Morgenandachten auf der Kuppel

Eine spirituelle Tradition in der Dresdner Frauenkirche

Die erste Morgenandacht auf der Kuppel der Dresdner Frauenkirche fand zum Evangelischen Kirchentag 2012 statt. Seither hat sich diese Tradition etabliert und bietet den Teilnehmern ein einzigartiges Erlebnis: Geistliche Worte und Saxofonmusik in 67 Metern Höhe, umrahmt von der aufgehenden Sonne und dem Blick über Dresden und das Elbtal.

Ein spiritueller Start in den Tag

Seit dem Start dieser Andachten haben über 3000 Menschen an den bisher 56 Veranstaltungen teilgenommen. Die Termine finden jeweils am ersten und dritten Samstag im Monat von Mai bis Mitte August statt. Eine Sprecherin der Stiftung Frauenkirche teilte mit, dass auch in diesem Jahr wieder eine kleine Gemeinde erwartet wird, die die 280 Stufen zur Aussichtsplattform erklimmt.

Ein einzigartiger Ort des Gebets

Die Andachten finden in der sogenannten Laterne statt, die sich hoch über der Stadt befindet. Die Idee dazu stammt aus dem Bericht des Evangelisten Markus, nach dem sich Jesus in aller Frühe an einen „einsamen Platz“ zum Beten zurückzog. Diesen einsamen Platz finden die Teilnehmer auf der Kuppel der Frauenkirche, begleitet von den Klängen eines Saxofons und der wechselnden Frauenkirchenpfarrer.

Die Frauenkirche als Symbol der Versöhnung

Die Dresdner Frauenkirche selbst hat eine bewegte Geschichte. Das spätbarocke Gotteshaus wurde zwischen 1726 und 1743 erbaut und während der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 zerstört. Der Wiederaufbau begann 1994, wobei Trümmersteine verwendet wurden, und die Kirche wurde im Oktober 2005 neu geweiht. Der Wiederaufbau wurde zu zwei Dritteln durch Spenden aus aller Welt finanziert, auch aus Staaten der ehemaligen Alliierten, was die Frauenkirche zu einem Symbol der Versöhnung und des Friedens macht.

Ein außergewöhnliches Erlebnis

Die Morgenandachten auf der Kuppel der Frauenkirche sind ein außergewöhnliches spirituelles Erlebnis. Sie bieten eine einzigartige Gelegenheit, den Tag in einer ruhigen, erhebenden Atmosphäre zu beginnen, hoch über den Straßen Dresdens. Zwischen 40 und 70 Menschen finden sich in der Regel zu diesen Andachten ein, um gemeinsam zu beten, zu singen und die besondere Atmosphäre dieses Ortes zu genießen.

Wer die Herausforderung der 280 Stufen nicht scheut, wird mit einem unvergesslichen Start in den Tag belohnt – dem Himmel ein Stück näher.

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