlebnis im zweiten Stock bietet jungen Besuchern interaktive Projektionen, die Kunstwerke lebendig werden lassen.

Ein Blick in die Zukunft

Mestres Wåge Arquitectes, BAX und Mendoza Partida haben auch Aussichtspunkte über die Halbinsel geschaffen, einschließlich einer Außengalerie im vierten Stock und einer Dachbar, die von Terrassen umgeben ist. Diese Ergänzungen bieten nicht nur atemberaubende Ausblicke, sondern stärken auch die Verbindung zwischen dem historischen Bauwerk und seiner modernen Funktion als Kunstgalerie.

Ein neuer Anlaufpunkt für Kunstliebhaber

Mit der gelungenen Umwandlung des Silos in einen modernen Kunsttempel zeigt die Kunstsilo, wie innovative Architektur historische Strukturen respektieren und gleichzeitig neue kulturelle Räume schaffen kann. Ob Kunstliebhaber oder neugierige Besucher – dieses beeindruckende Gebäude bietet einen inspirierenden Ort, der sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft der Kunst feiert. mehr…

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