Leipzig und seine Denkmäler

Denkmalwürdige Schulbauten in Leipzig: Zeugnisse der Architekturgeschichte

In Leipzig wurden vier Schulgebäude aus den 1960er und 1970er Jahren in die Denkmalliste aufgenommen, was ihre architektonische und historische Bedeutung unterstreicht. Diese Bauten repräsentieren zwei prägende Bauweisen jener Zeit – den Leipziger Gangbautyp und den Dresdner Atriumtyp. Dieser Artikel beleuchtet die Besonderheiten und die künstlerischen Merkmale dieser Schulbauten, die nicht nur für die Stadt Leipzig, sondern auch für die Architekturgeschichte Ostdeutschlands von Bedeutung sind.

Hauptmerkmale der aufgenommenen Schulbauten:

  1. Dresdner Atriumtyp: Beispielhaft an der 120. Schule in Großzschocher veranschaulicht, zeichnet sich dieser Typ durch seine nach innen gerichteten begrünten Innenhöfe aus. Die Bauweise knüpft an die innenorientierten Schulen der 1950er Jahre an und integriert Hyparschalen in der Dachkonstruktion der Turnhalle.
  2. Leipziger Gangbautyp: Zu finden in der Großwohnsiedlung Grünau und am Klinikum St. Georg, kennzeichnen diesen Typ markante Waschbetonfassaden und eine akzentuierte Eingangsgestaltung. Diese Bauart prägte viele Neubauviertel der 1970er Jahre in stadt- und landschaftsbildprägender Weise.
  3. Künstlerische Arbeiten: Besonders hervorzuheben sind die künstlerischen Gestaltungen, wie das zweifarbige, abstrakte Betonplattenmosaik von Arnd Schultheiß und das Glasmosaik von Kunstprofessor Arno Rink. Diese Werke bereichern die Schulen und verleihen ihnen eine individuelle Note.

Bedeutung der Denkmalwürdigkeit:

  • Architekturgeschichtlicher Wert: Die Aufnahme in die Denkmalliste unterstreicht die architekturhistorische Bedeutung dieser Schulbauten, die sowohl universale als auch lokale Merkmale der ostdeutschen Architektur der Nachkriegszeit aufzeigen.
  • Städtebauliche Relevanz: Diese Schulgebäude sind repräsentative Beispiele für die städtebauliche Entwicklung in Leipzig und Ostdeutschland und vermitteln ein umfassendes Bild des damaligen Baustils und der gesellschaftlichen Umstände.

Die Anerkennung dieser vier Schulbauten als Denkmäler in Leipzig bietet einen wichtigen Einblick in die Architektur der 1960er und 1970er Jahre in Ostdeutschland. Sie zeigt die Vielfalt und die Bedeutung der Baukultur dieser Epoche auf und trägt zur Wertschätzung und zum Verständnis des architektonischen Erbes bei. mehr

 

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