Speer in Qatar?

Welche Verantwortung tragen Architekten  für die Arbeitsumgebung – und das System –  in dessen Rahmen ihre Bauten entstehen?  Dieser Frage geht ein Podcast nach.

Albert Speer gilt als einer der bekanntesten Architekten der Geschichte. Während seiner Zeit für die NSDAP zeichnete er sich verantwortlich für die Gestaltung bedeutender Bauwerke wie der Reichskanzlei und des Zeppelinfeldstadions, Schauplatz der Nürnberger Kundgebungen. Ebenso war er in die deutsche Kriegsproduktion während des Zweiten Weltkriegs involviert und entwickelte den Plan zum Wiederaufbau Berlins als Germania. Trotz seiner Beteiligung und seiner Nähe zu den Umständen seiner Zeit entging er nach dem Krieg der Todesstrafe.

Obwohl Speers Fall extrem ist, dient er als eindringlicher Anstoß, um die Frage nach der Verantwortung eines Architekten für das System, in dem er agiert, zu untersuchen. Von Deutschland im 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart beleuchtet diese Angelegenheit die spezifische Rolle einiger Architekten bei der Entwicklung der Stadien und Infrastruktur für die Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar. Hierbei stellen grobe Verletzungen der Menschenrechte und internationalen Arbeitsrechts ernsthafte Fragen zu den moralischen Auswirkungen der Planung von Projekten in einem solchen Land dar. In folgendem Podcast geht es um die Frage wie Architekten den Wert eines reibungslos funktionierenden, glanzvollen Projekts gegen die menschlichen Kosten abwägen können, die für dessen Realisierung aufgebracht werden müssen? mehr

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