Vom Konsumtempel zum Kulturzentrum

Im Park Center Treptow in Berlin, das einst als blühendes Einkaufszentrum gedient hat, ist heute von einem geschäftigen Konsumalltag kaum noch etwas zu spüren. Die einst lebhaften Gänge des Centers, erbaut Ende der 90er Jahre, sind nun von Leerstand geprägt. Nur wenige Geschäfte, darunter eine Billigkleidungkette, haben die zahlreichen Schließungen überlebt.

Der Wandel vom Einkaufszentrum zum Kulturzentrum
Anstatt dem anhaltenden Trend des Leerstands zu folgen, hat sich das Park Center Treptow dank der Initiative der lokalen Gemeinschaft in ein blühendes Kulturzentrum verwandelt. Unter der Führung von Michael Schmitz hat sich eine ehemalige Tchibo-Filiale in ein erfolgreiches Theater verwandelt, das bereits fast 10.000 Besucher angelockt hat. Diese kulturelle Neubelebung trägt dazu bei, das Center von einem „Konsumtempel“ in einen „Kulturtempel“ umzuwandeln.

Soziale und kulturelle Aktivitäten beleben den Raum
Neben dem Theater gibt es weitere soziokulturelle Aktivitäten, die den Raum beleben. In der ehemaligen Filiale von Nanu-Nana befindet sich jetzt eine Ausstellung, und regelmäßige Veranstaltungen wie Kleidertauschparties und Kinderlesungen ziehen Besucher an. Diese Zwischennutzungen zeigen, dass auch leerstehende Malls ein erhebliches Potenzial für gemeinnützige Zwecke bieten können.

Herausforderungen und zukünftige Pläne
Trotz des Erfolgs der kulturellen Neubelebung steht das Park Center Treptow weiterhin vor Herausforderungen, insbesondere wenn es um die langfristige Sicherung der Nutzung geht. Die Eigentümer des Centers, der Immobilienkonzern Kintyre, hatte ursprünglich Pläne, das Gebäude durch neue Büros und Appartements zu ersetzen, sieht nun jedoch von Abrissplänen ab und konzentriert sich stattdessen auf die Revitalisierung des Gebäudes und die Wiederherstellung der Nahversorgung.

Politische Unterstützung für dauerhafte Umnutzung
Politiker wie Katalin Gennburg von der Partei Die Linke unterstützen die dauerhafte Umwandlung ehemaliger Kaufhäuser in „Sorgezentren“, die gemeinwohlorientierte Dienste wie Pflegedienste, Kinderbetreuung und Sozialberatungen anbieten würden. Dieses Konzept zielt darauf ab, die Bedürfnisse der Anwohner wieder in den Mittelpunkt der städtischen Raumgestaltung zu rücken und bietet eine nachhaltige Alternative zur traditionellen kommerziellen Nutzung von Einkaufszentren.

Das Park Center Treptow dient somit als inspirierendes Beispiel dafür, wie Gemeinschaftsinitiativen die Zukunft von Einkaufszentren in städtischen Gebieten neu definieren können. Diese Entwicklung betont die Bedeutung von Kreativität und Flexibilität in der städtischen Planung und bietet einen Weg, um die Herausforderungen des Einzelhandelsrückgangs und des städtischen Leerstands zu überwinden.

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