Bemerkenswerte Architektinnen

6 bemerkenswerte Architektinnen

Architektinnen spielen eine entscheidende Rolle in der Welt der Architektur, obwohl sie oft weniger sichtbar sind. Hier nun sechs Kolleginnen deren Werke die Gesellschaft und die gebaute Umwelt nachhaltig prägen.

Grafton Architects

Yvonne Farrell und Shelley McNamara gründeten 1978 ihr Architekturbüro Grafton Architects in Dublin. Bekannt für öffentliche und Bildungsbauten, wie die Università Luigi Bocconi in Mailand und das Town House der Kingston University in London, verfolgen sie das Ziel, Räume zu schaffen, die das Leben der Menschen positiv beeinflussen. 2018 kuratierten sie die 16. Internationale Architekturbiennale in Venedig unter dem Motto „Freespace“ und erhielten den Pritzker-Preis für ihre herausragenden Leistungen.

Elizabeth Diller

Elizabeth Diller, bekannt als Liz Diller, ist eine einflussreiche amerikanische Architektin und Partnerin im Architekturbüro Diller Scofidio + Renfro, das sie 1979 mitbegründete. Zudem ist sie Professorin für Architektur an der Princeton University. In ihrem Essay „Architecture Is a Technology That Has Not Yet Discovered Its Agency“ beleuchtet Diller die Beziehung zwischen moderner Architektur und Technologie, wobei sie Architektur als eine Form der Technologie beschreibt, die verschiedene Systeme in der Welt integriert. Elizabeth Dillers Arbeiten und ihre visionären Ansätze haben die Architekturwelt nachhaltig geprägt und neue Maßstäbe im Design kultureller und öffentlicher Räume gesetzt.

Lesley Lokko

Die ghanaisch-schottische Architektin Lesley Lokko setzt sich für die Diversität in der Architektur ein. 2021 gründete sie das African Futures Institute in Accra, Ghana, das die Arbeit von Frauen aus der afrikanischen Diaspora würdigt. Als Kuratorin der 18. Architekturbiennale in Venedig fokussierte sie sich auf Afrika und seine Diaspora. Lokko wird am 2. Mai 2024 als erste Frau mit afrikanischen Wurzeln die Royal Gold Medal in London erhalten.

Annabelle Selldorf

Die deutsche Architektin Annabelle Selldorf hat durch ihre klaren, eleganten Designs und ihre Fähigkeit, historische Strukturen mit moderner Architektur zu verbinden, internationale Anerkennung erlangt. Ihr Büro ist bekannt für Projekte, die sich durch eine harmonische Integration in den städtischen Kontext und eine sensible Materialauswahl auszeichnen. Selldorfs Arbeiten umfassen eine Vielzahl von Typologien, von Wohnbauten über Museen bis hin zu kommerziellen Räumen, und spiegeln ihre Vielseitigkeit und ihr Engagement für hochwertige Architektur wider.

Tatiana Bilbao

Die mexikanische Architektin Tatiana Bilbao steht für kollaborative Architekturkonzepte, die menschen- und umweltzentriert sind. Ihr Büro, Tatiana Bilbao Estudio, zielt darauf ab, lebenswerte Wohnräume für alle sozialen Klassen zu schaffen und den Klimawandel zu bekämpfen. Im Klima-Interview hebt sie die Notwendigkeit gegenseitiger Fürsorge und Diversität hervor.

Barbara Buser

Die Schweizer Architektin Barbara Buser ist eine Pionierin des zirkulären Bauens. 1996 gründete sie die erste Bauteilbörse in Basel. Ihr Ateliergebäude K.118 in Winterthur besteht zu 70 % aus wiederverwendeten Bauteilen. Für ihr Engagement gegen Materialverschwendung erhielt sie den Global Gold Award der Holcim Foundation. Im Klima-Interview spricht sie über Wertschöpfungsketten und Materialbeschaffung.

Diese Architektinnen setzen mit ihren innovativen Ansätzen und beeindruckenden Projekten neue Maßstäbe. Ihre Arbeiten zeigen, wie vielfältig und einflussreich Frauen in der Architekturwelt sind, und inspirieren kommende Generationen, die gebaute Umwelt aktiv mitzugestalten.

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