Siegerentwurf für Ausbau der Gedächtniskirche steht fest

Der Siegerentwurf für den Ausbau der Kaiser-Willhelm Gedächtniskirche steht fest. Während der Turm von außen fast unverändert bleibt, stehen innen große Veränderungen an.

Der Entwurf von heneghan peng architects aus Dublin in Zusammenarbeit mit Ralph Appelbaum Associates aus Berlin wurde im internationalen Wettbewerb zur Neugestaltung und Erweiterung des Alten Turms der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche mit dem ersten Preis ausgezeichnet

Das Ziel des Wettbewerbs war es, den ursprünglichen Westturm, der bei einem Bombenangriff der Alliierten im Jahr 1943 teilweise zerstört wurde, neu zu gestalten. Er sollte sowohl als Kriegsdenkmal als auch als Ausstellungsraum wieder für den touristischen Verkehr zugänglich gemacht werden.

Ursprünglich zwischen 1891 und 1895 im neoromanischen Stil nach den Plänen von Franz Schwechten erbaut, sollte die Kirche im Auftrag von Kaiser Wilhelm II. ein religiöses Denkmal zu Ehren seines Großvaters, Kaiser Wilhelm I., darstellen. 1943 wurde die Kirche bei einem Luftangriff schwer beschädigt. Erhalten blieben lediglich ein Teil des Turmes, die Eingangshalle sowie der Altar und die Taufkapelle. Nach dem Krieg gab es Absichten, das beschädigte Bauwerk wieder aufzubauen, doch die Art der Restaurierung führte zu kontroversen Debatten. Im Jahr 1956 erhielt der Architekt Egon Eiermann den Auftrag zur Leitung des Wiederaufbaus im Rahmen eines zweistufigen Wettbewerbs. Er schlug vor, die Ruine abzureißen und an ihrer Stelle ein völlig neues Gebäude zu errichten. Dieser Vorschlag stieß auf öffentliche Empörung. Die Diskussion endete schließlich in einem Kompromiss: Der Großteil der Kirche wurde abgerissen, jedoch wurde der zerstörte Turm, oft als das „Herz Berlins“ bezeichnet, als Kriegerdenkmal erhalten und konserviert. Der Turm wurde in ein vierteiliges Gebäudeensemble integriert, bestehend aus einem achteckigen Kirchenschiff, einem sechseckigen Glockenturm, einer quadratischen Kapelle und einem Foyer. Die wiederaufgebaute Kirche wurde im Jahr 1961 geweiht.

Im Zuge des Wettbewerbs zur Neugestaltung der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist vorgesehen, den Turm um ein neues Besucherzentrum zu erweitern und die Ausstellungsfläche auf der alten Kirchenvorhalle zu vergrößern. Darüber hinaus ist ein neuer Zusatz in Form eines kreisförmigen Pools vorgesehen, der auf das angrenzende, zerstörte Rosettenfenster verweist. Der Entwurf sieht außerdem vor, einen Teil des Daches zu entfernen, das nach dem Krieg wieder aufgebaut wurde, um den Turm zu öffnen und so einen durchgehenden, zentralen Raum mit besonderer Atmosphäre zu schaffen. mehr

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