Wohnen im Nationalratswahlkampf

Wohneigentum und Wohnungspolitik im Fokus des österreichischen Nationalratswahlkampfs

Die Thematik des leistbaren Wohnens gewinnt zunehmend an Bedeutung im politischen Diskurs Österreichs und dürfte eine entscheidende Rolle im bevorstehenden Nationalratswahlkampf spielen. Eine Umfrage des Linzer Market-Instituts für den STANDARD offenbart, dass insbesondere der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) Kompetenz in Sachen Wohnbau zugeschrieben wird. Dies spiegelt sich auch in den politischen Forderungen und der Wählerresonanz wider.

Ergebnisse der Umfrage:
26 Prozent der Befragten trauen der KPÖ sehr stark zu, sich für leistbares Wohnen einzusetzen, während die SPÖ 20 Prozent und die FPÖ 13 Prozent erreichen. Überraschend gering ist mit vier Prozent das Vertrauen in die ÖVP, die sich traditionell als Partei des Wohnungseigentums positioniert hat. 37 Prozent meinen sogar, die ÖVP setze sich überhaupt nicht für leistbares Wohnen ein, ähnliche Skepsis herrscht gegenüber der FPÖ, den Grünen und den Neos.

Parteiübergreifende Anerkennung:
Die KPÖ erntet für ihr wohnungspolitisches Engagement Anerkennung nicht nur aus den eigenen Reihen, sondern auch aus anderen politischen Lagern, einschließlich der Wählerschaft von SPÖ, Grünen und Neos. Dies unterstreicht die überparteiliche Relevanz des Themas.

Wahlkampfaussichten:
Obwohl die KPÖ in Hochrechnungen nur zwei Prozent erreicht, könnte die Themensetzung im Bereich des Wohnbaus Aufmerksamkeit und damit Stimmen generieren. Die Bierpartei hingegen, trotz hoher Aufmerksamkeit, wird kaum mit wohnungspolitischen Inhalten in Verbindung gebracht.

Präferierte wohnungspolitische Maßnahmen:
Die Umfrage zeigt eine starke Präferenz für die ausschließliche Verwendung von Wohnbauförderungsgeldern für den Wohnbau. Auch Preisdeckel für Strom, Heizen und Mieten finden breite Zustimmung. Interessanterweise befürworten zwei Drittel der Befragten, darunter auch ÖVP-Anhänger, die Besteuerung von Wohnungsleerstand.

Kontroverse Vorschläge:
Radikalere Maßnahmen wie die Enteignung von Wohnbaukonzernen finden geteilte Meinungen. Ebenso polarisierend ist der Vorschlag, die Zuwanderung zu beschränken, um den Wohnungsmarkt zu entlasten. Der Arbeiterkammer-Vorschlag zur Einschränkung von befristeten Mietverträgen erhält vor allem bei SPÖ- und Grünen-Wählern Zustimmung, während ÖVP- und Neos-Wähler zurückhaltender sind. Regionale Unterschiede zeigen sich bei der Bewertung von Kurzzeitvermietungen an Touristen, die besonders in städtischen Gebieten kritisch gesehen werden.

Die Debatte um leistbares Wohnen und Wohneigentum nimmt eine zentrale Stellung im politischen Diskurs Österreichs ein, wobei die KPÖ als treibende Kraft hervorsticht. Die vielfältigen Meinungen zu spezifischen wohnungspolitischen Maßnahmen unterstreichen die Komplexität des Themas und die Notwendigkeit differenzierter Lösungsansätze. Im Zuge des anstehenden Nationalratswahlkampfes wird es spannend zu beobachten sein, wie die verschiedenen Parteien dieses wichtige Thema adressieren und in ihre Programme integrieren. mehr

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